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Mit brennenden Oberschenkeln zur Bronzemedaille beim DMSJ-Bundesfinale  [11/2012]

Am 17. und 18. November fand im Essener Hauptbad das Bundesfinale der sechs besten Mannschaften jeder Altersgruppe der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Jugend (DMSJ) statt. Erstmals in der Geschichte des Hofheimer Schwimmclubs schafften es auch zwei Hofheimer Damenteams sich für diesen Wettkampf auf Bundesebene zu qualifizieren.
Den Grundstein dafür legten beide Mannschaften bei dem Hessenfinale zwei Wochen zuvor, wo beide Teams als Hessenmeister den Wettkampf beendeten. Mit einer riesigen Motivation und ebenso viel Siegeswillen im Gepäck reisten die Hofheimer Damen der C- und A-Jugend zusammen mit Trainer Volker Kemmerer am Samstagmittag an. Sie zeigten bereits im Vorfeld in jedem Training die pure Vorfreude auf diesen Wettkampf und arbeiteten konzentriert und konsequent an ihrem gemeinsamen Ziel. Die Ausgangspositionen für beide Teams waren sehr gut, denn sie konnten sich jeweils als dritte Mannschaft ihres Jahrgangs für dieses Finale qualifizieren. Allerdings lagen die meisten Mannschaften nach den Qualifikationswettkämpfen so eng zusammen, dass die Ergebnisse für diesen Wettkampf unvorhersehbar waren. Die Marschroute war klar: Jede(r) gibt sein Bestes und dann wird man sehen für welchen Platz es reicht!


Ein Wettkampf mit ganz besonderer Atmosphäre

Die Stimmung im Essener Hauptbad glich von Anfang an einem Hexenkessel. Alle Teams brachten lautstarke Unterstützung mit und die Tribünen waren bestens gefüllt. Leider hatten die HSC-Teams weniger Unterstützung dabei als sie es verdient hatten. Aber leider verhinderte der zeitgleich in Hofheim stattfindende eigene Wettkampf das Anreisen weiterer "Fans", da alle helfenden Hände zu Hause im Bad benötigt wurden. Aber aus Hofheim kann berichtet werden, dass noch nie so viele HSC-Schwimmer/innen und Eltern während der Rennen in Essen gleichzeitig auf ihr Smartphone starrten. Denn von der jeweils gerade nicht aktiven Mannschaft wurden hervorragende Live-Berichte mittels Chat gesendet, so dass alle Hofheimer stets zeitnah bestens im Bilde waren. Wie es die eine oder andere Mutter allerdings schaffen konnte, gleichzeitig gefühlt ununterbrochen zu chatten und dabei nicht die Arbeit hinter der Kuchentheke zu vernachlässigen, wird ein ewiges Rätsel bleiben ;-)


Die sechs Hofheimer Zwerge

Zur Tradition des Bundesfinales der DMSJ gehört es auch, dass die teilnehmenden Mannschaften (mehr oder minder) kostümiert am Beckenrand auf und ab laufen. Die weibliche C-Jugend des Hofheimer Schwimmclubs (im Bild unten) reisten als Zwerge mit Jana Hellenschmidt (Jahrgang 99), Carolina Walch (00), Ester Rizzetto (99), Sonja Lehr (00), Sara Rizzetto (99) und Lisa Mauer (99) nach Essen an. Die sechs Mädels waren sehr aufgeregt, so war es für die meisten der erste Wettkampf überhaupt auf Bundesebene.

Gleich beim ersten Start mit der Kraulstaffel konnten die Damen ihre Leistungen aus dem Hessenfinale bestätigen und sogar knapp unterbieten. Mit einer Endzeit von 4:08,50 Minuten belegten sie den sechsten Rang. Spätestens bei der Bruststaffel wurde dann die Aufregung der jungen Mädels deutlich. So blieben sie leider drei Sekunden (5:19,65 Minuten) über ihrer Qualifikationszeit und konnten "nur" eine Mannschaft hinter sich lassen. Damit waren sie natürlich nicht ganz zufrieden doch der Glückskeks am Abend gab ihnen wieder Mut: "Heute Pech, morgen Glück!" (Dass Glückskekse an diesem Wochenende eine wichtige Rolle spielten, wird sich auch im weiteren Verlauf des Berichtes noch zeigen.) Die Mädels scheinen auf jeden Fall der chinesischen Weisheit gehorcht zu haben, denn sie lieferten am nächsten Tag ein sehr gutes Rennen über die 4x100m Rücken ab und belegten in diesem Wettkampf Platz drei. Mit 4:37,74 Minuten konnten sie ihre Qualifikationszeit um 1,5 Sekunden unterbieten. Zusätzlich stellte Lisa Mauer in 1:07,06 Minuten einen neuen persönlichen Rekord auf.

