HSC : Aktuell : Mitteilungen [Startseite HSC | Mitteilungen ]



Medaillenregen bei Süddeutschen Meisterschaften  [05/2013]

Mit einem äußerst kleinen, aber umso feineren Team startete der Hofheimer Schwimmclub bei den Süddeutschen Meisterschaften der offenen Klasse und der älteren Jahrgänge in Baden Württemberg. Am 1. und 2. Juni wurden gut zehn Tage vor den nationalen Titelkämpfen der Jahrgänge in Berlin die Süddeutschen Meister und Jahrgangsmeister 1998 - 1995 (weiblich) sowie 1996 -1994 (männlich) im Karlsruher Fächerbad ermittelt. Begleitet von lediglich Selina Müller (im Bild rechts) und Christina Lehr (im Bild links, beide jahrgang 98) und deren Müttern betreute Sportwart Adam Ollé die Athletinnen in Abwesenheit von Cheftrainer Volker Kemmerer, der aus privaten Gründen verhindert war. Bei extrem bescheidenen äußeren Wetterbedingungen (glücklicher Weise allerdings nur außerhalb des Schwimmbades) bereiteten die beiden HSC-Schwimmerinnen Trainer und Müttern viel Freude und entschädigten für das trübe Wetter.
Beide standen zuvor noch nie auf dem Podium bei Süddeutschen Jahrgangsmeisterschaften und entwickelten sich an diesem Wochenende in Karlsruhe mit tollen Leistungen zu wahren Medaillenhamstern.


Christina Lehr und Selina Müller rocken in Karlsruhe

Gleich von Anfang ließen die beiden HSC-Mädels keinen Zweifel daran, dass sie es allen Konkurrentinnen sehr schwer machen würden, vor ihnen anzuschlagen. Im ersten Rennen über 50m Freistil zeigte Christina Lehr gleich, dass sie in guter Verfassung ist und kämpfte bis zum Anschlag um den Titel. Zwar musste sie sich am Ende nach 27,6 Sekuden um knapp eine Zehntelsekunde geschlagen geben, doch gewann sie damit auch ihre allererste (Silber-)Medaille bei Süddeutschen Jahrgangsmeisterschaften.
Nur kurz darauf ließ Selina Müller gleich die nächste Medaille folgen. Auch sie schwamm über 50m Brust ganz vorne mit und schlug nach 34,47 Sekunden mit Bestzeit an und gewann ebenfalls ihre erste (Bronze-)Medaille bei Süddeutschen Jahrgangsmeisterschaften. Und mit dieser starken Zeit schaffte sie es zugleich ebenfalls erstmals in das altersunabhängige Finale der acht Zeitschnellsten Schwimmerinnen. Am späten Nachmittag und nach knapp neun Stunden im Schwimmbad reichte es dann im Finale nicht zu einer weiteren Zeitverbesserung. Sie wurde dennoch in 34,7 Sekunden sehr gute Siebte.

Nachdem der Auftakt gelungen war, machten Selina und Christina unbeirrt weiter. Christina Lehr schwamm fast schon traumhafte 100m Schmetterling und schlich sich unbemerkt auf der Außenbahn überraschend zur Bronzemedaille. Sie verbesserte dabei ihre Bestzeit um mehr als eine Sekunde auf 1:06,51 Minuten.
Dann war wieder Selina Müller über 200m Brust dran. Etwas überraschend lag sie das gesamte Rennen über in unmittelbaren Nähe zu den Podestplätzen und machte es bis zum Ende spannend. In einem taktisch starken Rennen versäumte sie es lediglich auf den letzten 10 Metern im Endspurt alles aus sich herauszuholen.Und so musste sie sich im Anschlag mit dem undankbaren, aber in diesem Fall mehr als zufriedenstellenden vierten Rang zufrieden geben. Entschädigt wurde sie nach 2:46,48 Minuten mit einer neuen Bestzeit und mit der Qualifikation für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften..
Das Rennen war schon spannend, wurde aber später noch von den 200m Lagen deutlich überboten. Da schwamm Christina Lehr als krasse Außenseiterin auf einmal allen auf und davon und befand sich bei Halbzeit plötzlich weit in Führung liegend. Allerdings war allen Hofheimern bewusst, dass nun mit dem Brustschwimmen ihre schwächste Teilstrecke kommen würde. Aber sie kämpfte bravourös und hielt nach Kräften dagegen. Zwar konnte das Feld deutlich auf- und teilweise auch überholen, doch wendete sie immer noch als Dritte bevor es auf die abschließenden 50m Kraul ging. Aber nach ihrem hohen Tempo hatte sie Schwierigkeiten beim letzten Rhythmuswechsel und kam auf den ersten Metern nicht richtig in Fahrt. Dies nutzte eine weitere Konkurrentin aus und zog sogleich an ihr vorbei. Christina kämpfte anschließend Kopf an Kopf bis zum Anschlag, konnte aber trotz Bestzeit nach 2:27,07 Minuten sich nicht mehr auf das Podium zurückschwimmen, sondern landete letztlich nach sehr überzeugender und mutiger Leistung auf dem vierten Rang.


