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DMS-Endkampf oder der K(r)ampf um die goldene Ananas [11/2006]

Am 11.11.2006 (Helau;-) traf sich die hessische Elite im Schwimmen zum Endkampf der Mannschaftsmeisterschaften der fünf besten Teams der Oberliga Hessen im Wiesenbad in Eschborn. So ist zumindest die Intention dieser Veranstaltung zu verstehen, doch in der Praxis sieht der Stellenwert dieser Veranstaltung eher ganz anders aus. Sowohl bei den Damen, wie auch bei den Herren starteten die zwei besten Teams der Oberliga nicht in Eschborn, sondern im überregional ausgetragenen Aufstiegskampf zur 2. Bundesliga in Reutlingen. Und eben genau aus diesem Grund schafften es auch die Damen des HSC, die als siebtplatzierte des Vorkampfes als zweiter Nachrücker (noch) teilnehmen durften oder eher mussten.

René Schäfer und Daniel Spahn Der sportliche Wert des Wettkampfes geht in der Regel nicht über den eines Vorbereitungswettkampfes hinaus. Da die Ziele des HSC bereits mit dem Vorkampf erreicht wurden und es auch von der Trainingskonzeption her für die Leistungsträger nicht eingeplant war, hier Bestzeiten zu erzielen, standen bei den älteren HSC-Stammkräften die harten Trainingseinheiten der vergangenen Tage im Vordergrund und hinterließen auch die entsprechende Wirkung. "Obwohl man im Training versucht eine gewisse Wettkampfspannung aufzubauen, kann man gerade die erfahrenen Athleten nicht wirklich überzeugen, da sie genau wissen, dass es im Grunde um absolut nichts mehr geht" stellt Trainer Adam Ollé den Wert dieses Wettkampfes in Frage, was sich auch durch Gespräche mit anderen Trainerkollegen und -kolleginnen, die es ähnlich sehen, bestätigte.

Diese Stimmung innnerhalb des HSC-Teams war deutlich zu spüren. "Ich hatte aber zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass sich irgendwer hängen lässt und nicht bereit ist, an die Leistungsgrenze zu gehen" bescheinigt Ollé seiner gesamten Mannschaft, im Rahmen der Möglichkeiten alles gegeben zu haben. Besonders dem veranstaltenden SCW Eschborn muss man bestätigen, dass sie nicht nur die beste Stimmung verbreiteten, sondern auch eine bemerkenswerte Leistungssteigerung hinlegten und die HSC-Herren verdient vom vierten Vorkampfplatz auf den fünften verwiesen. Sowohl die Herren, wie auch die Damen konnten ihre Vorkampfleistungen nicht wiederholen und beendeten den diesjährigen Wettbewerb auf den Plätzen Fünf und Sieben, wobei die Herren 19401 Punkte und die Damen 16314 Punkte erzielten.
Das Positvste am Endkampf war die Tatsache, dass man im Gegensatz zum Vorkampf in Kassel, wenigstens in kürzester Zeit wieder daheim war;-))


Simon Pistor überragender Hofheimer Schwimmer der Veranstaltung

Simon Pistor Bei der Herren war der Trainer mit großem Abstand am meisten mit Simon Pistor zufrieden. Der erst 13-jährige Simon schwimmt erst seit den Sommerferien in der ersten Mannschaft und hat seitdem enorme Leistungssteigerungen hingelegt. Seine erst vor zwei Wochen in Kassel aufgestellten Bestzeiten pulverisierte er in Eschborn und bekam dafür auch die Anerkennung seiner Kameraden. Besonders die 200 m Schmetterling scheinen mehr und mehr zu seiner Paradestrecke zu avancieren. Nachdem er sich vor 14 Tagen von 2:47 Minuten auf 2:40 verbesserte, gelang ihm in Eschborn im Verhältnis eine noch größere Steigerung, indem er bereits nach 2:32,64 Minuten anschlug.
Auch über 200 m Rücken legte er im Vergleich zum Vorkampf nochmal ordentlich nach und steigerte sich auf 2:35,89 Minuten. Allerdings steht er zur Zeit noch mit den Wenden, besonders mit dem Anschwimmen und dem richtigen Zeitpunkt des Umdrehens in Bauchlage, auf Kriegsfuß, wodurch er am Rande einer Disqualifikation stand. Diese Nachlässigkeiten brachten ihm von seinem Trainer auch die entsprechende Kritik ein. "Simon muss noch lernen, dass die beste Leistung nichts nützt, wenn er dafür disqualifiziert wird" hat sein Trainer die berechtigte Sorge, dass er sich mit einer Unkonzentriertheit eventuell um den Lohn seiner tollen Leistung bringen könnte. Gerade im Hinblick auf die in drei Wochen anstehenden Hessenmeisterschaften, da Simon mit dem erreichten Niveau erstmals realistische Chancen hat, um eine Medaille zu kämpfen.

Der zweite Hofheimer mit überzeugenden Leistungen war Oliver Buch, der neben Simon der einzige war, der bei den Herren persönliche Bestleistungen aufzuweisen hat. Er konnte sich über 50 m Rücken deutlich auf nunmehr 29,39 Sekunden steigern. Er durfte für den studienbedingt fehlenden Bora Kilic über 50 m Freistil antreten und schwamm dabei ebenfalls in 25,34 Sekunden eine neue Bestzeit. Aber trotz dieser Verbesserungen hat Oliver in beiden Rennen Zeit verschenkt, da er nicht bis zum Anschlag seine Geschwindigkeit gehalten hat. Auch er zeigte deutliche Konzentrationsmängel, indem er zwei bis drei Meter vor der Wand den Beinschlag quasi einstellte und sich mehr oder weniger passiv bis zum Anschlag treiben ließ. Ebenfalls zufrieden konnte man mit seinen 100 m Schmetterling sein, wo er in 1:02,89 Minuten nur ganz knapp über seiner Bestzeit lag. Bis 75 m hatte er sogar die Möglichkeit unter 1:02 Minuten zu bleiben, doch erwiesen sich die letzten 10 m und ein nicht optimaler Anschlag als Hinderungsgrund. Aber bei optimaler Leistungsausprägung ist diese Zeit bei den Hessenmeisterschaften für Oliver eine realistische Vorgabe.

