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HSC-Damen gewinnen Vorkampf der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in der Oberliga Hessen  [02/2011]

Nach fast eineinhalb Jahren fanden am 12.2.11 endlich wieder Deutsche Mannschaftsmeisterschaften im Schwimmen (DMS) statt. Obwohl der HSC mit beiden Mannschaften nach Baunatal musste, waren die Ausgangspositionen der Damen- und Herrenmannschaft jedoch grundverschieden. Nachdem die Herren 2009 aus der Oberliga abgestiegen waren, ging es in diesem Jahr in der Landesliga lediglich darum, einen sicheren Mittelfeldplatz zu erzielen, um den Umbruch im Herrenteam weiter voranbringen zu können. Neben den regelmäßig trainierenden Nachwuchsathleten Noah-Lars Gerullis, Patrik Putala, Scott McClymont und Veit Wenzel die alle zu den Jahrgänge 1997 und 1998 gehören, konnten noch mit Peter Hohmann, Niklas Frank, Daniel Spahn und Bora Kilic noch vier „Oldies“ gewonnen werden, die noch mit Lukas Tilly aus der 1. Mannschaft das Gerüst für die diesjährigen DMS bildeten.

Mit ungleich besseren Voraussetzungen und höheren Zielen ging die Damenmannschaft eine Klasse höher, in der Oberliga, an den Start. Als Mitfavoritinnen auf den Oberligasieg wollten sie sich zudem noch für den Aufstiegskampf zur 2. Bundesliga Süd qualifizieren. Für dieses Unterfangen müssen sie sich nach den Vorkämpfen unter den sechs besten Vereinen der Oberligen der Landesverbände Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen platzieren. Unter diesen sechs Vereinen werden dann am 26.2. in Leipzig zwei Aufsteiger ermittelt. Da die Punkte aus dem Vorkampf in den Endkampf mitgenommen werden, war es also enorm wichtig, in Baunatal bereits den Grundstein für eine gute Ausgangsposition zu legen. Für dieses Ziel schickten die Trainer Adam Ollé und Volker Kemmerer mit Christina Grölz, Aurica Ritter, Franziska Eichhorn, Karin und Nicola Grebe, Ann-Kartin Gerullis, Julia Tilly, Celine Mauer, Chiara Passmann und Selina Müller zehn Schwimmerinnen an den Start, die die notwendigen Punkte aus dem Becken fischen sollten.


Damen trotzen den widrigen Umständen

Das Ziel Leipzig startete bereits einen Tag zuvor mit einem kleinen Rückschlag, da sich krankheitsbedingt mit Bettina Fuhr eine Schmetterlingsspezialistin und Vereinsrekordhalterin über 50m Schmetterling abmelden musste und gar nicht erst die Fahrt nach Nordhessen antrat. Auch bei vielen anderen Damen gab es noch einige Fragezeichen und nicht gerade optimale Voraussetzungen für Topleistungen. Nicola Grebe musste die gesamte Woche über krankheitsbedingt pausieren und Chiara Passmann kam erst mitten in der Nacht vor dem Wettkampf von der Schulskifreizeit zurück und wurde von ihren Eltern zum zweiten Veranstaltungsabschnitt nachgebracht. Neben dem verpassten Training hatte sie dann auch noch das Pech, sich eine ordentliche Erkältung einzufangen, die ihre Wirkung leider nicht verfehlte. Bis auf Ann-Katrin Gerullis waren alle Athletinnen in den vergangenen beiden Wochen gesundheitlich angeschlagen und mussten dem Training teilweise länger fernbleiben.

