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Viele Bestzeiten und Medaillen bei Hessischen Jahrgangsmeisterschaften [07/2006]

Am ersten Juli-Wochenende 2006 startete der Hofheimer SC mit 10 Aktiven bei den hessischen Jahrgangsmeisterschaften im Schwimmen. Bei hervorragendem Wetter mussten die Hofheimer Athleten auf ihren erkrankten Trainer Volker Kemmerer verzichten. Doch wie selbstverständlich sprangen Christina Grölz (Trainerin der Nachwuchsmannschaft) und Adam Ollé (Trainer der 1. Mannschaft) ein und gaben den Aktiven im schönen Freibad in Bergen-Enkheim die nötigen Anweisungen. Aufgrund des späten Zeitpunktes der Meisterschaften hatte man viel Zeit (für einige vielleicht zu viel Zeit) zu trainieren. Doch letztendlich hatten alle Mädels und Jungs einen guten Eindruck in den letzten Trainingswochen hinterlassen und belohnten sich und das Trainerteam mit insgesamt 40 Bestzeiten, acht Jahrgangstiteln und 11 Podestplätzen.


Lara-Marie Deibel holt acht hessische Jahrgangsmeistertitel nach Hofheim

Lara-Marie Deibel (in der Mitte) bei der Siegerehrung über 400 m Freistil Lara-Marie Deibel (Jahrgang 95, in der Bildmitte) bestritt ihre ersten Titelkämpfe auf der 50m Bahn. Im letzten Winter konnte sie bei den hessischen Kurzbahnmeisterschaften schon mehrer Medaillen gewinnen, leider jedoch hat es zu keinem Hessenmeistertitel gereicht. Nach sehr guten Eindrücken bei den Süddeutschen Meisterschaften vor drei Wochen, waren diesmal einige Goldmedaillen und hessische Jahrgangsmeistertitel anvisiert. Lara konnte über die Freistildistanzen nicht geschlagen werden und wurde hessische Jahrgangsmeisterin über 50m Freistil, 100m Freistil, 200m Freistil und 400m Freistil. Erstaunlich war die Leistung über 50m Freistil, die sie nach hervorragenden 30,68 Sekunden beendete. Ihren Siegeswillen und die ganze Freude am Schwimmen zeigte sie am Sonntagnachmittag bei ihrem achten und letzten Start über 400 m Freistil. Obwohl es ein langes Wochenende bei hochsommerlichen Temperaturen war und Lara unmittelbar vor den 400 m Freistil noch in eine Wespe trat, dachte sie nicht einen Augenblick daran, nicht an den Start gehen zu wollen. Im Wasser war der Schmerz vergessen und sie schwamm allen auf und davon, gewann souverän und unterbot ihre Bestzeit um fast 14 Sekunden auf tolle 5:17,99 Minuten.
Da es bei den hessischen Jahrgangsmeisterschaften für jede Lage noch einen Disziplinen-Dreikampf gibt, der aus den Ergebnissen der jeweiligen 50m, 100m und 200m zusammengesetzt wird, konnte sich Lara logischer Weise auch die Goldmedaille für den Freistil-Dreikampf überreichen lassen. Hier wurde sie mit 1432 Punkten und über 200 Punkte Vorsprung zu Platz zwei, ebenfalls hessische Jahrgangsmeisterin. Auch im Dreikampf der Bruststrecken wurde sie Hessische Jahrgangsmeisterin, auch wenn es über die 200m Brust „nur“ zur Vizemeisterschaft reichte. Ebenfalls über die 200m Lagen wurde sie Zweite und demnach Vizemeisterin. In beiden Strecken wurde sie von ihrer stärksten Konkurrentin Silja Langara von der SG Frankfurt geschlagen. Alles in allem jedoch eine hervorragender Saisonabschluss, den sie ihrer guten Trainingsarbeit zu verdanken hat. Die insgesamt acht hessischen Jahrgangstitel und zwei Vizemeisterschaften stimmten ihren Trainer Volker Kemmerer sehr froh. Wenn sie dann nach den Ferien auch noch mit etwas mehr Elan am Schmetterlings- und Rückenschwimmen arbeitet, dann sollte einer weiteren positiven Entwicklung nichts im Wege stehen. Besonders im Schmetterlingsschwimmen muss sie ihre "Bequemlichkeit" überwinden, denn Defizite in dieser wichtigsten Lage im Schwimmsport führen ebenfalls zu negativen Auswirkungen in alle anderen Lagen.


