HSC : Aktuell : Mitteilungen  



Damen und Herren erreichen das Finale in der Oberliga-Hessen [10/2006]

Am 28. Oktober fanden bundesweit die Vorkämpfe der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Schwimmen statt. Die Damen- und Herrenmannschaft starten beide in der Oberliga Hessen und "durften" auf Veranlassung des Hessischen Schwimmverbandes (wie fast jedes Jahr) in Nordhessen, diesmal in Kassel, an den Start gehen. Leider scheint es bei der Zuordnung der Vereine zur Wettkampfstätte niemandem im Schwimmausschuss des Landesverbandes aufgefallen zu sein, dass sich Rüsselsheim, wo zeitgleich der zweite Oberliga-Vorkampf ausgetragen wurde, gleich in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hofheim befindet. Stattdessen wurde der HSC gut 200 KM weiter zum Schwimmen geschickt. Falls es eine Logik bei der Verteilung geben sollte, so wird diese sich wohl nur den an der Entscheidung beteiligten Personen erschließen ...
Für die Fahrt nach Kassel wurden zwei Kleinbusse gemietet und die Mannschaften organisierten ein ausgewogenes und üppig bemessenes Frühstück, welches dann in den Bussen verzehrt wurde. Und so kamen alle gut gesättigt und gestärkt in Kassel an. Außerdem bescheinigten und empfanden alle Athleten und Trainer das gemeinsame Frühstücken als gelungene Maßnahme zur Teambildung, was an der hervorragenden Stimmung im Bus und später am Beckenrand und im Becken abgelesen werden konnte.


Nachwuchsathleten feiern tollen Einstand bei der DMS

Die Vorzeichen für die diesjährigen Mannschaftsmeisterschaften waren eher durchwachsen, da zahlreiche Leistungsträger der vergangenen Jahre nicht zur Verfügung standen oder schulisch und beruflich bedingt einen erheblichen Trainingsrückstand aufweisen. Im Gegensatz zur Herrenmannschaft konnte das Damenteam personell in Bestbesetzung antreten. Die Herren mussten mit Frederik Zölls, Jens Frankenhäuser, Dennis Riedel und André Hoven auf einige bewährte Eckpfeiler verzichten und wenn man noch den in den USA befindlichen Michael Krayer hinzurechnet, dann kann man erst ersehen, welche Reserven noch im Team stecken, sofern es in Bestbesetzung antreten könnte ...

Andererseits bieten die zahlreichen Ausfälle den jüngeren Schwimmern und Schwimmerinnen die Chance, sich ins Team zu schwimmen und bei einem der Wettkampfhöhepunkte dabei zu sein. Diese Chance erhielten in diesem Jahr erstmals Simon Pistor (Jahrgang 93) sowie Martina Dillenberger (94) und Bettina Fuhr (94). Erst zum zweiten Mal dabei waren Franziska "Uschi" Eichhorn (94) und die jüngste Hofheimerin Lara-Marie Deibel (95), die bereits im letzten Jahr erstmals im Einsatz waren.

