HSC : Aktuell : Mitteilungen  



Männerstaffel schlägt bei Süddeutschen Meisterschaften zu [06/2006]

Beim zweit wichtigsten Langbahnwettkampf der Sommersaison zeigte sich die 1. Mannschaft des Hofheimer Scwimmclubs am 4. und 5. Juni 2006 bei den Süddeutschen Meisterschaften in Heidelberg in bestechender Form. Trotz oder gerade aufgrund der urlaubsbedingten Abwesenheit ihres Trainers zeigte die Mannschaft zahlreiche Saisonbestleistungen und verbesserte sogar einen Vereinsrekord. Mit vier Endlaufteilnahmen und einer wiedererstarkten HSC-Männerstaffel ist die Generalprobe für die Deutschen Meisterschaften Ende Juni geglückt.


Freistilstaffel der Herren holt Medaille

4x100 m Freistilstaffel Erstmals in der Geschichte des Clubs schaffte die HSC-Männerstaffel einen Podestplatz bei der 4x100 m Freistilstaffel und verfehlte dabei sogar nur ganz knapp den ganz großen Wurf.
Im Vergleich zu den Hessen-Meisterschaften konnte die Staffel in Heidelberg in der stärksten Besetzung antreten und konnte vor allem auf den aus den USA eingetroffenen Michael Krayer (im Bild ganz links) bauen, der als Startschwimmer entscheidend zur Leistungssteigerung beitrug. Der 50m Spezialist brachte die Staffel mit sehr guten 54,15 Sekunden mit Rang vier in eine ausgezeichnete Ausgangsposition, ehe die Stammkräfte Frederik Zölls (im Bild zweiter von links) in 52,54 Sekunden und René Schäfer (im Bild zweiter von rechts) in 53,11 Sekunden die Staffel vor der abschließenden Distanz bis auf den zweiten Platz vorschwammen.
Schlußschwimmer Alexander Maus (im Bild ganz rechts) lieferte sich ein hartes Duell mit dem Sindelfinger Schlußschwimmer, wobei beide Schlußschwimmer der bereits enteilten Wiesbadener Staffel immer näher kamen und diese fast noch eingeholt hätten. Schließlich reichten die 52,78 Sekunden von Alexander Maus zu einem nicht unbedingt erwarteten hervorragenden dritten Rang. Mit der zweitbesten Zeit der Vereinsgeschichte von 3:32,58 Minuten mussten sich die HSC-Herren lediglich um 98 Hundertstelsekunden der Siegerstaffel aus Wiesbaden beugen und zur Silbermedaille der Sindelfinger Staffel fehlten gerade einmal 38 Hunderstelsekunden.
Durch diese starke Vorstellung schaffte es das HSC-Quartett, sich bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin für das Finale der Freistilstaffeln zu qualifizieren. Da es in Berlin keine Vorläufe bei den Staffelwettbewerben gibt, dürfen die acht schnellsten Teams im Finalabschnitt antreten. Der HSC hat sich dabei als sechstbester Verein qualifiziert und wird versuchen, noch einmal für eine Überraschung zu sorgen ...

4x100 m Freistilstaffel Unter ganz anderen Vorzeichen startete die HSC-Damenstaffel in Heidelberg. Aufgrund von Verletzungen und Formschwäche plante Trainer Adam Ollé eigentlich keinen Start der Damen-Freistilstaffel in Heidelberg. Aber da Franziska Metz (im Bild zweite von rechts) krankheitsbedingt bei den Hessen-Meisterschaften keine 100 m Freistil schwimmen konnte und somit die Qualifikationsnorm nicht erfüllt hatte, sollte sie im Rahmen der Staffel die Gelegenheit bekommen, die 100 m Freistil bei den Süddeutschen Meisterschaften zu schwimmen.
Als Startschwimmerin konnte sie zusätzlich eine offiziell gültige Zeit schwimmen, da diese dann als Einzelzeit in den Bestenlisten gewertet wird. Sie konnte in 1:04,54 Minuten ihre Bestzeit um eine gute halbe Sekunde unterbieten und übergab an Christina Grölz (im Bild ganz rechts), die ihrerseits mit 1:03,93 Minuten eine Saisonbestleistung folgen ließ. Als drittes im Bunde durfte die jüngste HSC-Dame im Quartett an den Start gehen. Mit Lara-Marie Deibel (Jahrgang 95, im Bild quer von links nach rechts;-) kam eines der größten HSC-Talente erstmals bei Süddeutschen Meisterschaften zum Einsatz. Trotz der nicht zu übersehenden Aufgeregtheit machte sie ihre Sache hervorragend und blieb in 1:07,80 Minuten weit unter ihrer Bestzeit und übergab an Schlußschwimmerin Katharina Ebrecht (im Bild zweite von links), die trotz verletzungsbedingten Trainingsrückstandes die Staffel in 1:01,77 Minuten und der Endzeit von 4:18,04 Minuten sicher unter der Grenze von 4:20,00 Minuten hielt, die sich die Damen zum Ziel gesetzt hatten.
Insgesamt hat auch die Damenstaffel die Erwartungen übererfüllt, da aufgrund der Besetzung und Formschwankungen nicht von vorne herein mit dieser guten Leistung gerechnet werden konnte.


