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Der positive Titelwahnsinn bei den Hessen Meisterschaften [05/2010]

Am 1. und 2. Mai 2010 trafen sich die Hessischen Vereine, um in Dillenburg die Hessenmeister 2010 auf der 50 m Bahn zu ermitteln. Mittendrin statt nur dabei waren die 14 Schwimmer und Schwimmerinnen des HSC. Ohne übermäßige Erwartungen war man nach Dillenburg angereist, da aufgrund der harten Trainingsphase mehr Müdigkeit als Euphorie in den Schwimmtaschen zu finden war. Auch Trainer Adam Ollé ahnte am Samstagmorgen noch nichts von den kommenden überaus freudigen Ereignissen, die ihm die Mannschaft an diesem Wochenende bescheren sollte. Zwei Wochen vor den Süddeutschen Meisterschaften in Sindelfingen und knapp fünf Wochen vor den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin lieferten die HSC-Athleten teilweise ein wahres Rekord- und Medaillenfestival ab.

79 Starts absolvierten die HSC-Athleten, wobei am Ende 27 persönliche Rekorde sowie sieben neue Vereinsrekorde zu Buche standen. Diese Anzahl ist soweit noch nicht ungewöhnlich, aber betrachtet man nun die Medaillen- und Titelausbeute, so wird es aus Hofheimer Sicht sehr ungewöhnlich. Denn noch nie gab es so viele Medaillen und Titel zu feiern wie an diesem Wochenende. Bei 31 Gelegenheiten waren die Hofheimer Farben auf dem Podest vertreten und durften dabei 17-mal die Goldmedaille sowie sechsmal Silber und achtmal Bronze in Empfang nehmen. Insgesamt schafften es mit Franziska Eichhorn, Bettina Fuhr, Celine Mauer, Chiara Passmann, Aurica Ritter und Julia Tilly sechs Schwimmerinnen auf das begehrte Siegertreppchen. Und als Sahnehäubchen gab es die ersten beiden offenen Titel im Damenbereich während der bereits 17 Jahre andauernden Amtszeit von Trainer Ollé. Bisher war dies lediglich Frederik Zölls und René Schäfer in den Einzelwettbewerben sowie den Herrenstaffeln geglückt.
Zusätzlich sorgte die Lagenstaffel der Damen mit Aurica Ritter, Chiara Passmann, Celine Mauer und Bettina Fuhr beim letzten Start für einen weiteren Vereinsrekord und die Silbermedaille und beschlossen damit würdig ein bisher noch nicht dagewesenes Wochenende.

Aus Sicht von Trainer Ollé war es besonders wichtig, dass die gesamte Mannschaft sich stark verbessert hat und es zusätzlich gelungen ist, echte Spitzenleistungen im nationalen Jahrgangsbereich und im offenen hessischen Bereich zu erzielen. "Man darf nicht vergessen, dass wir nach wie vor ein kleiner Verein sind und unserere Talente alle aus der Main-Taunus-Kreis-Umgebung stammen. Auch sind unsere Trainingsbedingungen in keinster Weise mit denen der Großvereine in Darmstadt, Frankfurt oder Wiesbaden vergleichbar. Es ist daher keineswegs selbstverständlich, dass sich eine ordentliche Anzahl unserer Athleten deutlich besser entwickelt als die in den Schwimmhochburgen." Die überaus positive Leistungsentwicklung spiegelt sich zudem in der aktuellen Deutschen Bestenliste wider, in der Julia Tilly, Chiara Passmann und Celine Mauer gleich mehrere Top-Acht-Platzierungen inne haben.


