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Großartige Leistungen und das Quäntchen Glück beim Schwimmtest in Darmstadt [03/2009]

Mit dem Schwimmfest der TSG Darmstadt am 28. und 29. März 2009 auf der 50 m Bahn des Darmstädter Nordbads stand der Abschluss der ersten heißen Wettkampfphase der diesjährigen Langbahnsaison auf dem Programm. Getrübt wurde der Wettkampf lediglich von der unverhältnismäßig großen Anzahl an Starts. Der Veranstalter hatte mehr als 3000 Meldungen erhalten und sah sich gezwungen, die Anfangszeiten am Sonntag in den sehr frühen Morgen vorzuverlegen, um den knapp elf Stunden langen Wettkampftag überhaupt noch über die Bühne zu bekommen. Um sich, den Athleten, Eltern und Kampfrichtern diese Tortur zu ersparen, reduzierten die Hofheimer Trainer daraufhin die Starts ihrer Athleten und beschlossen, am Sonntag erst gegen 14 Uhr ins Renngeschehen einzugreifen und strichen alle Starts des Sonntagvormittags.
Im Nachhinein trug diese Maßnahme Früchte, denn besonders am Sonntagnachmittag gelangen noch zahlreiche Qualifikationen für die Süddeutschen Meisterschaften. Dabei zeichneten sich besonders die HSC-Schwimmerinnen mit „Punktladungen“ aus, indem es bei einem halben Dutzend an Starts gelang, jeweils um wenige Hundertstelsekunden unter der geforderten Norm zu bleiben. Trainer Adam Ollé sprach daher auch von einer perfekten Vorbereitung und Umsetzung ;-)


Celine Mauer qualifiziert sich für Deutsche Meisterschaften

Nachdem Celine Mauer (Jahrgang 96) ihre Krankheit auskuriert hat, kommt nun langsam aber sicher die gute Trainingsarbeit in Form von starken Leistungen zum Vorschein. Nachdem sie am Wochenende zuvor in Dillenburg über 200 m Rücken und 200 m Lagen die ersten Pflichtzeiten für die Süddeutschen Meisterschaften Anfang Mai in Burghausen unterbieten konnte, legte sie in Darmstadt noch mal ordentlich nach und „hamsterte“ weitere Pflichtzeiten. Insgesamt reichte es für die D-Kader-Athletin über 100 m Freistil, 100 m Rücken und 100 m Schmetterling zu weiteren drei Pflichtzeiten für Burghausen. Besonders zufrieden zeigte sich ihr Trainer mit den zuletzt geschwommen 100 m Schmetterling, da Celine dort endlich die geforderte Taktik bereitwillig umsetzte und in der ersten Rennhälfte wesentlich verhaltener agierte als man es von ihr gewohnt war. Belohnung war eine hervorragende zweite Bahn und eine Punktlandung für die geforderte Pflichtzeit. In neuer Bestzeit von 1:12,66 Minuten blieb sie exakt vier Hundertstelsekunden unter der geforderten Norm.
Den größten Coup landete sie allerdings bei den 200 m Lagen, bei denen sie ihre Bestzeit um fast drei Sekunden auf 2:38,2 Minuten verbesserte und es ihr erstmals gelang, sich für die Deutschen Meisterschaften zu qualifizieren.


Simon Pistor löst Ticket für Burghausen

Nachdem Simon Pistor (93) letztes Wochenende noch denkbar knapp an der Qualifikationsnorm über 200 m Schmetterling gescheiter war, ließ er in Darmstadt nicht anbrennen und qualifizierte sich ganz souverän für die Süddeutschen Meisterschaften. Mit der neuen persönlichen Bestleistung von 2:23,69 Minuten blieb er fast drei Sekunden unter der Norm und auch unter seiner alten Bestzeit. Über 100 m Schmetterling ließ er in 1:04,3 Minuten eine weitere Bestzeit folgen, muss aber bei den kommenden Wettkämpfen noch etwas mehr als eine Sekunde zulegen, um eine weitere Startberechtigung für Burghausen zu erlangen.

