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HSC darf sich in Darmstadt mit Schwimm-Nationalmannschaft messen [07/2006]

Auf ein sehr erfolgreiches Wochenende darf Frederik Zölls beim 43. Internationalen Schwimmfest in Darmstadt zurückblicken. Vom 14.-16. Juli 2006 startete bei hochsommerlichen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein beim traditionsreichen Darmstädter Schwimmfest die gesamte Deutsche A-Nationalmannschaft, die in zwei Wochen Deutschland bei den Schwimmeuropameisterschaften in Budapest vertreten wird. Für Konkurrenz war also gesorgt ;-)
Für die Qualität des Wettkampfes sprechen auch die sehr restriktiven Richtzeiten, so dass aus Hofheimer Sicht von Trainer Adam Ollé lediglich die Athleten der 1. Mannschaft nominiert wurden, die an den Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften teilnahmen. Als kleinen Bonus für die zuletzt gezeigten guten Leistungen wurden von Trainer Volker Kemmerer mit Simon Pistor und Franziska Eichhorn auch zwei Nachwuchsathleten nominiert und durften teilweise sogar Weltklasseleistungen der Nationalmannschaft bewundern. Für die mit Abstand beste Leistung sorgte die Deutsche Meisterin über 200 m Freistil, die Würzburgerin Annika Liebs, die in 1:58,7 Minuten eindrucksvoll ihre Ambitionen auf den Europameistertitel in Budapest unterstrich.


Frederik Zölls überzeugt beim Saisonabschluss

Frederik Zölls begann sein Wochenende mit dem Vorlauf über 50 m Freistil und zeigte sofort, dass er seine hervorragende Form aus Berlin erhalten, wenn nicht sogar noch verbessern konnte. Erstmals in seiner nicht ganz so jungen Karriere schaffte er es, die 24-Sekunden-Grenze auf der 50 m Bahn zu unterbieten und qualifizierte sich als Sechster sicher für den Endlauf. Er war selber etwas überrascht über die prima Leistung und war mit seiner neuen Bestzeit von 23,95 Sekunden der bestplatzierte Athlet, der nicht zur A-Nationalmannschaft gehört.
Das Finale selbst war eher als Zugabe anzusehen, da er selbst mit dieser neuen Bestzeit mindestens eine halbe bis dreiviertel Sekunde von den Podiumsplätzen entfernt war. So ging es für lediglich um die Bestätigung bzw. der Verbesserung seiner zuvor erzielten Bestzeit. Dieses Vorhaben konnte er dann im Finale auch realisieren. Und obwohl er in 24,16 Sekunden knapp über seiner Vorlaufleistung blieb, war es immer noch die drittschnellste Zeit seiner Karriere und alles in allem ein guter 6. Platz.

