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22 Medaillen für den Hofheimer SC bei den Hessischen Jahrgangsmeisterschaften 2010 [11/2010]

Am 27./28. November 2010 trafen sich die besten Nachwuchsschwimmerinnen und Nachwuchsschwimmer zu den Hessischen Jahrgangsmeisterschaften im Schwimmen auf der 25m im Lachebad der Stadt Rüsselsheim. Dank der großflächigen Eingangshalle mit Cafeteria und dem angeschlossenen Freizeitbad bietet die Anlage ausreichend Platz, damit es sich alle Trainer und Aktiven inklusive Eltern ohne Probleme gemütlich machen konnten. Einziger Wermutstropfen war die auf Hochtouren laufende Heizungsanlage, die für tropisches Klima sorgte. Vielleicht muss man den ein oder anderen verantwortlichen Bademeister in Zukunft darauf aufmerksam machen, dass geschätzte 600 bis 700 Menschen ein großes Potential an Eigenwärme mitbringen und die Temperaturen in der Schwimmhalle zusätzlich in die Höhe treiben (an diesem Wochenende hätte man ordentlich Heizkosten einsparen können;-).

Nachwuchstrainer Volker Kemmerer und Neuzugang Vito Consalvo, der Anfang Oktober die Hofheimer Talentgruppe übernommen hat, nominierten 14 Schwimmerinnen und Schwimmer der Jahrgänge 2000 bis 1998 für die Landesmeisterschaften. Die jungen Aktiven haben im Laufe des Jahres insgesamt 152-mal die Qualifikationsnormen des Hessischen Schwimm Verbandes unterboten, da jedoch der HSV maximal acht Starts pro Aktiven zulässt, gaben die Hofheimer Trainer „nur“ 98 Meldungen ab. Somit stellte der Hofheimer SC das 7-größte Aufgebot mit den 5-meisten Starts der 47 teilnehmenden Vereine.


Aber nicht nur die Anzahl der HSC-Teilnehmer/innen und die Anzahl der Qualifikationen geben Anlass zur Freude. Auch die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Bei 92 wahrgenommen Starts erzielten die jungen Hofheimer/innen 71 Bestzeiten, belegten 54 Top 6 Platzierungen sowie 25 Podestplätze und holten 22 Medaillen in die Kreisstadt. „Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass sich die Medaillen auf sechs verschiedene Schultern verteilen“, freut sich Kemmerer.


Jana Hellenschmidt holt Gold über 400m Freistil und 400m Lagen

Die jüngste Schwimmerin der Hofheimer Nachwuchsgruppe von Trainer Volker Kemmerer hatte bei den diesjährigen Meisterschaften ein Mammutprogramm zu absolvieren. Insgesamt standen 1900 Wettkampfmeter (200m F, 400m F, 100m L, 200m L, 400m L, 200m S, 200m Rücken und 200m Brust) auf dem Programm von Jana Hellenschmidt (Jahrgang 1999). Nach hervorragenden Leistungen über 400m Freistil und 400m Lagen wurde Jana jeweils mit der Goldmedaille belohnt. Über 400m Freistil konnte sie von Anfang an das Rennen dominieren und distanzierte die Konkurrenz von Wenden zu Wende weiter. Mehr als fünf Sekunden Vorsprung hatte sie beim Anschlag zum zweiten Platz. Über 400m Lagen agierte sie ebenfalls genau nach den taktischen Vorgaben ihres Trainers. Nach ruhigen 100m Schmetterling lag sie noch auf Rang 3, nach einer guten Rückenteilstrecke übernahm sie dann die Führung und baute diese dann dank einer starken Brustteilstrecke und hervorragenden abschließenden 100m Kraul auf über 10 Sekunden aus. Eine dritte Goldmedaille musste sie trotz einer starken Vorstellung über 200m Freistil der Konkurrenz überlassen. Mit 0,29 Sekunden Rückstand musste sie sich mit Silber begnügen. Ihre guten technischen Fähigkeiten und ihre Vielseitigkeit unterstrich sie dann mit zwei weiteren Silbermedaillen über 100m und 200m Lagen. Bronze über 200m Rücken und zwei vierte Plätze über 200m Schmetterling (hier fehlten lediglich 16 Hundertstel auf Bronze) und 200m Brust rundeten die gelungene Vorstellung von Jana ab. „Jana hat einen super Wettkampf gemacht. Über 400m Freistil und 400m Lagen agierte sie meisterlich. Mit etwas mehr Cleverness auf den letzten 10 Metern der 200m Freistil, auf denen sie nach links hätte atmen müssen, wo ihre Konkurrentin zum Überholen ansetzte und 200m Schmetterling, die sie etwas ruhiger hätte angehen müssen, hätten sogar noch bessere Platzierungen raus kommen können. Trotzdem bin ich überaus zufrieden mit den Leistungen von Jana.“ resümiert Kemmerer.