Simon Pistor zweitschnellster 50m Schmetterlings-Sprinter

Auch Simon Pistor (93) wurde durch seine hervorragenden Trainingsleistungen belohnt. Die 50m Schmetterling beendete er nach hervorragenden 32,54 Sekunden. Leider war Simon sehr enttäuscht, da die Anzeige der elektronischen Zeitnahme ihm erst die Fabelzeit von 30,74 Sekunden anzeigte. Doch durch diese Leistung wurde er das erste Mal in seiner Karriere Zweiter bei hessischen Jahrgangsmeisterschaften. Auch über 100m und 200m Schmetterling zeigte er sehr gute Leistungen und wurde mit zwei neuen Bestzeiten (1:15,39 und 2:51,) belohnt. Im Schmetterlings-Dreikampf wurde Simon mit 950 Punkten und nur 82 Punkten Rückstand auf Platz 3 hervorragender Fünfter. Auch über seine Lieblingsdisziplin, dem Rückenschwimmen, nahm er am Dreikampf teil. Hier zeigte Simon auch gute Leistungen, doch hatten sich Simon und Trainer Kemmerer etwas mehr erhofft. Doch mit einem guten zehnten Platz und deutlicher Tendenz nach oben im Dreikampf waren alle Beteiligten zufrieden.

Auch Franziska "Uschi" Eichhorn (94) machte einen sehr guten Wettkampf. Gerade über die drei Rücken- und drei Bruststrecken hatte Uschi sich einiges vorgenommen. Und das gelang ihr auch. Sehr gute Fortschritte auf alle diesen Strecken konnte sie vorweisen. Über 200m Rücken und 200m Brust wurde sie Vierte, wobei jeweils nur wenige Sekunden zur Bronzemedaille fehlten. Besonders das 200 m Brustrennen war wirklich beeindruckend, denn Uschi legte los, wie die Feuerwehr und zwischenzeitlich musste man wirklich Angst haben, dass sie die Streckenlänge verwechselt hat. Doch das Gegenteil war glücklicherweise der Fall und sie nahm ihr Herz in die Hand und schwamm "einfach" auf und davon und gewann ihren Lauf mit riesen Vorsprung. Ihr Pech war, dass es anschließend noch einen Lauf mit acht weiteren Konkurrentinnen gab, die im Vorfeld alle schneller gemeldet wurden und demnach vermeintlich schneller waren. So musste Uschi tatenlos am Beckenrand auf die Uhr starren und hoffen, dass maximal zwei Schwimmerinnen unter ihrer eben erzielten neuen Bestzeit von 3:09,9 Minuten bleiben würden. Bei der letzten Wende war eine Schwimmerin auf und davon, aber zwei waren nur unwesentlich schneller und es keimte ein wenig Hoffnung auf. Leider (aus Uschis Sicht) konnten beide im direkten Duell auf der letzten Bahn noch ganz enorm zulegen, so dass am Ende eben genau drei Schwimmerinnen schneller waren und für Uschi der undankbare vierte Platz übrig blieb. Schade für Uschi, denn in diesem Lauf hätte sie die Chance gehabt mit ihren direkten Konkurrentinnen im Endspurt um die Medaille zu kämpfen.


