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Jahresabschluss beim Kelkheimer Weihnachtsschwimmen auf hohem Niveau [12/2008]

Zum Abschluss des Wettkampfjahres traten alle Hofheimer Wettkampfmannschaften am 13. und 14. Dezember 2008 beim traditionellen Kelkheimer Weihnachtsschwimmen in der Hofheimer Rhein-Main-Therme an den Start. Insgesamt entsandten die Trainer der vier Wettkampfmannschaften 31 Aktive mit 125 Einzel- und fünf Staffelstarts, die bei fast der Hälfte aller Starts mit Bestzeiten ins Ziel schwammen.

Für die 1. Mannschaft von Trainer Adam Ollé lautete die Vorgabe, dass möglichst viele Finalteilnahmen mit persönlichen Bestleistungen erzielt werden sollten. Aufgrund dieser Vorgabe konzentrierten sich die Meldungen auch auf die vier 100 m Strecken, die am zweiten Wettkampftag ihre Sieger in separaten Finalläufen ermittelten. Ein weiteres großes Anliegen war die "Rehabilitation" der Damen-Lagenstaffel, die zwei Wochen zuvor zwar eine überragende Leistung bot, jedoch aufgrund eines knappen Frühstarts disqualifiziert werden musste. Obwohl allen Beteiligten klar war, dass die 2:04,8 Minuten aus Essen in Hofheim nicht wiederholbar waren, sollte doch wenigstens der Vereinsrekord von 2:08,0 Minuten "dran glauben" und unterboten werden. Allerdings wurde das Anliegen noch weiter erschwert, da mit Katharina Ebrecht die etatmäßige Schmetterlingsschwimmerin der Staffel krankheitsbedingt nicht antreten konnte. Da auch Bettina Fuhr als erste Vertreterin verletzungsbedingt ausfiel und Kraulspezialistin Christina Grölz durch eine länger andauernde Erkältung ebenfalls geschwächt war, waren die Voraussetzungen alles andere als ideal.


Alle Finals mit Hofheimer Beteilung

Die Minimalforderung der sportlichen Leitung wurde bereits in den Vorläufen souverän erfüllt. Von den bei den Damen und Herren insgesamt jeweils zu vergebenden 20 Finalplätzen sicherten sich die Damen mit zehn Starts genau die Hälfte aller Endlaufbahnen. Von den drei Hofheimer Herren gelang es mit Daniel Spahn und Peter Hohmann immer mindestens einen Kandidaten in die Endläufe zu bringen. Und bis auf ganz wenige Ausnahmen gelang die Qualifikation, ohne dass die HSC-Schwimmer und -Schwimmerinnen an ihre Leistungsgrenzen gingen mussten.
Trotz dieser Leistungsreserven fielen bereits in den Vorläufen einige Bestleistungen ab und belegen die gute Trainingsarbeit der Gruppe seit den Sommerferien.


Siege für Daniel Spahn und Franziska Metz

Mit Daniel Spahn und Franziska Metz gelang zwei Hofheimer Athleten, ihre Vorjahressiege zu wiederholen. Daniel Spahn setzte sich wieder souverän und ungefährdet in 1:06,11 Minuten im Brustfinale durch. In seinem zweiten Finaleinsatz schwamm er über die 100 m Schmetterling als Zweitplatzierter in 1:03,56 Minuten erneut auf's Podium.
Eine unerwartet große Leistungssteigerung gelang Franziska Metz (Jahrgang 91) im Rückenfinale. Angetrieben von Mannschaftskameradin Aurica Ritter (94) neben ihr, schwamm sie auf und davon und distanzierte das gesamte Teilnehmerfeld um mehrere Längen und lag sogar bei der letzten Wende unter der zehn Jahre alten Vereinsrekordzeit von Sandra Steinbrink aus dem Februar 1998. Sie war auf der letzten Bahn dermaßen unangefochten weit vorne, dass sie nicht ihre letzten Reserven mobilisieren musste. Dieses kleine Handicap kostete sie höchst wahrscheinlich den Rekord. Sie schlug nach 1:09,42 Minuten nur knapp drei Zehntelsekunden über dem Vereinsrekord an und verbesserte ihren persönlichen Rekord um 1,5 Sekunden.