Frederiks Paradestrecke 50 m Schmetterling war auch gleichzeitig der Wettkampf, bei dem er die Chance auf einen Podiumsplatz hatte. Er musste im Vorlauf nicht an seine Grenzen gehen und qualifizierte sich locker in 25,54 Sekunden als Dritter für das Finale am Nachmittag.
Im Finale hatte er mit Johannes Dietrich und Steffen Deibler zwei EM-Starter neben sich und eigentlich ging es nur darum, ob er den dritten Platz hinter den beiden halten können würde, da beide bekanntermaßen hervorragende Schmetterlingsprinter sind. Kurz nach dem Start schien sich die Prognose gleich zu bewahrheiten. Frederiks bekannte Schwäche bei Start wurde überdeutlich, indem die beiden Nationalmannschaftsschwimmer ihm bis zum ersten Armzug nach gut 15 Metern bereits eine Länge Rückstand aufbrummten, was bei Sprint Welten ausmacht. Doch Frederik lies sich beirren und schwamm nahezu optimales Rennen. Sobald es um das reine Schwimmen geht, gehört Frederik mit Sicherheit zu den allerbesten Deutschlands, was man auch in diesem Rennen, gegen die Besten, sehen konnte. Nicht nur, dass er im Schwimmen nichts mehr verlor, sondern im Gegenteil, er konnte aufholen. Noch nie war er bei der Hälfte des Rennens schneller und er konnte mit 11,0 Sekunden den Anschluss Zug für Zug herstellen und lieferte ein großes Rennen ab. Kurz vor dem Ziel hatte er bereits Steffen Deibler überholt und es schien als wäre er gleichauf mit Johannes Dietrich. Doch gehören eben auch Start und ein guter Anschlag zu einem perfekten Rennen. Und nach dem durchwachsenen Start konnte auch sein Anschlag nicht überzeugen, da er einfach mit dem letzten Armzug nicht an die Wand kam, sondern gut eine halben Meter angleiten musste. Dies kostete ihn mit Sicherheit den Vereinsrekord und vielleicht auch den Sieg, obwohl dieser wohl auch mit einem optimalen Anschlag nicht zu schaffen gewesen sein dürfte. Am Ende musste er sich um vier Zehntelsekunden geschlagen geben und es stand mit 24,89 Sekunden ein hervorragender zweiter Platz zu buche, wobei nur zwei Zehntelsekunden zum Vereinsrekord fehlten, den er vor zwei Jahren in Berlin bei den Deutschen Meisterschaften aufstellte.

Im Vorlauf über die 100 m Schmetterling lief es bis 85 Meter ebenfalls sehr gut, doch dann wurde die Bahn doch "etwas zu lang" und es fehlte am Ende ein wenig am Stehvermögen. Obwohl er sich mit den letzten Zügen ins Ziel rettete, stand am Ende immer noch eine hervorragende Zeit von 57,09 Sekunden zu Buche, mit der er sich ebanfalls sicher für das Finale qualifizierte. Jedoch lies er sich nicht überzeugen, sich die gleichen Schmerzen nochmals anzutun und selbst ein "Machtwort" ;-) der 1. Vorsitzenden, die als Kampfrichter ebenfalls am Start war, konnte ihn nicht überzeugen und er meldete lieber ab, um sich ganz auf die beiden 50 m Finals zu konzentrieren. Laut der Aussage von Radprofi Jens Voigt, der aktuell bei der Tour de France eine Etappe gewinnen konnte, ist "Schmerz Schwäche, die den Körper verlässt". Da Frederik glaubhaft versicherte, dass die 100 m Schmetterling weh getan haben, hätte im Finale ja nicht mehr viel schief gehen können und vielleicht wäre er sogar ein Siegkandidat gewesen, nachdem auch der Deutsche Meister Helge Meeuw abgemeldet hatte;-))


Nicht alle Hofheimer konnten im Becken überzeugen

Die weiteren Hofheimer Starter konnten sich nicht ins Rampenlicht schwimmen, obwohl teilweise sehr ordentliche Leistungen erbracht wurden. René Schäfer konnte terminbedingt nur am Freitag über die 50 m Freistil starten und lieferte in 24,85 Sekunden ein mittelprächtiges Rennen ab. Allerdings befindet er sich seit dem Ende der Deutschen Meisterschaften vor drei Wochen in einer aktiven Erholungsphase, wobei das Schwimmen, zumindest das leistungssportlich orientierte, etwas in den Hintergrund trat. Im Vordergrund stand (in Absprache mit seinem Trainer) teilweise eher das Vermitteln vom Kraulen an junge Damen. Ob es sich dabei um die Kraultechnik beim Schwimmen handelt, ist nicht weiter überliefert ... ;-)

