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HSC-Damen erkämpfen sich als Aufsteiger den 3. Platz in der 2.Bundesliga-Süd  [02/2013]

Nachdem die Hofheimer Damen vor einer Woche den Vorkampf der 2. Bundesliga-Süd im Rahmen der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften nach guten Leistungen mit einem aussichtsreichen sechsten Platz beendet haben, folgte am Samstag, den 2. Februar 2013 der Endkampf im Mainzer Taubertsbergbad. Das 8-Bahnen-Wettkampfbecken in der großzügigen Schwimmsporthalle wurde mit den elektronischen Anschlagmatten bestückt (auch wenn die elektrische Zeitnahme nicht genutzt wurde), um den Sportlerinnen und Sportlern die bestmöglichen Bedingungen für Wenden und Rückenstarts zu bieten.
Mit der gleichen Mannschaft wie im Vorkampf wollte Trainer Volker Kemmerer im Endkampf den guten sechsten Platz zumindest halten, Ziel war jedoch eigentlich sich nochmals zu steigern. Jedoch machten einige Krankheiten im Laufe der Woche eine Umstellung der Mannschaft erforderlich. Auch während des Wettkampfes musste Kemmerer mehrfach die Aufstellungen spontan ändern und konnte erfreut feststellen, dass die Änderungen keinerlei Schwächung seines Teams bedeuteten. Scheinbar unbeeindruckt lieferten die von den kurzfristigen Umstellungen betroffenen Nicola Grebe, Julia Tilly und Ann-Katrin Gerullis hervorragende Leistungen ab.


Ein Wettkampf mit zahlreichen Improvisationen

Die erste Umstellung meisterte Nicola Grebe mit einem neuen persönlichen Rekord. Nachdem Lisa Mauer nach einem sehr guten 200m Rückenrennen (2:24,94 Minuten) leider mit Übelkeit zu kämpfen hatte, musste Nicola die unangenehme 200m Schmetterlingsdistanz übernehmen. Durch ihre sehr gute Beinarbeit konnte sie das Tempo kontinuierlich hoch halten und schlug nach 2:24,35 Minuten mit neuer Bestzeit an. Im zweiten Abschnitt folgten die beiden langen Lagenstrecken. Über die 200m Lagen, die sie planmäßig absolvierte, steigerte sie sich im Vergleich zur Woche um 3 Sekunden auf sehr gute 2:21,71 Minuten und blieb nur wenige Zehntel hinter ihrer Bestzeit zurück. Über die 400m Lagen sprang sie kurzfristig für Selina Müller ins Becken. Auch hier stellte sie ihr schwimmerisches Können unter Beweis und blieb nach sehr guten 5:03,13 Minuten nur wenige Zehntel hinter ihrer Bestmarke zurück.

Freistil-Spezialistin Ann-Katrin Gerullis konnte über ihre Paradestrecken 200m, 400m und 800m Freistil leider nicht an die Top-Leistungen aus dem vergangenen Jahr anknüpfen. Doch ihr großer Auftritt folgte dann dank der kurzfristigen nötig gewordenen Änderungen in der Mannschaftsaufstellung. Kemmerer schickte Ann-Katrin nach kurzer taktischer Einstellung über 100m Rücken ins Wasser. Ohne Erwartungen an die eigene Leistung und mit freiem Kopf legte sie los wie die Feuerwehr. Sehr schnelle Tauchphasen und gute Frequenzen sorgten für eine Steigerung der persönlichen Bestzeit um 1,4 Sekunden auf sehr gute 1:04,51 Minuten. Beeindruckt von dieser hervorragenden Leistung stellte Kemmerer ein letztes Mal um (diesmal allerdings ohne Not). Ann-Katrin wechselte von den geplanten 100m Freistil auf die 50m Rückenstrecke, die nur knappe 20 Minuten nach dem 100m Rückenrennen auf dem Wettkampfprogramm standen. Auch die Sprintstrecke absolvierte sie mit Bravour und pulverisierte ihre alte Bestmarke um 1,6 Sekunden auf 30,01 Sekunden. Zudem erhielt sie bei ihrem letzten Start starke 783 Punkte und sorgte somit für das zweitbeste Einzelergebnis ihres Teams.

