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Celine Mauer erringt einen Sieg beim Süddeutschen Jugendmehrkampf [04/2008]

Volker Kemmerer mit Celine Mauer und Simon Hennes Am 26. und 27. April 2008 versammelten sich die besten Nachwuchsschwimmerinnen und –schwimmer aus Süddeutschland in Chemnitz, um sich beim ersten Süddeutschen Jugendmehrkampf ihre Kräfte zu messen. Startberechtigt waren die Jahrgänge 1996 und 1997 im weiblichen und 1995 und 1996 im männlichen Bereich. Für den Hofheimer Schwimmclub nominierte Trainer Volker Kemmerer Celine Mauer und Simon Hennes (beide Jahrgang 96).

Angeglichen an den seit einigen Jahren auf Deutscher Ebene installierten Mehrkampf bietet diese Veranstaltung den Nachwuchs-„Stars“ die Möglichkeit vor den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Juni diesen Jahres ihre Fähigkeiten zu überprüfen. Neben den „normalen“ Schwimmdisziplinen (100m Brust oder Freistil, 100m Schmetterling oder Rücken, 200m Lagen und 400m Freistil) wurden noch 50m Kraul-Beine, 7,5m Gleiten, 15m Delphin-Beine und der so genannte Dreierhopp überprüft. Mit diesen vier Pflichtübungen können die schwimmerischen Grundfähigkeiten wie Gleitfähigkeit überprüft werden. Zudem gehört die Delphinbeinarbeit im modernen Schwimmsport zu den wichtigsten Grundlagen eines Schwimmers.


Celine Mauer über 15m Delphinbeine nicht zu stoppen

Süddeutsche Jahrgangsmeisterin über 15m Delphinbeinarbeit in Rückenlage könnte sich Celine Mauer nennen, wenn auch die einzelnen Pflichtübungen und Schwimmerstrecken geehrt worden wären. Doch auch die Genugtuung die Konkurrenz nach sehr guten 8,60 Sekunden hinter sich gelassen zu haben, machte Celine ein wenig stolz. Auch bei den übrigen Pflichtübungen zeigte sie sich gut vorbereitet und platzierte sich durchweg im vorderen Mittelfeld. Trainer Kemmerer sieht bei ihr vor allem beim Gleiten und beim Dreierhopp noch großes Steigerungspotential. Simon Hennes hingegen konnte sich jedoch nur beim Dreierhopp unter die ersten 15 schieben. Beim Gleittest und der Delphinbeinarbeit machten sich die bekannten Defizite in diesen Bereichen deutlich bemerkbar. „Bei Meisterschaften auf diesem Niveau kann man genau sehen, was gute Delphinbeinarbeit ausmacht. Zwischen den ersten und den letzten einer Jahrgangswertung lagen meist Welten“, kommentierte Kemmerer die Leistungen aller Teilnehmer.
Über die 50m Kraulbeine konnten beide nach misslungenen Starts keine Topzeit mehr erreichen. Celine rutschte leider von der Wand ab und Simon konnte sich nicht schnell genug von der Wand lösen.


Celine Mauer wird Siebte in der Gesamtwertung

Mit einem hervorragenden siebten Platz beendete Celine nach zwei sehr guten Wettkampftagen den ersten süddeutschen Jugendmehrkampf. Mit vielen technischen Verbesserungen erzielte sie auf allen Schwimmstrecken deutliche Bestzeiten. Über 100m Freistil folgte sie den taktischen Anweisungen von Trainer Kemmerer beinahe hundertprozentig. „Sie hat fast alles richtig gemacht. Lediglich zwei kurze Abschnitte zwischen 25 und 35 Meter sowie zwischen 65 und 75 Meter hätte sie sich noch mehr zu trauen können. Und 1:07,91 Minuten über 100m Freistil ist eine super Leistung“, resümiert Kemmerer stolz. Die zweite 100m Strecke absolvierte Celine in Rückenlage. Hier machte sie ein sehr engagiertes und gleichzeitig bestes Rennen und schlug nach 1:18,66 Minuten an. Vor allem die schon erwähnten Vorteile bei der Delphinbeinarbeit machte sie sich bei Start zu nutze. Auch über 200m Lagen (2:46,63 Minuten) und 400m Freistil (5:20,96 Minuten) erzielte Celine deutliche Bestzeiten. Doch ihre Aussagen direkt nach den Rennen bestätigten Trainer Kemmerers Analyse: „Ich hätte mehr machen können, habe mich aber nicht getraut!“ und „Sch…, ich habe mich nicht getraut!“ verdeutlichen, dass Celine noch einige Reserven hat, die sie noch nicht abgerufen hat. „Einerseits bin ich froh zu wissen, dass sie noch mehr kann, aber anderseits wäre dann bereits heute eine Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften im Bereich des Möglichen gewesen. Auch der vierte Rang der Gesamtwertung wäre dann in Reichweite gewesen. Doch trotzdem bin ich unheimlich stolz auf die gezeigten Leistungen.“, resümierte Kemmerer mit einem lachenden und einem weinenden Auge ;-)