Die größte Freude über ihre Teilnahme war sicherlich Martina Dillenberger anzumerken. Sie hatte zwar mit 100 m und 200 m Schmetterling eine nicht gerade einfache Aufgabe, doch beflügelt schwamm sie zu zwei neuen Bestzeiten, wobei die 3:06,2 Minuten über 200 m Schmetterling als besonders lobenswert einzustufen sind.
Eine ähnliche Ausgangslage hatte auch Bettina Fuhr, die Berufen wurde, um die 800 m Freistil und 100 m Brust für die Mannschaft zu absolvieren. Und obwohl sich (verständlicher Weise;-) die Freude über die 800 m in Grenzen hielt, verbesserte sie sich um fast eine Minute auf 11:22 Minuten und auch über die Bruststrecke war sie in 1:27,8 Minuten noch nie schneller.
Franziska Eichhorn "durfte" sich ebenfalls mit den 100 m und 200 m Schmetterling auseinandersetzen und kämpfte sich tapfer durch die noch ungeliebte Lage. Sie hat, genau wie Martina, die gleichen technischen Probleme, die besonders über die längere Strecke gravierend hervortreten. Beide müssen noch an der Koordination bzw. dem zeitlichen Ablauf zwischen Armzug und Beinschlag arbeiten, damit sie im notwendigen Rhytmus der Delfinbewegung bleiben ...
Viel lieber schwimmt unsere Uschi Rücken und Brust und besonders über die 200 m Rücken wußte sie zu überzeugen und lieferte mit 2:45,62 ihr bestes Ergebnis ab, wobei sie ihre Bestzeit um zwei Sekunden unterbot.
Lara-Marie Deibel hatte mehr mit der Schwimmbrille zu kämpfen als mit den eigentlichen Konkurrentinnen im Becken. Bei drei ihrer vier Starts wollte die Brille nicht dort auf dem Kopf bleiben, wo sie naturgemäß sitzen sollte. Das hatte zur Folge, dass Lara sie jeweils während des Schwimmens ganz entsorgen musste und ohne Brille weiterschwamm. Glücklicherweise hinderte es sie nicht daran, trotzdem bei jedem Start Bestzeiten zu schwimmen. Die meisten Punkte steuerten ihre 400 m Freistil bei, die sie nach 5:06,99 Minuten beendete. Und wenn's im Endkampf auch mit der Brille klappt und die junge Dame etwas konzentrierter beim Start und an den Wenden zu Werke geht, sind weitere Verbesserungen nicht ausgeschlossen ...


René Schäfer erzielt die beste Einzelleistung

Unter den bereits etablierten Schwimmern der ersten Mannschaft ragte besonders René Schäfer heraus, der mit seinen 51,45 Sekunden über 100 m Freistil mit 803 Punkten die einzige Leistung über der 800er-Grenze erzielte. Neben dieser Bestzeit gelangen ihm weitere Bestleistungen über 100 m Schmetterling (55,75 Sekunden) und 200 m Freistil, wo er in 1:54,91 Minuten mit mehr als zwei Sekunden sehr deutlich unter seiner alten Rekordmarke blieb. Er selber sowie sein Trainer zeigten sich überrascht und sehr zufrieden über die 200 m Schmetterling, die er unerwartet schnell nach bereits 2:09,13 Minuten beendete. Kurz und kanpp fasst er seine Ergebnisse wie folgt zusammen: "Besser als gedacht, hätte nicht damit gerechnet."

Als Zweiter ist an dieser Stelle Peter Hohmann (90) zu nennen, bei dem endlich über die Rückenstrecken der Knoten geplatz ist und er enorme Leistungssprünge realisieren konnte. Alle drei Strecken beendete er in Bestzeit und konnte sich über 200 m Rücken sogar um knapp sieben Sekunden auf 2:24,5 Minuten steigern. Bei den 100 m Rücken steigerte er sich auf 1:06,43 Minuten und mit 30,03 Sekunden blieb er über 50 m Rücken nur ganz knapp über der bedeutenden 30-Sekunden-Grenze. Aber bei seinen gut einem Jahr andauernden guten Trainingsleistungen sollten weitere Verbesserungen nicht allzu lange auf sich warten lassen ...