Auch Rückensprinterin Julia Tilly war von den Umstellungen betroffen. Nachdem Nicola Grebe kurzfristig die 200m Schmetterling übernommen hatte, waren die 100m Rücken im ersten Abschnitt unbesetzt. Julia besetzte die freie Position und konnte mit einer sehr guten Leistung aufwarten. Ebenso wie Ann-Katrin im zweiten Abschnitt hatte Julia dann nur knappe 20 Minuten Zeit zur Regeneration für ihren Folgestart, den 50m Rückensprint. Doch auch Julia zeigte sich unbeeindruckt von der stressigen Situation, setzte die taktischen Anweisungen gekonnt um und steigerte sich im Vergleich zur Vorwoche deutlich. Mit 688 Punkten über 100m Rücken und sehr guten 738 Punkten über die halbe Distanz steuerte Julia insgesamt 1426 Punkte zum Mannschaftserfolg bei.

Schwimmerin Gesamtpunkte Starts Punkte/Start 
Christina Lehr 3533 5 706
Bettina Fuhr 3515 5 703
Ann-Katrin Gerullis 3461 5 692
Chiara Passmann 2901 4 725
Celine Mauer 2488 4 622
Nicola Grebe 2082 3 694
Selina Müller 1858 3 619
Julia Tilly 1426 2 713
Lisa Mauer 645 1 645
Nachdem Christina Lehr im Vorkampf viermal für den HSC auf Punktejagd gehen durfte und mit sehr guten Leistungen glänzte, durfte sie im Endkampf einen weiteren Start in Angriff nehmen und avancierte zur Top-Scorerin der jungen Hofheimer Mannschaft. Kemmerer teilte die junge Liederbacherin neben den vier Freistilstrecken aus dem Vorkampf auch für die 100m Strecke ein. Zudem durfte sie beim Endkampf der 2. Bundesliga für den Hofheimer SC eröffnen und bestätigte dann die super Leistung über 200m Freistil aus dem Vorkampf mit starken 2:08,41 Minuten. Beflügelt von der guten Einstiegsleistung folgten ihre beiden Spezialstrecken, die 50m und 100m Freistil. Über 50m Freistil egalisierte sie ihren einigen Vereinsrekord von den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften und schlug nach 26,73 Sekunden an. Über 100m Freistil bot Christina ihre beste Leistung, konnte den Vereinsrekord um 0,8 Sekunden auf 58,32 Sekunden herunterschrauben und erhielt dafür 745 Punkte. Ebenfalls über 800m und 400m Freistil zeigte sie sich stark verbessert und erzielte zwei deutliche neue Bestzeiten. Mit 3533 Punkten war sie erfolgreichste Punktesammlerin in den Reihen des HSC.

Die einzige Hofheimerin, die das gleiche Programm wie im Vorkampf auf dem Plan hatte, war Bettina Fuhr. Neben Ann-Katrin und Christina war sie die dritte im Bunde, die fünfmal für ihr Team um Punkte kämpfte. Zudem wurde sie mit 3515 Punkten sie zweitbeste Hofheimer Punktesammlerin. Die meisten Punkte (755) erhielt sie für ihren Vereinsrekord über 200m Lagen (2:21,01 Minuten). Auch über 400m Lagen konnte sich Bettina nach einem harten Kampf steigern und eine neue Bestzeit erzielen. Im zweiten Abschnitt bestätigte sie dann über 100m und 50m Schmetterling, sowie 50m Freistil die starken Ergebnisse des Vorkampfes.

Besonders erfreulich war für Trainer Kemmerer, dass sich Celine Mauer nach Frustration im Anschluss an den ersten Abschnitt wieder zurück in den Wettkampf gekämpft hat und so sehr wichtige Punkte für die Mannschaft erschwimmen konnte. Im ersten Abschnitt verbesserte sie sich über 100m Schmetterling um sieben Zehntel im Vergleich zur Vorwoche, musste jedoch wegen eines Fehlstarts disqualifiziert werden. Die anschließenden 50m Schmetterling absolvierte sie dann etwas verkrampft und war mit ihrer Leistung nicht zufrieden. Auch beim Nachschwimmen war ihr Kopf nicht frei, so dass sie leicht hinter ihren Erwartungen zurück blieb. Nach einem aufbauenden intensiven Gespräch mit ihren Trainer Volker Kemmerer zeigte sie dann im zweiten Abschnitt gute Leistungen über 200m Rücken und Schmetterling. Kemmerer ist davon überzeugt, dass sein Schützling mit der nötigen Lockerheit auch wieder an die Leistungen aus dem Vorjahr anknüpfen kann.