Leider mussten sie bei der anschließenden Schmetterlingsstaffel erneut vier anderen Mannschaften den Vortritt gewähren und schlugen nach durchwachsenen 4:37,65 Minuten an. Auch bei der abschließenden Lagenstaffel konnten sie nicht an ihre Spitzenergebnisse aus Höchst anknüpfen und belegten in 4:36,53 Minuten den fünften Rang. In der Endwertung belegte die Hofheimer C-Jugend somit Rang 6 unter allen in einer Zeit von 23:20,07 Minuten. Es fehlte am Ende lediglich die Winzigkeit von zwei Zehntelsekunden zu Platz fünf.

Damit sind die Mädels das sechstbeste Team ihrer Altersklasse in Deutschland und können sehr stolz darauf sein. Außerdem konnten sie in Essen wichtige Erfahrungen für die kommenden Jahre sammeln. Im nächsten Jahr haben die Damen die Möglichkeit in einer neuen, altersabhängigen Zusammensetzung erneut anzugreifen.

Nebenbei bemerkt: Während der Siegerehrung haben die als Zwerge verkleideten Hofheimer Damen eine mitfiebernde Nordrheinwestfälische Minutenisterpräsidentin noch darüber aufgeklärt, wo Hofheim denn überhaupt liegt. Das Örtchen sollte sich Frau Kraft für die Zukunft auf jeden Fall gut merken! ;)


Als Hippies dank starker Oberschenkel auf dem Podest

Nach einem furiosen Qualifikationswettkampf in Höchst mit drei Vereinsrekorden fuhr die A-Jugend der Hofheimer Damen als Hippies (im Bild unten) mit Karin Grebe (95), Chiara Passmann (96), Celine Mauer (96), Julia Tilly (95) und Ann-Katrin Gerullis (95) hochmotiviert nach Essen. Für Karin, Ann-Katrin und Julia waren es altersbedingt die letzten DMS-J, so dass sie sich besonders gut aus diesem Wettkampf verabschieden wollten.

Genau wie ihre Mannschaftkameradinnen begann die weibliche A-Jugend den Wettkampf mit der 4x100m Freistil-Staffel und einem Paukenschlag. Erstmals in der Hofheimer Vereinsgeschichte unterbaten vier Damen die Vier- Minuten-Grenze über diese Distanz. In grandiosen 3:57,23 Minuten unterboten sie die alte Bestmarke gleich um fast drei Sekunden und durften sich erneut über einen fantastischen Vereinsrekord freuen. Bei der folgenden und den ersten Wettkampftag abschließenden Bruststaffel konnten die Damen ihre Qualifikationszeit um zwei Zehntel unterbieten und schlugen nach 5:05,19 Minuten an.