Der Dritte in diesem Bud ist Oliver Buch (89), der erstmals für den HSC bei den DMS an den Start ging. Er war sich zwar über seinen aktuellen Leistungsstand nicht ganz im Klaren, zeigte aber mit beherzten und engagierten Leistungen, dass er eine wertvolle Verstärkung für die 1. Mannschaft darstellt. Sein Trainer ist sogar der Meinung, dass die geringen Erwartungen, die er aufgrund der Unwissenheit über seinen aktuellen Leistungsstand hatte, ihm sogar zum Vorteil gereichten, da er ohne Druck schwimmen konnte und dadurch lockerer war als dies noch im Sommer bei den Wettkampfhöhepunkten auf der 50 m Bahn der Fall war.
Auch wenn Oli und das Brustschwimmen wohl niemals mehr dicke Freunde werden, legte er den Grundstein zu einem erfolgreichen Wettkampf gleich beim ersten Start über 200 m Lagen, wo er in 2:25,28 Minuten die Vorgabe gleich um knapp fünf Sekunden unterbot. Seine mit Abstand punktbeste Leistung lieferte er über seine Liebstrecke, den 50 m Schmetterling ab, wo er erstmals in 26,97 Sekunden unter 27-Sekunden blieb und damit 644 Punkte zum Mannschaftsergebnis beisteuerte. Aus leistungstechnischer Sicht bewertet sein Trainer die 100 m Schmetterling als annähernd genauso gut, wo er in 1:03,67 Minuten nur ganz knapp über seiner Bestzeit blieb. Hier hat er noch viele Reserven, die mit seiner noch verbesserungsfähigen Technik zusammenhängen. Diese Technikumstellung betrifft besonders das Auslösen des Armzuges unmittelbar nach dem Eintauchen in das Wasser und wird ihn nach dem DMS-Endkampf sehr intensiv beschäftigen...

Bei den Damen der 1. Mannschaft ist besonders Franziska Metz (91) zu loben, die ihre guten Trainingsleitungen auch im Wettkampf bestätigte und den vielen Bestzeiten aus den Vorbereitungswettkämpfen weitere folgen ließ.
Bei ihren ersten vier Starts purzelten über 200 m und 400 m Lagen sowie 100 m und 200 m Rücken alle Bestzeiten ganz deutlich. Zusätzlich scheint sich auch langsam herauszukristallisieren, dass ihr das Rückenschwimmen sehr gut zu liegen scheint. Ihre beste Punktausbeute waren dann auch die 1:11,56 Minuten 100 m Rücken, wofür sie 577 Punkte erhielt. Wenn sie ihre Schwächen in der Wasserlage und den Wenden weiter reduzieren kann, dann darf sie sogar in absehbarer Zeit vom Vereinsrekord von Sandra Steinbrink träumen, der bei 1:09,01 Minuten liegt.


Geschlossene Mannschaftsleistung ohne Abfälle

Insgesamt ist die Geschlossenheit der mannschaftlichen Leistungen hervor zu heben. Bei allen 68 Starts hat die Einstellung gestimmt und niemand hat augenscheinlich auch nur eine Hundertstelsekunde verschenkt. Besonders unser Bora, dessen Nachnamen man nach eigenen Angaben wie folgt buchstabiert: "Konrad Isidor Ludwig Isidor Carl-Marx-Stadt" ;-) lieferte ohne jegliches Training in 24,60 Sekunden ein bombastisches 50 m Freistil-Rennen ab.
Solide Leistungen ohne nenenswertes Training lieferte Alexander Maus ab, der seine Leistungen mit den Worten "Nix erwartet, nix gekommen, nicht abgeschissen, aber zufrieden!" kommentiert. Etwas kritischer bewertet Daniel Spahn seine Leistungen, mit denen er selber nicht zufrieden war. Jedoch befindet auch er sich aktuell in einer sensiblen Phase der Technikumstellung, deren erste Früchte bei den Hessischen Kurzbahnmeisterschaften Anfang Dezember zu Tage treten sollen. "Insgesamt bin ich mit der Leistung der Mannschaft zufrieden. Ich fand die jungen Schwimmer haben sich gut in die Mannschaft eingefügt." lautete schließlich sein Fazit zum Wettkampf.
Eine etwas derbere Einschätzung liefert unsere Christina "Ede" Grölz ab. Sie fand ihre eingenen Leistungen be***ssen! Aber den Tag sonst fand sie richtig toll und ist super stolz auf die Kleinen.
Auch Laura Riedel fand es super, wie die kleinen Mädels integriert wurden und war von ihren eigenen Leistungen sehr positiv überrascht.
Bei Niklas Frank und Iris Szimnau zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Einerseits konnten beide über die kürzeren Bruststrecken jeweils eine Bestzeit verbuchen, doch andererseits müssen sich beide im Endkampf über die 200 mn Bruststrecke deutlich steigern, um an ihre Bestzeiten heranzukommen.
Und schließlich steuerten Dominic Rummel und Katharina Ebrecht trotz verminderten Trainingsaufwandes mit soliden Leistungen unentbehrliche Punkte zum Gelingen des Mannschaftsergebnisses bei.