Aber trotz dieses Handicaps legten die jungen Hofheimerinnen einen Start nach Maß hin. Gleich die ersten acht Rennen wurden gewonnen und besonders Startschwimmerin Ann-Katrin Gerullis zauberte dem gesamten Team ein Lächeln ins Gesicht als sie ihre Bestzeit bei 200m Freistil um fast zwei Sekunden auf 2:09,4 Minuten verbesserte und sich damit den verdienten Lohn für ihren Trainingsfleiß abholte. Julia Tilly legte über 100m Brust in 1:14,3 Minuten gleich eine zweite Bestzeit nach und war dabei auch mehr als eine Sekunde schneller als je zuvor über diese Strecke. Im weiteren Verlauf gelang dann Celine Mauer auch der erste Vereinsrekord. Über die 50m Schmetterling jagte sie Bettina Fuhr in starken 28,7 Sekunden den Rekord ab und blieb dabei erstmals unter 29 Sekunden. Überzeugend waren auch die folgenden Leistungen von Karin Grebe über 200m Schmetterling, die nach großem Kampf das Rennen in guten 2:31,9 Minuten für sich entschied und von Aurica Ritter, die die 100m Rücken in 1:06,7 Minuten ganz knapp über Bestzeit beendete und kurz darauf ihre 100m Freistil Bestzeit auf 1:01,0 Minuten verbesserte. Großes Pech hingegen hatte Nicola Grebe, die aufgrund eines vermeintlichen technischen Fehlers bei den sehr anstrengenden 400m Lagen beim Brustschwimmen disqualifiziert wurde und diese Strecken dann wenig später erneut absolvieren musste. Sie ließ sich aber nicht beirren und schwamm auch beim zweiten Versuch wieder eine 5:04,7 und verbesserte damit den Vereinsrekord deutlich und war zudem froh, dass dieses Mal alles glatt ging. Zur Halbzeit lagen die HSC-Mädels mit 10514 Punkten knapp 170 Punkte vor Darmstadt, die zeitgleich in Frankfurt in der zweiten Gruppe an den Start gingen.

So gut, wie der erste Abschnitt begann, so schlecht ging es im zweiten Abschnitt los. Bei einigen machte sich der erste Substanzverlust bemerkbar. Erst beim vierten Start, den 100m Schmetterling von Celine Mauer, kamen die Damen wieder besser in Tritt. Celine Mauer unterbot dabei ihrem eigenen Vereinsrekord um eine halbe Sekunde und schlug nach tollen 1:03,7 Minuten an. Im weiteren Verlauf folgten sehr durchwachsene Leistungen, was aber auch der sich sehr in die Länge ziehenden Veranstaltung geschuldet war. Von morgens 10 Uhr bis zum Ende um 18.30 Uhr mussten die Schwimmer und Schwimmerinnen in der Halle ausharren, was nicht eben leistungsfördernd ist. Kurzfristig wurde dann auch noch Chiara Passmann aus dem Rennen genommen, da sie völlig entkräftet und deswgen weit von ihren normalen Leistungen entfernt war. Für sie sprang mit Selina Müller (Jahrgang 98) die Jüngste aus dem Hofheimer Team über die 400m Lagen in die Bresche und legte unter der starken Anfeuerung ihrer Mannschaftskameradinnen eine traumhafte Premiere hin und schwamm ein tolles Rennen. Sie verbesserte ihre Bestzeit um knapp acht Sekunden auf 5:24,6 Minuten und durfte sich ein dickes Sonderlob der Trainer abholen und hatte hinterher aufgrund des vielen Lobes und der damit verbundenen Schulterklopferei fast schon Schulterschmerzen ;-)

Für den finalen Start über 100m Freistil hielt sich der HSC noch einen echten Trumpf in der Hinterhand, der zum Abschluss noch mal richtig stechen sollte. Celine Mauer wurde erstmals diese Ehre zuteil, dieses Prestige trächtige Rennen zu absolvieren und sie sollte alle in sie gesetzten Erwartungen deutlich überbieten. Von Anfang an in Führung und auf Bestzeitkurs wendete sie an der letzten Wende zeitgleich mit den beiden Nachbarbahnen und es schien ganz eng zu werden. Aber dann „brannte“ Celine eine unfassbare letzte Bahn ins Becken und schaffte es, sich mit ihrem unbändigen Siegeswillen noch deutlich um eine Körperlänge von ihren Konkurrentinnen abzusetzen und unterbot dabei in dieser Deutlichkeit in 59,08 Sekunden eher überraschend sogar den Vereinsrekord und sorgte damit für ein furioses Finale und abschließend auch für die Führung in der Oberliga Hessen nach dem Vorkampf, die die HSC-Damen trotz des nicht optimal verlaufenen Wettkampftages auf 271 Punkte vor dem DSW Darmstadt ausbauten. Mit insgesamt 20720 Punkten und teilweise deutlichen Leistungsreserven kann man optimistisch in Richtung des Endkampfes blicken, falls sich bis dahin alle wieder auskuriert haben sollten. Ob es dabei für Leipzig reicht, wird sich in den nächsten Tagen zeigen, wenn alle Ergebnisse der anderen Landesverbände vorliegen. Zu den HSC-Einzelergebnissen der Damen


