HSC : Aktuell : Mitteilungen [Startseite HSC]



Langeweile beim Oberliga-Endkampf der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften [11/2007]

Am 17.11.2007 fand im Eschborner Wiesenbad der Endkampf der Oberliga Hessen im Rahmen der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften statt. Die HSC-Herren hatten das zweifelhafte Vergnügen, in einem völlig belanglosen und in dieser Form überflüssigen Wettkampf teilnehmen zu müssen. Geht es beim Vorkampf noch darum, den Abstieg zu vermeiden oder sich für den Aufstiegskampf zur nächst höheren Liga zu qualifizieren, weiß eigentlich niemand so genau, um was es beim Endkampf der Oberliga Hessen geht. Die zwei besten Vereine des Oberliga-Hessen-Vorkampfes, sowohl der Damen als auch Herren, schwammen in Heilbronn um den Aufstieg in die zweite Bundesliga, waren also in Eschborn gar nicht anwesend. Und die Stimmung und Leistungen bei den anwesenden Mannschaften hielten sich mehr als nur in Grenzen. Dabei muss auch erwähnt werden, dass es bei den zehn teilnehmenden Mannschaften lediglich dem Herrenteam des Gastgebers SCW Eschborn und dem Damenteam der zweiten Mannschaft des SC Wiesbadens gelang, ihre Vorkampfergebnisse zu verbessern.
Der Chronistenpflicht wegen sei auch erwähnt, dass die HSC-Herren ihre Vorkampfleistung bei Weitem nicht erreichen konnten und mit 19329 Punkten um gut 800 Punkten hinter ihrer Leistung von vor vierzehn Tagen zurück blieben und recht abgeschlagen den fünften und letzten Platz der Veranstaltung belegten.


Daniel Spahn erneut mit Vereinsrekord über 50 m Brust

Die Herren DMS-Mannschaften Für das Herrenteam starteten wie im Vorkampf Daniel Spahn (Jahrgang 82), Alexander Maus (83), Dominic Rummel (84), Jens Frankenhäuser (85), René Schäfer (86), Oliver Buch (89), Peter Hohmann (90), Simon Pistor (93) und Kevin Ott (93). Hinzu kam Niklas Frank (90) neu in das Team.

Somit traten die HSC-Herren auch im Endkampf in aktueller Bestbesetzung an, doch trotz körperlicher Anwesenheit war so gut, wie gar keine notwendige Spannung vorhanden, um gute Leistungen hervorzubringen. Im Vergleich zum Vorkampf war das Team nicht wieder zu erkennen. Gerade einmal fünf neue persönliche Bestzeiten gab es zu vermelden, wobei drei dieser fünf Leistungen auf Nebenstrecken erbracht wurden, die diese Schwimmer nur so selten schwimmen, dass man fast gar nichts gegen einen neuen persönlichen Rekord unternehmen konnte. Lediglich der 50 m Brust Vereinsrekord von Daniel Spahn in 29,86 Sekunden war ein echter kleiner Lichtblick eines überflüssigen Samstages im Eschborner Wiesenbad. Dass Daniel Spahn diese Zeit gelang, ist größtenteils darauf zurück zu führen, dass er in sechs Tagen bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Essen über 50 m und 100 m Brust antreten wird und somit die Starts über die Bruststrecken für ihn einen wichtigen Vorberereitungscharakter aufwiesen. Dadurch hatte er den Vorteil, die nötige Konzentration und Spannung aufbauen zu können, ohne die es fast nicht möglich ist, Leistungen auf Topniveau abzurufen.

Ansonsten wurden die Strecken größtensteils emotions-, jedoch auf keinen Fall willenlos herunter gespult. Denn es war ganz sicher kein schlechter Vorsatz, sich so unter Wert zu präsentieren, doch hatte die Veranstaltung keinerlei sportlichen Wert. "Wenn es nun Mal um nichts, aber auch gar nichts geht, dann kann ich es verstehen, dass man gar nicht in der Lage ist, auch nur ansatzweise sein Leistungspotential abzurufen." will Trainer Adam Ollé auch gar nicht den Stab über seine Mannschaft brechen. Doch leider hat man bei diesem Endkampf keine Wahl, ob man teilnimmt oder nicht. Wenn ein Verein nicht teilnehmen würde, dann wird eine hohe Geldstrafe verhängt, wobei (allerdings nicht ganz Ernst gemeint) über die Vorzüge dieser Möglichkeit nachgedacht wurde ...