Celine Mauer dominiert bei Jahrgangsentscheidungen mit sieben Titeln

Ungeschlagen blieb im Jahrgang 1996 Celine Mauer, die alle ihre sieben Starts in der Jahrgangswertung für sich entscheiden konnte. Sie triumphierte über 50 m, 100 m und 200 m Schmetterling und Rücken sowie den 200 m Lagen. Hinzu kam ein guter fünfter Rang in der offenen Wertung über 400 m Lagen. Neben den Titeln waren auch ihre Zeiten und die taktische Art ihrer Rennen aus Trainersicht sehr zufriedenstellend. Bei den 100 m Schmetterling und den 400 m Lagen unterbot sie zudem auch noch ihre eigenen Vereinsrekorde und verbesserte die Marken auf nunmehr 1:06,75 Minuten und 5:21,65 Minuten. Über 100 m und 200 m Rücken gelangen ebenfalls mit 1:10,72 Minuten und 2:30,84 Minuten neue persönliche Bestleistungen. Mit zwei Finalqualifikationen über 50 m und 100 m Schmetterling deutete sie zudem auch an, dass sehr bald mit ihr auch im offenen Bereich zu rechnen sein wird.

Dicht gefolgt mit fünf Titeln dekoriert kehrte Julia Tilly (Jahrgang 1995) zurück. Sie dominierte ihren Jahrgang über die 50 m und 100 m Brust und Rücken und ließ bei diesen Rennen von Anfang an keine Zweifel daran aufkommen, dass sie als Siegerin aus dem Becken klettern würde. Mit teilweise sehr großen Vorsprüngen verwies sie die gleichaltrige Konkurrenz in die Schranken. Eine überragende Bestzeit gelang ihr über 100 m Brust, bei denen sie erstmals unter der 1:20 Minutengrenze bleiben konnte. Mit 1:16,78 Minuten verbesserte sie sich um mehr als drei Sekunden und qualifizierte sich als Viertplazierte sogar für das Finale der sechs Besten, das sie aber zugunsten der Teilnahme am 50 m Rücken Finale absagte. Dieses Finale ereichte sie bereits zuvor mit neuer Vereinsrekordzeit von 31,63 Sekunden. Zusammen mit der Qualifikation für das 50 m Brustfinale, welches sie als Vorlaufschnellste erreichte, brachte sie es auf drei Endläufe und war damit im offenen Bereich die erfolgreichste Hofheimerin an diesem Wochenende.

Chiara Passmann (1996) untermauerte in ihrer Altersklasse ihre Vormachtstellung über die Bruststrecken in Hessen. Unangefochten sicherte sie sich über 50 m, 100 m und 200 m Brust die Jahrgangstitel und machte besonders mit dem Vereinsrekord über 100 m Brust auf sich aufmerksam und versetzte nicht nur ihren Trainer in Staunen. In 1:15,32 Minuten unterbot sie ihre eigene Bestleistung um mehr als drei Sekunden und sogar die 25 Jahre alte Vereinsbestmarke von Karen Hörning. Völlig unerwartete qualifizierte sie sich damit auch noch als Vorlaufschnellste für den Endlauf am Nachmittag. Die 200 m Brust beendete sie nach 2:46,93 Minuten in Bestzeit und legte zur allgemeinen Freude unerwartet über 100 m Freistil in 1:03,09 Minuten sogar eine Silbermedaille nach und durfte sich über ein rundum gelungenes Wochenende freuen. Einen weiteren ganz starken Auftritt lieferte sie über 200 m Lagen ab und lag an der letzten Wende sogar noch vor ihrer Trainingspartnerin Celine Mauer, die aber mit einem unglaublichen Schlussspurt Chiara noch auf den zweiten Rang verwies. Chiara schwamm in 2:31,83 Minuten eine deutschlandweit beachtliche Endzeit und unterbot ihre eigene eine Woche zuvor aufgestellte Bestzeit um weitere 2,5 Sekunden.

