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Ein Meerschweinchen verhilft Chiara Passmann zu zwei neuen Vereinsrekorden [10/2010]

So langsam nimmt die Kurzbahnsaison 2010-11 fahrt auf und die wichtigen Wettkämpfe wie Hessenmeisterschaften und Deutsche Meisterschaften stehen bald auf dem Programm. Zu Beginn der Herbstferien, in denen das Training nochmal angezogen wird, absolvierte die 1. Mannschaft zugleich auch den letzten Wettkampftest vor den Hessenmeisterschaften am 23. und 24. Oktober in Baunatal.
Die letzte Formüberprüfung fand im Lachebad beim 5. Rüsselsheimer Herbstschwimmfest statt. Zunächst absolvierte das ganze Team am Samstagmorgen das Frühtraining und begab sich anschließend gemeinsam nach Rüsselsheim. Dort zeigte die Mannschaft trotz trainingsbedingt deutlich spürbarer Müdigkeit sehr ansprechende Leistungen, die Trainer und Athleten positiv für die kommenden Großereignisse stimmen und außerdem noch für den notwendigen Schub an Motivation für das Heimtrainingslager in den Herbstferien sorgen sollte.


Chiara Passmann unterbietet 25 Jahre alten Vereinsrekord

Besonders Chiara Passmann (Jahrgang 1996) tat sich durch sehr starke Leistungen hervor und veranlasste ihren Trainer zu der Frage, wo denn das Mädchen aus dem Training sei, das zwar genauso aussieht, jedoch es nicht selten etwas zu gemütlich im Training angehen lässt;-)
Ihre Wettkampfteilnahme war zudem noch nicht einmal gesichert, da Chiara ab Donnerstag einen starken Husten zu beklagen hatte und am Freitag deswegen auch dem Training fernblieb. Am Samstag kam dann die Entwarnung, da sich herausstellte, dass wohl das Reinigen des Meerschweinchenkäfigs für den kurzfristigen Husten verantwortlich war und sich dieser auch bereits wieder verflüchtigt hatte.
Auf jeden Fall stand Chiara hustenfrei auf dem Startblock und zeigte bei ihren drei Rennen überzeugende Leistungen und schnappte sich dabei noch zwei Vereinsrekorde. Dabei gelang es ihr im 200 m Brustrennen den aus dem Jahr 1985 stammenden Vereinsrekord von Karen Hörnining zu pulverisieren. Mit einer taktisch hervorragenden Renneinteilung unterbot sie in 2:41,05 Minuten ihre Bestzeit und den alten Rekord um fast sechs Sekunden und sorgte lediglich kurz vor Schluss beim Trainer für eine Schrecksekunde als sie sich in Führung liegend umschaute und dabei fast vergaß weiterzuschwimmen. Mit einem guten Anschlag konnte sie jedoch die aufkommende Konkurrentin gerade noch hinter sich halten und das Rennen siegreich gestalten.

Viel überraschender war jedoch ihre kurz zuvor gezeigte Leistung über eine der härtesten Strecken im Schwimmsport. Die 200 m Schmetterling sollte sie eigentlich "nur" mal wieder schwimmen, um eine relastische Einschätzung ihrer Leistungsfähigkeit zu bekommen. Doch irgendwie flutschte es wie von alleine und sie schwamm dem gesamten Feld mühelos davon und kam für alle völlig überraschend schon nach 2:29,95 Minuten ins Ziel und war damit die erste Hofheimerin, der es gelang die 2:30 Minutengrenze zu unterbieten. Sie unterbot damit den sieben Jahre alten Vereinsrekord von Tanya Fry aus dem Jahr 2003 und sollte nun vor jedem wichtigen Wettkampf den Käfig ihrer Meerschweinchens säubern ;-)
Zum Abschluss gelang ihr auch über 100 m Lagen in 1:08,42 Minuten eine neue Bestzeit und zudem unterbot sie damit, ebenso wie zuvor bei den 200 m Brust, die Pflichtzeit für die Deutschen Meisterschaften und hat somit die Startberechtigung für alle Bruststrecken und darf sich Mitte November mit den Besten des Landes im direkten Duell messen.


Gesamte Mannschaft mit ansteigender Form

Zwar abolvierten die 11 HSC-Aktiven der 1. Mannschaft lediglich 24 Starts, doch war das dabei abgegebene Gesamtbild mehr als überzeugend. Auch wenn es eine echte "Vollpfostenaktion" gab (stimmt's Henni;-), konnte auch diese eine Disqualifikation nichts an der guten Laune des Trainers ändern. Am Ende standen neben den bereits erwähnten beiden Vereinsrekorden noch 14 persönliche Rekorde zu Buche. Bei 23 der 24 Starts standen die HSC-Schwimmer/innen auf dem Podium und holten elf Siege in die Kreisstadt.

Besonders Aurica Ritter (94) scheint wieder auf dem aufsteigenden Ast zu sein und zeigte über 200m Freistil in 2:11,33 Minuten ein starkes Rennen. Über 200m Rücken, eine ihrer Hauptstrecken, gelang ihr in 2:27,20 Minuten die zweitbeste Zeit ihrer Karriere und sie verfehlte die Pflichtzeit für die Deutschen Meisterschaften in Wuppertal lediglich um zwei Zehntelsekunden. Das Aurica fehlende Quäntchen Glück zum Erreichen der Qualifikationsnorm für Wuppertal hatte hingegen Celine Mauer (96), die über 200m Rücken in 2:26,82 Minuten die Pflichtzeit um achtzehn Hundertstelsekunden unterbot und damit bereits für sieben Strecken das Startticket in der Tasche hat.

Auch Ann-Katrin Gerullis (95) pirscht sich langsam aber zielsicher an ihre Bestform heran und befindet sich mittlerweile ganz in der Nähe ihrer Bestleistungen, die sie im letzten Jahr, noch für Eschborn startend, in den sogenannten Wunderanzügen erzielte, die seit dieser Saison verboten sind. Lediglich der noch fehlende Mut oder anders ausgedrückt, die taktische Renneinteilung, hinderte sie daran, bereits an diesem Wochenende Bestzeiten abzuliefern. Sie muss sich noch überwinden, um wirklich schnell in die 200 m Rennen hineinzufinden, die sie mit Regelmäßigkeit gerne etwas verbummelt, um am Ende das Feld vor sich herzutreiben. Trotz klarer Ansage und Vorgabe von Trainerseite gelang es ihr wieder nicht, im ersten Rennviertel das notwendige Tempo anzuschlagen, obwohl sie sogar als Bonuns ihre Mannschaftskameradinnen aus dem Training neben sich schwimmen hatte, die sie nun wirklich gut kennt. Mit diesem taktischen Defizit reichte es immer noch zu guten 2:13,76 Minuten.

Ebenfalls formverbessert zeigte sich Christina Grölz (86). Sie befindet sich gerade in einer längeren Examensphase ihres Studiums und muss deshalb mit stark vermindertem Trainingsumfang zurecht kommen. Deswegen darf sie auch über 200 m Schmetterling besonders stolz auf ihre neue Bestzeit von 2:37,26 Minuten sein. Ein weiteres Ausrufezeichen setzte sie über ihre Hauptstrecke, den 200 m Freistil. Im gleichen Rennen wie Ann-Katrin Gerullis schlug sie nach 2:13,95 Minuten an und war am Ende des Tages rundum zufrieden mit ihren Zeiten.

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