Aurica Ritter bei Titelkämpfen gut aufgelegt

Auch Aurica Ritter (94) war voller Tatendrang angereist. Aurica zeigte durch die Bank gute Ergebnisse, was Trainer Volker Kemmerer sehr froh über Auricas Leistungen stimmte. Nach einer längeren Durststrecke konnte sie endlich wieder richtig gute Leistungen vorweisen. Vor allem über die Freistilstrecken waren enorme Verbesserungen zu bewundern. Wenn Aurica jetzt weiter hart arbeitet und wieder richtig konzentriert trainiert, kann sie die entstandenen Defizite rasch wieder aufarbeiten. So wie es aussieht geht es bei der jungen Dame wieder bergauf.

Désirée Poths (95) enttäuschte bei ihren ersten Titelkämpfen. Seit einigen Wochen ist bei ihr der Wurm drin. Bei der sonst so guten Rückenwende hatte sie erhebliche Schwierigkeiten und auch der eine oder andere Start war alles andere als berauschend. Sie machte auch an diesem Wochenende, beim wichtigsten Wettkampf der Sommersaison, einen eher unkonzentrierten Eindruck. Anfang des Jahres war Désirée auf Medaillenkurs und zeigte sich weit vorn in der hessischen Bestenliste. Doch nach den Osterferien kamen keine nennenswerten Verbesserungen mehr.
Wenn Désirée ihr volles Potential ausgeschöpft hätte und nur ihre Bestleistungen bestätigt hätte, wären drei Medaillen locker möglich gewesen. Auch bei all ihren übrigen Starts kamen nur durchschnittliche Leistungen zustande. Bleibt nur zu hoffen, dass Désirée sich wieder fängt, da sie grundsätzlich das Talent hat, bei Hessenmeisterschaften ganz vorne mitzuschwimmen.

Martina Dillenberger und Bettina Fuhr (beide 94) zeigten ordentliche Leistungen. Bei Martina ist jetzt endlich die Aufregung bei Meisterschaften in den Hintergrund getreten. So kann sie sich vermehrt auf das eigentliche Rennen konzentrieren. Gut vorbereitet absolvierte sie alle Starts und konnte vor allem über die Bruststrecken prima Leistungen vorweisen. Bettina hingegen, die leider immer noch häufig ihre eigenen Kräfte unterschätzt und meist zu locker beginnt, wirkte noch etwas nervös. Einige taktische Fehler ließen leider nur ein durchwachsendes Gesamtergebnis zu. Aber die Fortschritte lassen bei beiden auf die hessischen Kurzbahnmeisterschaften im Winter hoffen.

Claudia Schmidt (94) und Kevin Ott (93) konnten leider keine komplette Vorbereitung durchlaufen. Claudia musste durch mehrere starke Erkältung und eine Bisswunde an der Hand (die nicht von den Mannschaftskameraden herrührt;-) mehrmals einige Wochen pausieren. Dementsprechend war in Sachen Ausdauer nicht viel zu erwarten. Doch trotz der genannten Umstände machte sie einen guten Wettkampf und zeigte besonders über die kürzeren Distanzen gute Leistungen. Kevin, der langsam wieder in Form kommt, konnte die hervorragenden Leistungen vom letzten Jahr nicht wiederholen. Jedoch zeigt er sich im Training konzentriert und macht täglich Fortschritte. Catiana Crapp (94) , die erst seit einem halben Jahr in der zweiten Mannschaft des HSC mittrainiert, konnte sich im Vorfeld über die 100m Freistil qualifizieren. Mit einer Zeit von 1:16,72 Minuten machte sie gute Fortschritte.