Die vierte Hessische Jahrgangsmeisterin im Bunde ist Aurica Ritter (1994), die den 50 m Rücken Wettbewerb trotz eines gravierenden Fehlers für sich entscheiden konnte. Bei ca. der Hälfte des Rennens schwamm sie zu dicht an die Leine und schlug beim Eintauchen mit der Hand auf die Leine und kam kurzzeitig völlig aus dem Rhythmus und gab die sichere Führung fast noch aus den Händen. Sie reagierte aber wenigstens gedankenschnell und nahm das Rennen sofort wieder auf und schwamm mit 32,28 Sekunden sogar noch eine ordentliche Zeit, mit der sie sich als Vorlaufsechste sogar für das Finale qualifizieren konnte.
Nach einem weiteren Griff in die Leine musste Aurica den angepeilten Titel über 200 m Rücken nach mittelmäßigen 2:31,00 Minuten einer Konkurrentin überlassen und sich mit dem Silberrang begnügen. Ebenfalls nicht ganz zufriedenstellend liefen die 100 m Rücken ab, bei denen sie in 1:10,01 Minuten abermals Silber holen konnte. Allerdings waren die Abstände in beide Richtungen so knapp, dass auch leicht ein fünfter Platz dabei hätte herausspringen können. Dafür konnte sie sich dann im Finale für den knapp verpassten Jahrgangstitel mit der Bronzemedaille entschädigen.

Auch wenn es für Bettina Fuhr (1994) dieses Mal nicht für einen Titel reichte, so erzielte sie mit fünf Medaillen (1 x Silber, 4 x Bronze) ihr bisher bestes Ergebnis bei den Landestitelkämpfen. Sie präsentierte sich nicht nur stark verbessert, sondern sogar über die beiden Wettkampftage hinweg sehr konstant, was bei ihr bisher noch nicht häufig der Fall war. Zweimal verpasste sie trotz toller neuer Bestzeit knapp den Sieg. Über 100 m Schmetterling erkämpfte sie nach 1:09,35 Minuten die Silbermedaille, verpasste aber die Norm für die Süddeutschen Meisterschaften um knapp eine Zehntelsekunde.
Über 200 m Lagen fehlten nach 2:35,33 Minuten lediglich acht Zehntelsekunden zum Jahrgangstitel, aber mit der guten Zeit konnte sie sich dafür erstmals über 200 m Lagen für die Süddeutschen Meisterschaften qualifizieren. Leider verpasste sie die Titelverteidigung über 50 m Schmetterling als Dritte, holte aber dafür über 100 m Freistil in persönlicher Rekordzeit mit 1:02,55 die nicht eingeplante Bronzemedaille.

Mit einer starken Leistung startete Brustschwimmerin Franziska Eichhorn (1994) ins Wochenende. Sie unterbot über 100 m Brust ihre persönliche Bestleistung um eine Sekunde und schaffte in 1:19,65 Minuten somit auf den letzten Drücker auch die Normunterbietung für die Süddeutschen Meisterschaften. Über 50 m Brust sicherte sie sich zusätzlich in 36,95 Sekunden die Bronzemedaille, bevor abschließend für sie ihre Hauptstrecke, die 200 m Brust, auf dem Programm standen.
Eigentlich deuteten die zuvor erzielten Ergebnisse und die sehr starken Trainingsleistungen auf eine gute Zeit hin, doch bereits auf der ersten Bahn war sie zu passiv und traute sich zu wenig zu. Anstatt einfach mal vorne weg zu schwimmen und den eigenen vorhandenen Fähigkeiten zu vertrauen, ordnete sie sich viel zu brav im Feld unter und schwamm einfach nur mit. Von Anfang an schien die alt bekannte Handbremse im Kopf zu blockieren und man hatte zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass sie frei von hinderlichen Gedanken schwimmen würde. Entsprechend enttäuscht nahm sie ihre Endzeit zur Kenntnis. Mit 2:52,14 verfehlte sie ihre Bestzeit zwar nur um zwei Zehntelsekunden, aber sie hatte sich wie immer viel viel mehr vorgenommen. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass sie im Training die beste und stärkste 200 m Brustschwimmerin ist, so ist klar, dass sie alle körperlichen Voraussetzungen mitbringt, um auf dem gleichen Niveau wie beispielsweise Chiara Passmann zu schwimmen. Dazu fehlt allein der Glaube an sich selbst und dass sie niemand davon abbringen kann, dies zu errreichen. Außer sie selbst. Bisher noch... Aber nicht mehr lange :-)


