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„Verdächtige Gurken in Berlin eingetroffen“  [06/2011]

Mit exakt dieser Ansage aus der Überschrift wurden die Athleten, Betreuer und Eltern des Hofheimer Schwimmclubs aus dem Radio am Morgen des 31.5.11 in Berlin begrüßt. Die HSC-Delegatation hatte sich für die Deutschen Meisterschaften im Schwimmen vom 31.5. bis 5.6.11 in der Bundeshauptstadt eingefunden, um das lange Trainingsjahr mit dem Wettkampfhöhepunkt auf der 50m Bahn abzuschließen. Mit den „verdächtigen Gurken“ waren allerdings nicht die HSC-Athleten gemeint, sondern echte Gurken, welche vermeintlich mit dem EHEC-Virus infiziert sein sollten.

Für den HSC hatten sich mit Celine Mauer, Chiara Passmann, Julia Tilly und Ann-Katrin Gerullis aus der 1. Mannschaft sowie Jana Hellenschmidt Selina Müller, Lisa Mauer und Veit Wenzel aus der Nachwuchsgruppe insgesamt acht Schwimmer und Schwimmerinnen für die Teilnahme qualifiziert und wurden vor Ort von den Trainern Volker Kemmerer und Adam Ollé betreut.
Die drei jüngsten HSC-Athleten, Lisa Mauer, Jana Hellenschmidt und Veit Wenzel nahmen dabei an einem Mehrkampf teil und die übrigen Atheten mussten sich über Einzelstrecken qualifizieren, indem sie sich im Vorfeld unter den besten 30 der jeweiligen Wettkampfstrecke in der Jahrgangsbestenliste befanden.

Allerdings standen diese nationalen Titelkämpfe schon weit vor Beginn unter keinem guten Stern für den HSC, da eine Welle von Krankheiten und Unglücken bei der 1. Mannschaft dafür sorgte, dass außer Ann-Katrin Gerullis niemand auch nur ansatzweise eine geregelte oder gar geplante Vorbereitung durchlaufen hatte. Hinzu kam auch noch die Absage der Titelverteidigerin über 200m Lagen, Nicola Grebe, die krankheitsbedingt gar nicht erst anreiste, sondern sich kampflos ihrem Schicksal ergeben musste. Die letztjährigen Finalistinnen Julia Tilly, Chiara Passmann und Celine Mauer waren ebenfalls körperlich keinesfalls in Bestform. Die beiden erstgenannten waren die letzten 8 bzw. 10 Wochen fast ständig durch diverse Krankheiten lahm gelegt und Celine Mauer ereilte vor knapp vier Wochen eine heftige Bänderverletzung im Sprunggelenk, welche ihre Teilnahme bis kurz vor Beginn infrage stellte und die unmittelbare Vorbereitung „fußabhängig“ werden ließ. Mit diesen Voraussetzungen gingen die Erwartungen von Trainer Ollé gegen Null und niemand wusste so recht, was diese Titelkämpfe so bringen würden. Einzig Ann-Katrin Gerullis kam gesund und unfallfrei durch die Vorbereitung und zeigte in den Trainingsserien in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung sehr starke Leistungen, so dass bei ihr eine Leistungssteigerung zu erhoffen und sogar zu erwarten war.


