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Zahlreiche Vereinsrekorde bei Deutschen Kurzbahnmeisterschaften trotz Verzicht auf Hightechanzüge [11/2009]

Vom 26.-29. November 2009 fanden wieder im Essener Hauptbad die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften im Schwimmen statt. Nominell reiste Trainer Adam Ollé mit den gleichen neun jungen Damen nach Essen, die drei Wochen zuvor bei den Hessischen Kurzbahnmeisterschaften für Furore und zahlreiche Titel gesorgt hatten. Da es bei den nationalen Kurzbahntitelkämpfen ausschließlich eine offene Wertung gibt, konnten die HSC-Damen aus Sicht ihres Trainers völlig unbeschwert an den Start gehen, da es keine Jahrgangswertungen gab und es dadurch für alle „nur“ darum ging, die eigenen persönlichen Bestleistungen zu verbessern. So sah es die Theorie in Gedanken des Trainers vor, jedoch erwies sich der Einstieg in den Wettkampf als sehr zäh und es bedurfte am Ende des ersten Wettkampftages noch einer Mannschaftssitzung und klarer Worte, bevor das Team der HSC-Schwimmerinnen den Hebel umlegen konnte und anschließend mit starken Leistungen glänzen konnte.

Des Weiteren gilt es positiv hervorzuheben, dass der HSC komplett darauf verzichtete, die so genannten „Hightechanzüge“ zu verwenden, die ab 2010 verboten sein werden. Alle HSC-Athleten gingen ausschließlich mit textilen Anzügen an den Start, die aus Materialien bestehen, die auch 2010 noch erlaubt sind. Obwohl dadurch natürlich materialbedingte Nachteile im Vergleich zur Konkurrenz in Kauf genommen wurden, wurde diese Entscheidung schon sehr früh in der Saison getroffen und konsequent in die Tat umgesetzt. „Fast die gesamte 1. Mannschaft schwimmt noch im Jahrgangsbereich und beschäftigt sich im Training mit Grundlagen. Zunächst einmal sollen sie ihren Sport, nämlich das Schwimmen an sich, erlernen, bevor für Unsummen von bis zu 400 Euro Anzüge angeschafft werden und ihnen technisch etwas vorgaukeln, was sie gar nicht können.“ erklärt Ollé die Maßnahme. „Außerdem dürfen die Anzüge nur noch vier Wochen benutzt werden und was soll ich denn mit den jetzt noch in diesen Anzügen geschwommen Zeiten anfangen? Ich will ehrliche Zeiten unter den Bedingungen erzielen, wie sie dann auch ab 2010 gelten, um die Entwicklung der Athleten auch vernünftig einschätzen zu können.“


Unglücklicher Auftakt prägt den ersten Wettkampftag

Für den ersten Start aus Hofheimer Sicht durfte Julia Tilly (Jahrgang 95) den Startblock besteigen. Die beste Hofheimer Brustschwimmerin war trotz kleiner gesundheitlicher Probleme in hervorragender Form und durfte sehr zuversichtlich sein, ihren eigenen Vereinsrekord über 100m Brust brechen zu können. Nachdem sie zuvor etwas zu forsch in ihr Rennen gegangen war, versuchte ihr Trainer sie durch gezielte taktische Anweisungen optimal für das Rennen einzustellen. Und Julia ging in der Tat deutlich ruhiger in das Rennen, doch zeigte sich schon im zweiten Rennviertel, dass sie sich zu ruhig, sogar viel zu ruhig durch das Becken bewegte, was sich an der deutlich zu niedrigen Frequenz auch äußerlich gut sichtbar widerspiegelte. Mit 36,5 Sekunden bei Halbzeit war sie bereits weit hinter der Marschtabelle zurück und auch engagierte zweite fünfzig Meter konnten das Rennen nicht mehr in die gewünschte Richtung drehen. Nach enttäuschenden 1:16,45 Minuten schlug sie an und wusste dann auch sogleich bei der Rennanalyse, dass sie das Rennen sprichwörtlich verpennt hatte.

