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Hauchdünne Entscheidungen beim Vorkampf der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften [11/2007]

Die Hofheimer DMS-Mannschaften 2007 Am 3.11.2007 fanden die Vorkämpfe der Oberliga Hessen im Rahmen der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften statt. Beide Mannschaften des HSC starteten in Frankfurt-Höchst und für beide ging es darum, sich für den Endkampf der fünf besten hessischen Teams in zwei Wochen in Eschborn zu qualifizieren.
Der letzte Test am vergangenen Wochenende in Rüsselsheim verlief sehr gut und es gab auch keine nennenswerten Probleme im Verlauf der Trainingswoche, so dass Trainer und Mannschaft mit berechtigtem Optimismus an den Start gehen konnten. Aber nebem dem Optimismus war auch klar, dass es sehr eng mit der Qualifikation werden würde und dass alle Hofheimer Damen und Herren sich in Topform befinden müssen, um die hoch gesteckten Ziele zu erreichen. Das deutlich gestiegene Niveau in der Oberliga lässt sich dadurch dokumentieren, dass die Damen mit ihrer letztjährigen Punktezahl, mit der sie sich für den Endkampf qualifizierten, in diesem Jahr lediglich gegen den Abstieg gekämpft hätten und auch bei den Herren war es dieses Mal undenkbar mit einer Punktzahl unter 20000 den Endkampf zu erreichen.
Insgesamt wurden von den Trainern 19 Athleten nominiert, die es bei den 68 Starts auf 23 persönliche Bestzeiten und zwei Vereinsrekorde brachten, wobei es den Herren vorbehalten blieb, für die ersten Vereinsrekorde dieses Jahres zu sorgen. Aber spätestens bei den Deutschen Meisterschaften in drei Wochen wollen die Damen mit der Freistilstaffel zurückschlagen. Die Bestzeiten verteilen sich mit 13 zu 10 zu Gunsten der Damen.


HSC-Herren schaffen Qualifikation für den Endkampf

Nominell gesehen traten die HSC-Herren fast in Bestbesetzung an und mussten lediglich auf Frederik Zölls verzichten, den es verständlicher Weise lieber nach Südafrika zog als seine Freizeit in den hessischen Hallenbädern zu verbringen ;-)
Für das Herrenteam starteten Daniel Spahn (Jahrgang 82), Alexander Maus (83), Dominic Rummel (84), Jens Frankenhäuser (85), René Schäfer (86), Oliver Buch (89), Peter Hohmann (90), Simon Pistor (93) und Kevin Ott (93). Allerdings standen doch viele Fragezeichen hinter der Leistungsfähigkeit einiger Herren, die außer im Rahmen der Mannschaftsmeisterschaften kaum noch ins Wettkampf- und Trainingsgeschehen eingreifen. Nicht einmal die Hälfte des Teams nimmt aktuell am geregelten Trainingsbetrieb teil, so dass Trainer Adam Ollé einige Kompromisse bei der Mannschaftsaufstellung eingehen musste. Gerade weil alle 34 Starts an einem Tag absolviert werden, muss man die Einsätze und die damit verknüpften Pausen bei den maximal fünf Starts pro Athlet sehr genau dosieren, damit am Ende in der Summe aller Starts die bestmögliche Punktezahl herausspringt.

Vom Start weg entwickelte sich ein knappes Rennen um die Endkampfplätze. Im direkten Duell in Höchster Hallenabd mussten sich die Herren mit dem SCW Eschborn und im Fernduell mit Delphin Wiesbaden und der zweiten Mannschaft des DSW Darmstadt, die beide in Kassel starteten, auseinandersetzen. Bis zum letzten Start war praktisch alles offen und die Platzierungen wechselten fast ständig nach jedem absolvierten Lauf. Letztlich gelang es dem HSC mit 20131 Punkten nur den SV Delphin Wiesbaden knapp hinter sich zu halten und musste sich hauchdünn Eschborn und Darmstadt geschlagen geben und landete zunächst auf dem undankbaren sechsten Platz nach dem Vorkampf. In der Endabrechnung fehlten auf die viertplatzierten Eschborner nur 81 Punkte, auf die fünftplatzierten Darmstädter sogar nur 16 Punkte. Doch glücklicher Weise und aufgrund der sehr starken Leistungen der Fuldaer und der zweiten Frankfurter Mannschaft hat es der HSC doch noch in den Endkampf geschafft. Die beiden erwähnten Teams konnten sich für den Aufstiegskampf der zweiten Bundesliga qualifizieren und so rückt der HSC in den Endkampf nach.