Franziska Metz Als einzige Dame der 1. Mannschaft war Franziska Metz (Jahrgang 91) am Start. Nach einer sehr schwachen ersten Saisonhälfte und einem Trainer-Donnerwetter in den Winterferien, berappelte sie sich und arbeitete im Training endlich so, wie gewünscht. Die Resultate in Form von Bestzeiten und Qualifiaktion für die Süddeutschen Meisterschaften waren die konsequente Folge der verbesserten Trainingsleistungen. Die Streckenschwerpunkte lagen aufgrund der in der ersten Saisonhälfte aufgebauten Defizite im Ausdauerbereich ausschließlich im Sprintbereich über 50 m Freistil und Schmetterling, mit einigen Abstechern in Richtung 100 m Freistil.
Die beiden 50 m Strecken liefen in Darmstadt durchschnittlich, wobei die 29,23 Sekunden über die 50 m Freistil und die 32,68 Sekunden über die 50 m Schmetterling in der Nähe ihrer bisherigen elektronisch ermittelten Bestzeiten anzusiedeln sind und als Bestätigung der gezeigten Entwicklung in diesem Jahr anzusehen sind. Allerdings sieht man bei ihr ganz deutlich, dass sie im Startbereich sowohl an der Technik als auch in der Sprungkraft und Explosivität stark zulegen muss.
Als kleinen Vorgeschmack für die kommende Saison und der Aufarbeitung der Ausdauerdefizite "durfte" Franziska auch die 200 m Freistil schwimmen, damit ihr Trainer einen realistischen Eindruck in die Sommerpause mitnehmen konnte. Sie schwamm ein ordentliches Rennen, das sie sogar in 2:24,63 in Bestzeit beendete. Doch muss realistischer Weise gesagt werden, dass diese Zeit im Vergleich nicht konkurrenzfähig ist, so dass Franziska auf dieser Strecke noch sehr viel Fleiß und Schweiß im Training investieren muss...

Der junge Simon Pistor (93) hat durch gute Wettkämpfe und Trainingsleistungen einen enormen Leistungssprung vollzogen, mit dem er sich für die 1. Mannschaft qualifizieren konnte, so dass er nach den Sommerferien in die nächste Mannschaft aufsteigen wird. Bei seinem letzten Wettkampf unter den Augen seines bisherigen Trainers Volker Kemmerer verabschiedete er sich in 2:45,32 mit einer neuen Bestzeit über 200 m Lagen in Richtung 1.Mannschaft.

Als Belohnung für die zuletzt sehr guten Leistungen durfte auch Franziska Eichhorn (94) in Darmstadt an den Start gehen. Über die 100 m Rücken kam sie mit den Umständen im Freibad nicht so gut zurecht und lieferte mittelmäßige 1:22,80 als Resultat ab. Besser lief es über die 200 m Lagen, wo sie sehr forsch und mutig zu Werke ging. Bis 150 m lag sie auch auf Bestzeitkurs, doch bei den abschließenden 50 m Kraul spürte sie nach eigenen Angaben ihre Beine nicht mehr. Diesen Eindruck konnten die Trainer am Beckenrand bestätigen, denn trotz heftiger Anfeurung und dem Signalisieren von mehr Beinarbeit, konnte "Uschi" nicht mehr zulegen und blieb in 2:58,30 knapp über ihrer Bestzeit.

Für Oliver Buch und Peter Hohmann scheint es Zeit zu sein, sich in die Ferien zu verabschieden und sich danach erholt den anstehenden Aufgaben zu stellen. Beide gingen zwar engagiert zu Werke, jedoch fehlte in den Rennen die Qualität in der Umsetzung, so dass die zustande gekommen Ergebnisse als enttäuschend anzusehen sind. Bei Oliver fehlt es nach der langen Zeit der Sprintvorbereitung augenscheinlich an der Ausdauer und Peter Hohmann verzettelte sich bei den 200 m Rücken völlig. Er fiel in seinem taktischen Verhlten in längst vergangen geglaubte Zeiten zurück und musste bitterlichst einem völlig überzogenen Anfangstempo Tribut zollen.
Nun dürfen sich alle Aktiven und auch die Trainer auf drei Wochen trainingsfreie Erholung freuen, bevor es ab dem 8. August wieder mit dem Training losgeht ...

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