Und leider schien das Ergebnis die gesamte Mannschaft zu paralysieren und es war keine Spur mehr von Selbstvertrauen zu sehen und zu spüren. Ganz im Gegenteil machte sich eine seltsam gedrückte Stimmung im Team breit, die nach und nach fast jede Athletin vereinnahmte und zu lähmen schien. Nach Julias Rennen stand ein Großteil des Teams um sie herum und machten den Eindruck als würden gleich alle gemeinsam mit der Titanic untergehen. Dabei hatte Julia, in bester Absicht ein gutes Rennen abzuliefern, lediglich einen taktischen Fehler gemacht, der im Grunde ganz einfach mit ihrer Nervosität und Unerfahrenheit begründet werden konnte. Aber irgendwie machte sich in den Köpfen anscheinend der Irrglaube breit, man sei nicht fit und man würde hinterher schwimmen.

Bei den nachfolgenden 50m Schmetterling von Bettina Fuhr (94) und Celine Mauer (96) konnten beide quasi ihre Bestzeiten egalisieren, aber es kam auch bei ihnen keine richtige Freude auf. Bettina Fuhr erreichte in 29,97 Sekunden exakt ihre letztes Wochenende erzielte Bestzeit, wobei die aktuelle Leistung, da elektronisch genommen, sicherlich einen höheren Stellenwert besitzt als die handgestoppte vor sechs Tagen. Celine Mauer blieb in 30,14 Sekunden gerade einmal zwei Hundertstelsekunden hinter ihrer Bestzeit zurück, schaute aber nach dem Rennen als so düster aus der Wäsche als wäre sie gerade eine völlig indiskutable Zeit geschwommen.

Anschließend stand die Premiere von Aurica Ritter (94) über 200m Rücken an. Nachdem sie sensationell vor drei Wochen zur viertschnellsten Hessin in dieser Disziplin aufgestiegen war, hatte sie die folgenden Wochen ausschließlich mit ihrem kranken Körper zu kämpfen, so dass an systematisches Training nicht zu denken war. Ihre Leistungsfähigkeit konnte im Vorfeld nicht eingeschätzt werden und musste sich während des Rennes offenbaren. Bei 100m war sie mit 1:11,0 Minuten sogar noch etwas schneller als bei den Hessen Meisterschaften, doch dann ließen die Kräfte mehr nach als ihr lieb war. Auch sie war offenkundig nach dem Anschlag traurig, obwohl sie in 2:27,35 Minuten nur 2,5 Sekunden über ihrer Bestmarke anschlug und Trainer Ollé mit der Endzeit gut leben konnte und keinesfalls enttäuscht war.


Julia Tilly und Celine Mauer überzeugen in Freistilstaffel

Den Tagesabschluss bildeten die beiden Freistilstaffeln, bei denen Larissa Jährig (94) und Chiara Passmann (96) ihr Debüt in der zweiten Hofheimer Staffel gaben. Larissa Jährig schwamm als Startschwimmerin in 28,96 Sekunden eine neue Bestzeit, hat aber wie des Öfteren schon Schwächen im Übergang bei Start und Wende gezeigt, die einer noch besseren Zeit entgegen standen. Anschließend kam mit Christina „Ede“ Grölz die erfahrenste Staffelschwimmerin zum Einsatz und übergab nach mittelprächtigen 28,00 Sekunde auf Debütantin Chiara Passmann, die mit 29,32 Sekunden etwas hinter ihren Möglichkeiten zurückblieb, die sie bei den Hessenmeisterschaften mit 28,8 Sekunden andeutete. Als Schlussschwimmerin durfte Brustschwimmerin Franziska Eichhorn (94) erstmals überhaupt in einer Freistilstaffel schwimmen. Sie vertrat die beruflich bedingt abwesende Katharina Ebrecht, die dieses Jahr gar nicht mit nach Essen fahren konnte. Man sieht Franziska beim Kraulschwimmen relativ deutlich an, dass dies nie ihre Lieblingslage sein wird. Und zudem hat sie traditionell Probleme auf höhere Frequenzen zu kommen, wodurch man als Zuschauer und besonders als Trainer stets den Eindruck hat, dass es mit schnelleren Armbewegungen auch noch etwas schneller voran gehen könnte. Sie kämpfte sich tapfer durch und beendete die 50m Freistil nach 29,65 Sekunden mit einem sehr verhaltenen Anschlag und der Endzeit von 1:55,93 Minuten, die in diesem Fall wirklich nicht als zufrieden stellend angesehen werden konnte.