Beim Abendessen lautete der Glückskeks für die A-Jugend: "Wer nachgibt, verliert!" Dieser Spruch sollte noch eine sehr große Bedeutung im Verlauf des zweiten Wettkampftages erhalten. Dieser zweite Tag begann mit der aus Hofheimer Sicht sehr stark eingeschätzten Rückenstaffel. Im ersten Rennen konnten sich die Damen im Vergleich zum Vorkampf um eine knappe halbe Sekunde steigern. Aber die Freude währte nicht lange, da man durch die Lautsprecher eine Disqualifikation des Hofheimer Teams wegen einer angeblich nicht kontinuierlich ausgeführten Rückenwende vernehmen. Die Aufregung war zunächst groß, denn weder Schwimmerin noch Trainer Volker Kemmerer konnten während des Rennens einen Fehler erkennen. Besonders problematisch: Werden Mannschaften bei der DMSJ disqualifiziert, erfolgt ein Nachschwimmen. Bei einer weiteren Disqualifikation ist der Wettkampf für das betroffene Team beendet. Nach eine kurzen Phase des Unverständnisses und des Ärgers konnten die Mädels den Schalter aber wieder umlegen und pushten sich gegenseitig mit dem Ziel, die vorherige Zeit im Nachschwimmen nochmal zu unterbieten. Die Tatsache, dass das Nachschwimmen nur knapp 20 Minuten nach der Schmetterlingsstaffel stattfand, schien die Damen nicht wirklich zu stören. Frei nach dem Motto: "Wer nachgibt, verliert!" und mit viel Wut im Bauch drehten sie noch einmal voll auf und unterboten ihre erste Zeit um sieben Zehntelsekunden, so dass sie eine Zeit von 4:28,26 für sich verbuchen konnten. Bei diesem Kraftakt halfen den Mädels ihre gut durchtrainierten Beine, was von der abgehängten direkten Hessischen Konkurrenz mit Neid und Anerkennung zur Kenntnis genommen wurde;-) Denn auch bei der unmittelbar vor dem Nachschwimmen durchgeführten 4x100m Schmetterlingsstaffel schonten sich die Damen keineswegs fürs Nachschwimmen, sondern verbesserten sich in 4:24,26 Minuten wieder um zwei Sekunden im Vergleich zum Landesentscheid. Besonders Celine Mauer zeigte ihr Können beim Schmetterlingsschwimmen und unterbot in 1:04,1 Minuten ihre Vorkampfzeit um 2,3 Sekunden.

Bei den abschließenden 4x100m Lagen kannten die Damen dann kein Halten mehr. Denn nachdem sie in 4:22,5 Minuten den erst zwei Wochen alten Vereinsrekord um ganze drei Sekunden unterboten, konnten sie sich nicht nur über den Platz drei bei der Lagenstaffel freuen, sondern auch über den dritten Rang in der Gesamtwertung des Bundesfinales. Unsere Hippie-Mädels zeichneten sich an diesem Wochenende durch ein unbändiges Kämpferherz und einen enormen Siegeswillen aus und wurden dafür mit der Bronzemedaille belohnt. Diese nahmen sie gemeinsam mit einem Händedruck von Christian Keller (Europameisters und Medaillengewinner bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen) freudestrahlend entgegen. Ein großes Lob geht auch von Trainer Volker Kemmerer an seine Schwimmerinnen, die an diesem Wochenende einen tollen Wettkampf zeigten. "Alle elf Schwimmerinnen haben sich vorbildlich auf die Wettkämpfe vorbereitet, haben mit viel Motivation und Engagement um jede Sekunde gekämpft, kleine Rückschläge sehr gut weggesteckt und sich als Team nach vorne gepusht. Außerdem möchte ich allen Eltern vor Ort und den vielen ,WhatsApp-Verfolgern', die zu Hause den HSC-Live-Ticker verfolgt haben für die tolle Unterstützung danken."


Hofheim erfolgreichster Hessischer Verein

Die beim gesamten diesjährigen DMSJ-Wettbewerb gezeigten Hofheimer Leistungen vom Bezirks- über den Hessen- bis hin zum Bundesentscheid können sich mehr als sehen lassen. Nachdem der HSC bereits die meisten Titel auf Hessenebene sammelte, waren die beiden Teams von Volker Kemmerer auch in Essen die erfolgreichsten Teilnehmer des Hessischen Schwimmverbandes. Keiner der anwesenden Großvereine konnte das HSC-Team überflügeln. Weder der SG Frankfurt, noch dem DSW Darmstadt, noch dem SC Wiesbaden gelang es, mit einer Medaille aus Essen heimzukehren. Dieses Privileg blieb den Hofheimerinnen als einzige Hessen vorbehalten. Und wenn man dazu den Vergleich über die Anzahl der Schwimmer/innen und der jeweils vor Ort gegebenen sportlichen Möglichkeiten zieht, so kann man die Leistungen von Trainer und Schwimmerinnen gar nicht hoch genug einschätzen und loben.

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