HSC : Aktuell : Mitteilungen [Startseite HSC | Mitteilungen ]



Julia Tilly erstmals Süddeutsche Jahrgangsmeisterin [05/2010]

Als letzter Test und Wettkampfhöhepunkt bevor in Berlin die Deutschen Jahrgangsmeister ermittelt werden, wurden vom 14. bis 16. Mai 2010 in Sindelfingen die Süddeutschen Jahrgangsmeister im Schwimmen auf der 50 m Bahn ermittelt. Zum Süddeutschen Schwimmverband gehören sieben Bundesländer, die geografisch ungefähr die Hälfte des gesamten Bundesgebietes darstellen. Aus dieser Konstellation lässt sich gut ersehen, dass es sich um die zweitwichtigste nationale Veranstaltung im Jahrgangsbereich des Deutschen Schwimmverbandes handelt und die Konkurrenz dementsprechend in hoher Qualität vertreten war.
Für den HSC waren mit Martina Dillenberger, Franziska Eichhorn, Bettina Fuhr, Ann-Katrin Gerullis, Jacqueline Jährig, Larissa Jährig, Celine Mauer, Chiara Passmann, Simon Pistor, Aurica Ritter, Sarina Ritter und Julia Tilly insgesamt zwölf Schwimmer und Schwimmerinnen am Start und absolvierten 38 Einzelstarts sowie einen Start mit der 4 x 100m Freistilstaffel.

Und obwohl Trainer Adam Ollé mit der Medaillenausbeute insgesamt zufrieden war, zeigte sich innerhalb der Mannschsft eine raltiv breite Streuung innerhalb der Leistungen. Neben zehn persönlichen Bestzeiten und zwei neuen Vereinsrekorden bei 38 Starts, gab es aber auch sechs Athleten, denen es nicht gelingen wollte, ihre Saisonbestleistung bei dieser Großveranstaltung zu erzielen. Dies umfasst immerhin die Hälfte aller Starter/innen und die Leistungen hinterlassen somit ein eher diffuses Bild im Gesamtergebnis. Allerdings gab es auch eine Fülle an verschiedenen Ursachen, die es im Anschluss von Trainer- und Athletenseite aus zu bewerten gilt, so dass man dann auch die einzelnen Leistungen und Personen sehr differenziert in der Analyse betrachten muss.


Julia Tilly siegt über ihre Paradestrecke

Das erfolgreichste Wochenende ihrer noch jungen Schwimmkarriere durfte Julia Tilly (Jahrgang 1995) in Sindelfingen feiern. Als große Favoritin und offene Hessenmeisterin über 50 m Brust reiste sie nach Baden Württemberg und ließ auf ihrer Paradestrecke von Anfang an keine Zweifel daran aufkommen, dass sie als Siegerin ihrer Altersklasse aus dem Becken klettern würde. Sie dominierte ihren Jahrgang über die 50 m Brust und sicherte sich gleich bei ihrem ersten Rennen den Jahrgangstitel in 34,41 Sekunden und rutschte mit dieser Zeit gerade so noch als Achte in das jahrgangsoffene Finale. In diesem, ihrem ersten Finale bei Süddeutschen Meisterschaften, konnte sie ihre Vorlaufzeit auf 34,35 Sekunden verbessern und ließ damit drei Konkurrentinnen hinter sich und belegte einen starken fünften Platz.
Über die doppelte Distanz lag Julia bis wenige Meter vor dem Ziel auf Medaillenkurs, hatte aber offensichtlich im Schlussspurt Schwierigkeiten mit dem Stehvermögen und verfehlte in 1:17,72 Minuten ihre Bestzeit um kanpp eine Sekunde und die Bronzemedaille um winzige 19 Hundertstelsekunden und kam leider nur als Fünfte ins Ziel.
Besser konnte sie hingegen ihr 50 m Rückenrennen gestalten, bei dem sie nach 31,69 Sekunden die Anschlagmatte erreichte und mit der Bronzemedaille belohnt wurde. Allerdings verlief auch dieses Rennen nicht ganz optimal, da der Titel mit Julias Bestzeit vergeben wurde und nur etwas mehr als drei Zehntelsekunden entfernt war. Auch wenn insgesamt etwas mehr möglich gewesen wäre, kann man in der Endabrechnung von sehr erfolgreich verlaufenden Süddeutschen Meisterschaften sprechen.


Medaillen für Celine Mauer und Chiara Passmann

Mit Celine Mauer und Chiara Passmann (beide Jahrgang 1996) untermauerten zwei weitere Hofheimerinnen in ihrer Altersklasse ihre Spitzenpositionen im nationalen Jahrgangsbereich. Allerdings lief noch bei weitem nicht alles nach Paln und Wunsch.

Ein sehr durchwachsenes Wochenende erwischte Celine Mauer (1996), die aufgrund einer starken Erkältung nur eingeschränkt in der Lage war, ihre Leistungsfähigkeit abzurufen. Der Höhepunkt der Erkältung war zwar hinter ihr, doch zeigte sich gleich bei ihrem ersten Rennen über die sehr anspruchsvollen 200 m Schmetterling, dass der Substanzverlust noch nicht wieder kompensiert war. Bis zur Hälfte konnte sie ganz gut mithalten, brach dann aber zum Ende völlig ein und rettete sich einfach nur noch ins Ziel. Danach war klar, dass sie auf keinen Fall das gesamte geplante Programm durchziehen konnte. Vielmehr sollte sie sich auf die 100 m Schmetterling konzentrieren und danach sollte von Rennen zu Rennen entschieden werden, ob sie startet oder nicht.
Da die 100 m Schmetterling am Samstagmorgen das erste Rennen waren, war die Hoffnung da, dass die Kräfte dort reichen würden, um um die Medaillen mitzuschwimmen. Celines unbändiger Ehrgeiz trieb sie dabei voran und unter Aufwendung aller Kräfte schaffte sie es, sich ihre erste Medaille bei Süddeutschen Jahrgangsmeisterschaften zu erkämpfen. Zwar wurden die Arme zum Ende sehr sehr schwer, doch musste sie sich nur einer Konkurrentin geschlagen geben und wurde überraschend in Vereinsrekordzeit von 1:06,29 Minuten mit der Silbermedaille belohnt.