Chiara Passmann und Julia Tilly siegen sensationell in den offenen Endläufen

Es ist schon etwas Besonderes, wenn man erstmals in einem jahrgangsoffenen Finale bei Hessischen Meisterschaften steht. Zumal dann, wenn man jeweils die Jüngste und auch noch Vorlaufschnellste im besagten Endlauf ist. Und obwohl alle diese Tatsachen dafür sprachen, dass Chiara Passmann vor dem 100 m Brust Finale und Julia Tilly vor dem 50 m Brust Finale sehr aufgeregt und nervös waren, ließen sie sich aber trotzdem nicht Bange machen. Bei allen Finals versammelte sich die gesamte HSC Mannschaft am Beckenrand und unterstütze ihre Mannschaftskameradinnen lautstark und enthusiastisch.
Chiara Passmann begann im Finale genauso engagiert, wie am Vormittag im Vorlauf und wendete wieder bei knapp über 35 Sekunden. Allerdings waren die beiden Konkurrentinnen auf den Nachbarbahnen an der Wende gleichauf. Nun musste sich Chiara auf der zweiten Rennhälfte den Attacken erwehren, hielt aber gekonnt dagegen und ließ sich nicht abschütteln. Zu dritt auf einer Linie schwammen die drei Führenden auf das Ziel zu und es wurde klar, dass das Rennen über den Anschlag entschieden werden musste. Optisch fast zeitgleich erfolgte der Anschlag aller drei Damen auf den Mittelbahnen und zur Freude aller Hofheimer leuchtete mit drei Hundertstelsekunden Vorsprung die Bahn drei von Chiara Passmann als Oberste und somit als Siegerin auf. Sie verwies in 1:15,78 Minuten die Frankfurterin Nicole Frackowski auf den zweiten Rang. Zunächst wirkte Chiara etwas ungläubig, aber der Jubel der Mannschaftskameraden entlockte ihr dann auch ein Siegerlächeln, welches mit dem Erhalt der Goldmedaille noch größer wurde.

Scheinbar noch etwas nervöser war Julia Tilly am nächsten Tag bei ihrem Endlauf. Nach ein paar beruhigenden Worten ihres Trainers ging sie zusammen mit Chiara Passmann, die ebenfalls als Fünfte das Finale erreichte, zu den Startblöcken. Trotz der Nervosität wirkte Julia ruhig und sehr konzentriert und legte nach dem Startsignal gleich los wie die Feuerwehr. Als bekannt gute Starterin lag sie nach dem Auftauchen auch gleich knapp an der Spitze des Feldes und behauptete mit guter Wasserlage und einem flüssigen Rhythmus die Spitzenposition. In ihrem Schlepptau befand sich wiederum die Frankfurterin Nicole Frackowski, die sich als einzige nicht abschütteln ließ. Aber wiederum setzte sich am Ende schließlich die Hofheimerin auf Bahn drei durch und holte den viel umjubelten zweiten Titel in der offenen Klasse in die Kreisstadt. In 34,14 Sekunden lag sie letztlich zwölf Hundertstelsekunden vor Frackowski und stieß nach Ansicht der Anzeigetafel einen kleinen Freudenschrei aus. Chiara Passmann vervollständigte in 35,26 Sekunden und dem fünften Platz das hervorragende Vereinsergebnis.
Zum krönenden Abschluss holte Julia sogar im 50 m Rücken Finale eine weitere Bronzemedaille. Sie verbesserte dabei zum dritten Mal hintereinander den Vereinsrekord. Nach 31,63 Sekunden im Vorlauf legte sie weitere drei Zehntelsekunden nach und schlug im Finale nach 31,33 Sekunden an.