Siebenmal Edelmetall für Veit Wenzel

Der zwölfjährige Veit Wenzel (98) ist mit zweimal Silber und fünfmal Bronze eifrigster Medaillensammler für den HSC. Vor allem über Bruststrecken zeigte sich in sehr guter Verfassung. Nach einen sehr guten Trainingsjahr zeigte sich Veit in den letzten Wochen stark verbessert. Im Sommer auf der 50m Bahn konnte Veit lediglich über 50m Strecken auf einen Podestplatz schwimmen, da jedoch bei Jahrgangsmeisterschaften die Kurzstrecken nur in Verbindung eines Disziplinen-Dreikampfes (50m, 100m und 200m einer Lage) gewertet werden, blieb er ohne Medaille. Auf der Kurzbahn zeigte er sich stark verbessert. Seine beste Leistung zeigte Veit über 200m Brust. Nach 100m setzte er sich mit einem kleinen Zwischenspurt ab. Leider konnte er den Vorsprung jedoch nicht bis ins Ziel retten. Am Ende fehlten ihm gerademal 0,4 Sekunden zum Jahrgangstitel. Eine weitere Silbermedaille gewann er im Dreikampf Brust. Bronze holte Veit über 100m Brust, 400m Freistil, 100m Freistil, 100m Lagen und im Dreikampf Freistil. Kemmerer freut sich über die Ergebnisse und sieht noch einige Möglichkeiten im technischen Bereich: „Trotz starker Leistungen konnte man klar noch einige Punkte zur Verbesserungen ausmachen. Veit ist ein großer Kämpfer, der sich technisch schon enorm verbessert hat. Trotzdem sind noch einige Defizite in der Technik und im Wendenbereich, die wir beheben müssen.“


Selina Müller bestätigt ihren Aufwärtstrend und wird zweifache hessische Vizemeisterin

Selina Müller hat es im Jahrgang 1998 in Hessen nicht einfach. Mit Chantal Noë (DSW Darmstadt, Altersklassenrekordhalterin über 200m Brust) und Carmen Maria Franiczek vom SCW Eschborn, die bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Wuppertal die Altersklassenrekorde über 800m und 1500m Freistil jeweils nur um wenige Zehntelsekunden verfehlte, sind derzeit gleich zwei hessische Schwimmerinnen ihres Jahrgangs unschlagbar. Umso höher ist der zweite Platz über 100m Brust einzuschätzen. Nach 75m lag Selina noch mit zwei weiteren Schwimmerinnen gleich auf. Doch dank eines guten Tauchzugs und starker letzter 25m konnte sie beide um 2 Sekunden distanzieren. Eine weitere Silbermedaille wurde Selina im Dreikampf Brust verliehen. Bronze holte sie über 100m Rücken und im Dreikampf Rücken. Über 200m Rücken fehlten gerademal 16 Hundertstel zu einer weiteren Medaille. „Mit besseren Tauchphasen auf den letzten 100m wäre auch hier Platz 3 möglich gewesen“, musste Kemmerer kritisieren. Erstaunlich findet Kemmerer, dass beinahe alle Schwimmerinnen des Jahrgangs bereits mit den derzeit erlaubten knielangen Rennanzügen die Meisterschaften absolvieren: „Besonderen Wert lege ich darauf, dass meine Schwimmerinnen und Schwimmer ihre Leistungen in normalen Badehosen und Badeanzügen erzielen“, erklärt Kemmerer, „auf die Anzüge und Hosen greifen wir frühestens mit dem Eintritt in die 1. Mannschaft zurück.“


