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Hessen Meisterschaften als Durchgangsstation nach Berlin [05/2006]

Der Aufgalopp für diesjährigen Langbahnmeisterschaften auf der 50 m Bahn begannen am 20. und 21. Mai 2006 mit den Hessen Meisterschaften in Darmstadt. Zwei Wochen vor den Süddeutschen Meisterschaften in Heidelberg und einen Monat vor den nationalen Titelkämpfen in Berlin zog Trainer Adam Ollé eine positive Bilanz der Hessischen Meisterschaften. "Man muss die einzelnen Leistungen sehr differenziert betrachten und ich bin besonders mit den Athleten zufrieden, für die es noch weiter in Richtung Heidelberg und Berlin geht."
Zwar gab es erstmals seit Jahren keinen Titel bei Landesmeisterschaften, doch darf dabei nicht außer gelassen werden, dass Titelgarant René Schäfer nicht mehr in der Jahrgangswertung startet und Katharina Ebrecht verletzungsbedingt nicht am Start sein konnte und auch Alexander Maus lediglich in der Freistilstaffel startete und keine Einzelstarts absolvierte. Dementsprechend mager fiel die Medaillenausbeute mit lediglich fünf Bronzemedaillen aus. Aber dagegen positiv anzuführen ist, dass sich gleich drei Hofheimer erstmals für die Süddeutschen Meisterschaften qualifizieren konnten.


Organisation der Meisterschaften verbesserungswürdig

Weniger zufrieden zeigte sich der Hofheimer Trainer mit Teilen der Organisation und Durchführung der Meisterschaften. Als störend sah Ollé die Verspätungen bie den Anfangszeiten an, die nicht nachvollziehbar und aus dieser Sicht heraus vermeidbar schienen. "Die Schwimmer bereiten sich in der Pause auf ihre Finals vor. Sie haben einen festgelegten Ablauf und dann ist es schon ärgerlich, dass beispielsweise aufgrund von nachzuholenden Siegerehrungen die Finalläufe kommentarlos verschoben werden."
Da es im Darmstädter Nordbad nur auf einer Beckenseite Startblöcke gibt und auf der anderen Seite keine Anschlagmatten für die elektronische Zeitnahme angebracht wurden, mussten alle 50 m Entscheidungen auf Basis von Handzeitnahme und Kampfrichteraugen im Zielgericht entschieden werden, was zu manch diskussionswürdiger Entscheidung führte. "Hierbei ist der Vorwurf keinesfalls gegen die Kampfrichter gerichtet. Es ist einfach unmöglich, genau den Einlauf festzuhalten, wenn sich 4-6 Schwimmer innerhalb von ein bis drei Zehntelsekunden bewegen und die beiden äußeren Bahnen auch noch 20 m auseinander liegen. Und bei den Sprintentscheidungen ist diese Tatsache nun weder neu, noch besonders überraschend! Warum es nicht möglich ist, bei Hessen-Meisterschaften über alle Strecken gleiche objektive Bedingungen zu gewährleisten, entzieht sich meiner Kenntnis."
Besonders bitter für die Schwimmer ist, dass gestoppte Zeiten nicht selten später aufgrund des Zielrichterentscheides korrigiert wurden, da dieser Priotität über die gestoppten Zeiten hat. Im Glauben, eine bestimmte Leistung erbracht und eventuell eine Qualifiaktionsnorm unterboten zu haben, musste später im Protokoll staunend festgestellt werden, dass dies dann doch nicht die offizielle Endzeit war, sondern diese nachträglich geändert wurde. "Und dass unter diesen Bedingungen auch noch Hessenrekorde offiziell bekanntgegeben werden, kann ich nun wirklich beim besten Willen nicht verstehen..."


Schäfer und Zölls schwimmen in den Finals auf das Podium

Siegerehrung 50 m Schmetterling "Altmeister" Frederik Zölls (im Bild rechts) zeigte gewohnt souveräne Leistungen und ließ es sich nicht nehmen, auch in diesem Jahr mit einer Medaille nach Hause zu fahren. Im Finale über 50 m Schmetterling musste er sich nur dem Deutschen Meister über 100 m Schmetterling, dem Wiesbadener Helge Meeuw (Mitte) geschlagen geben. Nach einigem Verwirrspiel wurde er zeitgleich mit dem Frankfurter Fabian Friedrich (links) in 25,71 Sekunden nur auf Rang drei gesetzt. Beide Trainer zeigten sich über diese Entscheidung verwundert, da sie einhellig Frederik vorne sahen.
Seine kurzen Auftritte rundete er mit guten Leistungen über 100 m Freistil in der Freistilstaffel in 53,63 Sekunden und im Einzelrennen in 54,93 Sekunden ab, wobei er nach eigenen Angaben im Einzelrennen nicht an seine Grenzen ging.

