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Nur die Topschwimmer und die Staffel überzeugen in Müchen [03/2006]

Das Olympiabad in München Als Höhepunkt des Frühjahres und Einstieg in die Langbahnsaison fuhren die 1. und 2. Mannschaft geschlossen nach München, um am 11. und 12. März 2006 an der Arena-Trophy im Olympia-Schwimmhalle teilzunehmen. Bereits vor zwei Jahren war die 1. Mannschaft bei dieser Veranstaltung sehr erfogreich am Start. Die Olympia-Schwimmhalle in Müchen bietet für die Athleten optimale Bedingungen, so dass die gesamte Mannschaft mit viel Vorfreude in die bayerische Landeshauptstadt reiste.
Vor zwei Jahren überzeugten besonders die Schwimmer/innen mit zahlreichen Bestleistungen in München, die sich in der Regel nicht für überregionale Großveranstaltugen qualifizieren. Auf diesen Effekt des tollen Ambientes in und um die Olympiahalle hoffte Trainer Adam Ollé auch in diesem Jahr.
Als Marschroute und Ziel wurde das Unterbieten der Qualifikationsnormen für Süddeutsche und Deutsche Meisterschaften ausgegeben. Und als kleines "Sahnebonbon" wurde ein Podestplatz mit der gemischten Freistilstaffel angepeilt, welcher mit einer stattlichen Prämie für die Mannschaftskasse dotiert war.


Rummel und Zölls mit starken Leistungen in den Finals

René Schäfer und Alexander Maus Einzig für die 50 m Strecken wurden Vorläufe ausgetragen, um am Abend in separaten Finalläufen die Sprintsieger zu ermitteln. Aus Hofheimer Sicht lief es in den Vorläufigen erfreulich und erwartungsgemäß konnten sich Frederik Zölls, René Schäfer, Alexander Maus und Dominic Rummel für verschiedene Endläufe qualifizieren. Besonders im Vorlauf über 50 m Freistil zeigte sich wieder, wie gut der HSC dort aufgestellt ist. Alle vier erwähnten Jungs, die schon im Dezember zusammen die erfolgreiche Freistilstaffel bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften stellten, platzierten sich unter den ersten 8 und hätten somit das halbe Starterfeld im Finale gestellt. Allerdings kam es aus taktischen Gründen nur zum Start von Dominic Rummel im Finale, da die ürigen drei direkt im Anschluß an das Freistilfinale in einer Staffel zum Einsatz kommen sollten. Da die Staffel höher priorisiert wurde, wurden die nomierten Schwimmer vom Freistilfinale abgemeldet.

Im ersten Finale über 50 m Schmetterling starteten René Schäfer und Frederik Zölls. Beide hatten aus Sicht ihres Trainers berechtigte Hoffnungen auf das Podest und somit auf den Gewinn einer angemessenen Prämie. Aber im Finale trennte sich wieder mal die Spreu vom Weizen.
Frederik Zölls konnte sich erwartungsgemäß steigern und lieferte ein packendes und sehr knappes Rennen um den Sieg, u.a. mit einem brasilianischen WM-Teilnehmer. Letzlich musste er sich mit starken 25,50 Sekunden um wenige Hunderstelsekunden geschlagen geben und erreichte den dritten Rang. René Schäfer war leider in 26,15 Sekunden deutlich langsamer als im Vorlauf (25,85) und kam letzlich nur auf einem enttäuschenden 5. Rang ins Ziel. Allerdings muss entschuldigend erwähnt werden, dass er durch eine Erkältung stark gehandicapt war und sein Leistungsabfall mit Sicherheit auch duch den langen Tag im Bad bedingt war, da die Endläufe erst um 20 Uhr begannen und der Wettkampfbegin bereits um 9 Uhr morgens war. Als dritter im Bunde konnte sich am Mittag Dominic Rummel etwas überraschend für das Finale qualifizieren. Er unterbot seine alte Bestzeit um mehr als eine halbe Sekunde und schaffte es in 27,01 Sekunden als Achter in das Endlauffeld. Dort konnte er zwar weder Zeit noch Platz verbessern, doch in 27,12 Sekunden bestätigte er seine Vorlaufleistung.