Ann-Katrin Gerullis mit Vereinsrekord ins Finale

Gut gelaunt und mit viel Vorfreude, die ihr auch ins Gesicht geschrieben stand ging Ann-Katrin Gerullis (Jahrgang 1995) in ihr Premierenrennen bei Deutschen Jahrgangsmeisterschaften. Erstmals überhaupt gelang es ihr, sich für die nationalen Meisterschaften für Einzelstrecke zu qualifizieren. Über 400m Freistil gab es lediglich die Vorgabe, mutig und offensiv zu schwimmen und sich nicht einschüchtern zu lassen. Und unmittelbar nach dem Startsignal setzte Ann-Katrin sofort die Vorgabe in die Tat um und schwamm mit einer Konkurrentin gleich vorne weg und war von Beginn an auf Bestzeitkurs. Nach der Hälfte des Rennens übernahm sie die Führung und baute diese weiter Bahn um Bahn aus. Dabei überzeugte sie ihren Trainer besonders in der taktischen Umsetzung ihrer Geschwindigkeit und der Frequenzen, genau so, wie es zuvor immer wieder im Training eingeübt wurde. Als am Ende die Konkurrentin auf der Nachbarbahn im Endspurt aufholte, hielt sie mit den letzten Reserven nochmals dagegen und sicherte sich mit einem starken Finish den Sieg in diesem Vorlauf und durfte sich auch sehr über ihre neue deutliche Bestzeit freuen. Sie unterbot ihre Bestleistung um vier ganze Sekunden und schraubte damit ihren eigenen Vereinsrekord auf ausgezeichnete 4:35,62 Minuten und qualifizierte sich damit völlig überraschend als Zehntplazierte für das Jahrgangsfinale und machte damit sich und den Betreuern eine große Freude und vor allem wurden damit auch ihre Trainingsleistungen und Zielstrebigkeit verdienter Maßen belohnt. Allerdings wurde die Endlaufqualifikation von einem unerfreulichen organisatorischen Problem begeleitet, welches alle Schwimmer/innen und Vereine betraf und eindeutig in den Verantwortungsbereich des DSV fällt.

Der Vorlauf und die damit verbundene Endlaufqualifikation fanden am ersten Wettkampftag, dem Dienstag statt und nun musste sie bis zum letzten Wettkampftag, dem Sonntag, in Berlin ausharren, um ihr zweites und letztes Rennen schwimmen zu dürfen. Ein schwieriges Unterfangen, da sie nun weiteres Einzeltraining zu absolvieren hatte und die Spannung erneut aufgebaut werden musste, was bei füntägigem „Rumhängen“ keine einfache Aufgabe darstellte. Zudem wurde eine ihrer Zimmergenossinnen krank und außerdem reisten zwischenzeitlich auch noch einige Mannschaftsmitglieder und Betreuer ab.
Trotz aller Versuche ihre Form zu erhalten, war ihr Trainer diesbezüglich eher skeptisch und sollte leider auch Recht behalten. Ann-Katrin versuchte zwar von Beginn alles, doch noch im ersten Renndrittel wurde klar, dass sie ihren Husarenritt aus dem Vorlauf nicht wiederholen können würde und leider nur als Zehnte in 4:41,22 Minuten anschlug. Auch einigen anderen Finateilnehmerinnen erging es ähnlich, so dass Ann-Katrin mit ihrer Vorlaufzeit sogar Sechste geworden wäre! Aber letztlich ist das auch egal und ihr Trainer ist mächtig stolz auf sie: „Sie hat es definitiv verdient, ihr erstes Finale zu schwimmen, da sie sich in dieser Saison mit Abstand am Besten weiter entwickelt hat. Sie ist mit Sicherheit eine bessere Schwimmerin geworden und hat das beim wichtigsten Wettkampf des Jahres eindrucksvoll bewiesen.“ lautet das zufriedene Fazit von Ollé.


