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Lara Marie Deibel mit tollem Einstand in der Hessenauswahl [04/2008]

Eine schöne Würdigung ihrer guten Leistungen erfuhr die 13-jährige Lara Marie Deibel durch die erstmalige Einladung zu einem Süddeutschen Ländervergleichswettkampf der Jugend am 12. und 13. April 2008 in Bayreuth. Bei diesem Ländervergleich stellen seit über 50 Jahren die Landesverbände des Süddeutschen Schwimmverbandes Auswahlmannschaften zusammen und ermitteln in der Jugend C (Jahrgänge 93/94) und Jugend B (95/96) nach einem Punktesystem, indem Platzierungen in Punkte umgerechnet werden, ihre Sieger. Aufgrund zweier Absagen nahmen in diesem Jahr leider nur sechs der acht Landesverbände teil.
Die Hessenauswahl beim SchlachtrufLara Marie gehört mit über einem Dutzend hessischer Jahrgangstitel zu den besten Schwimmerinnen ihrer Altersklasse innerhalb des Landesverbandes und ist seit dieser Saison auch im D-Kader des Hessischen Schwimmverbandes. Folgerichtig erhielt sie eine Nominierung für die hessische Auswahlmannschaft. Aber Lara war nicht die einzige Teilnehmerin aus den Reihen des HSC, die diese Ehre zuteil wurde. Ebenfalls auf Einladung des Verbandes wurde sie von ihrem Heimtrainer Adam Ollé begleitet, der zusammen mit Matthias Kage von den Wasserfreunden Fulda als Betreuer und Trainer in Bayreuth fungierte.
Die Stimmung innerhalb des Teams mit Trainern und Athleten war sehr gut und die Hessenauswahl präsentierte sich als Einheit bei diesem Wettkampf. Auch Landestrainer Michael Ulmer sorgte dafür, dass die Stimmung gut blieb (im Bild rechts), indem er ein ums andere Mal den Schlachtruf anstimmte, in den dann alle mit einstiegen: "Gib mir ein H, gib mir ein E, ..., HESSEN!"...
Aufgrund zahlreicher Absagen schnitt die Auswahl des Hessischen Schwimmverbandes aus Sicht von Ollé leider etwas unter ihren Möglichkeiten ab. Letzen Endes erreichten beide Teams in der C- und B-Jugend jeweils den vierten Platz, der dann auch in der Endabrechnung ebenfalls den vierten Gesamtrang bedeutete.



Bei allen Einzelstarts mit Bestzeit angeschlagen

Trotz ihrer ersten Teilnahme wurde Lara Marie (zweite Reihe, Dritte von rechts) gleich eine wichtige Rolle innerhalb der Mannschaft zuteil, denn mit drei Einzel- und zwei Staffelstarts durfte sie auch das Maximalprogramm von fünf Starts absolvieren und eröffnete im ersten Lauf der Veranstaltung die hessische Jagd nach Pokalen und Medaillen.

Gruppenbild der Hessenauswahl in Bayreuth Für ihren Trainer wenig überraschend präsentierte sich über die 100 m Freistil in hervorragender Form und unterbot gleich mal ihre Bestzeit um ziemlich genau eine Sekunde und schlug nach 1:03,98 Minuten als gute Sechste an und durfte sich gleich doppelt freuen. Denn gleichzeitig bedeutet diese neue Bestzeit die Qualifikation für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften Mitte Juni in Berlin. Um mehr als eine halbe Sekunde unterbot sie geforderte Pflichtzeit und hat damit das heiß ersehnte Ticket für Berlin gelöst.

Nur knapp eine halbe Stunde stand sie erneut auf dem Startblock und ging über die 200 m Lagen an den Start. Und obwohl sie nach eigener Einschätzung sehr langsam ins Rennen ging, schwamm sie bereits bei der Schmetterlingsstrecke annähernd Bestzeit und wechselte nach ausgezeichneten 33,7 Sekunden und Langbahnbestzeit auf die Rückenstrecke. Auch dort lief es auf der etwas ungeliebten Teilstrecke mit 41,1 Sekunden ordentlich, bevor es mit Brust und Kraul auf die Lieblingsstrecken ging. Die 50 m Brust legte sie in 45,0 Sekunden ebenfalls sehr schnell zurück und bereits beim Wechsel auf die abschließenden 50 m Kraul war klar, dass sie sehr deutlich unter ihrem persönlichen Rekord bleiben würde. Auch platzierungstechnisch lag sie im Vorderfeld und kämpfte mit der Vertreterin Baden-Württembergs um den vierten Rang. Das heiße Duell ging bis zum Anschlag weiter und leider musste sich Lara um eine Zehntelsekunde geschlagen geben und mit dem fünften Rang vorlieb nehmen. Aber der verlorene Anschlag ließ sich aufgrund der überragenden neuen Bestzeit von 2:36,60 Minuten verschmerzen. Sie verbesserte sich um mehr als drei Sekunden und hat nun auch für die 200 m Lagen die Startberechtigung für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in der Tasche.

