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Julia Tilly und Celine Mauer im Einsatz für die Hessenauswahl [12/2009]

Für Julia Tilly (Jahrgang 95) und Celine Mauer (96) gab es zum Jahresabschluss am 12. und 13. Dezember 2009 noch einen finalen Wettkampfhöhepunkt, bevor es danach in die Weihnachtszeit geht und eine Regenerationsphase angesagt ist. Beide konnten sich für die Hessenauswahl qualifizieren, die traditioneller Weise am Jahresende einen Ländervergleich gegen die Auswahlen Österreichs und Bayern austragen. Bei den Damen waren die Jahrgänge 95 bis 97 startberechtigt, bei den Herren die Jahrgänge 93 und 94. Ausgeschwommen wird der Ländervergleich über alle olympischen Schwimmstrecken. Qualifikationsgrundlage waren die ersten beiden Plätze der jeweiligen Altersklassenbestenliste dieser Kurzbahnsaison. Turnusgemäß war in diesem Jahr der Hessische Schwimmverband mit der Ausrichtung der Veranstaltung an der Reihe und als Austragungsort kam Rüsselsheim zum Zug.

Dabei konnte Julia Tilly (im Bild links) den Spitzenplatz über 50 m Freistil und 100 m Brust belegen und Celine Mauer (im Bild rechts) war die schnellste über 100 m Rücken und 100 m Schmetterling, obwohl sie in diesem Jahr noch zum jüngeren Jahrgang zählt. Neben diesen Einzelstrecken sicherten sie sich auch zusätzliche Starts im Rahmen der Staffeln. Ebenfalls bestand noch die Möglichkeit weitere Starts zu absolvieren, die dann allerdings nicht in die Ländervergleichswertung einbezogen wurden. So bekam Celine Mauer noch die Möglichkeit über 50 m Freistil und 200 m Rücken auf Bestzeitenjagd zu gehen und Julia Tilly unternahm den gleichen Versuch über die 100 m Rücken.

Die Vorbereitung verlief alles andere als optimal, aber leider doch fast schon in gewohnten Bahnen. Da in den vergangenen Wochen sämtliche Wettkampfhöhepunkt inklusive der Deutschen Kurzbahnmeisterschaften auf dem Programm standen und zudem der Krankenstand wöchentlich zunahm, zog Trainer Adam Ollé die berühmte Reißleine und gab kurzerhand die gesamte Woche trainingsfrei, damit sich endlich alle auskurieren und anschließend wieder der gewohnte Trainingsbetrieb aufgenommen werden kann. Bei Celine Mauer fruchtete die Erholungsphase und sie kam für ihre Verhältnisse mit guter Gesundheit zum Wettkampf. Bei Julia Tilly sah es nicht ganz so gut aus, aber zum Ende der Woche zeichnete sich ab, dass sie zumindest an den Start gehen kann, auch wenn sie noch nicht vollkommen auskuriert war. Während der allergrößte Teil der eigenen Mannschaft und der Konkurrentinnen in den bekannten und ab Januar verbotenen Hightechanzügen an den Start ging, verzichteten die HSC-Damen gewollter Weise auch bei diesem letzten Wettkampf auf das Wundermaterial.


Beide HSC-Damen rechtfertigen Nominierung mit Bestleistungen

Den ersten Start hatten Julia und Celine über 50 m Freistil und beiden konnten für sich gute Leistungen verbuchen. Julia Tilly verfehlte ihre Bestzeit lediglich um zwei Hundertstelsekunden und schlug nach ordentlichen 27,97 Sekunden erst zum zweiten Mal überhaupt unter 28 Sekunden an. Noch besser gelang diese Strecke Celine Mauer, die ihre Bestzeit um fast eine Sekunde unterbot und mit 27,89 Sekunden sogar die schnellste Hessin an diesem Vormittag war. Am Ende des ersten Wettkampfabschnittes traten beide HSC-Damen mit der Lagenstaffel an, in der Celine Mauer als Startschwimmerin über die 100 m Rücken in 1:07,79 Minuten erneut eine Bestzeit ablieferte. Auf sie folgte Julia Tilly als Brustschwimmerin und auch sie lieferte im Rahmen eines Staffelwettbewerbes in 1:15,13 Minuten eine persönliche Bestleistung ab. Obwohl die Staffel zu diesem Zeitpunkt noch aussichtsreich auf Platz zwei lag, war sie aber am Ende trotzdem chancenlos.
Nach der Mittagspause holte Julia Tilly zum Abschluss des ersten Wettkampftages über 100 m Brust in für sie sehr mäßigen 1:16,99 Minuten einen der insgesamt nur drei Podestplätze für die Damen. In besserer körperlicher Verfassung hätte sie sogar um den Sieg mitschwimmen können, da die Siegerin aus Österreich in 1:14,8 Minuten lediglich eine knappe halbe Sekunde unter Julias Bestzeit anschlug.