Den Herren gelang es bei 34 Starts insgesamt 24 Mal die vom Trainer gesetzten Vorgaben zu erfüllen und überboten somit die vorgegebene Gesamtpunktzahl um 464 Punkte. Diese enorme Leistungssteigerung des gesamten Teams stimmte den Trainer glücklich. "Die Jungs haben mit tollen Leistungen und viel Einsatz gezeigt, dass sie immer noch eine schlagkräftige Truppe sind."


René Schäfer und und Daniel Spahn mit Vereinsrekorden

Die HSC-Herren begannen mit Peter Hohmann als Startschwimmer über die 100 m Lagen. Peter konnte seine aufsteigende Form der letzten Wochen bestätigen und zeigte wieder einen sehr guten Wettkampf. Mit neuer Bestzeit in 1:04,33 Minuten gelang ihm gleich ein perfekter Auftakt für die Mannschaft. Beflügelt von der Bestzeit legte er über 100 m Rücken ebenfalls eine Bestzeit in 1:04,47 Minuten hin und erzielte sogar über 50 m Rücken mit 28,60 Sekunden endlich eine Zeit, mit der sein eigentliches Können voll umsetzen konnte. Bei allen drei Starts unterbot er seine Bestleistungen um mehr als eine Sekunde. Und besonders gut hat seinem Trainer die letzte Bahn bei den 200 m Lagen gefallen. Obwohl er dort keine Bestzeit schwamm, zeigte er auf der letzten Bahn einen bemerkenswerten Einsatz und holte das allerletzte aus seinem Körper heraus und hätte dadurch fast noch die Bestzeit geschafft. "Mit dieser letzten Bahn hat Peter gezeigt, dass er auch unter Schmerzen noch in der Lage ist, seine Leistung abzurufen. Diese Erkenntnis sehe ich für ihn als sehr wichtig an, da es ihm oftmals an der notwendigen Härte fehlte, ein Rennen durchzuschwimmen. Wenn er diese Erfahrung verinnerlicht hat und wieder abrufen kann, dann sollte es weiter bergauf für ihn gehen."

Einen sehr guten Tag erwischten auch die beiden jüngsten Hofheimer im Team. Simon Pistor und Kevon Ott "durften" sich beide über die 1500 m Freistil quälen und machten ihre Sache ausgezeichnet. Kevin schwimmt noch in der zweiten Mannschaft des HSC und ist erst kurzfristig in die Aufstellung gerückt. Er sollte die Chance bekommen, sich im Rahmen der ersten Mannschaft bei einem wichtigen Wettkampf zu präsentieren und vor allem spielte auch die taktische Überlegung eine Rolle, somit den (nicht ganz austrainierten) Leistungsträgern diese Strecke zu ersparen, damit sie für kürzere Strecken eingesetzt werden konnten.
Kevin nutzte die ihm gebotene Möglichkeit und zeigte ein engagiertes und vor allem konstantes Rennen und verbesserte sich enorm. Er unterbot in 20:04,26 Minuten seine eigenen Bestzeit deutlich und auch die Vorgabe um gut eine halbe Minute. Nun muss er im Training genau dort weiter machen und kontinuierlich an seinen Schwächen arbeiten, damit er den Sprung nach oben schafft. Mit diesem Rennen hat er den ersten kleinen Schritt getan...

Simon hatte eines der anstrengensten Programme zu bewältigen und bestand die Aufgaben mit Bravour und ausschließlich neuen Bestmarken. Neben den 1500 m Freistil, die er in 18:44,67 Minuten beendete, legte er über die 100 m (1:06,43) und 200 m Schmetterling (2:28,76) sowie den 200 m Rücken in 2:32,43 neue persönliche Rekorde hin.