Nach wie vor sehr stabil in seinen Leistungen präsentiert sich René Schäfer (86). Obwohl er selbst sich nach den sehr harten Trainingswochen selber sehr platt fühlt, kann er sich aber auf das Wesentliche konzentrieren und im entscheidenden Moment die notwendige Leistung abrufen. In den Vorläufen über 50 und 100 m Schmetterling galt es, die taktischen Vorgaben möglichst genau umzusetzen und nicht an die Leistungsgrenze zu gehen. Diese Aufgabe bewältigte er gut und besonders die viel trainierten Tauchphasen nach Start und Wende werden immer besser und zeigen sich auch gewinnbringend.
Schwierigkeiten hat René aktuell noch mit der Frische und Spritzigkeit, die sich an diesem Wochenende durch etwas verschlafene Starts sowie schlechten Anschlägen ausdrückten, die ihn auch die Finalteilnahme über 50 m Freistil kosteten, wo er als Neuntplatzierter in 24,86 Sekunden das Finale um zwei Hundertstelsekunden verpasste.

Er qualifizierte sich für drei Finals, bei denen er jeweils um die Medaillen kämpfte. Über 50 m Schmetterling musste er sich in 25,94 Sekunden und mit technischen Schwächen noch mit Rang vier begnügen. Die Müdigkeit unterdrückt bei ihm zur Zeit noch das gute Wassergefühl. Er schwimmt bei den 50 m Sprints mit sehr hohen Frequenzen und benötigt einen sehr guten Abdruck, den er allerdings beim kommenden Formaufbau noch erarbeiten muss. Er selber hatte das Gefühl "am Wasser vorbei zu ziehen" und nicht richtig auf Geschwindigkeit zu kommen.
Seine beiden besten Rennen lieferte René in den Finals über 100 m Schmetterling und Freistil. Über 100 m Schmetterling sicherte er sich in 57,87 Sekunden mit einer feinen (taktischen) Leistung die Bronzemedaille. Wie abgesprochen, absolvierte er das Rennen bis 50 m identisch zum Vorlauf und zog dann mit der Wende das Tempo und die Frequenz hoch und konnte damit seine Rivalen um den Podestplatz in Schach halten. Das dritte Viertel der Strecke gelang ihm außerordentlich gut, auch wenn ihm im Anschluß der letzte Teil sehr schwer fiel und er sich gerade noch ins Ziel retten konnte. Diese Leistung lässt berechtigte Hoffnungen auf eine Bestzeit bei den Süddeutschen Meisterschaften zu, da er lediglich knapp eine Sekunde über seiner Bestzeit anschlug und nach eigenem Gefühl noch einige Reserven hat, die mit der folgenden Trainingsreduzierung und dem Formaufbau zu Tage treten sollten.
Etwas überraschend griff er sogar wenig später im Freistilfinale, bei seinem letzen Start, nach einer Medaille, die ihm aber knapp verwehrt blieb. Als Sechster nach dem Vorlauf machte sich niemand im Hofheimer Lager irgendwelche Hoffnungen auf eine Medaille. Doch neben dem Sieger des Rennens war er der einzige, der seine Vorlaufzeit unterbieten konnte. Mit einem starken Endspurt schwamm er in 54,15 Sekunden sogar noch zu einer neuen Bestzeit und verpasste den dritten Rang nur um vier Zehntelsekunden, nachdem der Unterschied nach den Vorläufen noch bei über einer Sekunde lag.

Trotz eines nicht unerheblichen Trainingsrückstandes lieferte Daniel Spahn (82) eine ordentlich Vorstellung über 50 m und 100 m Brust ab, wo er sich jeweils für das Finale qualifizieren konnte. In beiden Endläufe konnte er seine Vorlaufzeiten unterbieten und wurde über 50 m in 31,23 Sekunden Sechster und schließlich in 1:09,42 Minuten über die doppelte Distanz Siebter.