Zölls und Krayer verfehlen in den Endläufen knapp Podestplätze

Auch bei den Einzelentscheidungen waren die Hofheimer Herren in mehreren Endläufen dabei und lieferten dabei eine ordentliche Vorstellung ab. Mit Michael Krayer, Frederik Zölls und René Schäfer qualifizierten sich drei HSC-Herrren für die Finals.
Michael Krayer zeigte bei den 50 m Freistil bereits im Vorlauf, dass er eine gute Form mit nach Deutschland gebracht hat. Als drittschnellster qualifizierte er sich in 24,22 Sekunden für das Finale. Etwas überraschend folgte ihm René Schäfer in 24,32 Sekunden als Fünfter ebenfalls in das Finale. Er konnte dabei sogar eine neue Bestzeit verbuchen.

Im Finale wollte es Michael Krayer nochmal richtig wissen und schwamm im Anzug, von dem er sich noch ein paar zusätzlich Hunderstelsekunden versprach. Bis auf den Sieg, der ungefährdet an den Deutschen Rekordhalter Steffen Deibler ging, waren alle Platzierungen hart umkämpft. Mchael Krayer verbesserte nochmals seine Vorlaufzeit deutlich und unterbot in 23,91 Sekunden seinen eigenen Vereisreord von den Deutschen Meisterschaften 2004 um vier Hunderstelsekunden. Doch leider verfehlte er die Silbermedaille um sechs und die Bronzemedaille um vier Hunderstelsekunden und musste sich mit dem ungeliebten vierten Rang begnügen.
René Schäfer hingegen fand in diesem Finale überhaupt nicht ins Rennen und konnte nicht an seine Vorlaufzeit anknüpfen. Durch einen misslungenen Start war er von Anfang an leicht hinter dem Feld und beendete das Finale in 24,88 Sekunden auf dem achten Platz.

Am zweiten Wettkampftag qualifizierten sich René Schäfer und Frederik Zölls erwartungsgemäß für das 50 m Schmetterlingfinale. Beide schwammen in den Vorläufen Saisonbestzeit. Frederik Zölls ging als Dritter mit 25,44 Sekunden und René Schäfer mit 25,68 Sekunden als Sechster in das Finale.
Auch dieses Mal verliefen die Finals der beiden Hofheimer unterschiedlich. René Schäfer schafft es aktuell noch nicht, sich in den Finals über die 50 m Strecken zu steigern. Wie zuvor bei den 50 m Freistil und auch bei den Hessen-Meisterschaften blieb er auch diesmal deutlich hinter dem Vorlaufergebnis zurück. Seine im Finale erbrachten 26,10 Sekunden genügten nicht höheren Ansprüchen und so musste er sich mit Rang Sieben begnügen.
Frederik Zölls konnte sich hingegen steigern und verpasste, wie zuvor Michael Krayer, mit Rang vier hauchdünn einen Podestplatz. Er verbesserte seine Saisonbestzeit auf 25,33 Sekunden und blieb lediglich zwölf Hunderstelsekunden hinter dem Zweiten und ganze zehn Hundertstelsekunden hinter dem Dritten zurück.


