HSC : Aktuell : Mitteilungen  



René Schäfer siegt beim internationalen Meeting in München [03/2008]

Die HSC-Athleten in München Der erste Wettkampfhöhepunkt der diesjährigen Langbahnsaison stand am 8. März 2008 bei der Arena-Trophy im Münchener Olympiabad an. Die Arena-Trophy in München ist bereits seit Jahren ein Topereignis zu Beginn der Langbahnsaison. Der hohe Stellenwert der Veranstaltung wird durch die Teilnahme zahlreicher nationaler und internationaler Topathleten untermauert, so dass es bisher dem HSC verwehrt blieb, bei den vergangenen beiden Teilnahmen einen Sieg zu erringen. Auch in diesem Jahr hingen die Trauben hoch, doch stellt gerade die große und starke Konkurrenz die Herausforderung dar, die nur sehr selten außerhalb der Deutschen und Süddeutschen Meisterschaften zu finden ist.
Der international hervorragend besetzte Wettkampf sollte für die HSC-Athleten eine erste ernsthafte Standortbestimmung darstellen. Trainingstechnisch und organisatorisch wurde im Vorfeld alles getan, damit alle Athleten die bestmöglichsten Voraussetzungen für Topleistungen erhalten. Aus diesem Grund wurde das Training reduziert und die Anreise erfolgte am Vorabend gemeinsam in einem angemieteten Bus.
Der limitierende Faktor für die Leistungen war eindeutig der gesundheitliche Zustand der Mannschaft, denn fast alle Schwimmer und Schwimmerinnen wurde in den vergangenen Wochen durch starke Erkältungen geplagt und teilweise sogar durch Fieber lahm gelegt. Alexander Maus musste sogar die Fahrt komplett absagen und stand somit nicht für den Prestige trächtigen Staffelwettbewerb zur Verfügung. Trotz aller Widrigkeiten fuhr eine gut gelaunte und hoch motivierte Hofheimer Truppe in die bayerische Landeshauptstadt und nach einer unspektakulären Übernachtung am Rande Münchens ging es dann am Samstagmorgen um 7 Uhr zur Olympiahalle zum Einschwimmen.


René Schäfer mit nationaler Spitzenleistung

Den ersten Sieg überhaupt in München konnte René Schäfer (Jahrgang 86) erschwimmen, indem er über die 100 m Schmetterling in sehr guten 56,99 Sekunden die gesamten Konkurrenz deutlich hinter sich ließ und erstmals in der Geschichte der Arena-Trophy dafür sorgte, dass sich ein Hofheimer in die Siegerlisten eintragen konnte. Überhaupt präsentierte sich René Schäfer in hervorragender Form und zeigte die erhofften Topleistungen, obwohl er seit längerem lediglich mit stark reduzierten Umfängen trainiert. Trotz der dadurch bedingten körperlichen Defizite zeigte er, dass er sich taktisch weiter entwickelt hat. Besonders stolz ist sein Trainer Adam Ollé übers ein 100 m Freistilrennen. "Nach vielen Jahren hat er endlich verstanden, wie er sich dieses Rennen einteilen muss, um zu neuen Bestzeiten zu gelangen." Sein Manko war schon immer die überaus hohe Frequenz, mit der in diese Strecke ging. Dadurch verließen ihn auf der 50 m Bahn immer zu früh die Kräfte und er brach immer hinten heraus ein. Nicht aber dieses Mal! In München schwamm René erstmals mit niedrigen Frequenzen (unter 30) die erste Rennhälfte und arbeitete dabei mit konstantem und verstärktem Beinschlag, der ihm zudem noch eine ruhige und bessere Wasserlage bescherte. Erst im Endspurt erhöhte er deutlich die Schlagzahl der Arme und schlug nach 53,85 Sekunden in neuer Bestzeit an. "Das war das beste 100 m Freistilrennen seiner Karriere und ich bin stolz darauf, wie er diese Leistung ins Becken gezaubert hat" lobte ihn sein uneingeschränkt zufriedener Trainer.

Die erfolgreichsten Hofheimer in München: René Schäfer, Selina Müller, Lara Marie Deible und Daniel Spahn Als jüngste Hofheimerin wurde Selina Müller (98) mit einer Silbermedaille belohnt, die bei ihrem Start über die 200 m Brust erschwamm. Dabei gelang ihr das Kunststück, dass sie ihre Meldezeit um mehr als 13 Sekunden unterbot und sich schließlich nach 3:31,74 Minuten über die gute Zeit und den Treppchenplatz freuen durfte. Auch zuvor über die 100 m Freistil pulverisierte sie in 1:23,95 Minuten ihre alte Bestzeit.