Bronzemedaillen für Oliver Buch und Peter Hohmann

Peter Hohmann, Niklas Frank und Oliver Buch Seine besten Hessen Meisterschaften überhaupt schwamm Peter Hohmann (Jahrgang 90, im Bild ganz links) an diesem Wochenende. Nachdem er Anfang Mai erstmals über 50 m Rücken eine Pflichtzeit für die Süddeutschen Meisterschaften erschwimmen konnte, ging es bei den folgenden Wettkämpfen weiter steil bergauf. Sein Glanzstück an diesem Wochenende lieferte er über die 200 m Rücken ab, wo er sich im gesamten Mai über von Wettkampf zu Wettkampf steigern konnte und jetzt sogar seine allererste Medaille bei Hessischen Meisterschaften gewinnen konnte. Mit 2:31,1 Minuten unterbot er seine Bestzeit um mhr als drei Sekunden, erschwamm sich die Bronzemedaille und zusätzlich auch eine weitere Pflichtzeit für die Süddeutschen Jahrgangsmeisterschaften in Dresden.
Und weil es so gut lief, ließ er sich auch über die halbe Distanz nicht davon abbringen, ebenfalls eine neue Bestzeit mit verbundener Qualifikation für Dresden zu erschwimmen. Mit 1:08,27 Minuten unterbot er die geforderte Norm um gut zwei Sekunden und darf sich nun auf drei Starts in Dresden freuen. Trainer Adam Ollé freute sich mindestens genauso über die Leistungssteigerungen wie Peter selbst. "Aufgrund der Einstellung im Training und in den vergangenen Wettkämpfen hat er es sich redlich verdient." Allerdings findet sein Trainer auch noch mahnende Worte. "Peter hat in den vergangenen Wochen gezeigt, zu was er in der Lage ist. Aber leider nicht nur in eine Richtung! Er muss noch dringend an der Konstanz arbeiten, damit Aureißer nach unten nicht mehr vorkommen."

Seine ersten Meisterschaften für den HSC schwamm Oliver Buch (89, im Bild ganz rechts), der erst im Winter aus Frankfurt nach Hofheim gewechselt war. Er fügte sich mit zwei Bronzemedaillen übber 50 m Freistil in 26,09 Sekunden und 50 m Schmetterling in 27,74 Sekunden ordentlich ein. Doch Zufriedenheit stellte sich nicht bei ihm ein, da er besonders mit seiner Lieblingsstrecke, den 50 m Schmetterling haderte. Bei den 50 m Freistil fand er hervorragend in das Rennen hinein und konnte Technik und Frequenz gut ins Wasser bringen. Lediglich im 2. Abschnitt konnte er die Frequenz nicht halten und blieb somit knapp über seiner eigenen Bestzeit. Im Gegensatz dazu fand er bei den 50 m Schmetterling von Anfang an überhaupt nicht ins Rennen und musste bereits mit dem ersten Armzug einem kleinen Rückstand hinterher schwimmen. >Er wollte bei diesem Rennen augenscheinlich zu viel und verriss dadurch das Rennen völlig.
Oliver scheitert ab und an noch an seinen eigenen hohen Ansprüchen. "Er sieht nur das gewünschte Ergebnis, vergisst dabei aber den Weg, der ihn zum Ziel führt" beschreibt sein Trainer die aktuelle Lage. Im Training setzt er die Vorgaben deutlich besser um als im Wettkampf. Sobald ihn die Wettkampf-Atmosphäre bei bedeutenden Wettkämpfen in den Bann zieht, hat er nicht mehr die notwendige Lockerheit, um das Wasser anzupacken und es zu seinem Vorteil zu nutzen. Er muss sich auf sich und seine Technik konzentrieren und alles andere, besonders die unmittelbaren Konkurrenten, aus seinem Gedächtnis ausblenden.
Mit der notwendigen inneren Ruhe und Konzentration glaubt sein Trainer daran, dass er seine sich gesetzten Ziele für Heidelberg und besonders für Berlin auch erreichen wird.