Als beste Starterin erhielt Julia Tilly das Privileg die erste HSC-Staffel in das Rennen zu bringen. Sie kam gewohnt gut vom Block weg, schwamm flüssig und lag an der Spitze des Feldes als sie nach 27,95 Sekunden mit neuer Bestzeit anschlug und Bettina Fuhr ins Rennen schickte. Bettinas Start hätte aus Sicht des Trainers deutlich explosiver sein dürfen. Ihre Absprungrichtung war zu sehr Richtung Wasser geneigt, wodurch sie nur eine relativ kurze Flugphase hatte und recht früh im Wasser war. Im Wasser angekommen schwamm sie ein solides, aber nicht außergewöhnliches Rennen und übergab das Zepter nach 27,89 Sekunden an Celine Mauer, die ihr Rennen kaum erwarten konnte und sich wie vom Bogen abgeschossen vom Block katapultierte. Ihre Wechselzeit lag bei exakt 0,00 Sekunden, was man durchaus als „Monsterwechsel“ bezeichnen darf. Das Staffelküken zeigte ihre bemerkenswerten Sprintfähigkeiten und Schlug nach sehr guten 27,39 Sekunden gegen die Anschlagmatte und übergab an Schlussschwimmerin Aurica Ritter. Allerdings schien Aurica irgendwie nicht ganz mit den Gedanken bei der Sache zu sein. Der Startsprung ähnelte mehr einem Hochsprungversuch ohne Latte und an der Wende angekommen machte sie den zweiten, noch gravierenden Fehler, indem sie bereits zwei Meter vor der Wand den letzten Armzug machte und quasi an die Wand heran glitt anstelle zu schwimmen. Als Strafe wurde sie während der Wende von der Nachbarbahn überholt und konnte den Rückstand bis zum Anschlag nach 28,05 Sekunden auch nicht mehr ganz aufholen. In 1:51,28 Minuten lieferten die Damen ein ordentliches Rennen ab, verfehlten das insgeheim angepeilte Ziel, den Vereinsrekord unter 1:50 Minuten zu drücken jedoch deutlich.


Gute Stimmung und Vereinsrekorde am zweiten Wettkampftag

Nach einer Mannschaftssitzung bei der von Trainerseite versucht wurde, die Geschehnisse aufzuarbeiten und eine freudigere Grundstimmung zu erzeugen, ging es am Samstagmorgen zum zweiten Wettkampftag erneut ins Bad. Und mit der erneuten Ankunft im Essen Hauptbad schien auch endlich der Wettkampf wirklich begonnen zu haben. Das ängstliche Auftreten war verschwunden und die Körpersprache war positiv und es kam auch endlich eine gewisse Freude zum Vorschein, mit den besten des Landes schwimmen zu dürfen.