Entspannte Buben: Jens Frankenhäuser, Dominic Rummel und Daniel Spahn Auch Oliver Buch, Dominic Rummel, Alexander Maus und Jens Frankenhäuser trugen ihren wichtigen Teil zur ausgezeichneten Gesamtleistung bei. Alle vier stehen dem HSC mehr oder minder nur für die Mannschaftsmeisterschaften zur vollen Verfügung und Trainer Adam Ollé weiß dieses Engagement zu schätzen. "Ohne diese Verbundenheit aller aktiven und auch ehemaligen Athleten zum Verein und zur Mannschaft könnten wir auf diesem Niveau in der Oberliga überhaupt nicht mithalten. Auch wenn nicht alle topfit sind, können und wollen wir gar nicht auf die Jungs verzichten. Und es ist auch immer wieder ein Genuss, zu sehen, welche Qualitäten sie trotz des wenigen Trainings haben."
Besonders bei Alexander Maus steht die gesamte Mannschaft gerne am Beckenrand und bewundert den schönen und locker aussehenden Schwimmstil, den er über die Freistilstrecken an den Tag legt. Die meisten Punkte steuerte er über die 200 m und 400 m Freistil bei, wobei er in 1:56,95 Minuten bei der 200m Distanz sogar die 700er Marke knapp mit 704 Pnkten überbot.
Dominic Rummel zeigte nach durchwachsenem Auftakt beim allerletzten Start über 100 m Freistil seine Kämpferqualitäten und hielt bis zum Schluss, trotz schwindender Kräfte, dagegen und lieferte in 55,93 Sekunden eine sehr beachtliche Endzeit ab.
Oliver Buch brachte seine Sprintstärken ins Team ein und lieferte seine höchste Punktzahl mit 612 Punkten über 50 m Freistil in 25,48 Sekunden ab. Auch über die 50 m Rücken konnte er überzeugen und blieb in 29,51 Sekunden nur knapp über seiner Bestzeit.
Unter größeren konditionellen Schwächen litt unserer "DMS-Tier" Jens Frankenhäuser. Nach jedem seiner drei Starts sah er mehr als nur erschöpft aus. Gut gemeinte Ratschläge des Trainers quittierte er mit ungläubigem Blick, da er sich nicht in der Lage fühlte davon etwas umzusetzen, wie beispielsweise das Erhöhen der Frequenz im Schlussabschnitt eines Rennens. Aber trotzdem gab er alles und seine Durchgangszeiten waren wirklich vielversprechend, doch ohne notwendige Ausdauergrundlagen lässt sich ein ordentliches Tempo nicht beliebig lange durchhalten, was Jens im wahrsten Sinne des Wortes "schmerzvoll" bestätigte ;-) Seine beste Leistung steuerte er in 32,28 Sekunden über 50 m Brust bei.

Die Topscorer des Wochenendes waren René Schäfer und Daniel Spahn, die auch für die ersten Vereinsrekorde dieses Jahres sorgten. René Schäfer schwamm gleich beim ersten Start nicht für möglich gehaltene 55,18 Sekunden über 100 m Schmetterling und unterbot den Vereinsrekord von Frederik Zölls um eine knappe halbe Sekunde und schwamm sich damit sogar auf Platz zwölf der deutschen Bestenliste. René zeigte sich sehr überrascht über die gute Zeit, da er am Ende nicht einmal voll durchzog. "Wenn ich gewusst hätte, dass ich so schnell unterwegs bin, dann hätte ich bis zum Ende Gas gegeben, um unter 55 zu bleiben." lautete sein Fazit. Mit dieser Leistung und den dazu gehörenden 778 Punkten erzielte er die höchste Punktzahl aller HSC-Schwimmer. Nicht viel schlechter waren mit 773 Punkten seine 100 m Freistil in 52,12 Sekunden zu bewerten. "Ich möchte mir kaum vorstellen, zu welchen Zeiten er fähig wäre, würde er das volle Trainingspensum mitmachen und den dafür notwendigen Ehrgeiz mitbringen." ist sein Trainer sichtlich beeindruckt über die hervorragenden Zeiten von René. Das gute Gesamtbild rundete er mit seinem letzten Start über 200 m Schmetterling in 2:10,04 Minuten ab.

