HSC : Aktuell : Mitteilungen  



HSC in Topform bei Süddeutschen Meisterschaften [05/2008]

Aus trainingstechnischer Sicht bezüglich des Formaufbaus stand mit den Süddeutschen Meisterschaften am 17. und 18. Mai 2008 im Regensburger Westbad für die älteren Athleten der Saisonhöhepunkt auf der Langbahn auf dem Programm. Aufgrund drastischer Erhöhung der Normen zur Qualifikation fanden die Süddeutschen Meisterschaften leider in einem eher bescheidenen Rahmen statt. Hinzu kommt auch noch, dass die Topathleten sich in der Olympiavorbereitung befinden und deswegen aus verständlichen Gründen fast ausnahmslos mit Abwesenheit glänzten. Aus Hofheimer Sicht war lediglich Hessenmeister René Schäfer nicht am Start, der es wegen Studienverpflichtungen vorzog, den Weg nach Regensburg nicht anzutreten. Ansonsten war der HSC in den Einzelwettbewerben mit Katharina Ebrecht und Daniel Spahn vertreten. In den Staffelwettbewerben ergänzten zusätzlich Franziska Metz, Christina Grölz und Aurica Ritter das Hofheimer Aufgebot.
Die kleine, aber stets gut gelaunte Truppe zeigte dann auch, dass alle im Vorfeld gut trainiert haben und kamen mit zwei Finalteilnahmen, zahlreichen Bestzeiten und zwei neuen Vereinsrekorden in die Kreisstadt zurück.


Daniel Spahn mit Vereinsrekord ins Finale

Daniel Spahn und Katharina Ebrecht Über Daniel Spahns Form im Vorfeld der Meisterschaften gab es einiges an Rätselraten, denn im Training lief es überhaupt nicht so, wie es sich Trainer und Athlet vorgestellt hatten. Hinzu kamen noch Prüfungen an der Universität, die auch ihre Zeit in Anspruch nahmen und natürlich auch für eine gewisse Anspannung sorgten, die sich auch ins Training niederschlug.
Aber trotzdem legte Daniel gleich im ersten Rennen mit Hofheimer Beteiligung gleich eine Topzeit hin und gab damit das richtige Signal an den Rest der Mannschaft. Über 50 m Brust unterbot er seinen eigenen Vereinsrekord um elf Hundertstelsekunden und schwamm sich in 30,37 Sekunden als Vierter in den Endlauf am Nachmittag. Ganz zufrieden war er dennoch nicht, da er am Start leicht abrutschte und dadurch noch Reserven für den Nachmittag sah.
Aber es ist bei einem 50 m Sprintrennen nicht ganz so einfach alles richtig zu machen, denn die Abfolge aller Geschehnisse ist zeitlich stark komprimiert und jede Kleinigkeit fällt bei höheren Geschwindigkeiten noch viel mehr ins Gewicht. Außerdem sieht sein Trainer immer noch technische Probleme in der Art und Weise, wie Daniel die 50m Strecke absolviert. Das zeigt sich auch immer mal an der Tatsache, dass Daniel oftmals fast genauso schnell mit deutlich geringeren Frequenzen schwimmen kann. Also passiert es ihm dann, dass der erhöhte Aufwand mit mehr Zügen in einer uneffektiveren Technik mündet. Aber es gibt bereits einige positive Anzeichen, dass er auf einem guten Weg ist und auch die zahlreichen Vereinsrekorde in den letzten sechs Monaten deuten auf eine kontinuierliche Steigerung hin.
Der Der Start klappte im Finale aus Daniels Sicht zwar besser, jedoch konnte er am Ende des Rennens seine Geschwindigkeit nicht halten und war mit 30,60 Sekunden geringfügig langsamer, konnte aber den vierten Platz behaupten und erzielte damit das beste Ergebnis seiner Karriere.

