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HSC mit kleiner aber feiner Truppe bei EM-Qualifikation in Magdeburg  [03/2012]

Große Teile der nationalen Schwimmelite versammelten sich vom 09. bis zum 11. März 2012 in Magdeburg, um bei der 22. Internationalen Schwimmveranstaltung um die Pokale der Gothaer Versicherungen ihre Form unter Beweis zu stellen. Verantwortlich für die große Dichte an Topschwimmern aller Altersklassen war die Tatsache, dass der Deutsche Schwimm-Verband die Magdeburger Veranstaltung zur offiziellen Europameisterschaftsqualifikation ausgeschrieben hat. Zudem konnten die Jugendjahrgänge bereits die Normzeiten für die Jugendeuropameisterschaften unterbieten und sich somit bei den zuständigen Bundestrainern präsentieren.

Für den Hofheimer Schwimmclub nominierte Trainer Volker Kemmerer im Vorfeld zehn junge Schwimmerinnen, die sich vor den Deutschen (Jahrgangs-) Meisterschaften im Mai 2012 mit der nationalen Spitze messen sollten. Drei von ihnen konnten die Reise wegen Klausurterminen nicht wahrnehmen. So plante Kemmerer die Reise nach Magdeburg mit Celine Mauer, Chiara Passmann (beide Jahrgang 96), Christina Lehr, Selina Müller (beide 98), Jana Hellenschmidt, Lisa Mauer (beide 99) und Sonja Lehr (2000). Leider musste Celine, die bei den DMS Anfang Februar in bestechender Form war, krankheitsbedingt absagen. Doch für eine optimale Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften wäre ein Start in Magdeburg wenig zielorientiert gewesen.

Da der Wettkampf bereits Freitag um 15 Uhr begann, wurde die Abfahrt für 07.30 Uhr am Freitagmorgen vereinbart. Neben Kemmerer begleitete die Familie von den Geschwistern Sonja und Christina Lehr, die am Freitag Geburtstag hatte, die sechs Schwimmerinnen, um diese lautstark zu unterstützen.


Geburtstagskind Christina Lehr beschenkt sich mit Vereinsrekord

Am Freitag standen die vier 50m-Sprintstrecken aller Lagen auf dem Programm. Die Hofheimer Schwimmerinnen durften je zweimal an den Start gehen. Erste Starterin für den HSC war Jana Hellenschmidt, die Dank einer sehr guten Tauchphase und einem beherzten Rennen über 50m Schmetterling ihre alte Bestzeit um über eine Sekunde auf 33,48 Sekunden steigern konnte.
Direkt im nächsten Lauf durfte Geburtstagskind Christina Lehr ihr Können unter Beweis stellen. Ein stark verbessertes Startverhalten und eine sehr gute zweite Rennhälfte verhalfen ihr zu einer phantastischen Leistungssteigerung und eine super Zeit von 31,24 Sekunden.
Als nächste durfte Schmetterlingsspezialistin Lisa Mauer auf den Startblock klettern. Nach gerademal 30,23 Sekunden schlug sie an der gegenüberliegenden Seite an. "Lisas sehr gute Technik und ihr Siegeswille lassen auf jeden Fall eine Zeit unter 30 Sekunden zu. Leider war lediglich die Tauchphase etwas zu lang und kostete so 2-3 Zehntelsekunden. Von Jana und Christina bin ich auch total begeistert", freute sich Kemmerer mit seinen Schützlingen.

Auch über die Bruststrecke hagelte es erneut Bestzeiten. Sonja Lehr kam trotz eines etwas verunglückten Start sehr gut ins Rennen und verbesserte sich auf der noch etwas ungeliebten Kurzstrecke auf 39,48 Sekunden. Für den nächsten Paukenschlag sorgte Selina Müller. Nach einem etwas zu tief geratenen Start und der daraus folgenden unglücklichen Tauchphase kam sie erst nach guten 15 Metern in ihren Rhythmus. Diesen setzt sie dann jedoch bis zum Anschlag konsequent durch und erreichte eine hervorragende Zeit von 35,16 Sekunden. Den Abschluss machte die beste Brustschwimmerin des HSC Chiara Passmann. Nach ihrem bekannt guten Tauchzug nahm Chiara direkt hohes Tempo auf und zeigte ihrer Rivalin Chantal Noe (DSW Darmstadt) auf des Nachbarbahn, dass heute mit ihr zu rechnen ist. Doch leider folgte eine kleine Schwäche auf der zweiten Rennhälfte, so dass Chiara mit 9 Hundertstelsekunden über der 34 Sekunden Marke blieb. Doch dank der starken Zeit qualifizierte sie sich als sechstschnellste Schwimmerin für das Jugendfinale.