Chiara Passmann musste am vergangenen Wochenende nach hervorragenden Leistungen über 50m und 100m Brust den Vorkampf mit Fieber abbrechen. In der Woche konnte sie das Fieber kaum loswerden, so dass ihre Starts beim Endkampf bis zum Vorabend fraglich waren. Glücklicher Weise konnte Volker Kemmerer auf seine Brustsprinterin zurückgreifen und viermal auf Punktejagd schicken. Über 50m Brust konnte sie erneut die beste Einzelleistung der Hofheimer erzielen und erhielt für 32,49 Sekunden 811 Punkte. Über 100m und 200m Brust konnte sie ihre Bestmarken wegen der Krankheit natürlich nicht erreichen, bot jedoch trotzdem sehr gute Leistungen. Auch die abschließenden 100m Freistil konnte sie mit guten 59,37 Sekunden beenden.

Auch die zweite Hofheimer Brustschwimmerin, Selina Müller, wurde im Laufe der Woche durch Fieber lahm gelegt. Leider konnte sie sich nicht so schnell erholen und ging deutlich geschwächt über die drei Bruststrecken an den Start. Lediglich über 50m Brust reichte die Kraft für eine sehr gute Leistung. Über 100m und 200m schleppte sich Selina tapfer ins Ziel und steuerte so wichtige Punkte bei. Die geplanten 400m Lagen ersparte Kemmerer seiner angeschlagenen Schwimmerin und schickte dafür Nicola Grebe auf den Startblock.

Die neunte und letzte Schwimmerin, die die Hofheimer Vereinsfarben in der 2. Bundesliga vertreten durfte, war Lisa Mauer. 200m Rücken und 200m Schmetterling standen auf dem Programm der jüngsten Hofheimer Athletin. Doch starke Übelkeit nach den sehr guten 200m Rücken machten einen Start über die lange Schmetterlingsstrecke unmöglich, so dass sie "nur" einmal Punkte für ihr Team sammeln konnte. Doch auch dieser Start war ein wichtiger Bestandteil am tollen Ergebnis des kleinen Hofheimer Schwimmclubs.


Beste Platzierung der Vereinsgeschichte dank geschlossener Mannschaftsleistung

Die Top Ten der 2. DMS-Bundesliga 2013
Platz   Verein Liga Punkte
1. SC Magdeburg Nord 47.470
2. 1. Potsdamer SV Nord 45.586
3. SC 1911 Wiesbaden Süd 45.397
4. SSG Erlangen Süd 44.890
5. SG Ruhr West 43.919
6. Wfr. 98 Hannover Nord 43.622
7. Hofheimer SC Süd 43.389
8. SSV Nürnberg Süd 43.360
9. SG Swimteam HedDos Süd 43.226
10. SG EWR Rheinh. Mainz Süd 43.078
Trainer Volker Kemmerer ist mit seiner Mannschaft sehr zufrieden: "Ich bin stolz auf die Mädels, die in jedem Moment alles für die Mannschaft gegeben haben und trotz der ungünstigen Umstände und der daraus erfolgten kurzfristigen Umstellungen sehr gut reagiert haben und sich diesen tollen Erfolg verdient haben. Besonders möchte ich die Mädels loben, die nach Rückschlägen trotzdem alles für die Mannschaft getan haben und sich zurück in den Wettkampf gekämpft haben!"

Die Bilanz des Wettkampfes in Mainz kann sich sehen lassen. Bei 32 Starts schlugen die HSC-Damen im direkten Vergleich bei mehr als der Hälfte aller Rennen auf den ersten beiden Plätzen an. Weiterhin konnten acht persönliche Rekorde und zwei neue Vereinsrekorde verbucht werden.

Nach dem guten sechsten Platz nach dem Vorkampf verbesserte sich das Hofheimer Team als Aufsteiger sogar noch auf den dritten Platz der Gesamtwertung in der 2. Bundesliga Süd. Mit einer Leistungssteigerung von über 500 Punkten gegenüber dem Vorkampf wurden am Ende 21909 Punkte erzielt, was einer Gesamtleistung von 43389 Punkten aus beiden Wettkämpfen entspricht und vor allen Dingen der Vorgabe des Trainers sich nochmals zu steigern voll entsprach. Mit dieser Leistung belegt der Hofheimer SC Rang Sieben in allen 2. Bundesligen (Nord, West und Süd) und gehört somit zu den 20 besten Mannschaften Deutschlands sofern man noch die zehn Erstligisten hinzuzählt!

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