Auch Julia Tilly und Chiara Passmann erneut im Endlauf

Nachdem sowohl Julia Tilly (95) als auch Chiara Passmann (96) in ihrem Auftaktrennen über 100m Brust eine eher durchschnittliche Leistung brachten, konnten sich beide im Verlauf der Wettkämpfe noch steigern. Für Julia Tilly waren die 100m Brust lediglich das Aufwärmprogramm, um in den Wettkampf zu schnuppern und sich auf ihre Paradestrecke 50m Brust vorzubereiten, so dass am Ende alle mit der Saisonbestleitung von 1:19,37 Minuten gut leben konnten. Allerdings schien Julia noch nicht wirklich in Berlin angekommen zu sein und ließ am Folgetag über besagte 50m Brust ein unterirdisches Rennen folgen. Die Vorjahresvierte war nicht wieder zu erkennen und ließ es an allem fehlen, was zu einem Rennen bei Deutschen Meisterschaften gehört. Äußerlich ohne Spannung und mit hängenden Schultern „schlich“ sie bereits zum Startblock und setzte ihr Erscheinungsbild exakt ins Rennen um und schlug nach indiskutablen 36,20 Sekunden mehr als zwei Sekunden über ihrer Bestzeit an.
Der Tiefpunkt war damit definitiv erreicht und es folgten klare Worte des Trainers mit der verbundenen Aufforderung, wenigstens die notwendige Einstellung für die Meisterschaften zu zeigen und zu kämpfen und sich nicht sportlich widerstandslos „abschlachten“ zu lassen. Die Worte schienen bei Julia Gehör gefunden zu haben, denn sowohl ihre Laune als auch ihre Einstellung verwandelten sich anschließend so, dass auch äußerlich eine positive Haltung erkennen konnte. Diese neue Einstellung setze sie dann in ihrem letzen Rennen über 50m Rücken gut um und schaffte sogar überraschend und mit etwas Glück in 31,48 Sekunden den Einzug ins Jahrgangsfinale. Da sich insgesamt vier Damen ihres Jahrganges für die offen A- und B-Finals qualifizierten, rückte sie als Zwölfte nach den Vorläufen noch in den Jahrgangsendlauf nach und nutzte diese Gelegenheit, sich noch mal ins rechte Licht zu setzen.
Bei den für die JEM (Junioreneurapameisterschaften) startberechtigten Jahrgängen 1995 und 96 werden die Finals gemischt mit beiden Jahrgängen in zwei Läufen ausgetragen, wobei Julia im langsameren ersten Lauf an den Start gehen durfte. Dieser unerwartete Finaleinzug setzte noch mal Energie frei und ihre Form- und Gute-Laune-Kurve zeigte noch weiter nach oben. Mit nun positiver Einstellung und voller Tatendrang gelang ihr ein ausgezeichnetes Rennen und sie schlug in ihrem Finallauf nach 31,18 Sekunden als Erste an und verbesserte sich damit auf den neunten Rang und strahlte nach dem geglückten Rennen über das ganze Gesicht und somit fanden diese Titelkämpfe einen guten und versöhnlichen Abschluss.

Einen ähnlichen Wettkampfverlauf erlebte auch Chiara Passmann. Die Vorjahresfinalistin über 100m und 200m Brust vergeigte ihr 100m Brustrennen völlig und lieferte im technischen Bereich ein katastrophales Rennen ab und schien dabei aber auch alles vergessen zu haben, was in den vergangenen beiden Jahren mühevoll antrainiert wurde. Ihre Zeit von 1:16,63 lag knapp zwei Sekunden über ihrer Bestzeit und war zwar nicht berauschend, doch mit etwas mehr Konzentration und einer bereits durchschnittlichen Technik hätte sie sich locker für das Jahrgangsfinale qualifizieren können, welches sie um knapp eine halbe Sekunde verfehlte. Wie auch bei Julia Tilly fehlte es ihr an der notwendigen Einstellung und es folgten wieder die notwendigen Gespräche mit dem Trainer. Natürlich mangelte es beiden aufgrund der im Vorfeld elendigen gesundheitlichen Probleme an Selbstvertrauen, doch taten beide zu Beginn in Berlin auch alles dafür, damit es nicht besser wird und ergaben sich ihrem Schicksal, anstatt um ihre Chance zu kämpfen. Nachdem auch Chiara dies begriffen hatte und von der Einstellung her ein tadelloses Rennen über 200m Brust ablieferte, schaffte sie dann am Folgetag in ordentlichen 34,40 als Siebte den Sprung in das Jahrgangsfinale über 50m Brust in dem sie sich noch ganz kleine Hoffnungen auf die Bronzemedaille machen durfte, da die Drittplazierte nach dem Vorläufen knapp über Chiara Bestzeit lag. Allerdings zeigte sich im Finale, dass Chiara noch nicht über die gesamte Strecke mithalten kann. Bis 25 Meter war sie sehr schnell und im Vorderfeld unterwegs, doch konnte man auf der zweiten Hälfte genau die fehlende Schnelligkeitsausdauer erkennen und sie hatte letztlich keine Chance, sich noch nach vorne zu schwimmen. Aber wenigstens bestätigte sie ihre Vorlaufzeit und schlug nach 34,47 Sekunden als Achte an.