HSC-Mädels auch am zweiten Tag auf dem Podium

Nach überaus guten Vorstellungen am ersten Veranstaltungstag ging es vermeintlich am zweiten und letzten Tag verheißungsvoll mit 50m Rücken weiter. Die beiden HSC-Damen waren guter Hoffnung in den Medaillenkampf eingreifen zu können, denn schließlich starteten beide als amtierende Hessische Jahrgangsmeisterinnen im Rückenschwimmen, Christina Lehr als Titelträgerin über 100m und Selina Müller als Meisterin über 50m.
Die Ambitionen erhielten leider mit dem Start gleich einen Dämpfer, da Selina Müller etwas abrutschte und dadurch nicht gut ins Rennen startete und sich gleich einen kleinen Rückstand einhandelte, der sie am Ende, trotz guter schwimmerischer Leistung, das Podest kostete. Sie schlug nach 32,18 Sekunden als Fünfte an. Besser lief es zu Beginn bei Christina Lehr, die mit ordentlichem Start von Anfang an vorne dabei war. Zum Schluss allerdings kam sie der Schwimmleine bedrohlich nahe und verließ immer mehr die Bahnmitte und schlug ganz knapp neben der Bahnbegrenzung als Zweitplatzierte nach 31,59 Sekunden an und durfte sich über eine weitere Silbermedaille freuen. Ohne die etwas "verqueren" letzten Meter wäre vielleicht sogar noch der ganz große Wurf gelungen...

Für Selina Müller stand anschließend mit den 100m Brust die nächste Medaillengelegenheit auf dem Programm. Mit genauen taktischen Vorgaben bezüglicher ihrer Armzuggeschwindigkeit sollte sie sich das Rennen gut und bewusst einteilen. Sie verstand es dann im Rennen gut, das Anfangstempo durch eine etwas ruhigere Frequenz zu kontrollieren und wendete nach 36,1 Sekunden auf Medaillenkurs. Mit zwei weiteren Schwimmerinnen setzte sie sich vom Feld ab und auf den letzten Metern entbrannte ein Zweikampf um die Silbermedaille. Selina zog am Ende nochmal gut die Frequenz an, doch hielt ihre Konkurrentin ebenfalls dagegen und konterte die letzte Attacke erfolgreich und verwies Selina, die nach 1:16,34 Minuten in Bestzeit anschlug, um zwei Zehntelsekunden auf Rang drei. Aber besonders wegen der erfolgreichen taktischen Umsetzung waren Betreuer und Schwimmerin gleichermaßen mit dem Ergebnis zufrieden.