Das Hauptaugenmerk sollte für Daniel eigentlich die 100 m Bruststrecke werden, bei der sein drei Jahre alter Vereinrekord von 1:07,10 Minuten endlich fallen sollte. Im Vorlauf ging er mit einer hohen 32er Zeit über 50 m eher ruhig ins Rennen und konnte sich dann mit ordentlichen 1:08,25 Minuten als achter für den Endlauf qualifizieren.
Im Endlauf war klar, dass er einiges zulegen muss, wenn er noch an das gesteckte Ziel des Vereinsrekordes heran kommen wollte. Er begann dann auch deutlich aggressiver und lag mit 31,6 Sekunden zur Hälfte genau im Plan. Aber augenscheinlich konnte er nicht mit der Spitze des Feldes mithalten und verlor auf der zweiten Bahn mehr und mehr den Anschluss. Das hohe Anfangstempo verpuffte nach gut 75 m und Daniel verließen am Ende die Kräfte. Aber trotzdem konnte er in 1:08,12 Minuten seine Vorlaufzeit knapp unterbieten und erreichte einen guten fünften Rang. Aber im Fokus stand allerdings die Endzeit und da können er und sein Trainer nicht ganz zufrieden sein. Aber es scheint so, dass die Schnelligkeitsausdauer nicht stark genug ausgeprägt war, um das Tempo weiter durchhalten zu können. Die Grundgeschwindigkeit war da, doch baute er im Verlauf des Rennens zu sehr ab. Und genau da wird dann der Hebel für die kommenden Wettkampfhöhepunkte anzusetzen sein.


Damenstaffel verbessert Vereinsrekord um mehr als 15 Sekunden

Nachdem es um die erfolgreichen HSC-Herrenstaffeln in letzter Zeit sehr ruhig geworden ist, nutzen die HSC-Damen ihrerseits die Staffelwettbewerbe, um sich mit guten Leistungen ins Rampenlicht zu schwimmen. Nachdem es aufgrund der schon fast unverschämt wirkenden Pflichtzeitenanhebungen lediglich Katharina Ebrecht gelungen ist, sich für die Einzelwettbewerbe zu qualifizieren, mussten die weiteren HSC-Damen im Rahmen der beiden Freistilstaffeln ihr Potential zeigen.
Am Samstagvormittag stand mit der 4 x 200 m Freistilstaffel gleich die "Königsstaffel" auf dem Programm und die Damen hatten sich fest vorgenommen, den alten Vereinsrekord zu unterbieten. Als erste eröffnete Franziska Metz und sie ging sehr engagiert ins Rennen und lag bei Halbzeit mit 1:05 Minuten sehr deutlich auf Bestzeitkurs. Obwohl sie sich gut fühlte und aus eigener Sicht nicht zu schnell anging, ist objektiv festzuhalten, dass sie das tempo trotzdem nicht genauso weiter schwimmen konnte. Auf den zweiten 100 m folgten leider nur noch 1:13 Minuten und sie übergab nach 2:19,04 Minuten an Christina Grölz. Und Obwohl Franziska mit Bestzeit anschlug, konnte sie nicht ganz zufrieden sein, denn die Renneinteilung war alles andere als optimal und verhinderte dadurch eine Zeit im Bereich von 2:17, die aus Sicht ihres Trainers durchaus möglich und realistisch gewesen wäre.
Noch beherzter ging Christina Grölz ans Werk und bei ihr musste man nach befürchten, dass sie ein Rennen für die später stattfindende 4 x 100 m Staffel zu schwimmen versuchte. Sie rauschte durch's Wasser und wendete bei Halbzeit mit 1:03,52 Minuten nicht weit entfernt von ihrer 100 m Bestzeit. Aber die Sorge war glücklicher Weise unberechtigt, denn mit ihrem unbändigen Kämpferherz bekämpfte sie den Schmerz auf der zweiten Teilstrecke zwar nicht erfolgreich, doch dafür trotze sie erfolgreich dem zu hohen Geschwindigkeitsabfall. Mit viel Einsatz und Beinarbeit rettete sie eine überragende neue Bestzeit ins Ziel und übergab nach exzellenten 2:13,72 Minuten an die dritte im Bunde, an Katharina Ebrecht.
Ede, Aurica, Franz und Tinka Katharinas Glücksgefühle hielten sich während und auch nach dem 200 m Rennen in Grenzen, denn aufgrund ihrer zahlreichen beruflichen Verpflichtungen hat sie wenig bis gar nicht trainiert und musste sich somit über die 200 m mehr quälen als ihr lieb war. Und selbst ohne ausreichendes Training zeigte sie ihre außergewöhnlichen Qualitäten im Wasser und schickte nach angemessen guten 2:20,00 Minuten die jüngste Hofheimerin für letzte Teilstrecke ins Rennen.
Vor sechs Wochen wagte Aurica Ritter (Jahrgang 94) nicht einmal davon zu träumen, bei welchen Wettbewerben sie an den Start gehen würde. Sie erfuhr am 1. April, dass sie für die Staffel bei den Deutschen Meisterschaften nominiert wurde und glaubte zunächst an einen Aprilscherz. Aber weit gefehlt, denn anschließend stand sie auch bei den Hessen Meisterschaften und nun bei den Süddeutschen Meisterschaften auf dem Block. Sie zeichnet sich bei ihren 200 m dadurch aus, dass sie es in der Regel schafft, beide Streckenhälften recht konstant zu absolvieren. Das ist zwar einerseits taktisch gesehen sehr gut, allerdings hat sie noch nicht soviel Wettkampferfahrung, als dass ihr Trainer diese Art der Renneinteilung als gesichert und gewollt ansieht. Deswegen herrscht zuweilen etwas Unsicherheit am Beckenrand, ob Aurica dann auch hinten heraus wieder so stark zulegen kann. Deswegen wünscht sich ihr Trainer, dass sie mal offensiver an Werk geht und sich auf der ersten Hälfte mehr zutraut. Im Gegensatz zu den Hessenmeisterschaften schaffte sie dies auch und ging für ihre Verhältnisse mit 1:09 Minuten fast schon forsch ins Rennen;-) Sie legte noch 1:14 Minuten nach und schaffte mit 2:23,01 Minuten ebenfalls eine neue persönliche Bestzeit und verhalf damit der gesamten Staffel zu einem neuen Vereinsrekord. Mit der tollen Endzeit von 9:15,77 Minuten unterboten die Damen den vor vier Jahren an gleicher Stelle aufgestellten Vereinsrekord von 9:31,99 Minuten um mehr als 16 Sekunden und durften sich gemeinsam über einen guten zehnten Platz freuen.