Mit sehr starken und taktisch brillanten Vorstellungen tastete sich Christina Grölz (86) Schritt für Schritt an die 100 m Freistil Pflichtzeit heran. Zunächst schwamm sie in der Lagenstaffel ihre bis dato beste Zeit mit 1:00,67 Minuten, welche aber aufgrund der Staffel nicht als Einzelbestzeit anerkannt werden kann. Kurz darauf legte sie im Einzelrennen mit 1:01,53 Minuten eine neue Bestzeit hin und war damit auch die Schnellste der gesamten Veranstaltung, blieb aber knappe 13 Hundertstelsekunden über der geforderten Pflichtzeit. Aber aufgrund ihrer ausgestrahlten Stärke und ihres Siegeswillens durfte sie in der abschließenden Freistilstaffel als Startschwimmerin einen weiteren Versuch starten. Und wie vom Trainer erhofft, setzte sie zielgenau die Vorgaben um und steigerte sich ein weiteres Mal auf eine neue Bestzeit und schaffte mit den finalen 1:01,23 Minuten endlich die ersehnte Qualifikation für die Süddeutschen Meisterschaften. „Das waren taktisch und willenstechnisch hervorragende Rennen. Sie hatte die Stärke und Ruhe, genau die besprochene Marschroute umzusetzen und hat sich diese Zeit redlich erarbeitet und verdient“ lobte sie ihr Trainer.


Beide Damenstaffeln unterbieten Pflichtzeit um einen Wimpernschlag

Viel spannender als die beiden 4 x 100 m Staffeln bei den Damen über Lagen und Freistil kann man es aus Hofheimer Sicht ganz sicher nicht mehr machen. Obwohl der HSC aufgrund der Abwesenheit von Aurica Ritter und Bettina Fuhr, die mit der Hessenauswahl zeitgleich in Riesa beim Süddeutschen Ländervergleich antraten, auf zwei starke Kraulerinnen verzichten musste, stand nach wie vor das klare Ziel, sich bereits in Darmstadt mit beiden Staffeln für Burghausen zu qualifizieren. Und aufgrund der in den vergangenen Monaten hart erarbeiteten Leistungsbreite innerhalb der Damenmannschaft, rückten andere jungen HSC-Damen in die Staffeln nach, um gemeinsam, das große Ziel zu erreichen. Und die Art und Weise der gemeinsamen Vorbereitung unmittelbar vor Rennbeginn zeigt die große Motivation und den Zusammenhalt innerhalb des Teams. Nachdem man sich so richtig heiß gemacht hatte, ging es vor zum Start.

Die 4x100m Lagenstaffel Los ging es mit der Lagenstaffel (im Bild rechts), in der Celine Mauer, Julia Tilly, Martina Dillenberger und Christina Grölz darum kämpften, um unter 4:50,00 Minuten zu bleiben. Zunächst sah es nicht ganz so gut aus, da die Rücken- und Brustzeit jeweils etwas hinter der Marschtabelle zurück blieben. Schmetterlingsschwimmerin Martina Dillenberger brachte dann als Dritte genau die eingeplante Leistung und bei den finalen 100 m Kraul musste Schlussschwimmerin Christina Grölz so richtig einen „raushauen“, um noch die Qualifikationsnorm zu unterbieten. Und wie bereits erwähnt, ließ sie sich nicht lumpen und gab mächtig Gas. An der Wende holte sie die 1,5 Sekunden vor ihr gestartete Eschborner Schlussschwimmerin ein, ließ sie anschließend hinter sich und machte sich auf die Verfolgung der Darmstädter Staffel. Zwar konnte sie letztlich auch auf Darmstadt knapp zwei Sekunden aufholen, doch reichte es am Ende „nur“ zum zweiten Platz. Mit ihren 1:00,67 Minuten blieb sie zu diesem Zeitpunkt mehr als eine Sekunde unter ihrer Bestzeit, die sie anschließend noch zwei Mal im Verlauf des Wettkampftages verbessern sollte. Viel wichtiger aber war der große Jubel, nachdem klar war, dass sie in 4:49,87 Minuten die Pflichtzeit unterboten hatten und damit auch den Vereinsrekord um mehr als zehn Sekunden pulverisiert hatten.

