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Hofheimer Schwimmer auch an Land erfolgreich [08/2016]

Scott McClymont, Emma und Henry Graf glänzen bei Deutschen Meisterschaften im Triathlon.

Während sich die Kollegen im Schwimmverein schon in den wohlverdienten Urlaub verabschiedet hatten, verlängerten drei Aktive der ersten Mannschaft die Saison nochmal, um an den Deutschen Meisterschaften der Jugend und Junioren im Triathlon teilzunehmen.

Im Gegensatz zum Schwimmsport vertreten die Athleten bei den Deutschen Meisterschaften im Triathlon nicht ihre Vereine, sondern starten unter der Landesflagge. Auch die Nominierungshoheit liegt beim Landesverband. Der hessische Landestrainer wählt in der Regel auch nur Athleten aus, von denen eine gute Platzierung erwartet werden kann. So konnten sich unsere drei Athleten schon geehrt fühlen, Teil des nur 15 köpfigen Teams zu sein.

Dieses kleine, aber feine hessische Team machte sich am ersten Ferienwochenende auf nach Nürnberg, wo die Meisterschaften der Jugend B (2002/2001), Jugend A (1999/2000) und Junioren (1998/1997) in diesem Jahr ausgetragen wurden.

Schon am frühen Morgen musste als erster Scott McClymont an den Start, um sich mit den Besten des Landes auf einer Distanz von 750m Schwimmen, 20 Km Radfahren und 5 Km Laufen zu messen.

Für Scott, der Triathlon als Schwerpunktsportart betreibt, ging es vor allem darum, mit einem gutem Ergebnis die Chancen auf die erreichbare D/C-Kadernominierung zu wahren. Außerdem war Top 12 das erklärte Ziel. Das letzte Triathlonjahr war von Sturzpech und Krankheit durchzogen, das sollte nach den erfolgreichen vorangegangenen Wettkämpfen, u.a. Platz 11 im DC Cup in Forst, Platz 11 beim Europacup in Frankreich und starken Platzierungen in der 1.Bundesliga, endgültig abgeschüttelt werden.

Ein großes Ziel, da die Top 15 Platzierungen in dieser Altersgruppe erfahrungsgemäß hauptsächlich an die Stützpunktathleten aus Brandenburg, dem Saarland und Baden-Württemberg vergeben werden, die bestens vorbereitet zum Saisonziel DM fahren.

Wie bei fast jedem Morgen bei den Wettkämpfen dieses Jahr regnete es, bis kurz vor Beginn des Check in. Und das war speziell bei diesem Wettkampf eine besondere Herausforderung, da die Radstrecke über die Granitplatten des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg führte, die durch das Wasser spiegelglatt wurden.

Scott gehörte zu der kleinen Gruppe der Athleten, die sich einen Startplatz für das Schwimmen aussuchen durften.

Er kam sehr gut weg, und war auf den 180m langem Weg zur ersten Boje deutlich vorne, lag aber ein bisschen zu weit links, sodass er sich mit der Spitzengruppe auf die weiteren 570m machte. Als 11. ging er aus dem Wasser, mit einem schnellen Wechsel in Schlagweite zur Spitze. Auf dem Radkurs passierte dann das, was befürchtet wurde, es gab auf den glatten Platten zahlreiche Stürze, sodass die Junioren sehr kontrolliert fuhren, einfach nur, um heil auf die Laufstrecke zu kommen. Nach dem 1.Rennen wurden die Platten mit Handtüchern getrocknet, um die nachfolgenden Athleten nicht zu gefährden.

Scott absolvierte den Radkurs mit Bravour, die Radgruppe war inzwischen auf 25 Athleten zusammen gefahren und er ging als 8. auf die Laufstrecke.

Mit einem guten Laufsplit, wo taktisch hart in einer Gruppe gelaufen wurde, konnte er einige Athleten hinter sich lassen und erreichte als 11. glücklich das Ziel.

