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Zweimal Silber für Lara-Marie Deibel bei Süddeutschen Meisterschaften [05/2007]

Lara-Marie und ihre Trainer Am 12. und 13. Mai fanden im Darmstädter Nordbad die Süddeutschen Jahrgangsmeisterschaften der weiblichen Jahrgänge 1993-1996 und männlichen Jahrgänge 1991-1996 statt. Die Wertigkeit dieser Veranstaltung ist gleich hinter den Deutschen Meisterschaften anzusiedeln, da hier die Vereine aus sieben Bundesländern die Sieger/innen ausschwimmen. Geografisch gesehen entspricht dies gut der Hälfte Deutschlands.
Aus Hofheimer Sicht konnten sich mit Lara-Marie Deibel und Simon Pistor leider nur zwei Athleten qualifizieren. Zahlreiche Schwimmer und Schwimmerinnen scheiterten nur knapp an den scharfen Normen für die Teilnahme. Trotz der nur zwei Teilnehmer wurden diese hingebungsvoll von allen Wettkampftrainern betreut und angefeuert. Der HSC war wohl der einzige Verein, bei dem mehr Trainer als Athleten vor Ort waren, denn neben Adam Ollé waren auch die beiden anderen Wettkampftrainer Volker Kemmerer und Christina "Ede" Grölz vor Ort und leisteten moralischen Beistand und trugen ihren Anteil zu einem gelungenen Wettkampf bei, bei dem in der Summe aus Platzierungssicht mit zwei Medaillen mehr erreicht wurde als man im Vorfeld rechnen konnte. Erfreulich sind guten Zeiten und neben diesen beiden Medaillen wurden auch wichtige Erfahrungen gesammelt und mitgenommen.


Perfekter Auftakt für Lara-Marie Deibel

Als erstes musste Lara-Marie Deibel (Jahrgang 95) über 200m Brust ins Wasser. Die Aufregung war ihr deutlich anzusehen, aber gleichzeitig auch die Vorfreude, dass es nun endlich losgeht. Die einzige taktische Vorgabe ihres Trainers, einfach vorneweg zu schwimmen, setzte sie perfekt um. Mutig und offensiv ging sie ihr Rennen an und schwamm von Anfang an an der Spitze mit. Bei Halbzeit wendete sie deutlich unter ihrer Bestzeit und lag mit drei weiteren Konkurrentinnen eng beisamen. Nach der Wende konnte sie sich dann sogar Zug um Zug mit der führenden Nürnberger Schwimmerin vom Rest des Feldes lösen. Während sich zwar der Abstand zur Führenden auf der letzten Bahn vergrößerte, enteilte Lara ihrerseits den Verfolgerinnen und schlug in hervorragender Bestzeit von 2:58,64 Minuten als Zweite an und durfte anschließend freudestrahlend ihre allererste Medaille bei Süddeutschen Jahrgangsmeisterschaften entgegen nehmen.

Lara-Marie und ihre Trainer Diese tolle Auftaktleistung war nicht unbedingt zu erwarten, da die Vorbereitung auf den wichtigsten Langbahnwettkampf alles andere als optimal verlief. Nach dem Ostertrainingslager hinderte sie eine Krankheit am Training, wodurch auch die Leistungen in den Vorbereitungswettkämpfen im April nicht den Erwartungen und Wünschen entsprachen. Und letztlich war sie sie die Woche zuvor mit der Schule in Berlin und nahm am Bundesendkampf des Wettbewerbes "Jugend trainiert für Olympia" teil. Um ausgeruht in Darmstadt an den Start gehen zu können, flog sie extra wegen den Meisterschaften bereits am Donnerstag aus Berlin zurück.