In ihrem Sog gelang Aurica Ritter mit einer starken letzten Bahn und der Endzeit von 1:11,8 Minuten noch der Sprung auf den zweiten Platz. Allerdings blieb sie aus Trainersicht hinter ihren Möglichkeiten etwas zurück, da sie die taktische Vorgabe für das Finale gründlich in den Sand setzte und damit die durchaus vorhandene Siegchance bereits auf der ersten Bahn verspielte. Da sie im Vergleich zur Siegerin im Wendenbereich bei den Schmetterlingbeinen unter Wasser deutlich stärker ist, sollte sie bewusst versuchen, an der ersten Wende an Franziska Metz dran zu sein, um ihre Vorteile bei den Wenden auszuspielen. Je länger dies gelingen würde, desto höher standen die Chancen, am Ende als Erste anzuschlagen, da sie auch im Endspurt stärker einzuschätzen ist.
In diesem Wissen ging aber Franziska Metz noch schneller als gewohnt an und "überlistete" Aurica Ritter damit. Aurica verbummelte den Anfang leider wieder etwas und lag bereits bei der ersten Wende über eine Sekunde zurück. Anschließend meinte sie, dass sie sich nicht getraut hätte, was ihren Trainer überraschte und ärgerte, da sie in der Woche zuvor im Training bei der Wettkampfsimulation die 100 m Rücken unter 1:09 Minuten beendete und somit das Wissen und das Selbstvertrauen aus Trainersicht hätte haben müssen. Aber Aurica hat immer noch ab und an Angst vor der eigenen Courage und reizt dadurch ihre Fähigkeiten noch nicht vollends aus. Wenn ihr dies gelingen sollte, dann muss Franziska Metz noch ein Stück schneller angehen ;-)


Deutliche Bestzeiten für Martina Dillenberger und Franziska Eichhorn

Mit überaus guten Leistungen rundete Martina Dillenberger (94) eine ganz tolle Wintersaison 2008 ab. Neben dem bereits seit Jahren praktizierten und vom Trainer stets gelobten Fleiß gesellten sich nun endlich die verdienten Resultate als Früchte ihrer Arbeit hinzu. Sowohl im Vor- als auch im Endlauf über 100 m Brust verbesserte sie ihre Bestleistung, so dass schließlich mit 1:24,82 Minuten die Vortags noch gültige Bestzeit letztlich um 2,5 Sekunden unterboten wurde.
Beflügelt von dieser guten Vorstellung lief es im Schmetterlingsfinale noch besser. Im Gegensatz zu Aurica Ritter hörte sie besser auf ihren Trainer und setzte die Vorgaben deutlich besser um. Sie musste zu Beginn des Rennens etwas eingebremst werden, da sie in der Vergangenheit stets damit zu kämpfen hatte, dass sie zu viel Aufwand auf der ersten Rennhälfte betrieb. Auch dieses Mal lag sie bei Halbzeit auf Bestzeitkurs, doch ließen die Frequenzen der ersten beiden Bahnen den Rückschluss zu, dass sie noch zulegen können müsste. Sie hatte die ganze Woche im Training akribisch an der Taktik für den Angang gearbeitet und wurde nun belohnt, indem sie auf der zweiten Hälfte die Lücke zur Führenden schließen konnte und letztlich nur ganz knapp verlor. Aber niemand empfand ihren zweiten Platz als Niederlage. Ganz im Gegenteil konnten sich sie und ihr Trainer über eine neue starke Bestzeit von 1:10,51 Minuten freuen, womit sie sich mehr als eine Sekunde verbesserte. Besonders stolz ist Ollé darauf, dass sie aufgrund der guten Renneinteilung am Ende der Strecke technisch deutlich besser agierte als in den Rennen zuvor.

Einen weiteren starken Auftritt lieferte Franziska Eichhorn (94) im Finale über 100 m Brust ab. Der Pechvogel bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften vierzehn Tage zuvor (sie verursachte den Wechselfehler bei der Staffel) machte im Brustfinale alles richtig und lag bis zum Anschlag auf Siegkurs. Auch für sie galten ähnliche Vorgaben, wie zuvor für Martina Dillenberger. Sie musste es schaffen, vorne heraus mit mehr Reserven zu schwimmen, damit sie auf der zweiten Rennhälfte nicht so viel Geschwindigkeit einbüßt, wie es sonst leider immer der Fall war. Die Favoritin schwamm direkt neben ihr und ist bekannter Maßen die deutlich schnellere Sprinterin und bessere Starterin. In diesem Wissen musste sie versuchen, den Abstand nicht zu groß werden zu lassen, um dann nach der zweiten Wende den Rückstand wieder aufzuholen. Dieses Vorhaben gelang ihr ausgesprochen gut bis zur dritten Wende egalisierte sie mehr als eine Körperlänge Rückstand auf die führenede Julia Tilly aus Kelkheim. Auf der letzten Bahn ging es dann Kopf an Kopf dem Anschlag entgegen, den schließlich Julia Tilly hauchdünn für sich entscheiden konnte. Allerdings wurde Franziska Eichhorn mit einer wahnsinnigen Bestzeit mehr als entschädigt. In 1:19,67 Minuten verbesserte sie sich um gut zwei Sekunden, blieb erstmals unter der 1:20 Minutengrenze und katapultierte sich auf den zweiten Rang der ewigen Hofheimer Bestenliste.

