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Hofheimer Mädels auf Rekordjagd in Wetzlar [03/2010]

Nur eine Woche nach den starken Leistungen und dem Sieg der B-Jugend beim Hessenentscheid der Deutschen Mannschaftmeisterschaften der Jugend ging es am 13. und 14.3.10 in Wetzlar auf der 50m Bahn ausschließlich um das Verwirklichen von individuellen Zielen. Diese Ziele lauten im Besonderen für die 1. Mannschaft das Erreichen von Qualifikationsnormen für die Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften im Mai bzw. Juni.

Bevor es in den Osterferein ins Trainingslager nach Italien geht, sollten den Planungen und der Trainingssteuerung nach an diesem und dem kommenden Wochenende erstmals auch auf der Langbahn Topleistungen ins Wasser gebracht werden. Dies ist besonders wichtig im Hinblick darauf, dass es für die Teilnahme an den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften nun keine Pflichtzeiten mehr gibt, sondern lediglich die 30 Besten jeder Wettkampfstrecke zum Stichtag Ende Mai die Startberechtigung erhalten. Mit dieser Änderung im Qualifikationsmodus wird der Druck auf die Athleten erhöht, bereits früher im Saisonverlauf ein höheres Potential abzurufen. Trainer Adam Ollé begrüßt die neue Regelung, da sie dazu beiträgt, dass es deutlich weniger Rennen und somit einen strafferen Zeitplan mit geregelten Anfangs- und Endtzeiten für die Athleten bei den nationalen Titelkämpfen geben wird.

Offensichtlich haben auch die Hofheimer Schwimmer und Schwimmerinnen begriffen und verinnerlicht, wie man an die Regelänerungen herangehen muss. Denn sie lieferten sogleich Topleistungen ab und erzielten bei 176 Starts 128 persönliche Rekorde und sogar fünf Vereinsrekorde fielen in Wetzlar. Davon stammte einer noch aus den 80er und ein weiterer vom Beginn der 90er Jahre. Desweiteren gelang es zwei Hofheimerinnen, sich für die Hessenauswahl beim Süddeutschen Ländervergleich am 20. und 21. März in Grünstadt zu qualifizieren.


Uralt Vereinsrekorde aus den Rekordlisten gelöscht

Dem "Sahnewochenende" der DMSJ setzte Celine Mauer (Jahrgang 1996) in Wetzlar sogar noch eine Krone auf und schwamm sich in der aktuellen Deutschen Bestenliste ihres Jahrganges gleich in vier Disziplinen unter die besten Vier. Dabei bediente sie sich zusätzlich hemmungslos bei den Vereinsrekorden von Katharina Ebrecht. Bei ihrem ersten Start verbesserte Celine sogar ihre Kurzbahnbestzeit so deutlich, dass sie etwas überraschend für ihren Trainer sogar den 200 m Lagen Vereinsrekord von Katharina Ebrecht in ausgezeichneten 2:30,23 Minuten um mehr als 1,5 Sekunden unterbot. Und weil es wirklich Spaß zu machen scheint, nahm sie Katharina in 1:07,29 Minuten gleich noch den 100 m Schmetterling Rekord ab. Weitere Topresultate und Bestzeiten lieferte sie über 50 m Schmetterling und Rücken in 29,9 und 32,1 Sekunden ab.
Besonders lobenswert dabei ist ihre Fähigkeit, sich in Finalläufen stets zu verbessern und sich der Qualität des Starterfeldes anpassen zu können. Mit dieser starken Vorstellung hat sie sich nachhaltig für den Start in der Hessenauswahl beim Süddeutschen Ländervergleich am darauffolgenden Wochenende empfohlen, bei dem sie für die 200 m Lagen, 200 m Rücken und 100 m Schmetterling die Landesfarben vertreten wird.

Ähnlich stark und siegeshungrig präsentierte sich die gleichaltrige Chiara Passmann (96). Sie lieferte bei allen sechs Starts zum Teil sehr deutliche Bestleistungen ab und knackte dabei im Finale sogar den 25 Jahre alten Vereinsrekord über 50 m Brust. Mit unglaublichen 35,02 Sekunden legte sie ein klasse Rennen hin, machte aber für sie einen kleinen aber typischen Fehler, indem sich sie wenige Meter vor dem Ziel knapp in Führung liegend nach der Konkurrenz umsah, anstatt sich voll und ganz auf die letzten Meter zu konzentrieren. Die Konkurrenz in Form der Gelnhäuserin Bo Heeger nahm die Unachtsamkeit gerne an und konnte sich bei Zeitgleichheit mit dem besseren Anschlag den Sieg vor Chiara sichern.
Insgesamt liefen die Bruststrecken bei Chiara unglaublich gut. Über 100 m Brust verbesserte sie sich mit 1:20,4 Minuten um fast drei Sekunden, um dann anschließend im Finale diese Zeit nochmal um zwei weitere Sekunden zu unterbieten. In 1:18,40 Minuten sicherte sie sich zum zweiten Mal die Silbermedaille. Auch sie hat mit ihren Zeiten über die 100 m und 200 m Bruststrecken für die Hessenauswahl beim Ländervergleich qualifiziert und erhält nun in Grünstadt die Möglichkeit, sich mit den Besten des Landes in ihren Hauptstrecken zu messen.