Das erste Rennen waren die 50m Rücken und wieder machte Julia Tilly den Anfang für den HSC. Da die Taktik im Sprintbereich eine untergeordnete Rolle spielt, gab es auch keine großen taktischen Anweisungen von Trainerseite, die zur Verwirrung hätten führen können. „Kopf runter und durch“ war eher angesagt. Julia kam gut vom Block weg und lag von Anfang in Führung und auf Bestzeitkurs. Bis auf den letzten Armzug lieferte sie ein ausgezeichnetes Rennen ab, doch dann verpatzte sie den Anschlag und war viel zu weit weg von der Wand und büsste noch einiges an Zeit ein. Trotzdem leuchtete an der Anzeigentafel mit 31,05 Sekunden ein neuer Vereinsrekord auf. Julia verbesserte sich trotz des Missgeschicks um genau eine halbe Sekunde und war berechtigter Weise trotzdem etwas sauer, weil sie mit normalem Anschlag sicher unter 31 Sekunden geblieben wäre.

Unmittelbar nach ihr startete Celine Mauer (im Bild links) über die gleiche Strecke und war bei Halbzeit noch etwas schneller als Julia. Sie kann zwar deutlich höhere Geschwindigkeiten schwimmen, ist aber im Gegensatz noch nicht in der Lage das Tempo so hoch zu halten, so dass sie am Ende stets in Schwierigkeiten kommt, den Vorsprung nach Hause zu schwimmen. Auch in Essen war dies wieder der Fall und so musste sie sich in 31,35 Sekunden geschlagen geben. Allerdings muss auch bei ihr erwähnt werden, dass sie noch zu den wenigen gehört, die im einfachen Badeanzug schwimmen und zudem war sie eigentlich seit Anfang Oktober ständig krank und kaum im Training.

Als dritte und letzte im Bunde über 50m Rücken startete die bisherige Vereinsrekordhalterin Aurica Ritter (im Bild rechts). Sie hat bekanntermaßen noch kleinere Schwierigkeiten im Start- und Übergangsbereich und kommt dadurch nur etwas schleppend ins Rennen und profitiert aber anschließend von ihrem Stehvermögen. Sie ist mit Abstand die schnellste Hofheimerin auf der zweiten Teilstrecke und schafft es damit immer wieder, ihre Konkurrentinnen gerade noch abzufangen. Aber dieses Mal war der Start doch etwas zu schlecht und sie war für ihre Verhältnisse an der Wende weiter zurück als gewöhnlich. Sie konnte zwar wieder aufholen, verfehlte aber den neuen Vereinsrekord mit 31,48 Sekunden deutlich und musste ihn Julia Tilly überlassen. Aber sowohl Celine, als auch Aurica schworen „Rache“ für die kurz darauf stattfindenden Lagenstaffel, bei der beide erneut als Rückenschwimmerinnen die Chance hatten, den Rekord zu brechen. Natürlich wollten es beide nicht auf sitzen lassen, den Rekord einer „Brustschwimmerin“ zu überlassen ;-)

Aber zuvor startete Julia Tilly noch über ihre Lieblingsstrecke, den 50m Brust. Nachdem sie mit Bestzeiten über 50m Freistil und Rücken glänzte, war auch hier eine Bestzeit im Bereich des möglichen. Allerdings hatte sie Probleme mit der Neigung der Startblöcke, so dass sie etwas tiefer als gewöhnlich eintauchte. Eine noch im Training abzustellende Schwäche beim Tauchzug führte dann zusätzlich noch dazu, dass etwas zu steil auftauchte und dabei Geschwindigkeit einbüßte. Diese Kleinigkeiten summierten sich dann zu 34,31 Sekunden, wodurch sie ihre Bestmarke um ein paar Hundertstelsekunden verfehlte.