Den zweiten Vereinsrekord steuerte unser Leid geprüfter 1. FC Köln Fan Daniel "Hennes" Spahn bei. Was lange, sogar sehr lange währt, wurde endlich gut ;-) Seit Jahren versuchte Daniel (vergeblich) 50 m Brust unter 30 Sekunden zu schwimmen. Sein Rekord liegt bei 30,01 Sekunden und es gab bereits unzählige Resultate, die in diesem Bereich anzusiedeln sind. Und auch bei diesem Rennen zeigten die Uhren seines Trainers nach dem Anschlag 30,0 Sekunden, was am Beckenrand zum üblichen Gelächter seiner Mannschftskameraden führte. Doch diesmal hatten alle zu früh gelacht, denn unser Hennes war es, der letztlich triumphierend über die offizielle Endzeit von 29,99 Sekunden lachen durfte. Die Freude war im ganzen Verein zu sehen, denn er hat es sich durch seine Jahre lange gute Trainingsarbeit wirklich verdient. Als Nebeneffekt hat er auch erstmals die Pflichtzeit für die Deutschen Meisterschaften unterboten und steuerte 744 Punkte für das Mannschaftsergebnis bei. Nur acht Punkte weniger kamen über 100 m Brust zusammen, die er in 1:05,67 Minuten absolvierte, womit er nur noch knapp eine Sekunde über seiner Bestzeit liegt.


HSC-Damen verpassen Qualifikation für den Endkampf um Wimpernschlag

Auch die HSC-Damen konnten personell aus dem Vollen schöpfen und alle waren ihrem Trainingsstand entsprechend in Form. Bereits die Vorgaben sahen eine Steigerung um 1000 Punkte im Vergleich zum Endergebnis des letzten Jahres vor. Besondere Hoffnungen lagen auf den jungen Damen, die im Verlauf dieses Jahres nach und nach von der zweiten in die erste Mannschaft aufgestiegen sind. Altersbedingt waren bei Lara Marie Deibel (95), Franziska Eichhorn (94), Martina Dillenberger (94), Aurica Ritter (94), Bettina Fuhr (94) und Celine Mauer (96) die größten Leistungssprünge zu erhoffen. Das Grundgerüst der Damenmannschaft bildeten unsere erfahrenen Schwimmerinnen Christina Grölz (86), Katharina Ebrecht (87), Laura Riedel (88) und Franziska Metz (91).

Wenn es bei den Herren schon sehr kanpp zuging, dann muss man der Damenkonkurrenz bescheinigen, dass es bei ihnen noch engere Abstände und Entscheidungen gab. Ständige Wechsel zwischen Platz vier bis acht in der Gesamtwertung machten jeden einzelnen Start spannend und gewichtig. Keiner der beteiligten Vereine Hofheim, Eschborn, Fechenheim, Dillenburg und SC Wiesbaden II konnte sich entscheidend absetzen und bei Halbzeit lagen diese fünf Teams alle zwischen 9044 und 9222 Punkten.
Im zweiten Abschnitt blieb es zunächst bei den engen Abständen, doch verloren die HSC-Damen im letzten Viertel etwas den Kontakt und lagen vor den letzten beiden Starts knapp 170 Punkte hinter SC Wiesbaden II und Fechenheim. Mit zwei Bestzeiten schafften es Lara Marie Deibel über 400 m Freistil und Christina Grölz über 100 m Freistil beinahe noch, den Spieß umzudrehen. Doch trotz der tollen Aufholjagd und dem besten Endergebnis der Vereinsgeschichte mit 17861 Punkten fehlten am Ende 41 Punkte zu Wiesbaden und 33 winzige Pünktchen zu Fechenheim und zur Endkampfteilnahme. Im Gegensatz zu den Herren schafften die Damen lediglich bei 18 von 34 Starts die Vorgaben zu erreichen. Konnten sie im 1. Abschnitt ihre angepeilten Punkte noch um 84 Zähler überbieten, so misslang ihnen dies im zweiten Abschnitt und sie verpassten sogar ihre vorgegebene Punktzahl um 52 Punkte, so dass es am Ende leider nur für den achten Rang in der Endabrechnung reichte. Da sowohl Gelnhausen als auch Darmstadt den Aufstiegskampf zur zweiten Bundesliga erreichten, hätte auch den Damen der siebte Rang zum Weiterkommen gereicht ...