Völlig verkorkste Meisterschaften für Celine Mauer

Nachdem bei Celine Mauer im Vorjahr bei der Abreise aus Berlin aufgrund ihrer bärenstarken Leistungen so viel Euphorie herrschte, war in diesem Jahr eine Woche offensichtliches Trübsal blasen angesagt. Sie selbst schielte im Vorfeld mit einem „halben“ Auge auf eine Teilnahme an den Junioreneuropameisterschaften, für die sie sich unter die ersten beiden der teilnehmenden Jahrgänge 1995 und 96 hätte schwimmen müssen. Doch selbst ohne die erlittene Verletzung wäre dieses Vorhaben nur äußerst schwer umzusetzen gewesen und sie hätte eine ähnliche Leistungssteigerung bringen müssen, wie im Vorjahr, worauf aber aufgrund der gezeigten Leistungen in dieser Langbahnsaison wenig hindeutete. Zunächst war sogar völlig unklar, welche Auswirkungen ihr Knöchel haben würde.

Klarheit verschaffte dann sogleich das erste Rennen über 50m Freistil am Auftakttag. Sie begann das Rennen sehr gut, war schnell unterwegs, aber bereits kurz nach der Hälfte merkte man, dass sie „unrund“ wurde und merklich an Tempo einbüßte und vor allem der Beinschlag unrhythmisch wirkte. Zwar war sie in 28,34 Sekunden nur marginal über ihrer Bestzeit, doch war nun Gewissheit, dass der Fuß die Achillesferse darstellte. Die Endzeit und die erlangte Gewissheit verdarben ihr ab diesem Zeitpunkt endgültig die Laune und es sollte sich daran auch nichts im Wochenverlauf ändern. Die Endlauf- und teilweise Medaillengedanken über 50m Rücken sowie 50m und 100m Schmetterling konnten nach den Vorläufen ad acta gelegt werden, da ihre Zeiten nur für Plazierungen um den 15. Rang herum reichten. Aber dass die zuvor gehegten Gedanken durchaus realistisch waren, zeigt sich daran, dass sie mit ihren Zeiten aus dem April bzw. aus dem Vorjahr sicher in den Endläufen über 50m Rücken und 100m Schmetterling gestanden hätte und dort auch hätte um Medaillen mitschwimmen können.

An ihrem Trainingsfleiß und ihrem unbändigen Willen ist nach wie vor wenig auszusetzen, doch muss sie noch einige Dinge lernen und vor allem auch umsetzen, die außerhalb des Beckens zu suchen und nicht zu vernachlässigen sind und ebenfalls einen maßgeblichen Anteil zur Leistung beisteuern und zudem noch in der Verantwortung des einzelnen Sportlers liegen. Sollte sie diesbezüglich ihre Lektion gelernt haben und daraus die richtigen Schlüsse ziehen, so kann sie vielleicht im nächsten Jahr noch mal unter weit besseren Bedingungen ihre Ziele angreifen …


Selina Müller schnuppert mehrfach am Jahrgangsfinale

Auch bei Selina Müller (Jahrgang 98) waren es die erste Teilnahme an Deutschen Meisterschaften. Sie hatte es geschafft, sich über 100m und 200m Brust, 100m und 200m Rücken sowie den 400m Lagen unter die besten 30 ihres Jahrganges zu schwimmen und hat bereits dadurch ihre Vielseitigkeit unter Beweis gestellt, auch wenn das Brustschwimmen ihre eigentliche Paradedisziplin darstellt.
Gleich in ihrem ersten Rennen über 100m Brust durfte sie erfahren, wie nah Freud’ und Leid beisammen liegen. Sie lieferte ein ausgezeichnetes Rennen ab, schlug nach 1:19,09 Minuten mit deutlicher Bestzeit an, hatte mit dem 13. Rang eine prima Plazierung erreicht und doch hatte sie etwas Pech, da ihr nur winzige elf Hundertstelsekunden zur Endlaufteilnahme fehlten.
Weiter ging es am nächsten Tag mit den 200m Brust und zur Freude ihres Trainers Volker Kemmerer mit einer weiteren Leistungssteigerung. Selina war wirklich gut drauf und schwamm in ihrem Lauf weit vorne weg und hatte am Ende niemanden mehr im Blickfeld, so dass nicht ganz alles aus sich herausholen konnte bzw. musste als wenn sie sich noch in einem Zweikampf befunden hätte. Mit ihrer Endzeit von 2:49,03 Minuten verbesserte sie sich um mehr als drei Sekunden und verbuchte mit dem zwölften Rang ihre beste Plazierung bei diesen Titelkämpfen. Aber auch hier ist neben dem lachenden Auge auch ein weinendes vorhanden, denn der elfte Platz hätte wiederum für das Jahrgangsfinale gereicht, zu dem am Ende nur sieben Zehntelsekunden fehlten.