Als Dritte im Bunde der Vereinsrekordbrecherinnen etablierte sich am Wochenende Aurica Ritter (94). Im direkten Zweikampf mit Celine Mauer auf der Nachbarbahn unterbot sie über 50 m Rücken ihren eigenen im Vorlauf um eine Dreiviertelsekunde auf starke 31,78 Sekunden und verwies Celien knapp hinter sich, die in 32,17 Sekunden ebenfalls noch unter der alten Bestmarke blieb.
Über 100 m Rücken im Vorlauf gelang es Aurica als erste Hofheimerin in der Vereinsgeschichte in 1:09,99 Minuten unter der 1:10 Minutengrenze zu bleiben und nun den 20 Jahre alten Vereinsrekord von Anja Munk in ihren Besitz zu nehmen. Bei den tollen Leistungen bleibt allerdings ein Manko bestehen, an welchem Aurica noch verstärkt arbeiten muss: Leider gelang es ihr in keinem der beiden Finalläufe sich zu verbessern. Dieser Trend hält nun schon die gesamte Saison an und ist ihrem Trainer noch ein Dorn im Auge. Zusammen mit dem zu ruhigen Angangstempo hat sie noch an zwei Baustellen genügend Möglichkeiten ihre Endzeiten weiter zu verbessern.


Zahlreiche Pflichtzeiten für die Süddeutschen Meisterschaften

Endlich zurückgemeldet hat sich auch Simon Pistor (93) mit zwei exzellenten Läufen über 100 m Schmetterling. Nachdem er sich im Vorlauf mit guten 1:03,47 Minuten überraschend einfach für das Finale qualifizieren konnte, ließ er am Nachmittag im Endlauf auch noch eine Bestzeit folgen. Erstmals unterbot er in 1:02,86 Minuten die 63 Sekundenmarke und durfte sich zurecht sehr über den dritten Rang im offenen Endlauf freuen. Leider verfehlte er die Normzeit für die Süddeutschen Meisterschaften noch um gut eine Dreiviertelsekunde, was aber bei weiteren Leistungssteigerungen noch zu schaffen sein sollte.

Besser in Hinsicht auf die Pflichtzeiten erging es Julia Tilly (95). Nach insgesamt elf Rennen, wovon fünf sie fünf Mal im Finale starten durfte, war sie am Ende des Wochenendes vollkommen platt und sagte ihren letzten Start über 200 m Brust ab. Sie schaffte es, sich gleich über mehrere Strecken zu qualifizieren. Mit Bestzeiten über 50 m Freistil (28,45 Sekunden), 50 m Brust (35,78 Sekunden), 50 m Rücken (32,37 Sekunden) und 100 m Brust in 1:20,06 Minuten erwies sich ihr Aufwärtstrend des vergangenen DMSJ-Wochenendes auch in Wetzlar als intakt. Die vielen Finalläufe sind genau das, was ihr Trainer für sie als notwendig ansieht, um ihr größtes Defizit, die Wettkampf- und Tempohärte weiter zu verbessern. Dass sie auf dem richtigen Weg ist, bewies sie in vier der fünf Endläufe, die sie allesamt in Bestzeit absolvierte.

Auf insgesamt vier Endlaufteilnahmen brachte es Bettina Fuhr (94). Aber auch sie hatte bei der Masse ihrer Starts (insgesamt zehn Rennen) Schwierigkeiten, sich auf abolutem Topniveau zu bewegen. Sie konnte lediglich aus einem ihrer Finals mit Bestzeit herausgehen und muss sich, wie Julia Tilly, ebenfalls bei den intensiven Trainingseinheiten noch mehr reinhängen, um ihre Leistungsgrenze zu verschieben. Aber im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist sie in dieser Saison auf einem deutlich besseren (Trainings-) Weg. Am Ende des Wochenende stand in sehr starken 30,34 Sekunden eine neue Bestzeit über 50 m Schmetterling sowie zwei Qualifikationen für die Süddeutschen Meisterschaften zu Buche.

Mit den bereits zuvor erwähnten Chiara Passmann, Celine Mauer und Aurica Ritter sind bereits fünf Athletinnen zu diesem frühen Saisonzeitpunkt für die Süddeutschen Meisterschaften qualifiziert und weitere können bereits am kommenden Wochenende beim nächsten Langbahnwettkampf in Darmstadt folgen...

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