Ebenfalls in guter Form präsentierte sich Lara Marie Deibel (95), die sowohl über 100 m Freistil wie auch die 200 m Brust eine Silbermedaille erschwamm. Beide Rennen beendete sie in neuer Bestzeit und darf sich berechtigte Hoffnungen mach, sich erstmals für Deutsche Meisterschaften qualifizieren zu können. Bei den Freistil blieb sie in 1:04,85 Sekunden nur 35 Hundertstelsekunden über der geforderten Norm. Die Bruststrecke beendete sie nach 2:57,22 Minuten und muss sich dort im Verlauf der Saison auf mindestens 2:55,50 Minuten steigern, um im Juni in Berlin bei den nationalen Titelkämpfen antreten zu dürfen. Ihr Trainer ist diesbezüglich optimistisch, da Lara ein echter Wettkampftyp ist, der bisher immer bei den wichtigen Ereignissen die auch besten Leistung brachte. Sie hat bereits alle wichtigen Pflichtzeiten für die Süddeutschen Meisterschaften beisammen und liegt bei fast allen Strecken nur noch knapp über der erforderlichen Norm. "Wenn sie gesund bleibt und an den noch geplanten Trainingsmaßnahmen teilnehmen kann, sehe ich keinen schwimmerischen Grund, warum sie sich nicht für Berlin qualifizieren sollte" zeigt sich Ollé zuversichtlich.

Tinka und Ede Auch die Leistungen von Christina Grölz (86) und Katharina Ebrecht geben Anlass zur Freude. Unsere Ede zeigt seit knapp fünf Monaten sehr stabile Leistungen auf sehr hohem Niveau. Vorbei und fast vergessen sind die frustrierenden Jahre der Stagnation, die sie trotz allen Fleißes und gewissenhaften Trainings erdulden musste. Als Belohnung schwimmt sie bereits früh in der Saison wieder zwei neue Bestzeiten. Obwohl sie krankheitsbedingt seit längerem nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte ist, kämpfte sie sich über 100 m Freistil in 1:02,78 Minuten zu einer neuen Bestzeit. Auf der Nebenstrecke über 50 m Schmetterling ließ sie im Anschluss gleich einen weiteren persönlichen Rekord folgen und schlug nach 31,73 Sekunden an. Diese gute Zeit war augenscheinlich nicht unbedingt zu erwarten, da sie technisch kein gutes Rennen bot. Sie neigt beim Schmetterlingsschwimmen dazu, den Armzug etwas unpräzise auszulösen, was sie natürlich einiges an Zeit kostet. Aber mit dem gewohnt guten Einsatz konnte sie dies wettmachen.
Lediglich die 50 m Freistil versemmelte sie durch eine gewisse Übermotivation und fand nie richtig ins Rennen, welches sie in nicht überzeugenden 29,08 Sekunden beendete. Aber diesen Faux-pas machte sie in der Freistilstaffel mit sehr guten 27,6 Sekunden und einem bombastischen Wechsel wieder gut ;-)

Überhaupt zeigte sich die etablierte Damengarde des HSC über die 100 m Freistil in guter Form und setzten weitere Glanzlichter. Für ihren Trainer überraschend konnte Franziska Metz (91) ihre Bestzeit von den vergangenen Süddeutschen Meisterschaften egalisieren. Überraschend deswegen, weil sie sich seit Monaten von Krankheit zu Krankheit schleppt und an regelmäßiges Training nicht zu denken war. Aber sie brachte bei ihrer Hauptstrecke die Leistung auf den Punkt und schlug nach 1:03,94 Minuten an. Jetzt gilt es für sie zu hoffen, dass sie endlich gesund bleibt und wieder voll ins Training einsteigen kann.
Gesundheitlich fit war Katharina Ebrecht (87) und war auch die schnellste Hofheimerin über 50 m und 100 m Freistil sowie den 50 m Schmetterling. Dabei zeigte sie sich ebenfalls enorm verbessert, was aufgrund ihrer ausbildungstechnisch begründeten Trainingsfehlzeiten überaus hoch zu bewerten ist. Herausgefordert durch die guten Leistungen ihrer Kameradin Ede hielt sie im gleichen Lauf voll dagegen und stellte die alte Hackordnung wieder her und erzielte mit 1:02,12 Minuten eine prima Zeit. Über die beiden 50 m Strecken kam sie noch besser ins Rennen und die 25 m Durchgangszeiten konnte ihr Trainer auf der Tribüne kaum glauben. Sie war so schnell unterwegs, dass man fast Angst bekommen musste, dass sie Bestzeiten und somit Vereinsrekorde schwimmen würde ;-) Aber auf der zweiten Rennhälfte merkte man dann leider doch die fehlende Schnelligkeitsausdauer und sie konnte das Rekordtempo (noch) nicht durchhalten. Mit den 29,74 Sekunden über Schmetterling und 28,58 Sekunden über Freistil präsentierte sie sich konzentriert und auf den Punkt topfit, wobei sie als 10. bei Schmetterling den Endlauf lediglich ganz knapp verpasste.