In der zweiten Startwelle ging Emma Graf an den Start. Sie musste ebenfalls die Distanzen 750m Schwimmen, 20km Radfahren und 5km Laufen absolvieren. Emma hatte zwar schon tolle Resultate in dieser Saison vorzuweisen, so ist sie die amtierende hessische Meisterin der Jugend A , ging aber trotzdem mit einem etwas mulmigen Gefühl in das Rennen, war sie doch beim letzten Deutschland Cup in Bocholt gestürzt und in den Wochen vor dem Wettkampf mit ihren Schwimmleistungen nicht zufrieden. Das Gefühl trug aber, sie verließ das Wasser an guter 15ter Position. Leider war der Wechsel dann nicht ganz so optimal und Emma fand sich in der dritten Radgruppe wieder. Dort behauptete sie sich aber und fuhr ein gutes Rennen. Die Hauptaufgabe bestand darin möglichst weit vorn zu fahren, um Stürzen auf dem technisch anspruchsvollen, sehr kurvenreichen Kurs aus dem Weg zu gehen. Nach dem Radfahren fand sie sich dann wieder als 15te in der Wechselzone ein. Der zweite Wechsel klappte besser und nach anfänglich etwas schweren Beinen kam sie immer besser ins Rennen und konnte am Ende einen sehr guten 14ten Platz belegen. Während sie sich noch über ihre Platzierung freute, kam dann die tolle Nachricht, dass sie zusammen mit ihren hessischen Kolleginnen den dritten Platz in der Mannschaftswertung erreicht hatte. So durfte sie sich über ihre erste Bronzemedaille bei Deutschen Meisterschaften freuen.

In der letzten Startwelle des Tages ging dann Bruder Henry in der Jugend B an den Start (400S/10R/2,5L). Während Emma und Scott ja schon einige Triathlon Erfahrung vorzuweisen haben, stütze sich Henrys Nominierung in erster Linie auf gute Ergebnisse bei einer Leistungsdiagnostik, dem Swim&Run in Darmstadt Anfang des Jahres und einem 5ten Platz bei einem Triathlon in Heilbronn. Das Henry als vielfacher hessischer Meister gut Schwimmen kann ist kein Geheimnis und auch seine läuferischen Qualitäten hat er schon hier und da aufblitzen lassen. Das dies aber nicht unbedingt zu einem guten Triathlon reicht, musste er bei seinem einzigen Wettkampf auf nationaler Ebene feststellen. Bei einem Deutschland Cup in Forst wurde er Vorletzter. Noch dazu sieht er sich in erster Linie als Schwimmer und sein Triathlon Training bestand daraus einmal die Woche zum Lauftraining zu gehen und ab und zu, wenn nichts anderes anstand, mal Rad zu fahren. Selbst dies ließ er im Vorfeld der Deutschen Schwimmmeisterschaften, an denen er vier Wochen vor Nürnberg teilnahm, aus. Ob dieser "suboptimalen" Vorbereitung machte sich schon ein gewisser Galgenhumor im Hause Graf breit, wenn die Sprache auf die DM kam.

Aber offensichtlich brauchte es genau diese Lockerheit, um einen super Wettkampf zu absolvieren. Beim Schwimmen konnte Henry endlich auch im Freigewässer mal seine Stärke ausspielen und kam als 5ter mit Blickkontakt nach vorne aus dem Wasser. In der ersten von zwei Radrunden konnte er sogar die erste Gruppe halten, musste dann aber in einer der vielen Kurven "reißen" lassen und kam als 20ter nach dem Rad in die Wechselzone. Damit wäre sein Umfeld schon sehr zufrieden gewesen, aber dann zündete Henry ein wahres Lauffeuerwerk ab und arbeitete sich mit der besten! Laufzeit des gesamten Feldes auf den hervorragenden 8ten Platz vor.

Mit diesen tollen Ergebnissen konnten alle drei zufrieden nach Hause fahren und Emma und Henry endlich ihren wohlverdienten Urlaub antreten.

Am Sonntag, ging es für Scott zu seinem 4. Bundesligawettkampf des Jahres in Tübingen, da es bei seinen Verein TUS Griesheim, Personalmangel gab.

Mit widersprüchlichen Gefühlen, ging er an den Start und überraschte sich selber mit einem überragenden Wettkampf. Mit der 16. besten Schwimmzeit, von 80 Athleten (hier waren internationale Topathleten mit Olympiaqualifikation am Start), ging es aus dem Neckar auf das Rad. Leider fuhr das Feld auf 60 Athleten zusammen, so ging es wie an der Perlenschnur auf die Laufstrecke. Spannend war jetzt, was die müden Beine auf dem sehr anspruchsvollen Laufkurs noch hergeben konnten. Am Ende war es mit guter Laufzeit Platz 49 und der 4.Platz in der Juniorenwertung. Ein tolles Ergebnis.

Danach sind zwei Ruhetage angesagt und dann beginnt der 2.Teil der Triathlonsaison mit intensiven Trainingstagen in Italien und im Allgäu. Hauptziel sind hier der Frankfurt City Triathlon am 7.8., wo Scott im NewComer-Team im Elitefeld seine erste Olympische Distanz bestreitet (1500m Schwimmen, 40km Rad fahren, 10 km Laufen), die Schweizer Meisterschaften in Lausanne am 20.8. und ein weiterer Europacup Anfang September.

(ein Bericht von Sabine Büscher, Nicola Petzoldt)