Der ursächliche Grund aus rein schwimmtechnischer Sicht liegt in der mannschaftsinternen Schwäche im Schmetterlingsschwimmen. Genauer gesagt lag es nicht an den Leistungen der nominierten Schwimmerinnen, die bei den sechs Strecken auf drei Bestzeiten kamen, sondern am absoluten Niveau im Vergleich zu Konkurrenz. Trotz der Bestzeiten landeten die beiden HSC-Starterinnen über 100 m und 200 m Schmetterling, teilweise sogar abgeschlagen, jeweils auf den letzten beiden Plätzen. Lediglich Katharina Ebrecht gelang es, über die 50 m Distanz in guten 30,27 Sekunden vorne mitzuhalten. Diese Schwäche hat mit Sicherheit die Endkampfteilnahme gekostet, da man auch daran denken muss, dass die Schmetterlingsbeine, besonders im Rückenschwimmen, eine entscheidende Rolle spielen. "Seit den Sommerferien gab es so gut wie gar kar keine Trainingseinheit, in der nicht explizit Schmetterlingbeine geübt worden wären. Doch scheint es immer noch so zu sein, dass viele immer noch nicht die Wichtigkeit erkennen wollen und bei diesen Inhalten nicht ausreichend bei der Sache sind." stellt Ollé seiner Mannschaft in dieser Hinsicht kein gutes Zeugnis aus. "Unsere Qualität im Schmetterlingsbereich ist ganz einfach nicht ausreichend und hat sich auch in den letzten Jahren kaum verbessert."


Christina Grölz findet zur alten Stärke zurück

Aufgrund ihrer Erfahrung und ihrer Klasse wurde Katharina Ebrecht als Startschwimmerin ausgewählt. Mit einem guten Ergebnis sollte sie die Damenmannschaft in den Wettbewerb bringen und besonders bei den Jüngeren für Entspannung sorgen. Wie gewohnt übernahm sie souverän diese Verantwortung und setzte mit der sehr guten Zeit von 1:10,23 gleich ein positives Zeichen. Gleich danach setzte Christina "Ede" Grölz einen oben drauf und schwamm die 200 m Freistil seit langer Zeit in 2:17,80 Minuten wieder mal unter 2:20 Minuten. Damit war der erhoffte erfolgreiche Start geglückt und die Basis für ein gutes Mannschaftsergebnis gelegt.

Ede darf nach ihren guten Zeiten zurecht jubeln Nach der unerwarteten, fast schon sensationellen Steigerung über 100 m Freistil letzte Woche in Rüsselsheim und dem guten Einstand über die 200 m Freistil, lieferte unsere Ede über 50 m Freistil ihr bestes Karriere-Rennen ab und brachte den Vereinsrekord von Katharina Ebrecht in ernsthafte Gefahr. Erst als zweite Hofheimerin überhaupt in der Vereinsgeschichte blieb sie in 27,86 Sekunden unter der 28-Sekundengrenze und verpasste den Vereinsrekord gerade mal um 23 Hundertstelsekunden. Eine wahnsinns Zeit, vor allem wenn man bedenkt, wie sie noch letzten Samstag nach 30,2 Sekunden bei der gleichen Strecke aus der Wäsche schaute ;-)
Als bekannt starke Mannschaftsschwimmerin wurde ihr dann auch die Verantwortung und Ehre zuteil, das abschließende und entscheidende Rennen über 100 m Freistil zu absolvieren. Vor diesem letzten Start lag das Team kanpp 100 Punkte zurück und es bedurfte schon einer außergewöhnlichen Leistung, um den Rückstand aufzuholen. In Zeit umgerechnet musste sie der Konkurrenz mindestens 2,5 Sekunden abnehmen und dementsprechend forsch ging sie die Sache an und lag vom ersten Meter an in Führung und immer auf Bestzeitkurs. Es gelang ihr dann auch, das Rennen in hervorragender neuen Bestzeit von 1:01,16 Minuten zu gewinnen und den Rivalinnen mehr als zwei Sekunden abzunehmen und 670 Punkte beizusteuern, aber letzlich fehlte dann doch noch ein Bruchteil einer Sekunde, um an den andern Mannschaften vorbeizukommen.
Die einzige, die diese Leistung noch übertrumpfen konnte, war Katharina Ebrecht, die ebenfalls über die 100 m Freistil mit 1:00,86 Minuten 680 Punkte erzielen konnte und dadurch die beste Leistung aller Hofheimerinnen erreichte. Sie konnte über 50 m Schmetterling ein weiteres Mal über der 600 Punktegrenze bleiben. Für ihre Endzeit von 30,27 Sekunden kassierte sie 602 Punkte.