Daniel Spahn mit neuem Vereinsrekord

Als einzigem Hofheimer gelang es Daniel Spahn, sich für ein 50 m Finale zu qualifizieren. Um sich als Sechstplazierter für den Endlauf über 50 m Brust zu qualifizieren, musste er bereits im Vorlauf etwas Besonders darbieten und seinen eigenen Vereinsrekord unterbieten. In 30,48 Sekunden verbesserte er seine Bestmarke aus dem Jahr 2005 um 13 Hundertstelsekunden und durfte am Abend um einen Podestplatz kämpfen.
Daniel Spahn und René Schäfer Im Finale gehörte er zu den drei schnellsten Schwimmern, was aber trotzdem "nur" zum fünften Rang reichte. Er verfehlte den Bronzerang in 30,51 Sekunden nur um winzige 15 Hundertstelsekunden. Dabei verhinderten lediglich die bekannten Defizite beim Start und Übergang den Sprung auf's Treppchen. Aber trotzdem war Daniel sehr zufrieden mit dem Stand der Vorbereitung und weiß sich für die Höhepunkte im Sommer auf dem richtigen (Trainings-) Weg. Seine gute Form unterstrich mit einer überzeugenden Bestzeit in seiner Nebenstrecke 100 m Freistil, die er in 57,13 Sekunden hinter sich brachte.

Eine grobe Unkonzentriertheit kam René Schäfer und den HSC teuer zu stehen. In Abwesenheit des am schnellsten gemeldeten deutschen Topschwimmers Steffen Deibler aus Biberach fiel René Schäfer die Rolle des Topfavoriten über die 50 m Schmetterling zu. Um Kräfte zu sparen lautete die taktische Vorgabe für den Vorlauf, dass René sein Angangstempo über die noch folgenden 100 m Schmetterling wählen sollte und dabei vor allem auch die gewünschten Frequenzen einhalten sollte. Die Qualifikation für den Endlauf sollte lediglich Formsache sein. Aber ein ungeplanter Wackler auf dem Startblock führte dann folgerichtig zur unvermeidlichen Disqualifikation. Seine Vorgaben im Wasser erfüllte er anschließend souverän und war in 25,69 Sekunden auch Vorlaufschnellster ohne sich verausgaben zu müssen. Doch leider fand das Finale ohne ihn statt und der Sieger war im Finale nur einen Wimperschlag schneller als René bei seinem lockeren Vorlauf...


Freistilstaffel verfehlt trotz guter Leistung das Podest

Den Abschluss am Samstagabend bei der Arena-Trophy bildet seit Jahren der sehr beliebte Staffelwettbewerb. Das Besondere dabei ist die Qualität der einzelnen Staffeln sowie das abendliche Flair, da die Staffeln erst nach 21 Uhr an den Start geschickt werden können. Dabei ist bis auf das Schwimmbecken die gesamte Olympiahalle abgedunkelt, so dass eine prickelnde Atmosphäre vorhanden ist. Die Staffelentscheidung ist auch für die Zuschauer immer attraktiv, da bei den 6 x 50 m Freistil jeweils drei Damen und Herren in beliebiger Reihenfolge starten dürfen und sich dadurch viele Platzierungswechsel ergeben.
Die 6 x 50 m Freistilstaffel Die HSC-Staffeln erreichten bei den vorangegangen beiden Teilnahmen jeweils einen Podestplatz und konnten mit der gewonnenen Prämie immer die Mannschaftskasse ordentlich auffüllen. Dieses Anliegen war auch für dieses Jahr das erklärte Ziel. Jedoch erhielten diese Ambitionen durch das Fehlen von Alexander Maus gleich einen Dämpfer und die Staffel konnte nicht in Bestbesetzung antreten. Für Alexander rückte Peter Hohmann als Startschwimmer in die Staffel. Er war dann auch in 26,7 Sekunden gleich einen gute Sekunde schneller als am Nachmittag beim Einzelrennen. Auf ihn folgte Christina Grölz mit dem besten Staffelwechsel ihrer Karriere, bei dem es von der Tribüne den Eindruck machte als hätte sie im Flug die Nachbarstaffeln überholt. Nach 27,6 Sekunden übergab sie auf unseren Brust-Schwimmer Daniel Spahn, der in seiner ganz eigenen Kraultechnik 25,4 Sekunden lang über das Wasser ritt und Franziska Metz ins Rennen schickte. Bei diesem Wechsel zuckte ihr Trainer auf der Tribüne zusammen, denn irgendwie schien sie Pattex unter den Fußsohlen zu haben, da sie eine gefühlte Unendlichkeit zu spät startete. Nach 28,7 Sekunden übergab sie im Mittelfeld liegend an den schnellsten HSCler, René Schäfer, der mit 24,0 Sekunden das Feld von hinten aufrollte und die HSC-Staffel knapp bis auf den dritten Rang nach vorne schwamm. Allerdings hatte Katharina Ebrecht die undankbare Aufgabe gegen lauter Herren um sie herum als Schlussschwimmerin antreten zu müssen. Lediglich die bereits enteilte Fuldaer Staffel beschloss das Rennen ebenfalls mit einer Dame und wurde auf den letzten Metern vom Seriensieger der letzten Jahre, der Münchener Staffel, gerade noch abgefangen. Katharina ihrerseits erwehrte sich mit Leibeskräften der Konkurrenz und musste sich ebenfalls zwei weiteren Herren knapp geschlagen geben. Trotzdem schwamm sie die Staffel mit 27,7 Sekunden und der guten Endzeit von 2:40,08 Minuten auf den 5. Rang. Die Zeit ist hervorragend und bis auf den einen verpatzten Wechsel verlief alles optimal und die Staffel schaffte sogar die vorgegebene Zeit, wobei da ja noch Alexander Maus eingeplant war. Mit Alexander wäre sogar der Bronzerang in greifbarer Nähe gewesen ...