„Chiara und Julia haben schon etwas Bemerkenswertes vollbracht. Sie haben dem Druck und der eigenen Erwartungshaltung standgehalten und ihre Leistungen aus den Vorläufen in den beiden wichtigsten Rennen auf den Punkt gebracht. Das ist nicht selbstverständlich und ich bin mächtig stolz auf die beiden!“ ist ihr Trainer voll des Lobes. „Auch die Tatsache, dass sie auch einfach mal getraut haben, ein Tempo anzuschlagen, welches sie bis dahin noch nie geschwommen sind, zeigt mir, dass der Siegeswille da ist und das macht ebenfalls Mut für die kommenden Aufgaben.“


Aurica Ritter holt ihre erste Medaille in einem Finale

Mit Aurica Ritter und Celine Mauer schafften zwei weitere Hofheimer Damen den Sprung ins Finale der sechs schnellsten Hessinnen. Celine Mauer glückte dies bei ihrer Hauptlagen, dem Schmetterlingsschwimmen, über die 50 m und 100 m Strecke. Aufgrund der hohen Anzahl an Starts verzichtete sie allerdings auf den Start beim 100 m Rennen und nahm lediglich am Finale über 50 m Schmetterling teil. Bis zur Hälfte des Rennens lag sie auf Medaillenkurs, musste sich aber am Ende der deutlich älteren Konkurrenz geschlagen geben und mit dem undankbaren vierten Rang Vorlieb nehmen. Allerdings zeigte sie wieder ihre wertvolle Qualität, sich in Endläufen stets steigern zu können und schwamm in 29,88 Sekunden erneut eine Bestzeit.

Nachdem Aurica Ritter an diesem Wochenende bereits mehrfach das „Kunststück“ gelang, während des Rückenschwimmens unfreiwillig in die Leine zu greifen, sollte sie im Endlauf über 100 m Rücken endlich mal unfallfrei durchkommen. Um dies zu gewährleisten wurde neben einigen Gesprächen beim finalen Einschwimmen besonders auf dieses Merkmal wert gelegt. Zudem gab es die taktische Anweisung, dass sie das Rennen über etwas höhere Frequenzen schneller angehen sollte. Und zur Freude ihres Trainers befolgte Aurica ganz brav die Anweisungen und wendete in für sie guten 33,9 Sekunden. In dem Wissen, dass sie stets eine sehr starke zweite Rennhälfte absolvieren kann, zog sie nach der Wende das Tempo weiter an und befand sich in der Mitte der Rückbahn auf einem sicheren dritten Rang. Nur der erneute Griff in die Leine konnte den Podestplatz noch verhindern. Mit bangen Blicken verfolgte die Mannschaft Auricas letzte Meter, bei denen sie ab und an bedrohlich nah an die Leine heranschwamm. Aber diesmal ging alles gut und sie schlug nach 1:08,68 Minuten mit neuer Vereinsrekordzeit an und sicherte sich mit Platz drei ihre allererste Medaille im offenen Bereich und „beglückte“ anschließend Trainer und Mannschaft mit einem Redeschwall nach dem anderen, der lediglich durch die Siegerehrung unterbrochen wurde ;-))


Auch ohne Medaillen stimmen die Leistungen

Aber nicht nur die zahlreichen Medaillengewinnerinnen des HSC wussten zu überzeugen. Fast alle Mitglieder der ersten Mannschaft legten neue persönliche Bestzeiten hin und hatten teilweise auch etwas Pech bei der Medaillenvergabe, wie z.B. Sarina Ritter (1996). Sie legte über 100 m Brust in 1:22,25 Minuten und 200 m Brust in 2:54,40 Minuten neue Bestzeiten hin, verpasste aber jeweils als Viertplatzierte das Podium ganz knapp.