Uschi und Tinka Alles andere als zufriedenstellend verlief es für unsere "Uschi", Franziska Eichhorn. Obwohl es am Vorabend hervorragend anfing und sie endlich zu ihrer, seit den Hessen-Meisterschaften heiß ersehnten Pizza kam, konnte sie aus ihrer Sicht "nur" eine einzige Bestzeit beisteuern. Sie ist sehr fleißig und motiviert im Training und Wettkampf, doch scheitert sie aktuell oft noch an ihrer hohen Erwartungshaltung. Sie ist im ersten Wettkampf über 100 m Brust keine Bestzeit geschwommen sondern in 1:23,12 Minuten lediglich die zweitbeste Leistung ihrer noch jungen Karriere. Sie kann ihre Unzufriedenheit noch nicht richtig kanalisieren und deswegen leiden die nachfolgenden Rennen oftmals noch mental an dem vorhergehenden Start. Ihr Trainer vergleicht die Situation wie folgt: "Wenn ich in den ersten 10 Minuten beim Fußball einen Elfmeter verschulde, dann renne ich nicht die restlichen 80 Minuten frustriert über den Platz, sondern gebe die verbleibende Spielzeit richtig Gas, um den Fehler wieder auszubügeln. Das Spiel ist erst nach 90 Minuten verloren und so lange muss man alles versuchen!". Aber irgendwie wollte sie niemanden so richtig an sich heran lassen und schaute den ganzen Tag über "bedröppelt" durch die Gegend, obwohl sie wirklich nicht schlecht unterwegs war. Sie schwamm über 50 m Brust in 38,79 Sekunden sogar eine Bestzeit und kam bei allen weiteren Strecken (200 m Rücken, 200 m Brust und 400 m Lagen) jeweils mit der zweitbesten Leistung aller Zeiten ins Ziel. Wenn sie lernt, nicht von vorneherein an das (Wunsch-)Ergebnis zu denken, sondern daran, was sie dafür im Wasser tun muss, dann wird sie sehr bald ihre erhofften Zeiten schaffen. "Denn schließlich ist die Zeit immer noch das Resultat der Handlung und nicht umgekehrt!" weiß nicht nur ihr Trainer ;-)

Die einzige, der es gelang, bei allen ihren Starts mit Bestzeiten zu imponieren und die Vorgaben zu toppen, war Lara Marie Deibel. Sie hatte zudem auch das härteste Wettkampfprogramm und musste mit insgesamt 1900 m die meisten Wettkampfmeter herunterspulen. Dabei war sie konstant wie ein Uhrwerk und trug über 400 m und 800 m Freistil, 400 m Lagen sowie 100 m und 200 m Brust jeweils zwischen 547 und 559 Punkten zum Ergebnis bei. Ihre Einstellung lässt sich am besten am letzten Start über die 400 m Freistil charakterisieren als sie bereits gezeichnet von den vier vorigen Starts nochmal alles aus sich herausholte und wieder mit persönlichem Rekord anschlug. Dieser Wille und die daraus resultierende Siegermentalität sind vorbildlich und es kommt nicht von ungefähr, dass sie bereits bei den Süddeutschen Jahrgangsmeisterschaften auf dem Podest stand. Allerdings haderte ihr Trainer teilweise mit ihrer Renneinteilung, bei der sie noch bessere Zeiten bei den längeren Strecken in der ersten Rennhälfte vertrödelte. "Dies ist auch im Training ab und an zu beobachten, dass sie so manche Einheit etwas zu locker sieht. Es wäre wünschenswert, wenn sie noch konzentrierter trainieren würde, damit sie besonders im taktischen Bereich weitere Fortschritte macht."