Weitere Medaillen für Sonja Lehr, Lisa Mauer und Noah-Lars Gerullis

Lisa Mauer (99) musste krankheitsbedingt auf die meisten Starts verzichten. Lediglich am Sonntag trat sie über zwei 100m Strecken an und demonstrierte trotz der Schwächung ihr Können. Mit Silber über ihre Lieblingsstrecke, den 100m Schmetterling und Bronze über 100m Lagen zeigte sich Kemmerer sehr zufrieden: „Ich konnte erkennen, dass auch Lisa sich verbessert hat. Hohe Geschwindigkeiten über die ersten 50m stellten dies unter Beweis. Leider konnte Lisa in den letzten vier Wochen nur sporadisch trainieren, da sie sich leider zweimal einen Infekt eingefangen hat. Lisa wäre für einige weitere Medaillen locker fähig gewesen.“

Noah-Lars Gerullis (97) konnte überraschend im ersten Wettkampf Bronze über 200m Rücken gewinnen. Beflügelt von dieser Leistung konnte Noah bei allen Starts persönliche Bestzeiten und mehrere Top 6 Platzierungen erzielen. Vor allem die technischen Verbesserungen im Brustschwimmen sorgten für ordentliche Verbesserungen über die Lagendistanzen. „Ich bin sehr zufrieden mit Noah. Lediglich die Wenden bei ihm sind noch eine Art Lotterie. Mal gelingt ihm eine super Wende, mal geht sie total daneben. Ich wünsche mir etwas mehr Konstanz, damit wir nächstes Jahr erneut die Medaillenjagd aufnehmen können“, so Kemmerer.

Sonja Lehr (2000) konnte zwei Bronzemedaillen für die Talentgruppe von Vito Consalvo gewinnen. Mit einem sehr starken Rennen über 200m Freistil sicherte sie sich sowohl Bronze über die Einzelstrecke als auch im Dreikampf.


Gesamte Nachwuchsgruppe mit überzeugenden Leistungen

Die Erfolge der Nachwuchsgruppe komplettieren die Rizzetto-Zwillinge, Christina Lehr sowie Patrik Putala. Ester und Sara Rizzetto (beide 99), Christina Lehr (98) und Patrik Putala (97) zeigten sich ebenfalls in sehr guter Verfassung. Sara konnte mit einem 4. Platz über 100m Lagen und einem 5. Platz über 100m Rücken glänzen. Ester verbesserte ihre persönlichen Rekorde enorm und belegte über 400m Freistil den 8. Platz. Christina schwimmt erst seit einem Jahr in der Wettkampfabteilung des HSC und konnte ungeheuer verbessern. Bei ihren ersten Kurzbahnmeisterschaften konnte sie sich über die 50m Strecken unter den Top 6 wiederfinden. Über die längeren Distanzen fehlt ihr noch die Kraft, um vorne mitmischen zu können. Patrik setzt seinen Leistungs-Trend ebenfalls fort. Gute Technik und eine krankheitsfreie kontinuierliche Vorbereitung sorgte für die Verbesserungen. „ Ich bin sehr stolz auf die Leistungen meiner Schützlinge. Alle Aktiven der Nachwuchsgruppe konnten sich für so viele Strecken qualifizieren, so dass wir im Vorfeld taktieren mussten, welche Starts am cleversten sind. So eine gute Leistungsdichte hatten wir in den letzten Jahren noch nie“, so Kemmerer.


Premiere für die Talentgruppe bei Landesmeisterschaften

Neben SOnja Lehr feierten mit Leon Müller, Carolina Walch, Chiara Marie Laske und Tabea Merlevede weitere vier Athleten aus der Talentgruppe ihre Premiere bei Landesmeisterschaften.
Leon Müller (2000) belegte dreimal Rang 5 und viermal Platz 6 bei den Titelkämpfen und beendete alle Starts mit Bestzeit. Über 50m und 100m Brust fehlten nur wenige Sekunden zum dritten Platz.
Carolina Walch (2000) wurde im Laufe des Wettkampfes immer besser. Ihr bestes Ergebnis erzielte mit dem siebten Platz über 200m Brust.
Chiara Laske und Tabea Merlevede (beide 2000) konnten sich trotz Krankheit und Umstellung auf eine neue Schule im Laufe der Saison für die Meisterschaften qualifizieren und zeigten gute Leistungen bei ihren ersten Titelkämpfen.

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