Lara-Marie Deibel, Martina Dillenberger, Bettina Fuhr und Franziska Eichhorn Bei den Damen konnten nur die jüngsten Hofheimerinnen mit neuen Bestzeiten aufwarten. Franziska Eichhorn (Jg. 94, im Bild ganz rechts) schaffte bei vier Starts drei neue Bestzeiten über 100 m und 200 m Brust sowie 200 m Rücken. Am meisten verbesserte sie sich über die Rückenstrecke, die sie nach 2:41,83 Minuten beendete. Ihre alte Bestzeit unterbot sie dabei um 3,5 Sekunden und wäre sie an den Wenden nicht förmlich eingeschlafen, wäre eine noch bessere Zeit möglich gewesen.

Eine optimale Ausbeute mit drei Bestzeiten bei drei Starts erarbeitete sich Bettina Fuhr (Jg. 94, zweite von rechts), die zwar mit der Streckenbesetzung nicht wirklich glücklich war, aber trotzdem eine tolle Leistung zeigte. Über 200 m Brust steigerte sie sich auf 3:12,66 Minuten und über 800 m Freistil auf 11:19,90 Minuten. Aber auch sie hat im technischen Bereich noch viel Reserven und verschwendet durch eine unruhige Wasserlage noch unnötig Kraft, die ihr dann für eine höhere Schwimmgeschwindigkeit fehlt.

Auch Lara-Marie Deibel (Jg. 95, ganz links) steuerte eine neue Bestzeit bei. Das Bemerkenswerte daran war, dass sie diese Bestzeit bei ihrem letzten Start über die nicht einfache 400 m Lagen-Strecke erzielen konnte, nachdem sie bereits die 200 m, 400 m und 800 m Freistil zurücklegen musste. Nachdem sie über die Freistilstrecken in der Nähe ihrer Bestzeiten blieb, unterbot sie abschließend ihren Rekord über 400 m Lagen um fünf Sekunden und schlug nach exakt 5:53,44 Sekunden an.

Zwar erwischte Martina Dillenberger (Jg. 94, zweite von links) beim Endkampf keinen guten Tag, aber zwei Bestzeiten steuerte sie bereits im Vorkampf über 100 m und 200 m Schmetterling bei, ohne die es nicht zur Qualifikation für das Finale gereicht hätte. Deswegen sei ihr auch der etwas daneben gegangene Tag verziehen ;-)


Nachwuchs behauptet sich in der DMS-Mannschaft

Als Fazit bleibt von den diesjährigen Mannschaftsmeisterschaften stehen, dass der Hofheimer Nachwuchs mehr und mehr in die erste Mannschaft drängt und sich beginnt zu etablieren. Mit Simon Pistor, Oliver Buch und Peter Hohmann bei den Herren, sowie Lara-Marie Deibel, Martina Dillenberger, Bettina Fuhr und Franziska Eichhorn haben sich sieben der jüngeren Athleten einen Stammplatz im DMS-Team erschwommen und werden auch für die Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen.
Doch es gilt auch festzuhalten, dass besonders bei den Jüngeren auch technische Mängel zu beobachten waren, die so nicht bestehen bleiben dürfen. Besonders bei Start und Wende gibt es unübersehbare Defizite. Diese Fehler sind nicht neu und von den Trainern bereits erkannt worden und auch in die entsprechende Trainingsgestaltung integriert worden. Aber es ist auch offensichtlich, dass die Umsetzung bzw. das dafür notwendige Konzentrationsvermögen besonders im Wettkampf noch nicht ausreichend ist. "Gerade das Wendentraining ist fast täglicher Bestandteil des Technikblocks und es ist mir unverständlich, wie teilweise im Wettkampf so gravierende Fehler gemacht werden, obwohl pro Woche weit mehr als 1000 Wenden im Training gemacht werden" zeigt sich Adam Ollé teilweise schon fast erzürnt über die mangelde Umsetzung dieser grundlegenden Trainingsinhalte. "Ich habe manchmal echt den Eindruck als würde ich kein Technik- bzw. Wendentraining machen..."

Laura Riedel mit ihrer Startkarte Abschließend gilt der Dank des Trainers allen Athleten und Athletinnen, die sich im Rahmen der DMS für den Hofheimer SC engagieren und immer wieder bemerkenswerte Leistungen abliefern und für diese einmalige (lustige) Stimmung am Beckenrand sorgen und die jedes Jahr einen Höhepunkt darstellt. "Es ist nach wie vor schön zu sehen, dass wir ein intaktes Mannschaftsgefüge haben und sich alle gerne bereit erklären, egal in welchem körperichen Zustand, für uns an den Start zu gehen."
Dies sind im Weiteren die noch nicht im Bericht genannten Christina Grölz, Katharina Ebrecht, Laura Riedel, Iris Szimnau, Franziska Metz, Alexander Maus, Daniel Spahn, René Schäfer, Dominic Rummel, Niklas Frank und Bora Kilic.

Zum Jahresabschluss stehen für die meisten Schwimmer/innen am 2. und 3. Dezember die Hessenmeisterschaften auf dem Programm, wo jeder seine Lieblingsstrecken schwimmen darf und auf die ebenfalls die Trainingsgestaltung abgestimmt ist ...

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