Simon Hennes mit vier neuen persönlichen Rekorden

Auch Simon absolvierte die beiden 100m Strecken in Freistil bzw. Rücken. In beiden Rennen bot er sehr konstante Leistungen und beendete die einhundert Meter nach 1:10,09 Minuten (Freistil) und 1:26,05 Minuten (Rücken), was jeweils Rang 24 bedeutete. „Auf der 50m Bahn muss er auf der zweiten Bahnhälfte das Tempo noch etwas besser halten“, verbesserte Kemmerer.
Über 200m Lagen (2:58,45 Minuten) und 400m Freistil (5:35,86 Minuten) bot Simon ein ähnliches Bild wie Celine kurz zuvor. Auch er agierte etwas zurückhaltend, was ihm am Ende noch besserer Zeiten verwährte. Sein Kommentar nach den 400m Freistil: „Im Training schwimme ich auch immer Bestzeiten, wenn es drauf ankommt – doch hier habe ich Angst abzukacken!“ Treffend konnte Mama Hennes noch hinzufügen: „Er hat die deutsche Sportlermentalität! – Die trauen sich auch nie und haben Angst zu versagen ;-)“
„Mit seinen rein schwimmerischen Fähigkeiten ist Simon völlig zu Recht bei Meisterschaften auf diesem Niveau. Nun gilt es jedoch verstärkt an seinen Gleitfähigkeiten und den Delphinbeinen zu arbeiten, um in den kommenden Jahren mit der Konkurrenz mithalten zu können.“, lobte und kritisierte Kemmerer seinen Schützling.

Alle Hofheimer Teilnehmer und Eltern Im Endeffekt bleibt festzuhalten, dass beide Athleten mit viel Freunde am Mehrkampf teilgenommen haben und sich sehr gut verkauft haben. „Wir haben gesehen wo unsere Stärken und Schwächen sind und werden in Zukunft weiter daran arbeiten. Ich bin stolz auf die beiden und hoffe, dass sie sich weiter verbessern und im nächsten noch einige andere Schwimmerinnen und Schwimmer aus unserer Trainingsgruppe sich auf dieses Niveau hoch schwimmen. Des Weiteren muss ich sagen, dass wir eine super Stimmung vor Ort hatten und dass es mir sehr viel Spaß gemacht hat.“

Vielen Dank geht an die Ausrichter vom SC Chemnitz, die sich viel Mühe gegeben haben und die Aktiven sehr gut versorgt haben. Doch auch Kritik an der Ausführung der Meisterschaften muss ausgeübt werden: „Die Ablauf der Pflichtübungen war nicht sehr gut geplant. Einige Gruppen hatten Zeit sich „einzugleiten“, einzuschwimmen und einzuspringen. Andere Gruppen hatten diese Gelegenheit nicht. Auch mit der Ausübung des Dreierhopp in der Schwimmhalle wurde die denkbar schlechteste Variante gewählt. Bei dem guten Wetter, hätte man das durchaus draußen machen können. Auch die Tatsache, dass Tartanmatten ausgelegt wurden, verhinderte nicht, dass der Untergrund nass wurde und Verletzungsgefahr dadurch erhöht wurde. Für einige Schwimmer war die Matte sogar zu kurz, so dass sie mit dem letzten Sprung auf den nassen Fliesen landen mussten. Ein Wunder, dass sich niemand verletzt hat. Wie manche Messergebnisse zustande kamen, war ein Rätsel für mich. Auch wenn durch die Beschreibung der Übungsform nicht ausdrücklich festgelegt wurde, wie man beim letzten Sprung landen muss, ist es mir unklar, wie die Weite gemessen werden kann, wenn die meisten Aktiven nach den Landung umfielen oder sogar weiter stolperten. Ich habe meinen Schützlingen beigebracht, dass sie sicher landen müssen, damit eine Distanzmessung überhaupt möglich ist. Vielleicht etwas naiv gedacht, aber nur so kann ich eine Gleichbehandlung aller Aktiven gewährleisten. Und zu guter letzt würde ich mir wünschen, dass bei Meisterschaften auf dieser Ebene das Schwimmbad mehr Platz als lediglich zwei Meter rund ums Becken bietet, damit man den Wettkampf auch genießen kann.“