Zwei weitere Silbermedaillen steuerte Chiara Passmann im Brustschwimmen bei. Auch für sie war es die Medaillenpremiere bei Süddeutschen Titelkämpfen. Am ersten Wettkampftag überzeugte sie mit zwei neuen Bestleistungen in ihrer Lieblingslage, dem Brustschwimmen. Beflügelt von einer tollen neuen 50 m Bestzeit von 34,60 Sekunden und dem sehr guten neunten Rang in der offenen Wertung, ließ sie wenige Stunden später ihre erste Medaille folgen. Allerdings war dieses Rennen aus Trainersicht ein Auf und Ab und Hin und Her. Zu Beginn spielte sie ihre Stärke, das hohe Grundtempo aus und zog bis zur Hälfte allen davon und wendete mit fast einer Sekunde Vorprung auf die zweiten 100 m. Erst auf der letzten Bahn verließen sie die Kräfte und die noch nicht optimale Beinarbeit verhinderte den ersten Erfolg Chiaras. Nach 200 m Brust in 2:46,13 Minuten fehlte weniger als eine halbe Sekunde, um die Goldmedaille umgehängt zu bekommen.

Kann man bei dem 200 m noch von etwas Pech oder unglücklicher Einteilung und Unerfahrenheit sprechen, so trieben die 100 m Brust am Folgetag ihren Trainer am Beckenrand fast in den Wahnsinn. "Als ob man dem "Duracell-Hasen" mitten im Rennen die Batterien entfernt hätte" erklärte der fassungslose Ollé das Geschehen im Becken. Zunächst verlief alles wie erartet und Chiara zog nach dem Start los wie die Feuerwehr und führte an der einzigen Wende mit gut sichtbarem Vorsprung. Bis ca. 75 m verlief alles weiter nach Plan und sie lag auf Bestzeitkurs und schien das Feld souverän zu beherrschen. Aber dann blickte sie zur Seite, erkannte dass ihre Gegnerin noch da war und war anschließend nicht mehr in der Lage weiterhin guten Vortrieb im Wasser zu erzeugen. Sie schien ihre Lockerheit und den Rhythmus verloren zu haben und veränderte ungewollt den ganzen Bewegungsablauf und wirkte ziemlich verkrampft beim Schwimmen. Sie ließ die Gegnerinnen wieder aufschließen. Die gleiche Schwimmerin, die ihr am Vortag bereits die Goldmedaille abluchste witterte ihre Chance und konnte kurz vor dem Ziel zuächst gleich- und dann auch knapp vorbeiziehen. Erst da schien Chiara zu realisieren, dass das Rennen noch nicht vorbei war und hielt nun wieder dagegen. Aber leider wachte sie zu spät wieder auf und es passierte exakt das Gleiche, wie am Vortag. Sie verschenkte den (fast sicheren) Sieg in 1:17,13 Minuten um weniger als drei Zehntelsekunden und blieb dabei sogar um fast zwei Sekunden hinter ihrer Bestzeit zurück und hinterließ mit dieser Leistung einen konsternierten Trainer am Beckenrand, der einfach nicht glauben konnte, was er da mitansehen musste. Aus "Sicherheitsgründen" (für Chiara;-) ging er lieber erst mal einen Kaffee trinken, um dann erst anschließend die Nachbesprechung mit ihr durchzuführen und sie mit der Leistung zu konfrontieren...


Starke Leistungen von Ann Katrin Gerullis und Sarina Ritter

Einem rundum gelungenen Wettkampf lieferte Ann-Katrin Gerullis (95) ab, die bei allen fünf Starts einen positiven Eindruck hinterließ und auf allen Strecken von 50m bis 400 m Freistil mit neuen Bestzeiten die Heimreise antrat. Zusätzlich bewährte sie sich als Startschwimmerin der 4 x 100 m Freistilstaffel, in der sie als Startschwimmerin bewieß, dass sie eine wertvolle Ergänzung für die HSC-Staffeln darstellt.
Ann-Katrin zeigte sich in der gesamten Streckenbreite stark verbessert und zeigte beherzte und engagierte Rennverläufe, indem sie ein hohes Tempo anschlug und dann auch jeweils für ihren Mut belohnt wurde, indem sie gute Platzierungen zwischen dem achten und dreizehnten Platz herausschwimmen konnte. Zudem konnte sie über die 400 m Freistil sogar ihren eigenen Vereinsrekord auf 4:44,93 Minuten verbessern.

Sarina Ritter (96) "schockte" ihren Trainer mit einer Glanzvorstellung über 200 m Brust, bei der sie sogar kurzzeitig in Griffweite der Bronzemedaille lag. Allerdings konnte sie das angeschlagene Tempo ihres überaus starken Rennens nicht bis zum Ende durchstehen. Aber trotzdem stand mit 2:51,72 Minuten eine unglaubliche neue Bestzeit zu buche sowie ein im Vorfeld nicht zu erwartender sechster Rang. Sie verbesserte sich im Vergleich zu den Hessenmeisterschaften zwei Wochen zuvor um fast drei Sekunden und löste sogar erstmals das Ticket für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften Anfang Juni in Berlin.

Zu den HSC-Einzelergebnissen