Kuriositäten und unglaubliche Wechsel bei der Lagenstaffel

Der nicht existente „Staffelwechsel-Gott“ wäre an diesem Samstag mit Sicherheit ein Hofheimer gewesen, sofern er denn existierte. Denn soviel Glück, natürlich auch gepaart mit Können, kann man nicht allzu oft in Anspruch nehmen, wie es bei der 1. Hofheimer Mannschaft der Fall gewesen war.
Celine Mauer schwamm in Rückenlage an und war schneller unterwegs als je zuvor in ihrem noch jungen Leben. An der Wende zeigten die Uhren phänomenale 14,9 Sekunden an als sie sich wieder abstieß. Sie war anschließend sogar so schnell, dass sie mit dem Anschlag völlig daneben lag und noch zu einem Armzug ansetzte als sie eigentlich schon an der Anschlagmatte war. Die Folge war sehr kurios, denn sie schlug mit dem Kopf an, womit sie zunächst ihre Staffelkameradin Julia Tilly völlig aus dem Konzept brachte, da sie verständlicher Weise nicht ahnen konnte, dass Celine mit einem eher selten für den Anschlag verwendeten Körperteil anschlug und dem entsprechend natürlich schon früher gesprungen war. Trotz des Kopfanschlages leuchtete auf der Anzeigentafel mit 31,02 Sekunden ein neuer Vereinsrekord auf, der bei normalem Anschlag sogar bei 30,6 Sekunden hätte liegen können. Kopfschmerzen bereitete der Wechsel nur ganz kurz, denn der „Staffelwechsel-Gott“ hielt seine schützende Hand über die Damen, indem die Wechselzeit, also die Differenz zwischen Anschlag und verlassen der Füße des Blocks bei exakt 0,00 Sekunden lag! Julia Tilly schwamm dann mit 33,76 Sekunden ein ordentliches, aber nicht überragendes Rennen, da sie eigentlich damit rechnete, einen Frühstart begangen zu haben.
Sie übergab an Delfinschwimmerin Bettina Fuhr, die ebenfalls in 29,67 Sekunden ein solides Rennen ablieferte. Allerdings hat sie sehr häufig Schwierigkeiten, den Anschlag richtig zu treffen und kommt in der Regel immer gleitend an die Wand und verliert dadurch Zeit. Auch dieses Mal war der Anschlag alles andere als optimal und stellte Schlussschwimmerin Christina Grölz vor unerwartete Probleme auf dem Block. Sie sprang sehr früh ab und auf der Tribüne ging ein Raunen durch den Hofheimer Anhang, der den Wechsel aus sehr guter Position verfolgen konnte. Niemand wusste genau, ob der Wechsel regelkonform war oder nicht. Auf jeden Fall schwamm Christina Grölz in 27,34 Sekunden ihr schnellstes Staffelrennen und brachte die Staffel in 2:01,78 Sekunden mit neuem Vereinsrekord ins Ziel und verbesserte die alte Marke um 2,5 Sekunden! Allerdings musste nun gebannt gewartet werden, ob noch eine Disqualifikation folgen würde. Aber unsere Ede schaffte das Kunststück eines perfekten, nicht zu übertreffenden Wechsels. Denn die Wechselzeit lag bei exakt -0,03 Sekunden, was nach Wettkampfregeln exakt die schnellst mögliche erlaubte Zeit darstellt. Nachdem die Staffel im Vorjahr wegen eines Wechsels mit -0,06 Sekunden knapp disqualifiziert wurde, blieben die Damen dieses Mal in der Wertung und der Rekord ist offiziell.