Am zweiten und zugleich letzten Wettkampftag hatte dann Celine Mauer das Pech, ihre beiden Starts über 100 m Rücken und 100 m Schmetterling innerhalb weniger Minuten direkt hintereinander absolvieren zu müssen. Pech zwar für sie, aber von den Landestrainern durch die gewählte Aufstellung aber absichtlich so vorgesehen, stand sie keine zehn Minuten nach den 100 m Rücken, die sie in sehr guten 1:07,93 Minuten als Vierte beendete, wieder auf dem Startblock. Für die nun folgenden 100 m Schmetterling fehlte ihr die Kraft und sie war auch in 1:08,59 Minuten fast 1,5 Sekunden länger unterwegs als während ihrer Bestleistung, die sie acht Tage zuvor erzielen konnte.
Julia Tilly durfte am Sonntag dann noch außer Konkurrenz über die 100 m Rücken antreten und konnte mit einer tollen neuen Bestzeit überzeugen. Sie schlug nach sehr guten 1:08,32 Minuten an und verbesserte ihre erst eine Woche alte Bestzeit noch mal um mehr als eine Sekunde. Ihren finalen Start durfte sie im Rahmen der 4 x 100 m Freistilstaffel absolvieren. Als Startschwimmerin nominiert hatte sie dadurch die Gelegenheit, zusätzlich eine offiziell gültige Einzelzeit zu schwimmen. Auch wenn von vorne herein wieder klar war, dass die Staffel kaum eine Chance gegen die übermächtigen Österreicherinnen und Bayern haben würde, gab Julia wiederum alles und lieferte erneut, dieses Mal in 1:02,13 Minuten, eine Bestzeit ab.


Ernüchterndes Endergebnis für die Hessenauswahl

Leider belegte die Hessenauswahl auch in diesem Jahr abgeschlagen den letzten Platz und war alles in allem chancenlos. Allerdings trug auch die Aufstellung nicht dazu bei, das Optimale herauszuholen. Da es ja immer nur maximal zwei Läufe pro Wettkampfstrecke gab, waren die Pausen natürlich entsprechend kurz. Und offensichtlich stellten die Auswahltrainer die Mannschaft ausschließlich nach der Bestenliste auf, ohne der Wettkampffolge besondere Beachtung zu schenken. So kam es mehrfach vor, dass Athleten nach knapp fünf Minuten Pause erneut auf den Block klettern mussten und durfte noch quasi außer Atem ihr nächstes Rennen bestreiten.
Die nicht vorhandene Logik und Sinnhaftigkeit einer solchen Aufstellung bleibt das Geheimnis der verantwortlichen Landestrainer und hat nicht nur bei den betroffenen Athleten für Verständnislosigkeit und bei Heimtrainer Ollé für Kopfschütteln gesorgt. „Aber wenigstens haben unsere HSC-Damen mit einer guten Einstellung und starken Leistungen gezeigt, dass es für sie eine Ehre war, für die Auswahlmannschaft starten zu dürfen.“ zieht Ollé zumindest aus Hofheimer Sicht eine positive Bilanz.

Beide beendeten ein erfolgreiches Wettkampfjahr 2009 und etablierten sich als Hessische Speitzenschwimmerinnen innerhalb ihrer jeweiligen Altersklasse. Beide führen die Bestenlisten auf der Kurzbahn in drei verschiedenen Lagen an. Julia Tilly ist die Nummer Eins über 50 m Freistil, Rücken und Brust sowie über 100 m Rücken und Brust. Mit insgesamt acht Spitzenplätzen (50 m Freistil, Rücken und Schmetterling, 100 m Rücken und Schmetterling, 200 m Rücken, sowie 100 m und 400 m Lagen) kann Celine Mauer sogar noch drei Spitzenplätze mehr ihr eigen nennen. Beide haben sich als Ziel für das kommende Jahr vorgenommen, sich auch auf Bundesebene weiter nach vorne zu schwimmen ...