Herren überraschend im Endkampf der Landesliga Hessen

Bei den HSC-Herren stimmten die Trainer besonders der gezeigte Mannschaftsgeist und das positive Auftreten sehr erfreut. Die Mischung von jung und alt war noch nie extremer als in diesem Jahr und so schienen die altbewährten HSCler fast schon so etwas wie die entrückte Generation der vormals sehr erfolgreichen ersten Mannschaft zu sein, die ihren eigenen Nachfolger den Weg aufzeigten und zusammen die bestmögliche Symbiose für den langen Wettkampftag bildeten. Die Jüngeren übernahmen die „miesen“ und ungeliebten Strecken, wie die 200m Schmetterling, 400m Lagen, 400m und 1500m Freistil, so dass sich die Älteren auf den kürzen Sprintstrecken austoben konnten. Auf jeden Fall funktionierte das Team sehr harmonisch und zeigte teilweise sogar überraschend positive Leistungen.
Bei ihren 32 Starts kamen sie immerhin auf zehn neue persönliche Bestleistungen und landeten mit 14974 Punkten maßgenau bei den vom Trainer avisierten 15000 Punkten und belegten damit in der Endabrechnung den guten und im Vorfeld nicht erwarteten sechsten Rang nach dem Vorkampf und dürfen (müssen;-) damit sogar beim Endkampf in 14 Tagen in Frankfurt erneut antreten, wo zwei Aufsteiger in die Oberliga ausgeschwommen werden. Allerdings besteht bei dem großen Rückstand keine Chance mehr, sich in den Aufstiegskampf einzumischen.


Peter Hohmann überrascht alle (und sich selbst)

Als „unglaubliche Frechheit“ empfand Trainer Ollé die Leistungen von Peter Hohmann, was er ihm auch unmittelbar nach Wettkampfende unter vier Augen direkt ins Gesicht sagte. Allerdings tat er es mit einem breiten Grinsen und guter Laune. Denn Peter schaffte es nun endlich seine Rennen so zu gestalten, wie er es schon vor Jahren stets vom Trainer eingebläut bekommen hatte, dies aber nur sehr selten bis gar nicht umsetzen konnte. Nun, da er seit fast zwei Jahren berufsbedingt nicht mehr regelmäßig trainiert, sondern eigentlich nur noch für die DMS ins Wasser steigt, überbietet er sich beim Zeigen von taktisch guten Rennen. Allerdings tut er dies ohne Hilfe eines auch nur ansatzweise systematischen Trainings, was seinen Trainer zu der zuvor genannten Aussage veranlasste. Er hatte sogar die Maximalanzahl an Starts zu absolvieren und sorgte sogar für zwei neue persönliche Bestleistungen über 100m Rücken in 1:02,76 Minuten und 200m Lagen in 2:21,49 Minuten und konnte sein Glück kaum fassen. Nun erwartet Ollé natürlich noch bessere Leistungen im Endkampf und in den kommenden Jahren, da er bis dahin höchstwahrscheinlich eher noch weniger trainieren wird ;-)

Die beste männliche Hofheimer Leistung blieb Chef-Brustschwimmer Daniel „Hennes“ Spahn vorbehalten, dessen 31,72 Sekunden über 50m Brust 629 Punkte für die Gesamtwertung einbrachten. Bei manchen anderen Starts schien er durchaus noch Reserven zu haben und muss da im Endkampf noch eine Schippe drauflegen, möchte er nicht doch wieder für die 200m Schmetterling und 400m Lagen nominiert werden, die ihm dieses mal erspart blieben ;-)

Zwei weitere treue und verlässliche Weggefährten trugen mit ordentlicher Punkteausbeute zum gelungenen Auftritt der Mannschaft bei. Kraulspezialist Bora Kilic der mit vier Starts und finalen 2063 Punkten zu Buche stand und dessen 25,18 Sekunden über 50m Freistil mit 603 Punkten seine beste Leistung darstellten. Aber das Rennen war sowieso für ihn keine Herausforderung, da er im Sommer viel Größeres vorhat und dabei seine eigenen schwimmerischen Grenzen herausfinden wird. Er wird im Juli in der Türkei beim Bosporusschwimmen in Istanbul teilnehmen und wir hoffen dabei auf einen kleinen Bericht, um von seinen Heldentaten berichten zu können.
Brustspezialist Niklas Frank absolvierte eine äußerst ähnliche Vorbereitung wie Peter Hohmann, jedoch schlug bei ihm das wenige und nichtsystematische Training nicht ganz so gut an. Aber trotzdem bewies er seine Wert für den HSC mit vier Starts und 1688 Punkten und zeigte sich besonders mit der Zeit über 100m Brust zufrieden, bei denen er nach 1:14,03 Minuten anschlug.