Zu den Einzelergebnissen


Patrik Putala startet beim Nachwuchs-Mehrkampf

Christina Grölz und Patrik Putala Am 01.07.2006 fand neben den Hessischen Jahrgangsmeisterschaften auch der hessische Endkampf des Nachwuchswettkampfes in Bergen-Enkheim statt, für den sich lediglich Patrik Putala (97, im Bild zusammen mit Trainerin Christina Grölz) als einziger aus der Hofheimer Nachwuchsmannschaft qualifizieren konnte.
Im Unterschied zum Vorkampf wurden die 50m Kraulbeine und 150m Dreilagen dieses Mal im 50m Freibadbecken durchgeführt. Für die anderen beiden Pflichtübungen, 5m Gleiten und 15m Delphinbeine, nahm man eine "gefährliche" Wanderung durch und ums Schwimmbad in Kauf. Um den Wettkampfablauf nicht unnötig zu verzögern wurde spontan entschlossen, diese zwei Übungen ins Hallenbad zu verlegen.

Gestartet wurde mit den 50m Kraulbeinen. Mit 53,58sec war er zwar etwas langsamer als beim Vorkampf, dennoch kann man damit zufrieden sein, da auf der 50m-Bahn natürlich die Wende fehlt. Weiter ging's im Hallenbad. Pati begann mit dem 5m Gleiten. Im Vergleich zum Qualiwettkampf machte er einen sehr großen Fortschritt in diesem Bereich. Er absolvierte die 5m in 2,92sec und konnte damit 25 Punkte mehr als bei Vorkampf erlangen.
Im Anschluss daran standen die 15m Delphinbeine auf dem Programm. Eigentlich ist das seine Schokodisziplin, doch an diesem Wochenende wollte es nicht so wie er wollte. Mit seiner Vorkampfzeit vom Bezirkentscheid wäre er auch in Hessen der Zweitbeste. Am meisten ärgerte er selbst sich aber über die 13,80sec. Pati analysierte sofort nach dem Rennen knallhart und mit gerümpfter Nase: "Das war voll schlecht!!!" Im Nachhinein war es echt schade, dass die Delphinbeine nicht so gut gelaufen sind, denn mit seiner Vorkampfleistung hätte er bei dem Hessischen Endkampf einer Medaille gewonnen. Dennoch kann man dem Ergebnis auch durchaus etwas Positives abgewinnen. Denn man hat deutlich einen technischen Fehler gesehen, den es nun in der Folgezeit zu beheben gilt.
Nachdem die vorherige Leistung abgehakt war ging es auf die letzte Strecke, 150m Dreilagen. Die 150m schwamm er in 2:40,46min und blieb damit nur ganz knapp über Zeit vom Vorkampf.

In der Gesamtwertung belegte Pati mit 606 Punkten den 7. Platz. Er selbst war damit keineswegs zufrieden. So war ihm wohl vorher durchaus bewusst, dass er hier in der Lage ist, um eine Medaille mit zu schwimmen.
Nun heißt es für Pati weiter so fleißig und ordentlich zu trainieren, wie er es in der Vergangenheit getan hat und die technischen Fehler auszubessern. Er selbst freut sich schon auf das nächste Jahr, wo er anstatt der Dreilagen endlich die "echten" 200m Lagen mit seinem geliebten Delphin schwimmen darf. Außerdem hat er im Herbst 2007 das erste Mal die Möglichkeit sich für die "richtigen" Hessischen Jahrgangsmeisterschaften zu qualifizieren. Unser "kleiner Albatross" selbst hat sich das Ziel gesetzt dort über alle Schmetterlingsstrecken an den Start zu gehen.

Trainerin Christina Grölz ist mit dem Abschneiden ihres Schützlings durchaus zufrieden. Auch sie hätte sich sehr mit Pati über eine Medaille gefreut, denn das hätte er sich wirklich mit seiner Trainingsarbeit verdient. Nun heißt es weiter die Technik zu verbessern und im nächsten Jahr erneut anzugreifen. Schließlich war dies der erste Wettkampf für Pati auf Landesebene und es werden sicherlich noch viele folgen bei dem auch die ein oder andere Medaille für ihn abfallen könnte…