Nach der starken Vorstellung vom Vormittag wollten die Damen am Nachmittag in der 4 x 100 m Freistilstaffel ebenfalls den Vereinsrekord angreifen. Allerdings war klar, dass die 4:10,57 Minuten aus dem März eine sehr hohe Hürde darstellen würde. Aber die Form und die Stimmung waren hervorragend und der vorhandene Optimismus sollte zusätzlich für das Quäntchen Extra-Tempo sorgen.
In bewährter Manier sollte Christina Grölz als Startschwimmerin den Boden für den Erfolg bereiten. Wie zuvor gelang es ihr abermals eine neue Bestzeit ins Becken zu zaubern und erstmals gelang es ihr die verflixte Marke von 1:02 Minuten zu unterbieten. Seit März schwamm sie immer knapp darüber und ärgerte sich, dass die 1:02 auf der Anzeigetafel aufleuchtete. Nicht aber in Regensburg, denn endlich stand mit 1:01,78 Minuten die erhoffte neue Bestzeit zu Buche.
Mit einem sicheren Staffelwechsel machte sich Franziska Metz daran, ihren Teil zum angepeilten Rekord beizutragen. Mit einer neuen Staffelbestzeit von 1:02,60 Minuten gelang ihr dieses Vorhaben und übergab an Katharina Ebrecht, die ihrerseits ebenfalls mit 1:01,02 Minuten eine deutliche Saisonbestzeit hinlegte und die Staffel damit immer noch aussichtsreich auf Vereinsrekordkurs hielt.
Nun lag es wieder an der Jüngsten, die finale Teilstrecke zu absolvieren. Mit einem eher bescheidenen Wechsel startete Aurica Ritter ins Rennen und schwamm die erste Rennhälfte in 32,5 Sekunden wieder sehr verhalten oder genauer gesagt ZU verhalten! Dieses Mal reichte es hinten heraus nicht ganz, obwohl sie eine gewohnt starke zweite Hälfte schwamm. Nach exakt 4:11,59 Minuten schlug sie als Gesamtneunte an und verpasste in 1:06,19 Minuten ihre Bestzeit um genau eine Sekunde und damit um exakt die gleiche Zeit leider auch den Vereinsrekord. Dieses Mal war sie etwas zu mutlos vorne heraus unterwegs und vergab die Chance zum Vereinrekord. Aber trotzdem stand am Ende eine sehr gute Leistung zu Buche und mit weiterer Wettkampferfahrung wird Aurica diese Angangsschwäche auch noch in den Griff bekommen und dann in nicht allzu weiter Zukunft mithelfen, den Vereinrekord unter 4:10 zu drücken.

Zu den Ergebnissen