Vorgegebene Ziele von beiden Teams übertroffen

Auch wenn die gesteckten Ziele bewusst sehr niedrig gehalten wurden, so sind die Trainer mehr als zufrieden mit den gezeigten Leistungen und den daraus erwachsenen Resultaten beider Teams. Die Damen hatten als klare Auf- und Vorgabe, den Klassenerhalt zu sichern und konnten sich im Vergleich zum letzten Jahr um mehr als 1000 auf 16910 Punkte steigern. Diese Steigerung wear auch dringend notwendig, da sie mit der Vorjahresleistung abgestiegen wären. Am Ende stand sogar etwas unerwartet der siebte Platz zu Buche und durch die freundliche Mithilfe zweier anderer hessischer Teams ist sogar die Teilnahme am Endkampf heraus gesprungen, da sich Fulda und Darmstadt für den Aufstiegskampf zur 2. Bundesliga qualifiziert haben und somit die HSC-Damen in den Endkampf nachrücken.
Für die Herren war es von der Zielsetzung her ein ruhiger Wettkampf, da es früh klar war, dass die Qualifikation für die Endrunde nur Formsache ist. Nach einem sehr guten ersten Abschnitt, bei dem sie 300 Punkte über der Vorgabe lagen, reichte ein durchschnittlicher zweiter Abschnitt, um ungefährdet mit 19780 Punkten als Vierter in den Endkampf einzuziehen. Wenn man bedenkt, dass bereits 1000 Punkte mehr für die Qualifikation zum Aufstiegskampf in die 2. Budesliga gereicht haben, so wäre es in Bestbesetzung für die HSC-Herren fast schon ein "Leichtes" gewesen, sich erneut nach 2004 wieder für den Auftiegskampf zu qualifizieren. Insgesamt zeigten sich beide Mannschaften zufrieden mit dem Wettkampf und alle hoben die mannschaftliche Geschlossenheit hervor und die gute Stimmung un der gegenseitigen Unterstützung.
Gute Stimmung Und ohne wenn und aber läßt sich sagen, dass besonders die Jüngsten ihre Aufgabe hervorragend gemacht haben und eine sehr große Bereicherung für das Team darstellen. Es war schön zu sehen, dass neben der vorhandenen Aufregung aber auch ein unbändiger Stolz und damit auch der Wille etwas besonderes zu leisten, ganz deutlich zu spüren und zu sehen war. Genauso bemerkenswert und schön war es, dass sie durch die etablierten "alten" DMS-Schwimmer/innen tatkräftig unterstützt wurden. Und so herrschte eine tolle Atmosphäre, da die Älteren auch die Leistungen der "Kleinen" mehr als nur zu würdigen wussten. Diese positive Art des miteinander Umgehens gibt viel Hoffnung für das Zusammenwachsen der beiden Generationen, da die Nachwuchsschwimmer/innen in absehbarer Zeit zur ersten Mannschaft hinzustoßen werden.

Als einzige negative Sache des Wochenendes bezeichneten alle übereinstimmend die absolut wettkampfuntauglichen Startblöcke des Stadtbades Mitte in Kassel.

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