Jana Hellenschmidt und Selina Müller sorgten über die Rückenstrecke für weitere Bestzeiten. Jana konnte wiederum durch ihre sehr gute Delphinbeinarbeit nach dem Start glänzen. Auf den ersten 25m konnte keine ihrer Konkurrentinnen folgen, was maßgeblich zu den sehr guten 34,77 Sekunden beitrug. Lediglich eine etwas unruhig werdende Körperposition auf den letzten 15m Metern verhinderte eine noch bessere Zeit. Selina kam nur wenigen Minuten nach den hervorragenden 50m Brust leider nicht gut ins Rennen. Trotzdem versuchte sie alles und schlug nach guten 33,10 Sekunden an.

Zum Abschluss des ersten Wettkampfabschnittes waren für die Kreisstädterinnen 50m Freistil auf dem Programm. Sonja Lehr sicherte sich mit guten 32,52 Sekunden die nächste Bestzeit, Lisa Mauer knackte trotz verunglückten Übergangs zum ersten Mal die 30 Sekunden Marke und schlug nach 29,52 Sekunden an und Chiara Passmann verbesserte sich auf 29,07 Sekunden. Das Highlight setzte dann noch das Geburtstagskind Christina Lehr. Mit 27,97 Sekunden machte sie sich selbst das beste Geschenk: Ihr allererster Vereinsrekord und über eineinhalb Sekunden Bestzeit!

Am späten Abend krönte Chiara Passmann im 50m Brust Finale das Abschneiden der kleinen Hofheimer Truppe. Die angesprochenen kleinen Fehler aus dem Vorlauf stellte sie erfolgreich ab und steigerte sich auf starke 33,86 Sekunden und verbesserte ihren eigenen Vereinsrekord um wenige Hundertstelsekunden. Doch leider verlief auch der Finallauf nicht optimal: "Der Start war leider etwas zu tief, dadurch gelang Chiara nach dem gewohnt starken Tauchzug der Übergang nur holprig", analysierte Kemmerer, der trotzdem freudestrahlend und sehr zufrieden das Schwimmbad verließ.


Ein optimales Rennen beginnt mit intensiven Warmmachen

Da der Veranstalter für die jeweils drei schnellsten Läufe eines Wettkampfes je einen separaten Abschnitt am Samstag- und Sonntagmorgen durchführte, durfte Chiara Passmann am zweiten Wettkampftag bereits am frühen Morgen ins Becken springen. Unterstützt wurde sie durch Zimmerkameradin Selina Müller und Trainer Volker Kemmerer. Die übrige Hofheimer Truppe hatte den "Luxus" etwas länger zu schlafen, da sie erst gegen 10.30 Uhr in der schönen Elbeschwimmhalle eintreffen mussten.

Grund für die zusätzlichen Abschnitte war die Tatsache, dass die vielen Topschwimmer, die am Nachmittag in den Finals um die Europameisterschaftsnorm kämpfen wollten, so ausreichend Zeit zur Regeneration bekommen konnten. Da Chiara während der Kurzbahnsaison Monaten zu den Top 30 Brustschwimmerinnen des Landes entwickelte, hatte sie das Glück in einem Lauf mit der deutschen Meisterin Caroline Ruhnau schwimmen zu dürfen.
Da Chiara jedoch in den letzten Monaten aus gesundheitlichen Gründen nur bedingt die Solltrainingspläne erfüllen konnte, waren die Voraussetzungen für die Strecken länger als 50m nicht optimal. "Nach knapp einer Minute fehlt Chiara die Kraft, um weiter hohes Tempo schwimmen zu können. Von daher bin ich mit der Zeit von 2:48,11 Minuten und mit der taktischen Umsetzung sehr zufrieden", analysiert Kemmerer.

Gegen Mittag konnten dann endlich die weiteren Hofheimerinnen ihr Können demonstrieren. Über 100m Freistil zeigten Jana Hellenschmidt, Lisa Mauer und Christina Lehr sehr engagierte Rennen und unterboten so die Pflichtzeiten für die Süddeutschen Meisterschaften 2012. Während Christina (1:02,77 Minuten) und Lisa (1:04,67 Minuten) bis knapp 80m sehr hohes Tempo schwimmen konnten und dann etwas einbrachen, konnte Jana (1:06,04 Minuten) vor allem auf den letzten 25m glänzen. "Jana hat einen hervorragenden Endspurt, doch leider fehlt ihr manchmal der Mut auch in der Mitte der Strecke das Tempo hochzuhalten", ärgert sich Kemmerer ein wenig.
Es folgten Sonja Lehr und Selina Müller über 200m Brust. Sonja setzte die Anweisungen ihres Trainers gut um und startete schnell ins Rennen. Früh fand sie ihren Rhythmus, den sie bis zum Ende halten konnte. Dank einer Zeit von 3:02,55 Minuten konnte sie sich bei der Siegerehrung über die Silbermedaille freuen. Obwohl Selina mit Bestzeit (2:48,18 Minuten) anschlug, konnte Selina nicht ihr ganzes Potential abrufen. Halsschmerzen hinderten sie auf der zweiten Teilstrecke weiter Druck zu machen und eine noch bessere Zeit zu schwimmen. Nur wenige Minuten später stand sie über 100m Rücken erneut auf der Startbrücke. Trotz einer guten Zeit von 1:12,56 Minuten musste sie auch hier leicht hinter ihren Möglichkeiten herschwimmen. Ebenfalls über 100m Rücken gingen Jana und Christina an den Start. Jana agierte hier leider etwas zaghaft, so dass sie leicht über Bestzeit anschlug (1:15,53 Minuten). Christina missglückte der Start, doch dann ging sie wie gewohnt stark ins Rennen und konnte das Tempo bis zum Ende hochhalten (1:11,64 Minuten). Erneut unterbot sie die Normzeit für die Süddeutschen und stieg zufrieden aus dem Wasser.