Ede und Aurica Aurica Ritter konnte ihren Aufwärtstrend der letzten Wochen fortsetzen und überzeugte bei den Freistilstrecken über 400 und 800 m. Lediglich bei ihrem ersten Start über 200 m Rücken behielt die Nervosität die Oberhand und sie blieb mit nicht ganz optimaler Leistung in 2:45,32 Minuten knapp über ihrer Bestzeit. Ihre Nervosität zeigt sich gerne an der Qualität ihrer Fragen vor dem Rennen, wie beispielsweise "Auf was soll ich achten oder soll ich einfach nur schnell schwimmen?" In diesem Fall war reichte es dem Trainer und der Mannschaft, wenn sie "einfach" nur schnell schwimmt;-) was ihr dann mit zwei Bestzeiten über 400 m Freistil in 5:06,48 und 10:35,02 Minuten über die doppelte Distanz auch gelang. Als Ergebnis ihrer kontinuierlich guten Leistungen seit den Sommerferien ist sie nach den DMS von der zweiten in die erste Mannschaft befördert worden.

Die jüngste im Team war in diesem Jahr Celine Mauer, die auch gleich über eine der härtesten Strecken, den 200 m Schmetterling antreten musste. Trotz aller Warnungen versuchte sie bei ihrem DMS-Debüt am Anfang mit den Konkurrentinnen mitzugehen und ließ sich zu einem viel zu schnellen Angangstempo verleiten, für das sie dann in der zweiten Rennhälfte zahlen musste. "Aber mir ist es lieber, wenn jemand sich auch mal etwas Außergewöhnliches zutraut als wenn man immer nur das Übliche macht." nimmt sie Ollé aber für ihren (übermütigen) Versuch in Schutz.

Ihren einzigen Start durfte Martina Dillenberger über die 100 m Schmetterling absolvieren. Sie fehlte vor 14 Tagen bei den Hessen-Meisterschaften und die Generalprobe am letzten Wochenende zuvor verlief alles andere als gut und so bestand im Vorfeld eine deutliche Ungewissheit über ihre Form. Martina neigt bei wichtigen Wettkämpfen dazu alles zu gut machen zu wollen und zuviel über "Gott und die Welt" nachzudenken, anstatt einfach nur mit Freude ihrem Lieblingssport nachzugehen. Das führt dann oftmals ungewollt zu einer Angespanntheit, die besonders im Zusammenhang mit dem Element Wasser eher nachteilig wirkt. Aber dieses Mal behielt Martina die Oberhand über die Anspannung und lieferte ein ordentliches Rennen mit neuer Bestzeit von 1:18,23 Minuten ab.

Ungewohnt wenig Starts hatte in diesem Jahr Laura Riedel. Aber aufgrund des sich stark verbesserten Nachwuches und der zeitlich bedingten Reduzierung ihres Trainingsumfanges hat sie es nur über 50 m Brust und 50 m Freistil in die Mannschaft geschafft. Als sie am Morgen des Wettkampfes erfuhr, dass sie doch nicht über die 100 m Lagen antreten musste, huschte ein breites Grinsen über ihr Gesicht und sie war spürbar erleichtert, dass dieser Kelch an ihr vorüber ging ;-)
Über die beiden Sprintstrecken lief es dann eher suboptimal, denn man merkte ihr das wenige Training deutlich an, indem es an der Technik oder genauer am Wassergefühl beim Sprinten deutlich mangelte. Sie schwamm zwar mit ihren gewohnt hohen Frequenzen, doch kam von der Leistungsabgabe weniger beim Vortrieb an als es normaler Weise der Fall ist. Beim Brustschwimmen geriet dann auch noch der Rhythmus von Armbewegung und Beinarbeit etwas durcheinander, so dass sie als Vereinsrekordhalterin über 50 m Brust in 38,71 Sekunden mehr als 1,5 Sekunden über ihrer Bestmarke blieb. Die Freistilstrecke verlief in 29,51 Sekunden auch nicht wirklich wie gewünscht und am Ende hätte sie beim Anschlag fast noch die Wand verfehlt. Zumindest sah es mehr danach aus als hätte sie an der Leine, denn an der Wand angeschlagen...