Den zweiten Paukenschlag und die zweite Silbermedaille erschwamm sie sich über 50 m Freistil. Dort konnte sie in 29,64 Sekunden nach etwas verpatztem Start sich hauchdünn bis auf den Silberplatz vorkämpfen und verbesserte erneut ihre Bestzeit deutlich und fand sich zum zweiten Mal auf dem Podest wieder (im Bild ganz links).
Neben diesen beiden Medaillen konnte sie über 50 m und 100 m Brust sowie 100 m Freistil drei weitere Plätze unter den ersten Sieben erzielen. Besonders die abschließende Zeit von 1:06,16 Minuten über 100 m Freistil ist dabei hervorzuheben, da sie dort ein taktisch sehr präzises Rennen geschwommen ist, indem sie über die gesamte Streckenlänge ein sehr konstantes Tempo gehen konnte. Die aus Trainersicht etwas zu langsame Angangszeit zur Hälfte des Rennens kompensierte sie durch sehr ein stark geschwommene letztes Rennviertel, so dass sie am Ende ihre Bestzeit um mehr als 1,5 Sekunden unterbot.
Mit 39,06 Sekunden über 50 m Brust blieb sie nur knapp über ihrer Bestzeit und lediglich die 100 m Bruststrecke könnte man als leicht verpatzt bezeichnen, da sie in 1:25,19 Minuten langsamer war als zur Halbzeit beim 200 m Rennen zuvor. Aber da kann man ihr sicher keinen Vorwurf machen, da sie auch in diesem Rennen sehr schnell unterwegs war, aber diesmal Tempo nicht halten konnte. Der Grund lag daran, dass Lara insgesamt an diesem Wochenende mit den schnellen Brustbewegungen aus technischer Sicht nicht so gut zurecht kam.


Gelungener Einstand für Simon Pistor

Simon Pistor beim Start Für Simon Pistor (93) ging es in diesem Jahr (noch) nicht um Medaillen und vordere Ränge. Er konnte sich erstmals für Süddeutsche Meisterschaften qualifizieren und schaffte es in seiner Hauptlage, dem Schmetterlingsschwimmen, in allen drei Strecken die Pflichtzeiten zu unterbieten. Bei ihm war die Aufregung noch größer als bei Lara und im Gegensatz zu ihr konnte er auch nicht auf die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr bauen. Als zusätzliche "Bürde" erwies sich unbeabsichtigter Weise die eigene schier überdimensionale Erwartungshaltung.
Wie immer startete er mit viel Ehrgeiz und Motivation in sein 100 m Schmetterlingsrennen und hatte dabei noch im Hinterkopf, eventuell die Qualifikationszeit für die Anfang Juni stattfindenden Deutschen Jahrgangsmeisterschaften zu unterbieten. Er wendete wie gewöhnlich mit sehr schneller Zwischenzeit (31,8 Sekunden) doch die Achillesferse ist bei Simon immer wieder die Renneinteilung, wie sich auch dieses Mal bestätigen sollte. Denn offenichtlich hat er die gute Zwischenzeit nur durch ein überzogenes Angangstempo erzielen können. Auf den letzten 10 bis 15 m folgte der befürchtete Einbruch, der sich insbesondere durch eine sichtbare gravierende Technikverschlechterung äußerte. Aber trotzdessen war seine Endzeit von 1:07,99 Minuten immer noch sehr ordentlich und nur eine halbe Sekunde über Bestzeit, die er erst vor zwei Wochen aufstellen konnte. Und auch der 13. Platz beim allerersten Start ist aller Ehren wert.

Als Weiteres standen für ihn am zweiten Wettkampftag die 50 m und 200 m Schmetterling auf dem Programm. Die Sprintstrecke verlief ohne besondere Vorkommnisse, außer dass er sich wieder mal die Unaufmerksamkeit gegönnt hat, ausgerechnet beim letzten Zug noch geatmet zu haben, bevor er nach 30,84 Sekunden anschlug. "Dieses Malheur war sicher nicht entscheidend, doch zeigt es auch, dass Simon in den entscheidenden Momenten einfach wesentlich konzentrierter zu Werke gehen muss" lautete die Analyse seines Trainers.