Ähnlich erging es auch Lukas Tilly (1994) mit vierten Plätzen über 50 m und 100 m Brust. Er schien an diesem Wochenende etwas übermotiviert zu sein, was sich darin äußerte, dass er zu Beginn seiner Rennen in Regelmäßigkeit zu viel Aufwand betrieb, was sich an der zu hohen Frequenz im ersten Rennviertel manifestierte. Dadurch war er zwar zu Beginn des Rennens vorne mit dabei, konnte aber das Tempo hinten heraus nicht halten und brach ein. Besonders schade war das bei den 100 m Brust, bei denen er trotz absolut verkorkster Einteilung immer noch mit 1:15,09 Minuten eine Bestzeit hinlegte. Mit ein klein wenig mehr Ruhe zu Beginn wäre auch die die Pflichtzeit für die Süddeutschen Meisterschaften drin gewesen.

Einen deutlichen Formanstieg verzeichnete auch Simon Pistor (1993). Er erzielte neue Bestzeiten über 200 m Lagen in 2:27,25 Minuten und über 400 m Freistil in 4:35,30 Minuten. Sein bestes Rennen jedoch absolvierte er über seine Spezialstrecke, den sehr schwierigen und harten 200 m Schmetterling. Er ging taktisch gut und ruhig ins Rennen und wurde in 2:19,28 Minuten mit einer neuen Bestzeit belohnt und belegt damit aktuell den heiß begehrten 30. Platz in der Deutschen Bestenliste seines Jahrganges, welcher ihm den Start in Berlin ermöglichen würde.

Sandra Wellmann (1996) hatte großes Pech in der unmittelbaren Vorbereitung, da sie durch eine starke Erkältung aus der Vorwoche noch nicht wieder vollständig auf den Beinen war. Ein noch nicht ganz abgeklungener Husten hielt sich während der Titelkämpfe hartnäckig und war auch dementsprechend wenig förderlich. Aber trotzdem machte sie teilweise ihre Sache sehr ordentlich und konnte trotz des Handicaps auch noch über 100 m Brust in 1:25,33 Minuten eine Bestzeit erzielen.

Ein Wochenende zum Handern verlebte Larissa Jährig (1994). Ihre ganze Saison ist durch zahlreiche Probleme im körperlichen Bereich gekennzeichnet, die ihr kaum ein kontinuierliches Training ermöglichen. Das ist auch für ihren Trainer keine leichte Situation, da sie sehr häufig die Soll-Trainingspläne nicht umsetzten kann und es dadurch enorm schwierig ist, die richtige Dosierung der Belastung und den Formaufbau zu planen. An diesem Wochenende lief es zwar deutlich besser als zuvor, doch zufrieden sein konnte sie nicht, da sie über ihre Hauptstrecken 50 m und 100 m Freistil knapp über ihren Bestzeiten blieb. Bei den 100 m Freistil lieferte sie ihrer Mannschaftskamweadin Bettina Fuhr bis 75 m ein spannendes und ebenbürtiges Rennen, musste dann aber doch aufgrund konditioneller Defizite am Ende abreißen lassen und wurde in 1:03,98 Minuten undankbare Vierte.

Die positive Erwartungshaltung nach einer sehr guten Vorbereitung war bei Martina Dillenberger (1994) im Vorfeld absolut gerechtfertigt. Das erste Rennen war auch zugleich ihr wichtigstes, da sie über 50 m Rücken die Norm für die Süddeutschen Meisterschaften noch auf den letzter Drücker unterbieten wollte. Schwimmerisch war sie dann auch sehr gut unterwegs und voll auf Kurs. Doch leider vermasselte sie den Anschlag und blieb trotz Bestzeit mit 34,05 Sekunden eine knappe Zehntelsekunde über der Normzeit. Doch aufgrund der bisher guten und stetig besser werdenden Saisonleistungen wird sie die Chance erhalten in Sindelfingen an den Start zu gehen und dann hoffentlich nochmal nachlegen.