Nachwuchsathleten mit Licht und Schatten

Insgesamt lässt sich feststellen, dass erfahrenen Athleten der 1. Mannschaft einen solideren Eindruck hinterließen als die jüngeren Athleten, bei denen es deutlich mehr Schwankungen zu verzeichnen gab. Nach einigen Rücksprachen schien es dann doch so zu sein, dass teilweise ein zu großer Respekt vor der ungewohnten Umgebung und der starken Konkurrenz vorhanden war. Auch die zahlreichen Erkrankungen sorgten für das uneinheitliche Leistungsbild der HSC-Mannschaft. Zwar konnten neben den bereits erwähnten Schwimmern und Schwimmerinnen auch Martina Dillenberger (50 m Rücken), Bettina Fuhr (100 m Schmetterling), Larissa Jährig (50 m und 100 m Freistil), Aurica Ritter (100 m Freistil), Celine Mauer und Jana Eichhorn (beide 100 m Freistil, 200 m Rücken), Jacqueline Jährig und Simon Hennes (beide 100 m Freistil und Schmetterling), Elisa Ritter (100 m Freistil, 200 m Rücken, 100 m Schmetterling), Simon Pistor (100 m Schmetterling) und Moritz Deibel (100 m Freistil, 200 m Rücken, 200 m Brust) ebenfalls Bestleistungen erzielen, doch waren mindestens genauso viele Starts mit Ausreißern in die nicht gewollte Richtung vorhanden.

Und vor allem gemessen an dem gedachten Erreichen von Pflichtzeiten für die Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften verlief das Wochenende sehr enttäuschend. Allerdings muss man dabei die Athleten auch in Schutz nehmen, denn aus nicht näher erklärten Gründen sind die Pflichtzeiten für die Süddeutschen Meisterschaften ins unermessliche angehoben worden, so dass das Ziel einer Qualifikation für die allermeisten Athleten (und nicht nur die des HSC) in unerreichbare Ferne gerückt ist. Trainer Adam Ollé sieht diese Maßnahme als Frechheit an, denn hinzu kommt auch noch, dass die Bekanntgabe der Pflichtzeiten erst Mitte Februar erfolgte und somit sich nicht nur die Athleten veräppelt vorkommen. "Es ist ein Unding einfach von Jahr zu Jahr wahllos die Pflichtzeiten hoch und runter zu verändern. Niemand weiß Anfang Februar, mit welcher Leistung man sich denn nun für die Süddeutschen Meisterschaften im Mai qualifizieren kann. Es kann doch nicht so schwer sein, erstens die Zeiten rechtzeitig zu veröffentlichen und vor allem über einen zuvor festgelegten Zeitraum die Pflichtzeiten unverändert zu lassen. Aber alle Jahre wieder die Norm z.B. für einen 14-jährigen willkürlich zu verändern spricht aus meiner Sicht nicht für die Fachkompetenz des festlegenden Gremiums. Das ist für unseren Sport einfach nur schädlich und da muss sich niemand wundern, wenn die Athleten dabei die Lust verlieren." ist Ollé erbost über die augenscheinlich fehlende klare Linie im Verband.

Zu den HSC-Einzelergebnissen