Bei den anderen Wettkämpfen, für Selina eher Nebenstrecken, verkaufte sie sich ordentlich, aber bei weitem nicht so gut, wie bei ihrer Hauptlage, was allerdings auch mit der für sie etwas unglücklichen Wettkampffolge zusammenhing. Sie hatte teilweise das Pech, dass sie kaum Pause zwischen zwei Starts hatte. Die 100m Rücken z.B. musste sie kurz nach dem 200m Brust absolvieren und hatte während dieses Rennens noch schwere Beine vom vorherigen, was sicher nicht hilfreich war. Aber immerhin konnte sie sich bei den 200m Rücken, obwohl sie bereits zuvor die mörderischen 400m Lagen absolvierte, um eine halbe Sekunden auf 2:35,46 Minuten steigern und ließ das Kämpferherz in dem noch eher zarten Körper aufblitzen.


Unzumutbare Organisation der Meisterschaften erzürnt Athleten und Betreuer

So ziemlich alle Trainer und Betreuer liefen mit richtig „dickem Hals“ bei den Meisterschaften herum und waren wie auch zahlreiche Athleten sauer über die Organisation und den Ablauf der Deutschen Meisterschaften 2011. Aufgrund der festgelegten Qualifikationskriterien (Platzierung unter den Top-30 in der Bestenliste) stand erst knapp 14 Tage vor Wettkampfbeginn fest, wer teilnehmen kann, so dass es fast unmöglich war, im Vorfeld die Unterkunft und Anreise zu planen. Zudem hatte der DSV die glorreiche Idee, den seit Jahren praktizierten und bewährten Wettkampfablauf mit Vorläufen am Vormittag und Endläufen am gleichen Nachmittag komplett über den Haufen zu werfen und stattdessen ein gefühltes wahlloses Durcheinander zu produzieren, indem es überhaupt kein erkennbares System zu geben schien, in welchem zeitlichen Verhältnis Vorlauf und Finale eines Wettkampfes stattfinden. Als sogar der DSV-Vorzeigeschwimmer Paul Biedermann dies öffentlich kritisierte und somit die vorherrschende Meinung wiedergab, wurde er dafür umgehend von zahlreichen Funktionären mit Rang und Namen für diese Äußerungen zurecht gestutzt. Aber nur weil einige der DSV-Oberen sich durch ihre Organisation beglückt fühlen, kann man diese Wahrheit und den nachvollziehbaren Missmut nicht ignorieren.

Aber das war noch nicht alles, denn als Krönung der gesamten Titelkämpfe stellte sich heraus, dass kaum ein Verein(svertreter) die Ausschreibung richtig verstand und somit Athleten eine Startberechtigung erhielten, die sich jenseits des 75. Platzes der jeweiligen Bestenliste befanden und aufgrund einer diffusen Nachrückerregelung an den Start gehen durften, während zahleiche Athleten der Juniorenjahrgänge, die sich über die Top-30 der offenen Klasse zu qualifizieren hatten, aufgrund der Hoffnungslosigkeit der Ranglistenplazierung erst gar nicht von den Vereinen gemeldet wurden, obwohl diese sogar noch im letzten Jahr in den Jahrgangsfinals standen!
Und dass Schwimmer bzw. Schwimmerinnen mit solchen Ranglistenplazierungen an den Start gehen durften, führt die gesamte Philosophie des DSV und das dahinter stehende Leistungsprinzip völlig ad absurdum. Nicht nur Ollé empfindet die praktizierte Organisation als Zumutung. „Damit verliert die Veranstaltung sowohl an Glaubwürdigkeit wie auch an Bedeutung und Wert für die Athleten, da es im Grunde fast schon einem Glücksspiel ähnelt, bei dem Jede/r eine Chance hat, bei Deutschen Meisterschaften teilzunehmen, wenn eben halt mal nicht so viele Meldungen für eine Strecke reinkommen. Und das hat schon eine peinliche Note für den Deutschen Schwimmverband.“ Wenigstens hat man nicht auch noch vor der Schwimmhalle Leute angesprochen, ob sie nicht Lust hätten, auf frei gebliebenen Bahnen mitzuschwimmen ;-)

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