Ein eher durchwachsenes Wochenende verlebte Ann-Katrin Gerullis (1995). Nach einem steilen Formanstieg am vergangenen Wochenende konnte sie in Dillenburg nicht weiter zulegen. Allerdings braucht sie auch noch etwas Zeit, um sich nach ihrem erst vor knapp einem Monat erfolgten Wechsel nach Hofheim einzugewöhnen und die für sie andere Art und Philosophie des Trainings und der damit verbundenen Auswirkungen zu verstehen und zu verinnerlichen. Aus dieser Sicht heraus sind bereits stabile und vor allem reproduzierbare Leistungen kleine Fortschritte, was ihr auch teilweise schon ganz gut gelingt. Allerdings hat sie besonders im taktischen und technischen Bereich noch einiges aufzuholen, was ganz einfach einen gewisse Zeit benötigt und sowohl von der Athletin als auch von ihrem Trainer die notwendige Geduld fordert. Ihre besten Leistungen lieferte sie über 100 m Freistil in 1:03,53 Minuten und über 400 m Freistil in 4:50,54 Minuten ab, womit sie den fünften Platz erringen konnte.

Das "Küken" am Wochenende war Jacqueline Jährig (1997), die aufgrund der Wertung in der offenen Klasse an den Start gehen musste. Die jüngeren Jahrgänge, zu denen sie noch gehört, schwimmen erst Ende Juni ihre Jahrgangsmeisterschaften aus, dürfen aber in der offenen Wertung an den Start gehen, sofern sie diese Pflichtzeiten aufweisen. Für sie war dieses Wochenende als Vorereitung für die Süddeutschen Meisterschaften gedacht und diente der Formüberprüfung. Diese Überprüfung bescheinigt ihr mit Bestzeiten über 50 m Rücken in 35,00 Sekunden und 100 m Rücken in 1:16,37 Minuten ein positives Zeugnis. Allerdings verschenkte sie bei der 50 m Rückenstrecke einen bessere Zeit, indem sie es nicht schaffte geradeaus schwimmen, sondern kreuz und quer zwischen den Leinen pendelte. Und bei den 200 m Rücken war dann wieder deutlich zu sehen, dass sie noch viel Nachholbedarf im konditionellen Bereich aufweist. Da ist etwas mehr Trainingsfleiß gefragt ;-)


Gute Ausgangslage für die Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften

Nachdem das erste Etappenziel erreicht wurde, folgen nun Mitte Mai mit den Süddeutschen Meisterschaften in Sindelfingen und Anfang Juni mit den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin die ganz großen Wettkämpfe. Für Sindelfingen wurden mit Celine Mauer, Chiara Passmann, Sarina Ritter, Julia Tilly, Ann-Katrin Gerullis, Bettina Fuhr, Martina Dillenberger, Franziska Eichhorn, Larissa und Jacqueline Jährig, Aurica Ritter und Simon Pistor insgesamt zwölf Athleten nominiert.

Am Tag nach den Süddeutschen Meisterschaften erhalten anhand der dann gültigen Deutschen Bestenliste die jeweils 30 schnellsten jeder Strecke einer Altersklasse die Startberechtigung für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften. Bereits so gut wie sicher dürften sich bereits jetzt schon Chiara Passmann, Celine Mauer, Aurica Ritter und Julia Tilly mit ihren Leistungen aus Dillenburg qualifiziert haben. Weiterhin befinden sich aktuell auch noch Sarina Ritter, Franziska Eichhorn, Bettina Fuhr und Simon Pistor unter den besten 30 und dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf einen oder mehrere Starts in Berlin machen.

Zu den HSC-Einzelergebnissen

Alle Hofheimer Medaillengewinnerinnen: Chiara Passmann, Julia Tilly, Celine Mauer, Franziska Eichhorn, Bettina Fuhr, Aurica Ritter Die Hofheimer Sigerinnen und Medaillengewinnerinnen in der offenen Wertung: Chiara Passmann, Trainer Adam Ollé, Julia Tilly und Aurica Ritter