Auch bei der Lagenstaffel war der HSC mit zwei Mannschaften vertreten, damit weitere Schwimmerinnen an größere Aufgaben herangeführt werden und bei wichtigen Wettkämpfen Erfahrungen sammeln können. In dieser Staffel gab Martina Dillenberger (94, im Bild rechts) als Delfinschwimmerin ihr Debüt bei Deutschen Meisterschaften. Aber zunächst waren erst andere im Wasser, bevor sie auf den Block kletterte. Den Beginn machte Rückenspezialistin Aurica Ritter, für die zuvor die 50m Rückenstrecke im Einzelwettkampf nicht optimal verlief. Aber bekanntlich setzt ein Staffelstart noch Zusatzmotivation frei, die Aurica dann auch in eine gute Zeit umsetzen konnte.
Der Start verlief diesmal besser und sie absolvierte die 50m Rücken in 31,16 Sekunden in neuer Bestzeit und übergab an Brustschwimmerin Chiara Passmann, die ihre Sache in 35,03 Sekunden sehr ordentlich machte. Allerdings muss sie besonders bei der Beinarbeit ihre Defizite angehen und beheben, wodurch sie sich zeitentechnisch enorm verbessern kann. Anschließend durfte dann auch endlich Martina Dillenberger ihre 50m Schmetterling schwimmen. Ihr Wechsel war etwas geprägt von der sehr starken Nervosität und war aus Trainersicht sehr sicher (was nichts weiter bedeutete als dass sie viel früher hätte starten könne;-) Mit 31,38 Sekunden lieferte sie einen sehr ordentlichen Einstand ab, da sie gut eine halbe Sekunde unter ihrer Einzelbestzeit in der gleichen Disziplin blieb. Als Schlussschwimmerin wurde dann Larissa Jährig (im Bild links auf die Reise geschickt, bei der sich über die Kraulteilstrecke bekannte Probleme zeigten, nämlich, dass sie im Übergang mit dem ersten Armzug noch zu früh dran ist, wodurch sie eine kleine künstlich Pause einlegen muss, welche bei den hohen Schwimmgeschwindigkeiten bei den Sprintstrecken zu spürbaren Zeitverlusten führt.
Sie brachte die Lagenstaffel nach 28,60 Sekunden und 2:06,17 Minuten ins Ziel, womit die Damen nur knapp zwei Zehntelsekunden über ihrer Qualifikationszeit blieben, die sie bei den Hessen Meisterschaften erzielten. Allerdings hätten sie auch deutlich darunter blieben können, wenn die Wechsel insgesamt schneller gewesen wären. Denn im Vergleich zur ersten Staffel waren sie bei den drei Wechseln insgesamt fast 0,75 Sekunden langsamer, was einer gefühlten Ewigkeit gleich kommt.


Aurica Ritter glänzt mit Vereinsrekord am Abschlusstag

Der letzte Wettkampftag blieb nur Aurica Ritter vorbehalten, die als einzige noch über die 100m Rücken antrat. Die Stimmung war den Morgen über sehr gut und sie war zwar aufgeregt, aber auch voller Vorfreude und Tatendrang. Gleich im ersten Lauf durfte sie auf die Bahn, wo eben noch zuvor Vizeweltmeister Helge Meeuw sich als Vorlaufschnellster für die Finals am Nachmittag qualifizierte. Wenn das mal kein gutes Omen ist;-)
Aurica hatte klare Vorgaben für das Rennen, die sie bis zur Halbzeit gekonnt umsetzte. Mit 32,50 Sekunden war sie mit an der Spitze und genau im Rennplan. Auf der dritten Bahn konnte sie dann dem Feld leicht davon ziehen und lag nun an der letzten Wende mit einer halben Körperlänge vorn und lag zudem auch noch klar auf Vereinsrekordkurs. Auf der letzten Bahn verteidigte sie gekonnt den Vorsprung und gewann ihren Vorlauf mit neuem Vereinsrekord in 1:06,85 Minuten und war sehr glücklich über den Anblick auf der Anzeigentafel. Sie verbesserte sich um fast eine ganze Sekunde und man merkte ihr von Wettkampftag zu Wettkampftag an, dass sie immer besser in Form kam und der Körper seine Leistungsfähigkeit nach und nach zurück erlangte. Lediglich den Beinschlag auf den letzten zehn Metern konnte sie nicht mehr in ganzer Stärke halten. Zusammen mit dem Start und dem Delfinbeinschlag unter Wasser hat sie noch einiges an Potential, welches es in den kommenden Trainingsmonaten zu entwickeln gilt.

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