Bei seinem letzten Rennen über 200 m Schmetterling zeigte er nochmal sein Kämpferherz und sein Durchsetzungsvermögen, denn diese Strecke gehört mit Sicherheit zu den härtesten im Schwimmsport. Und obwohl es ihm bekannter Maßen schwer fällt, sich zu Beginn eines Rennens etwas zurückzuhalten, ließ er es für seine Verhältnisse schon eher ruhig angehen. Sein Ex-Trainer Volker Kemmerer beobachtete ihn genau und sah auf der dritten Bahn einen kleinen Durchhänger, den Simon aber mit unbändigem Willen und Durchhaltevermögen auf der letzten Bahn wieder ausgleichen konnte. "Simon hat sich auf der letzten Bahn den Allerwertesten aufgerissen und nochmal alles aus sich herausgeholt" stellte Kemmerer zufrieden fest. Am Ende dieser mörderischen Strecke standen für Simon 2:35,71 Minuten und ein repsektabler 13. Platz zu buche.


Auf den gezeigten Leistungen kann aufgebaut werden

Insgesamt lässt sich als Fazit festhalten, dass besonders die Stimmung und gute Zusammenarbeit mannschaftsübergreifend deutlich zu spüren war und ihren Ausdruck in der Anwesenheit aller drei Trainer hatte, bei denen Simon und Lara trainieren bzw. trainierten. Trainer Adam Ollé ist sehr zufrieden mit den erzielten Zeiten und besonders die beiden Medaillen von Lara-Marie Deibel waren das Sahnehäubchen des Wochenendes.
Bei Lara-Marie Deibel kam wieder zur rechten Zeit ihre bestechende Eigenschaft zum Tragen, dass sie bei den wichtigen Wettkämpfen in der Lage ist, ihre beste Leistung abzurufen. Sie beherrscht es, ihre Aufregung so zu kanalisieren, dass sie ihrer Leistung zuträglich ist. Bei ihr kommt trotz aller Anspannung und Aufregung auch die Vorfreude zum Vorschein, so dass sie dadurch den Vorteil im Wasser hat, mit der notwendigen Lockerheit schwimmen zu können.

Simon Pistor und Lara-Marie Deibel Dieser wichtige Schritt steht Simon Pistor noch bevor. Ihm steht der große Ehrgeiz noch ab und an im Weg und versperrt ihm die klare Sicht auf das Wesentliche und nimmt ihm die hilfreiche Lockerheit. Auch wenn er mit dem Wochenende nicht zufreiden war, sieht sein Trainer dies nicht nur anders, sondern vor allem auch gelassener. "Simon hat sich in den letzten 4 Wochen auf den 100 m Schmetterling um drei Sekunden und über 200 m um knapp 10 Sekunden verbessert. Er hat noch gar nicht realisiert, welche enorme Entwicklung er in der letzten Saison gemacht hat. Er hat sich für DMS-Oberligamannschaft qualifiziert, ist bei den Hessen Meisterschaften im Winter erstmals in die Nähe der Medaillenplätze gekommen und hat sich nun erstmals für die Süddeutschen Meisterschaften qualifiziert und dort seine Leistung bestätigt, womit er zu lediglich knapp 20 Schwimmern gehört, die in diesem Bereich schwimmen können. Jetzt muss er noch gewisse Dinge im Training erarbeiten und dabei auch etwas mehr und intensiver auf seinen Trainer hören und dann erst darf er nächstes Jahr auch von den Deutschen Meisterschaften träumen."

Beiden muss für ihre Zukunft klar sein, dass sie noch mehr Leidenschaft und Konzentration für das nicht immer Spaß machende Techniktraining aufbringen müssen, damit sie die notwendigen Steigerungen erzielen.
Allerding muss sich Lara im Start- und Wendenbereich und vor allem auch im Schmetterlingsschwimmen ihre "Trainingslethargie" ablegen und sich weiter deutlich verbessern, wenn sie ihr großes Ziel im nächsten Jahr erreichen möchte: die Teilnahme bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften 2008. Und auch für Simon gilt, die Aufmerksamkeit auf die trainingsrelevanten Dinge zu lenken, anstatt Ede im Training zu ärgern ;-)

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