Peter Hohmann, Niklas Frank und Oliver Buch Ihre enormen Leistungssteigerungen konnte Franziska Metz (91) auch an diesem Wochenende bestätigen und so hatte sie auch erstmals eine reelle Chance, eine Medaille zu gewinnen. Bei ihrem ersten Start, den 50 m Freistil schwamm sie in 28,51 Sekunden gleich eine neue Bestzeit und verpasste damit ganz knapp als Vierte das Podium und wäre sensationell fast noch in das jahrgangsoffene Finale gerutscht. Ihr fehlten am Ende gerade mal zwei Hundertstelsekunden, um sich im Finale mit den besten hessischen Sprinterinnen messen zu dürfen.

Kurze Zeit später stand gleich mit den 50 m Rücken das nächste Rennen auf dem Programm, wo sie gleich wieder in 34,8 Sekunden eine fantastische Bestzeit hinlegte. Einen kurzen Schreck jagte sie beim Anschlag ihrem Trainer ein, als sie versuchte mit dem Unterarm das metallene Anschlagbrett zu durchtrennen. Aber glücklicherweise entschied sich der Knochen, nicht nachzugeben;-) Bei einem besseren Anschlag wäre auch eine Zeit von 34,50 Sekunden möglich gewesen, was gleichbedeutend mit dem Erreichen der Pflichtzeit für die Süddeutschen Meisterschaften gewesen wäre...

Am Sonntag standen mit den 50 m Schmetterling und den 100 m Freistil die zwei wichtigsten Rennen auf dem Programm. Doch leider musste "Franz" feststellen, dass oftmals Kleinigkeiten über Erfolg und Misserfolg entscheiden. In diesem Fall hatte sie am Sonntag Pech, dass ein Virus sie kurzzeitig außer Gefecht setzte und sie tatenlos zusehen musste, wie die Bronzemedaille über Schmetterling mit einer Zeit, die langsamer als ihre Bestzeit ist, vergeben wurde. Trotz ihres angeschlagenen Zustandes ließ sie es sich dennoch nicht nehmen, sich ordentlich darüber zu ärgern, dass sie nicht mitschwimmen konnte.


Starkes Leistungsgefälle innerhalb der Mannschaft

Erstmals seit Jahren verpasste die Hofheimer Kraulstaffel der Männer mit dem vierten Rang das Podest. Alexander Maus, Frederik Zölls und René Schäfer übergaben auf dem zweiten Platz liegend an Schlußschwimmer Dominic Rummel, der leider seine gute Form im Verlauf der Langbahnsaison gänzlichst verloren hat. Er vermochte die Podiums-Platzierung leider nur bis 75 m halten und musste anschließend noch die beiden Schlußschwimmer der Frankfurter und Darmstädter Staffeln vorbeiziehen lassen, so dass der HSC-Staffel in 3:39,2 Minuten noch hinter der siegreichen Wiesbadener Staffel lediglich die Holzmedaille übrig blieb ...
Allerdings hat die Herrenstaffel noch einen Trumpf in der Hinterhand, der in der nächsten Woche aus den USA einfliegen wird. Der Vereinsrekordhalter über 50 m Freistil und Mitglied der 4 x 100 m Freistil-Rekordstaffel, Michael Krayer, trifft Ende Mai in Hofheim ein und wird die HSC-Herren sowohl in Heidelberg wie auch in Berlin verstärken.

Unzufrieden sein muss man mit den Leistungen derjenigen, für die diese Meisterschaften der Wettkampfhöhepunkt ist bzw. werden sollte. Drei Mitglieder der 1. Mannschaft konnten sich nicht einmal für die Meisterschaften qualifizieren und bei weiteren Schwimmern und Schwimmerinnen ließ die Vorbereitung bereits erkennen, dass nicht viel zu erwarten sein würde, was sich dann auch leider bestätigte und sich auch in unerwartet vielen Nachweisformularen niederschlug.
Auch wenn es unbestritten ist, dass alle Teilnehmer/innen beim Wettkampf an ihre Grenzen gegangen sind und sich niemand hat hängen lassen, so waren die erbrachten Leistungen einfach teilweise nicht mehr ausreichend. Die Ursachen und Defizite sind weder neu, noch den Schwimmern unbekannt. Um diese zu beseitigen bedarf es langer, intensiver und geduldiger Arbeit und vor allem auch den Willen jedes/jeder Einzelnen im Training ...

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