Für weitere Podiumsplätze in den Finals sorgte Peter Hohmann (90), der jeweils über 100 m Rücken und Freistil als Dritter die Bronzemedaille erringen konnte. Da auch er in den vergangenen Wochen nicht frei von etlichen gesundheitlichen Problemen war, freute er sich besonders über seine neue Bestzeit im Freistilfinale, welches er nach 56,23 Sekunden beendete und somit seine alte Rekordmarke um mehr als 1,5 Sekunden verbesserte.
Über ihre erste Finalteilnahme durfte sich Larissa Jährig (94) freuen, die es als Fünfte des Vorlaufes den letzten Endlaufplatz in Beschlag nahm. Sie hat traditioneller Weise am Ende des Rennens noch Schwierigkeiten mit der Tempohärte und verliert am Ende überproportional viel Zeit im Vergleich zur Konkurrenz. Im Vorlauf egalisierte sie quasi ihre Bestzeit und sollte nun im Finale unter Maßgabe des Wissens um die Schwäche auf der letzten Bahn, besonders in diesem Teilstück zulegen. Sie schwamm im Finale bis zur letzten Wende ein ähnliches Rennen, wie im Vorlauf und lag im Sog des Feldes. Und tatsächlich gelang es ihr auf der letzten Bahn, noch mehr aus sich heraus zu holen, so dass sie es schaffte, in 1:05,47 Minuten eine knappe halbe Sekunde unter ihrer Bestzeit anzuschlagen.

Mit einer beeindruckenden Leistung bei ihrem letzten Start verabschiedete sich Celine Mauer (96) in die Weihnachtspause. Auch sie war nach zahlreichen Erkrankungen und sehr anstrengenden Hessenmeisterschaften am Wochenende zuvor am Ende ihrer Kräfte und war dadurch nicht in der Lage, die Vorgaben für die Vorläufe wie gewünscht umzusetzen. Auch schien sich die Konzentration auf taktische Vorgaben bei ihr eher negativ auszuwirken, da sie offensichtlich gehemmt unterwegs zu sein schien und nicht so recht auf Touren kam. Ihr letzter Auftritt war im Rahmen des 100 m Rückenfinals und sie wurde von allen taktischen Zwängen befreit und sollte einfach nur vorne weg schwimmen, solange die Kräfte hielten. Und anscheinend liegt ihr momentan diese Vorgabe deutlich besser, denn die Kräfte hielten und hielten. Sie hielten viel länger als gedacht und erhofft, denn zum Jahresausklang schwamm sie in 1:12,81 Minuten zu einer ausgezeichneten neuen Bestzeit und unterbot ihre alte Bestmarke um 2,5 Sekunden. Somit gelang es ihr dann auch, sich mit einem breiten Grinsen vom Wettkampfjahr 2008 zu verabschieden...


Lagenstaffel siegt ohne Rekord

Der finale Hofheimer Start im aktuellen Wettkampfjahr blieb der 4 x 50 m Lagenstaffel der Damen vorbehalten, die noch eine Rechnung offen hatte. Den Anfang machte wieder Franziska Metz als Rückenschwimmerin, die in ordentlichen 33,0 Sekunden nur gut zwei Zehntelsekunden über ihrer Bestzeit anschlug und Franziska Eichhorn auf die Bruststrecke schickte. Geläutert vom Wechselfehler vor 14 Tagen machte sie einen sehr sehr bescheidenen Wechsel, der aber wirklich jenseits jeder Verdächtigung lag, als Fehlstart angesehen werden zu können;-) Mit 37,2 Sekunden blieb sie auch schwimmerisch hinter ihren Möglichkeiten. Nicht viel besser waren die anschließenden Wechsel von Martina Dillenberger und Christina Grölz, wobei Martina Dillenberger mit 31,6 Sekunden über die Schmetterlingsdistanz eine gute Leistung bot. Christina Grölz lag bereits uneinholbar in Führung, so dass der Sieg in keinster Weise gefährdet war. Aber leider war auch der Vereinsrekord außerhalb der Reichweite und letztlich reichte es nur zu mittelmäßigen 2:10,48 Minuten, womit die angepeilten 2:08,0 Minuten deutlich verfehlt wurden.
Abschließend befand Trainer Ollé, dass er noch nie eine Hofheimer Staffel mit sooooooooooo sicheren Wechseln gesehen hatte und entließ alle Schwimmer und Schwimmerinnen mit diesem positiven Fazit in die Wettkampfpause ;-)