Kurz darauf startete Frederik Zölls im Rückenfinale, wo er anhand der Vorlaufergebnisse die größten Siegchancen hatte. Er startete gut und lag bei Halbzeit leicht in Führung, die er bis kurz vor dem Ende halten konnte. Aber dann musste er dem vorangegangenen Finale Tribut zollen und unterlag knapp im Anschlag und musste sich in durchschnittlichen 29,13 Sekunden mit dem zweiten Platz begnügen. Mit dem Platz war er selber nicht unzufrieden, aber über die Zeit musste auch er den Kopf schütteln...

Dominic Rummel Für die größte Überraschung aus Sicht seines Trainers sorgte Dominic Rummel im abschließenden Freistilfinale. Dank seines hervorragenden Starts lag er von Anfang mit an der Spitze und es sah nach einem sicheren dritten Rang aus. Doch leider holte der Schwimmer auf der Nachbarbahn auf den letzten Metern Zug um Zug auf und verwies unseren Schwimmer im Anschlag auf den undankbaren vierten Rang. Trotz einer neuen, zu diesem Saisonzeitpunkt nicht erwarteten Bestzeit von 24,82 Sekunden, war im ersten Moment die Enttäuschung über den Verlust des Podestplatzes das dominante Gefühl. Es war auf den letzten Metern deutlich zu sehen, das die Schnelligkeitsausdauer, das sogenannte Stehvermögen, noch nicht ausreichend trainiert wurde. Wenn diese konditionelle Komponente in den nächsten Wochen ordentlich weiterentwickelt wird, dann kann sich Dominic berechtigte Hoffnungen machen, die fehlenden 32 Hundertstelsekunden für die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften noch herauszuschwimmen.

Bei der den Samstag abschließenden 6 x 50 m Freistilstaffel mussten jeweils drei Damen und Herren, in beliebiger Folge, an den Start gehen. Nachdem die HSC-Staffel vor zwei Jahren bei der gleichen Staffel, die damals noch als 10 x 50 m ausgetragen wurde, bereits als Dritte auf dem Podest landeten, wollte man auch in diesem Jahr das Siegerpodest besteigen.
Die Erfahrung aus dem Jahr 2004 sollte helfen, die richtige taktische Aufstellung zu finden. 2004 startete die HSC-Staffel mit einer Dame und lag von Anfang an in den Wellen der Konkurrenz, die größtenteils mit Herren die erste Teilstrecke zurücklegten. Aus diesem Grund wurde Alexander Maus als Startschwimmer nominiert, der diese Position schon oftmals innerhalb von Staffeln bei Deutschen Meisterschaften bekleidete und ein bekannt guter Starter ist.
Die 6x50 m Staffel mit den Trainern Alexander erfüllte die ihm anvertraute Aufgabe und übergab in Führung liegend an Christina Grölz, die lediglich die Münchener Titelverteidiger passieren lassen musste. Bereits nach 100 m war klar, das der Sieg nur zwischen dem Ersten Münchener SC und der HSC-Staffel ausgemacht werden würde. Während bei den Herren die HSC-Schwimmer immer wieder die Führung zurück eroberten, waren die Münchener Damen den HSC-Damen deutlich überlegen, was auch schließlich den Ausschlag zugunsten des Titelverteidigers gab. Zwar übergab René Schäfer knapp in Führung liegend an Schlußschwimmerin Laura Riedel, doch hatte München auf der abschließenden Teilstrecke einen Schwimmer aufgeboten, gegen den Laura keine Chance hatte. Letzlich schwamm die Staffel in 2:39,48 eine hervorragende Zeit und einen ungefährdeten zweiten Rang heraus, der mit stattlichen 200 Euro vom Veranstalter für die Mannschaftskasse belohnt wurde. Neben den bereits erwähnten Staffelteilnehmern vervollständigten Franziska Metz und Frederik Zölls das Erfogssixtett, wobei besonders die starken Zeiten von René Schäfer und Frederik Zölls erwähnt werden sollen. Beide blieben mit fliegendem Wechsel deutlich unter der 24-Sekundengrenze.