Nun war wieder Christina Lehr über 100m Freistil an der Reihe. Sie startete im letzten und schnellsten Lauf ihres Jahrganges und hatte aufgrund der eng beieinander liegenden Meldezeiten durchaus auch gute Chancen auf einen vorderen Rang. Aus diesem Grund erhielt sie als Marschroute die Vorgabe, ein offensives Rennen von der Spitze weg zu schwimmen, um ihre Konkurrentinnen unter Druck zu setzen. Vom Start weg setzte Christina das gesprochene Wort sofort in die Tat um und legte los wie die Feuerwehr und lag von Anfang an bis zur Wende in Führung. Allerdings kam in Betreuer Ollé bereits nach einem Viertel des Rennens der Verdacht auf, dass es Christina etwas mit dem Einsatz übertrieben hatte. Die Durchgangszeit von 12,5 Sekunden ansich war nicht das Problem, sehr wohl aber die dafür aufgewendete 62er Frequenz. Die aus Trainersicht zu hohe Frequenz ließ die Vermutung sehr früh aufkommen, dass sich das am Ende rächen wird. Christina wendete nach 28,4 Sekunden an der Spitze des Feldes um verteidigte diese auch erfolgreich bis 75m. Aber nun meldete sich auf den finalen Metern der berüchtigte "Mann mit dem Hammer" und ließ sie für ihre zu forschen Ansfangsmeter büßen. Auf den letzten 10 bis 15 Metern verlor sie total die Frequenz und hatte physisch nichts mehr entgegen zu setzen und wurde noch bis auf Platz Sechs in 1:00,89 durchgereicht. Schade, denn der Sieg wurde mit 1:00,2 Minuten deutlich über ihrer Bestzeit vergeben und war heute auch in Griffweite bei einer etwas besseren Renneinteilung. Aber dass sie lernfähig ist, hat sie ja bereits im frühen Alter von fünf Jahren bewiesen, als sie die Seepferdchenprüfung auch nicht gleich im ersten Anlauf bestanden hatte. Und nun hat sie an diesem Wochenende gleich mehrere Medaillen beim zweitwichtigsten nationalen Wettkampf der Langbahnsaison gewonnen. Es ist also noch Hoffnung vorhanden ;-))

Bei dem für beide abschließenden 200m Rückenrennen durften sie sich letztmalig im Becken austoben, ohne dass es im Grunde um viel ging. Christina zeigte nochmal ihre starke Form und schwam unbeeindruckt vom vorigen Freistilrennen in ihrem Lauf allen auf und davon und siegte mit mehr als einer Körperlänge. Sie verbesserte ihre Bestzeit um fast drei Sekunden auf 2:31,51 Minuten und überholte mit einem super siebten Platz dabei zehn Konkurrentinnen, die alle schneller als sie gemeldet waren.
Bei Selina Müller lief es sogar noch etwas besser und zur völligen Überraschung aller Hofheimer/Innen wendete sie bei Halbzeit in Führung liegend. Auf einmal war sogar in diesem letzten Rennen richtig Spannung aus HSC-Sicht drin. Selina kämpfte weiter und war auch bei der letzten Wende noch bei der Musik. Aber leider verhinderte ihre (nicht ganz unbekannte) kleine Schwäche bei den Wenden bzw. den Delfinbeinen eine Überraschung. Sie konnte das Tempo nicht ganz durchhalten und schlug nach sehr guten 2:29,35 Minuten knapp geschlagen als Vierte an. Besonders erfreulich war bei diesem Rennen, dass es Selina schaffte, sich auch beim allerletzten Rennen nicht nur zu motivieren, sondern auch eine mehr als ansprechende Leistung abzuliefern, was bei ihr nicht immer selbstverständlich ist;-)


Gelungene Generalprobe vor dem Saisonhöhepunkt

Knapp zehn Tage vor dem Saisonhöhepunkt, den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin, haben sich beide jungen HSC-Damen mit überzeugenden Leistungen fünf Medaillen und sieben persönliche Rekorde erschwommen. Beide konnten sich in den nationalen Bestenliste im Vergleich zu der Vorsaison weiter nach vorne schwimmen und haben damit ihren Hut in den Ring geworfen und dürfen sich bei ähnlich guter Form in Berlin auch Chancen auf ein Jahrgangsfinale ausrechnen. Betreuer Adam Ollé zeigte sich insgesamt sehr zufrieden und lobt besonders den Einsatzwillen beider Schwimmerinnen, die in allen Rennen bereit waren, den Kampf anzunehmen und dagegen zu halten. Mit dieser Einstellung und einer guten Vorbereitung durch Cheftrainer Kemmerer können alle zuversichtlich auf die kommenden Aufgaben in Berlin blicken. Die berechtigte Vorfreude ist Christina und Selina jedenfalls deutlich anzumerken...

Zu den HSC-Einzelergebnissen