Daniel Spahn verfehlt Vereinsrekord ganz knapp

Mit Daniel Spahn, Oliver Buch, Alexander Maus und Franziska Metz hatte der HSC weitere Starter/innen in den Einzelentscheidungen. Katharina Ebrecht verzichtete trotz erfüllter Qualifiaktionsnormen bereits im Vorfeld auf Einzelstarts und wollten nur in der Staffel starten.
Daniel Spahn konnte im letzten halben Jahr studienbedingt nicht voll trainieren und verzichtete von vorne herein auf einen Start in Berlin und wollte in Heidelberg seine Langbahnsaison beschließen. Er zeigte sich bei seinem Saison-Höhepunkt selbst überrascht über seine guten Leistungen. Bei seiner "Problemstrecke", den 50 m Brust blieb er in 30,62 Sekunden lediglich eine Hundertstelsekunde über seinem eigenen Vereinsrekord. Auch die 100 m Brust liefen gut und er beendete auch diese Strecke mit in 1:08,85 Minuten mit einer Saisonbestleistung. Dabei merkte er besonders auf den letzten Metern, dass er im Vergleich zu den letzten Jahren einen Trainingsrückstand hat.

Ein sehr durchwachsenes Wochenende durchlebte Oliver Buch. Sein erster Start über 50 m Freistil lief ausgezeichnet und er beendete die Strecke in 25,97 Sekunden mit Bestzeit. Da es aber Probleme mit der Startautomatik gab und ein Schwimmer deswegen nicht startete beschloss das Kampfgericht, zum Nachteil der sieben anderen Schwimmer, den gesamten Lauf wenige Minuten später zu wiederholen. Diese mehr als fragwürdige Entscheidung, in der die bereits gestarteten Schwimmer zugunsten eines Einzelnen klar benachteiligt wurden, führte dazu, dass im Wiederholungslauf Oliver lediglich 26,69 Sekunden schaffte und dieses nun seine offizielle Leistung darstellte.
Über seine Paradestrecke, den 50 m Schmetterling, schlug (wieder einmal) seine eigene Nervosität zu und verhinderte eine seinem Trainingsstand entsprechende gute Leistung. Mit 27,92 Sekunden war er selbst am meisten über seine Leistung enttäuscht, da er damit gut eine Sekunde hinter seinen eigenen Erwartungen zurück blieb. Er hat immer wieder bei dieser Strecke das Problem, dass er zuviel will und dadurch die notwendige Lockerheit für das Schwimmen verloren geht. Sobald er es schafft, seine Angespanntheit in Vorfreude umzuwandeln, werden sich seine Leistung mit Sicherheit deutlich verbessern. Denn sein Trainer sieht ja tagtäglich im Training, dass er dies mit Sicherheit nicht Olivers wahres Leistungsvermögen ist. Er muss sich diesen schmerzhaften Erfahrung stellen und braucht Wettkämpfe mit Konkurrenten auf hohem Niveau, um dabei an seinen Vorstartzustand zu arbeiten, um zu lernen, wie man an die ganz Wichtigkämpfe herangehen muss.

Alexander Maus startete als Test neben der Freistilstaffel noch über die 100 m Freistil im Einzel und gab dort eine gute Vorstellung ab. In 53,64 Sekunden verfehlte er knapp drei Wochen vor dem Saisonhöhepunkt seinen eigenen Vereinsrekord nur um gut drei Zehntelsekunden und das Finale um vier Zehntelsekunden.

Bei Franziska Metz liefen die Einzelstarts nicht so gut, wie erhofft, ab. Sie blieb bei den 50 m Freistil in 29,03 Sekunden und 50 m Schmetterling in 32,75 Sekunden eine knappe halbe bzw. eine ganze Sekunde über ihrer Bestzeit. Da aber ihre Bestzeiten jeweils mit Handzeitnahme zustande gekommen sind, kann man trotzdem davon sprechen, dass sie ihre Bestleistungen in Heidelberg bestätigen konnte, da die elektronische Zeitnahme zwischen zwei und drei Zehntelsekunden Nachteil zur Handzeitnahme bedeuten. Zudem waren dies ihre ersten Süddeutschen Meisterschaften, so dass auch sie noch die Erfahrungen sammeln muss, wie man sich bei solchen Meisterschaften mit der Nervosität und der ungewohnten Spannung umgeht. Sollte sie ihre im letzten halben Jahr gezeigte guten Trainingsarbeit fortsetzen, wird sie sicherlich noch die Möglichkeit haben, in den nächsten Jahren an Süddeutsche oder vielleicht sogar an Deutschen Meisterschaften teilzunehmen.