Enttäuschende Leistungen der übrigen 1. Mannschaft

So schön und gut auch die Finals und die Staffel verliefen, so enttäuschend empfand Trainer Adam Ollé überwiegend die ansonsten erbrachten Leistungen der Schwimmer und Schwimmerinnen der 1. Mannschaft. Besonders kritisch sieht er die Leistung der jüngeren Mitglieder, die einmal in die Fußstapfen der jetzt erfolgreichen Schwimmer treten sollen. "Mir wird aktuell Angst und Bange bei dem Gedanken, dass die jetzigen Topschwimmer einmal nicht mehr zur Verfügung stehen werden." Der Trainer bemängelt den nicht so sehenden Siegeswillen und die mangelnde Einstellung vor den Starts: "Es fällt auf, dass immer wieder die gleichen Athleten in der Lage sind, ihre Leistungen in den entscheidenden Momenten abzurufen, unabhängig vom aktuellen Trainingszustand, der ja innerhalb der Gruppe mehr oder weniger identisch ist." Andere hingegen sind seit Monaten nicht in der Lage, sich kontinuierlich zu verbessern sondern stagnieren offensichtlich. "In dieser Altergruppe von 14 bis 16 Jahren sind enorme jährliche Verbesserungen normale Entwicklungsraten. Bei uns sind einige Bestleistungen seit fast zwei Jahren nicht mehr unterboten worden, während die Älteren sich stetig weiterentwickelt haben."
Vielmehr hat Adam Ollé aktuell den Eindruck, dass sich eine gewisse Selbstzufriedenheit bei der nächsten Generation eingestellt hat, die sich darin zu äußert, dass man bereits glücklich und zufrieden zu sein scheint, sich für die 1. Mannschaft qualifiziert zu haben und in der gleichen Trainingsgruppe schwimmt, wie die Hofheimer Vorzeigeschwimmer. Allerdings scheint der Gedanke bei einer Vielzahl von Athleten noch nicht angekommen zu sein, dass sie diejenigen sein sollen, die in näherer Zukunft in deren Rolle hineinwachsen bzw. hineinschwimmen sollen. "Im Gegensatz zu den Athleten, die bereits aus den Jahrgangswertungen herausgewachsen sind, hat in dieser Altersgruppe noch niemand eine Medaille bei Hessischen Jahrgangsmeisterschaften gewonnen oder sich gar für überregionale Meisterschaften qualifiziert." Diese Tatsache macht den Trainer sehr nachdenklich, wobei es ihn am meisten verwundert, dass im Training der Ehrgeiz der Jüngeren nur selten oder gar nicht zu spüren ist, die Topschwimmer herausfordern zu wollen. In einer internen Sitzung mit der Mannschaft wurde am Dienstag nach dem Wettkampf genau diese Kritik angesprochen und auf diese Defizite hingewiesen. Bleibt zu hoffen, dass die Aktiven ihre Einstellung überdenken und die richtigen Schlüsse daraus ziehen, damit aus dem fast täglichen Training auch die gewünschten Erfolge entstehen.
Zum Abschluss wählt er mahnende Wort in Richtung der gemeinten Schwimmer und Schwimmerinnen: "Es naht die Zeit der Entscheidungen und es wird sehr sehr bald deutlich werden, wer sich noch für höhere Aufgaben empfiehlt und wer um die Zugehörigkeit zur 1. Mannschaft zu bangen hat. Spätestens, wenn die zahlreichen Nachwuchsschwimmer/innen aus der 2. Mannschaft hochkommen werden, ist die Zeit abgelaufen."

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