Franziska Eichhorn und Bettina Fuhr Je weiter die Saison fortschreitet, desto schwerer scheint sich Bettina Fuhr zu tun. Ende September stieg sie mit zahlreichen Bestzeiten in die Saison ein, konnte aber seitdem ihr vorhandenes Potential nur selten vollends umsetzten bzw. entfalten. "Bei ihr habe ich fast immer das Gefühl, dass noch viel mehr möglich ist und der Knoten noch nicht vollständig aufgegangen ist" analysiert ihr Trainer die gezeigten Leistungen. Sie scheint immer noch nicht ganz in der Lage zu sein, sich in den entscheidenden Momenten auf das Wesentliche konzentrieren zu können, wie beispielsweise bei den Schmerzen zum Rennende: "Da scheint sie noch zu gemütlich zu sein und es fehlt ihr der letzte Biss, um das Rennen komplett durchzustehen!". Ihr unterlaufen augrund von Unaufmerksamkeiten immer mal zwischendurch Taktik- und Technikfehler, die sie im Rennverlauf zurückwerfen. Sie konnte über die 100 m Schmetterling in 1:16,62 Minuten und 200 m Schmetterling in 2:55,25 Minuten mit neuen Bestzeiten aufwarten, doch hapert es noch gewaltig am Verständnis für die Renngestaltung, so dass sie sich bei den letzten Metern mehr ins Ziel schleppte denn schwamm. Bei Halbzeit des 100 m Rennens verbesserte sie zwar ihre 50 m Bestzeit, doch war sie daraufhin auf den zweiten 50 Metern knapp zehn Sekunden langsamer als auf der ersten Teilstrecke. Und trotz Bestzeit werden die 200 m Schmetterling in nächster Zukunft sicher noch nicht ihre große Liebe werden ;-)

Ein für ihre Verhältnisse durchwachsenen Wettkampf lieferte Franziska Metz ab und auch sie war nicht zufrieden mit ihren Leistungen. Zu überzeugen wusste sie über 200 m Freistil, wo sie in 2:17,70 Minuten mit 607 Punkten ihre beste Punktausbeute erzielte. Leider klappte es weder beim Rücken- noch beim Schmetterlingsschwimmen besonders gut und sie blieb etwas hinter den Erwartungen zurück. Seit der Langbahnsaison rätseln sie und ihr Trainer darüber, was mit ihrer Technik passiert ist. Bei den letzten DMS vor einem Jahr wusste sie besonders über die Rückenstrecken zu überzeugen und lieferte dort ihre immer noch aktuellen Bestzeiten ab. Aber seit dieser Saison hat sich ihre Wasserlage dramatisch verschlechtert und sie selbst hat auch das Gefühl keinen besonders guten Abdruck zu finden. Ähnlich verhält es sich beim Schmetterlingsschwimmen, wo sie über die 50 m Sprintstrecke zu hektisch wird und den fehlenden Druck durch schnellere Armzüge zu kompensieren versucht. Aber mit dem fehlenden Wassergefühl verschlimmert sie das Ergebnis nur noch. Ihre erzielten 32,30 Sekunden über 50 m Schmetterling und 33,86 Sekunden über 50 m Rücken machten sie nicht allzu glücklich. Nach den Deutschen Meisterschaften Ende November in Essen wird sie besonders im technischen Bereich wieder stark arbeiten müssen, um aus diesem Technikloch herauszukommen.

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Endergebnisse des Oberliga-Vorkampfes