Dem Trainer ist es wichtig, festzuhalten, dass niemandem der Wille zur Leistung gefehlt hat. "Ein ganz wichtiger Punkt für mich und mein Verständnis für unsere gemeinsame Trainingsarbeit ist, dass sich niemand hat hängen lassen oder gar absichtlich schlecht geschwommen ist, auch wenn die Ergebnisse zu einem anderen Schluss verleiten lassen könnten." An vielen Reaktionen der Schwimmer war zu erkennen, dass sie selber enttäuscht über die abgelieferte Leistung waren und sich mehr erhofft hatten und auch mit der festen Absicht einer guten Leistung auf den Startblock geklettert waren. Teilweise wurden die (Best-) Zeiten des Vorkampfes auch nur knapp verfehlt, so dass man nicht pauschal alle Starts als misslungen ansehen darf. Aber sicherlich wird dieser Wettkampf nicht allzu lange im Gedächtnis haften bleiben. Dafür stehen in den kommenden Wochen glücklicher Weise wieder sportlich wertvolle Wettkämpfe auf dem Programm, auf die sich Sportler und Trainer gleichermaßen freuen ...


Am Samstagmorgen sind die Toiletten am Schönsten

Eigentlich war der Auftakt zum Endkampf sehr gelungen, denn nach einigem hin und her waren die neuen DMS-Shirts doch noch rechtzeitig fertig geworden und konnten am Vorabend verteilt werden. Nachdem es sonst in den vergangenen Jahren immer T-Shirts mit einem (mehr oder weniger) lustigen Spruch gegeben hatte, entschieden sich die verantwortlichen Trainer dieses mal für eine elegante Version mit Kragen und ohne Spruch. Das neue Polohemd wurde von den HSC-Athleten auch sehr positiv angenommen. "Gleichzeitig sind die neuen T-Shirts aus meiner Sicht auch das Beste am gesamten Endkampf gewesen." fügt Trainer Adam Ollé schmunzelnd hinzu.
Auch der Samstagmorgen vor dem Wettkampf begann viel versprechend. Um 9 Uhr durften die HSC-Damen dieses Mal ohne die Herren in der Rhein-Main-Therme trainieren und dabei stellte unsere Laura R. aus K. am T. unmitttelbar vor Trainingsbeginn lautstark und freudestrahlend fest: "Am Samstagmorgen sind die Toiletten am Schönsten!". Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass es aus HSC-Sicht einer der ganz wenigen glücklichen Momente dieses Tages werden würde ;-)

Neben der sportlichen Belanglosigkeit des Wettkampfes kommt aus Trainersicht auch noch die teilweise peinliche Vorstellung einiger Zeitnehmer hinzu. "So dermaßen abweichende Zeiten habe ich schon lange nicht mehr erlebt und ich empfinde es einfach den Athleten gegenüber als inakzeptabel, wenn teilweise die von den Kampfrichtern gestoppten Zeiten bis zu einer halben Sekunde abweichen. Ich will niemandem Absicht unterstellen, aber trotzdem war das teilweise purer Delitantismus!" schimpft Ollé über einige Zeitnehmer. Zwar waren die Abweichungen der Zeiten immer zu Gunsten der Schwimmer, aber schließlich gelangen diese Zeiten auch in Bestenlisten und dienen als Qualifikationszeiten für diverse Meisterschaften. "Am schlimmsten jedoch ist, dass gegebenenfalls den Athleten ein Leistungsvermögen vorgegaukelt wird, welches sie gar nicht besitzen. Und dann müssen wir Trainer uns damit auseinandersetzen, den Athleten zu erklären, warum sie eigentlich gar nicht so gut waren, wie diese offiziellen Zeiten es annehmen lassen."
Und dass der Hofheimer Trainer nicht völlig grundlos kritisiert, sieht man an einigen Merkwürdigkeiten im Protokoll. "Wenn zwei Schwimmer zeitlich so eng anschlagen, dass ich mir nicht sicher war, wer vorne ist, dann liegen Zeiten höchstens im Hundertstelbereich auseinander. Im Protokoll durfte ich dann verhältnismäßig große Abstände von bis zu einer halben Sekunde nachlesen, die mit bloßem Auge sehr leicht zu sehen gewesen wären!". Aber glücklicher Weise wissen die Hofheimer Schwimmer und Trainer ganz genau, wie sie ihre Leistungen dieses Endkampfes zu bewerten haben und sind sich sicher, dass sie an den nächsten beiden Wochenenden, sowohl bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften, wie auch bei den Hessischen Jahrgangsmeisterschaften, wieder das gewohnt starke Bild ihrer Schwimmer und Schwimmerinnen zu sehen bekommen.

Zu den HSC-Einzelergebnissen