Als Abschluss des ersten Tages stand für Lara Marie die 4 x 100 m Lagenstaffel auf dem Programm, bei der sie als Schlussschwimmerin an den Start ging. Doch leider waren nach der dritten Starterin bereits alle Plätze mehr oder minder vergeben und die hessische Staffel lag ungefährdet auf dem vierten Rang, mit jeder Menge Abstand nach vorne, wie auch nach hinten. In dieser Konstellation war Lara nicht gezwungen, an ihre Leistungsgrenze zu gehen und so begnügte sie sich richtiger Weise in 1:04:04 Minuten den vierten Platz abzusichern.

Am zweiten Wettkampftag musste sie über die längste Strecke der Veranstaltung antreten, den 400 m Freistil. So richtig echte Freude wollte bei ihr darüber nicht aufkommen, da sie etwas Bammel vor dieser Strecke auf der Langbahn hat. Aber angesichts der guten Form war ihr Trainer sehr froh über die Streckenwahl, da sie dort noch die Pflichtzeit für die Süddeutschen Jahrgangsmeisterschaften in Wetzlar benötigte, weil sie in dieser Saison noch keine 400 m Freistil auf der Langbahn absolvierte. Und trotz während des Rennens entstandener leichter Ohrenschmerzen kämpfte sie sich bis zum Ende gut und erfolgreich durch. Lediglich einen taktischen Fehler kann ihr Trainer ihr vorwerfen, indem sie sich zu Beginn mit der "falschen" Konkurrentin aufhielt und dadurch zu langsam anging. Erst nach 150 m schüttelte sie die Nachbarbahn ab und machte sich auf die Verfolgung der leicht enteilten Schwimmerinnen aus Baden Württemberg. Aber deren Vorsprung war groß genug und Lara konnte zwar deren Tempo anschließend ebenfalls mitgehen, doch zum Aufholen reichte es nicht mehr. Nach 4:55,45 Minuten schlug sie als Fünfte erneut in Bestzeit an unterbot damit auch die Pflichtzeit für Wetzlar deutlich.

Ihren letzten Start bestritt sie im Rahmen der Freistilstaffel, wo sie als schnellste Kraulerin an das Ende gestellt wurde. ABer auch bei diesem Rennen war wieder nichts mehr zu holen für Lara, da sie in der gleichen Konstellation ins Wasser sprang wie am Vortag. Weder nach vorne war was möglich, noch drohte Gefahr von hinten. Also konnte sie den Wettkampf vergleichsweise ruhig beenden und ließ sich in 1:05,42 Minuten reichlich Zeit, ohne sich voll zu verausgaben. Alle Ergebnisse und Weiteres zum Süddeutschen Ländervergleich findet sich auf der Seite des Hessischen Schwimmverbandes.



Bronzene Länderkampfnadel für Lara Marie

Als sehr gelungen bezeichnet ihr Trainer den Einstand Laras in der Hessenauswahl. "Ich bin sehr zufrieden mit ihren Leistungen und der Art und Weise, wie sie sich präsentierte." fasst Ollé das gelungene Wochenende Lara Maries zusammen. Sie konnte auch in der Auswahlmannschaft zeigen, dass sie bei wichtigen Wettkämpfen Topleistungen auf den Punkt abrufen kann. Diese Fähigkeit macht sie für jede Art von Mannschaftswettbewerben so wertvoll, was sie auch schon in den vergangenen Jahren für den HSC stets zeigte. "Aus meiner Sicht hat sie zu den Leistungsträgern der Mannschaft gezählt, da sie mit zwei fünften und einem sechsten Rang für die besten Platzierungen der weiblichen C-Jugend sorgte." Neben den Platzierungen bewertet Ollé besonders positiv das erhöhte Leistungsvermögen durch die enormen Verbesserungen der jeweiligen Bestzeit. "Sie hat diese für gute Sportler überaus wichtige Fähigkeit, die vorhandene Spannung bei Wettkampfhöhepunkten in positive Energie und Freude auf das Rennen zu kanalisieren, anstelle von Versagensangst, wie es häufig bei anderen Athleten zu beobachten ist. Ich freue mich auf ihre erste Teilnahme im Sommer bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften und hoffe, dass diese Ergebnisse ihr den richtigen Schub für die kommenden Trainingswochen geben werden."

Als Belohnung für ihre erste Nominierung für die Hessenauswahl erhielt sie auf der Rückfahrt die Ehrennadel in Bronze des Hessischen Schwimmverbandes. Wenn sie weiter fleißig trainiert und ihre Leistungen kontinuierlich verbessert, so dürfen berechtigte Hoffnungen auf den Erhalt einer silbernen Länderkampfnadel vorhanden sein, die diejenigen Athleten erhalten, die zum dritten Mal für die Hessenauswahl antreten. Und da Lara zum zweitjüngsten der vier startberechtigten Jahrgänge zählt, hat sie in den nächsten zwei Jahren jeweils noch die Chance, sich für die Auswahl zu qualifizieren.