Ob man nun Lukas Tilly (Jahrgang 94) eher zu den „Oldies“ oder zur Nachwuchsriege einsortiert, ist etwas unklar, denn altersbedingt reiht er sich genau zwischen den beiden Gruppen ein. Vom trainingstechnischen Standpunkt aus jedoch machte er die gleichen nicht vorhandenen Umfänge, wie die bereits erwähnten Schwimmer, jedoch gehört er zum aktiven Stamm der 1. Mannschaft. Allerdings konnte er auch aufgrund der hohen schulischen Umfänge und wachstumsbedingter Probleme nur sehr wenig ins Training gehen und steuerte trotzdem 1972 wichtige Punkte und eine neue persönliche Bestzeit über 50m Rücken zum Gesamtergebnis bei.


Marathonmänner Noah-Lars Gerullis und Veit Wenzel

Ganz großes Lob haben die Trainer für die vier jüngsten Hofheimer Starter parat, die von den insgesamt 7,8 Wettkampfkilometern ganze 5,4 Kilometer auf ihren noch schmalen Schultern vereinigten. Besonders Noah-Lars Gerullis (97) verbrachte bei seien fünf Starts zusammen über eine halbe Stunde im Becken und gab dabei wirklich alles und konnte am Ende kaum noch stehen. Aber er belohnte sich und das ganze Team mit einer bombastischen neuen Bestzeit über 200m Schmetterling, die er um zehn Sekunden auf 2:42,69 Minuten steigerte. Mit 4:50,46 Minuten über 400m Freistil verbesserte er sich nochmals um sieben Sekunden und stellte zudem noch seine persönlichen Rekorde über 1500m Freistil und 400m Lagen ein und wird vermutlich anschließend bereits auf der Rückfahrt unglaublich gut geschlafen haben.

Genau wie Noah-Lars Gerullis feierte auch Veit Wenzel (98) seinen Einstand in der DMS-Mannschaft und tat dies überaus erfolgreich mit drei neuen Bestzeiten bei allen drei Starts über 200m, 400m und 1500m Freistil und zeigte dabei seinem Trainer Volker Kemmerer am Beckenrand seine guten Fortschritte. Im Brustschwimmen gehört Veit bereits teilweise zu den Top-5 seines Jahrganges in Deutschland und mit seinen guten Zeiten aus Baunatal nähert er sich auch beim Freistilschwimmen den Top Ten an bzw. befindet sich sogar mittendrin. Zusammen mit dem gleichaltrigen, aber körpergrößentechnisch sehr weit hinterher hinkenden Scott McClymont schaffte er es zudem auch noch, die beiden Trainer auf der staugeplagten Hinfahrt an den Rand des Wahnsinns zu bringen. Selten durften sich die Trainer einer solch großen Zahl (un)sinniger Weisheiten erfreuen, wie sie die beiden auf der Rückbank von sich gaben. Dies brachte den beiden dann auch gleich zwei passende Spitznamen ein, die sie sich leider nur nicht merken konnten ;-) Das kongeniale Duo überzeugte glücklicherweise nicht nur verbal, sondern ließ auch starke Leistungen für sich sprechen. Scott McClymont bekam über 400m Lagen das Vertrauen ausgesprochen und zahlte es mit einer tollen Bestzeit zurück. Er verbesserte seine Bestleitung um fast zehn Sekunden auf 5:54,50 Minuten und rechtfertigte damit seine Nominierung.
Einen richtig schweren Stand hatte Patrik Putala der sich nach überwundener Krankheit den übermächtig erscheinenden 200m Schmetterling stellen musste und sich tapfer und mit vollem Einsatz bis zum Ende durchquälte. Allerdings war ihm der vorangegangene Kräfteverschleiß schon früh anzumerken und so hatte er nicht die Möglichkeit, seine Bestzeit anzugreifen. Für ihn bleibt die Hoffnung und der Wunsch, dass er in den nächten zwei Wochen bis zum Endkampf wieder in den Vollbesitz seiner Kräfte gelangt und dann zeigen kann, zu was er wirklich in der Lage ist. Dann kommt auch eventuell noch der eine oder andere Start hinzu...   Zu den HSC-Einzelergebnissen




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