Die 4x100m Freistilstaffel Zum Abschluss der gesamten Veranstaltung standen am Sonntagabend nach 19 Uhr noch die Freistilstaffeln auf dem Programm. Und weil es anscheinend für die HSC-Damen zuvor bei der Lagenstaffel nicht spannend genug zu sein schien, lieferten sie einen weiteren Krimi ab.
Zwar wurde es platzierungstechnisch nicht wirklich spannend, da Christina Grölz mit ihrer Bestzeit als Startschwimmerin die Staffel bereits weit in Front brachte. Julia Tilly und Celine Mauer vergrößerten zwar den Vorsprung auf gut drei Sekunden, doch war die Gesamtzeit nach drei Vierteln der Staffel langsamer als eingeplant und die Chance, unter den angepeilten 4:15,00 Minuten zu bleiben nur noch sehr gering. Die letzte Hofheimerin musste ihre gerade erst kurz zuvor im Einzelrennen erzielte Bestzeit erneut um 2,5 Sekunden steigern, um die Staffel nach Burghausen zu bringen. Dies schien eigentlich nicht möglich zu sein. Aber nur eigentlich, denn nun schlug sozusagen die Stunde (oder besser die Minute;-) von Schlussschwimmerin Larissa Jährig. Auch sie lauschte vor dem Rennen aufmerksam der taktischen Gestaltung ihres Rennens und setzte das Gesagte mit der notwendigen Konzentration im Wasser um. An der 50 m Wende war sie bereits schneller als im 50 m Einzelrennen, obwohl sie mit ruhigeren Frequenzen und dosierterem Beinschlag unterwegs war. Nach der Wende wurde der „Beinturbo“ gezündet und sie legte ordentlich nach. Und im Gegensatz zum Einzelrennen „kackte“ sie diesmal auf den letzten 15 Metern nicht ab, sondern zog das Rennen bis zum Anschlag auf allerhöchstem Niveau durch und brachte den Staffelsieg souverän nach Hause. Trainer Adam Ollé traute kaum seinen Augen als er Larissa Jährigs Einzelzeit von der Uhr ablas. Unglaublich 1:03,27 Sekunden standen dort zu lesen, womit sie ihre wenige Stunden alte Bestzeit noch mal um 2,5 Sekunden steigerte. „Ein sensationelles Rennen von Larissa!“ freute sich Ollé am Beckenrand. Blieb nur noch die Frage nach der Pflichtzeit zu klären. Oder auch nicht, denn die beiden Uhren des Trainers zeigten 4:15,00 und 4:15,03 an. Also musste man aufgrund der elektronischen Zeitnahme auf die Veröffentlichung des Ergebnisses warten, um Klarheit über die Endzeit zu bekommen. Das bange Warten hatte aber ein schnelles Ende und wieder lagen sich die Damen in den Armen, da es ihnen erneut gelungen war, um wenige Hundertstelsekunden unter der Norm zu bleiben. Am Ende schlug Larissa Jährig nach exakt 4:14,91 Minuten an und sorgte für einen gelungenen Abschluss eines ereignisreichen Nachmittags.


Lisa Mauer und Leon Müller mit Siegen für die Talentgruppe

Nachdem die Talentgruppe vor zwei Wochen in Wetzlar nur sehr reduziert an den Start ging, konnten an diesem Wochenende immerhin neun Schwimmer an dem Wettkampf in Darmstadt teilnehmen. Genau wie bei den anderen Mannschaften des HSC, wurden auch die Starts der Talentgruppe aufgrund des hohen Meldeaufkommens gekürzt. Die Talentgruppe wurde vertreten durch Sonja Lehr (00), Lisa Mauer (99), Tabea Merlevede (00), Leon Müller (00), Jule Peters (98), Ester Rizzetto (99), Sara Rizzetto (99), Henry Schwerdtner (00) und Anna Wattendorf (00).

Insgesamt lief der Wettkampf für die Talentgruppe relativ durchwachsen. Die besten Leistungen zeigte Tabea Merlevede (00), die bei all ihren Starts ihre Kurzbahnbestzeiten unterbieten konnte. Eine sichere Medaillenbank war wiedermal Lisa Mauer (99), die mit zwei Siegen, jeweils einem zweiten und dritten Rang, bei jedem Start einen Podestplatz erreichen konnte. Weitere Medaillen gewannen Leon Müller (Gold), Sonja Lehr (2x Silber), Sara Rizzetto (Silber) und Henry Schwerdtner (Bronze).

Einzelergebnisse des HSC