Über 200m Schmetterling ging nur eine Hofheimerin an den Start. Spezialistin Lisa Mauer ging wie immer hoch motiviert ins Rennen. Auf den ersten 30m Metern war sie etwas zu schnell und kraftvoll unterwegs, was einen noch bessere Zeit leider verhinderte. Jedoch kämpfte Lisa vorbildlich und erzielte mit 2:33,93 Minuten eine neue Bestzeit bei ihrem letzten Start des Tages und freute sich über Bronze.

Am Ende des zweiten Wettkampftages standen für Sonja, Jana, Lisa, Christina, Selina und Chiara 200m Lagen auf dem Programm. Um nach einem langen Wettkampftag noch einmal sehr gute Leistungen zu zeigen, schickte Trainer Kemmerer seine Schützlinge noch einmal an die Luft mit der Aufgabe sich anständig warm zu machen. Kemmerer machte den jungen Damen deutlich, dass ein Körper nur nach einem intensiven Erwärmungsprogramm in der Lage ist Leistung zu bringen. Zudem unterstützt ein anständiges Erwärmen die nötige Fokussierung auf das anstehende Rennen. Hoch motiviert gingen die fünf jungen Damen in das letzte Rennen des Tages und konnten noch einmal sehr gute Leistungen zeigen. Vier Bestzeiten mit teils enormen Leistungssteigerungen und vier Normunterbietungen für die Süddeutschen Meisterschaften waren das erfreuliche Ergebnis.


Zahlreiche Qualifikationen für die Süddeutschen Meisterschaften

Auch am letzten Wettkampftag durfte Chiara erneut am frühen Morgen mit den besten Schwimmerinnen uns Schwimmern um den Einzug in die Finals schwimmen. Über 100m Brust hatte Chiara erneut gute Chancen sich für das am Abend stattfindende Finale zu qualifizieren. Nach starken 50m und einer guten Wende ließ jedoch die Kraft nach und sie musste die Konkurrenz enteilen lassen. Trotz der schweren letzten 30m konnte sie nach guten 1:15,74 Minuten das Rennen beenden und sich knapp für das B-Finale qualifizieren. Nach einem langen und intensiven Gespräch entschieden sich Trainer Kemmerer und sein Schützling aus gesundheitlichen Gründen jedoch gegen einen Start im Finale.

Im zweiten Abschnitt des Tages folgten Lisa und Christina über 100m Schmetterling. Beide blieben ihr Linie treu und setzten ein erneutes Ausrufezeichen hinter ihre Leistungen. Sowohl Christina (1:09,26 Minuten) als auch Lisa (1:07,77 Minuten) konnten sich damit für die Süddeutschen Meisterschaften Ende April in Darmstadt qualifizieren. Zudem konnten sie sich mit den gezeigten Leistungen bereits jetzt auf zuversichtliche Position in der Deutschen Bestenliste schwimmen, um sich Ende Mai für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften ebenfalls in Magdeburg zu qualifizieren. Ebenfalls die Pflichtzeit für die Süddeutschen konnte Jana über 200m Rücken unterbieten. Nach 2:39,59 Minuten und einer immer noch etwas zaghaften Renneinteilung beendete sie die lange Rückendistanz in Bestzeit. Sonja und Selina durften als nächsten über 100m Brust für den Hofheimer SC ins Wasser springen. Wegen leichter technischer Probleme musste sich Sonja mit 1:27,31 Minuten zufrieden geben, was dennoch Bestzeit bedeutete und eine Silbermedaille wert war. Immer noch leicht angeschlagen fehlte Selina die Dynamik und sich besser in Szene zu setzen. Trotz der leichten Abgeschlagenheit reichte es für eine neue Bestzeit (1:17,95 Minuten).

Am Ende eines langen Wettkampfwochenendes konnten Sonja (2:34,74 Minuten), Jana (2:21,56 Minuten), Lisa (2:17,20 Minuten) und Christina (2:19,74 Minuten) weitere Bestzeiten über die Königsdisziplin des Schwimmsports (200m Freistil) zum erfolgreichen Mannschaftsergebnis beitragen.

Die sehr positive Bilanz bestätigte die Teilnahme im 450 Kilometer entfernten Magdeburg. Bei 38 Starts erzielten die jungen Hofheimer Damen 2 Vereinsrekorde, 29 persönliche Rekorde, konnten 18-mal die Jahrgangspflichtzeiten und 6-mal die offen Normzeiten für die Süddeutschen Meisterschaften unterbieten.

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