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Gute Form bei den Süddeutschen Meisterschaften[05/2005]

Ein durchaus positives Fazit kann Trainer Adam Ollé aus dem Wochenende mit den Süddeutschen Meisterschaften in Sindelfingen am 7. und 8. Mai 2005 ziehen. Die Erwartungen waren im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich reduziert, da mit Michael Krayer (Studium in den USA), Frederik Zölls und Alexander Maus gleich drei Leistungsträger studienbedingt während der Langbahnsaison kaum bzw. gar nicht zur Verfügung stehen.
Trotzdessen gelangen den Hofheimer Schwimmern und Schwimmerinnen sechs Vereinsrekorde sowie der Gewinn von fünf Silbermedaillen.


Fünf Vizetitel für René Schäfer und Katharina Ebrecht

Sehr stark präsentierte sich an diesem Wochende Katharina Ebrecht (Jahrgang 87), die besonders über die Freistilstrecken zu glänzen wußte. Insgesamt viermal ging sie in dieser Lage an den Start und war jedesmal an einem neuen Vereinsrekord beteiligt.

Ihren ersten Start legt sie über 50 m Freistil hin verbesserte unerwartet den fast 15 Jahre alten Vereinsrekord von Anja Munk auf 28,15 Sekunden und verfehlte mit dem vierten Platz das Podium nur ganz knapp. Der erste 100 m Freistil-Rekord gelang ihr anschließend mit der 4 x 100 m Freistilstaffel, bei der sie als Schlußschwimmerin in fabelhaften 58,97 Sekunden zusammen mit Christina Grölz, Laura Riedel und Franziska Metz dafür sorgte, dass das Quartett erstmals die Pflichtzeit für Deutsche Meisterschaften (4:12,00 Minuten) unterbot. Katharina schlug nach 4:11,43 Minuten an und darf sich nun über die Reisebegleitung ihrer Mannschaftskameradinnen nach Berlin freuen.

Und weil es über die 100 m Freistil so gut lief, legte sie am Sonntag nach und gewann hinter Olympia-Medaillengewinnerin Daniela Götz aus Erlangen in 1:00,09 Minuten die Silbermedaille in ihrem Jahrgang. Durch zwei Abmeldungen rutschte sie noch unerwartet in das Finale, wo sie sich ein weiteres Mal steigern konnte. Und obwohl sie nach zwei harten Wettkampftagen noch zu einer weiteren Bestleistung fähig war, war sie doch eher unzufrieden mit ihrer Zeit, da sie sie sich maßlos darüber ärgerte, schon bereits zum dritten Mal ganz knapp über der Minutengrenze geblieben zu sein. Das Beruhigende an ihren 1:00,03 Minuten ist die Tatsache, dass es nicht mehr viele Möglichkeiten für sie gibt, in Bestzeit über einer Minute zu bleiben ;-) Aber in der Form sollte die Minute in Berlin nur reine Formsache sein.

Ebenfalls konnte sie noch eine weitere Silbermedaille über 50 m Schmetterling erringen. In 29,68 Sekunden musste sie sich erneut ausschließlich Daniela Götz geschlagen geben. In ihrem zweiten Finalstart konnte sie die Zeit vom Vorlauf nicht verbessern und belegte im Finale in 29,83 Skunden den siebten Rang.

Als enttäuschend muss man die Leistungen von René Schäfer (86) bezeichnen, der in diesem Jahr seinen Titel über die 50 m Schmetterling nicht verteidigen konnte. Zwar konnte er mit drei Silbermedaillen dekoriert den Heimweg antreten, doch waren die Zeiten, bis auf die 50 m Freistil, deutlich schlechter als in den beiden vergangenen Jahren. Neben dem eher als durchwachsen zu bezeichnenden Trainingsverhalten, kam auch noch Pech hinzu. Er musste unmittelbar vor den Süddeutschen Meisterschaften schulbedingt einen längeren Orientierungslauf im Rahmen seiner Abiturprüfung absolvieren, der ihm noch spürbar in den Beinen steckte.

Traurig ist auch, dass er seine große Stärke, die Leistungssteigerung in Finalläufen und in der Staffel, in dieser Langbahnsaison bisher überhaupt nicht zum Tragen kommen. In Sindelfingen konnte er sich über 50 m und 100 m Schmetterling (25,94 Sekunden, 58,15 Sekunden) für die Endläufe qualifizieren, musste sich dort aber jeweils mit dem letzten Platz begnügen. Mit seinen letztjährigen Zeiten hätte er jeweils die Bronzemedaille gewinnen können.


Daniel Spahn mit zwei Vereinsrekorden

Überraschend stark zeige sich auch Daniel Spahn, der trotz einiger krankheitsbedingter Unpässlichkeiten im Vorfeld der Meisterschaften zu einer nicht erwarteten Sprintstärke über seine Problemdisziplin, den 50 m Brust, fand. Er unterbot seinen eigenen Vereinsrekord um fast eine halbe Sekunde auf 30,61 Sekunden und kratzte damit sogar an einem Endlaufplatz, den er aber knapp verfehlte.
Noch am gleichen Tag egalisierte er in 2:30,53 Minuten seinen eigenen Vereinsrekord über 200 m Brust. Eine sehr ordentliche Leistung, wenn man bedenkt, dass er sicher noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war.

Leider bekam er vor dem zweiten Wettkampftag einen körperlichen Rückschlag und konnte dementsprechend, ausgerechnet in seiner Spezialdisziplin, nicht an die guten Leistungen anknüpfen. Über 100 m Brust reichte es aber immer noch zu der zweitbesten Zeit seiner Laufbahn. In 1:08,14 Minuten war er lediglich bei den letztjährigen Deutschen Meisterschaften schneller. Er wird aber bei den diesjährigen nationalen Titelkämpfen im Rahmen der Lagenstaffel die Chance erhalten, beim Wettkampfhöhepunkt zu zeigen, was er über seine Lieblingsstrecke wirklich drauf hat.

Auch bei André Hoven werden zwar die Leistungen Richtung Berlin immer besser, doch bringt er sich gelegentlich selber um den verdienten Lohn seiner Arbeit. So geschehen über 50 m Freistil wo er nach 24,55 Sekunden im Vorlauf als Siebtbester im Finale stand. Dort "haute" er dann so richtig einen raus und schlug nach einer sensationellen Leistungssteigerung als Vierter in vermeintlich neuer Vereinsrekordzeit von 23,89 Sekunden an. Eine fantrastische Leistung mit jedoch einem schwerwiegenden Haken: Aufgrund eines Wacklers auf dem Startblock wurde er disqualifiziert. Ärgerlich, weil er keinen Vorteil hatte, da er sich den Wackler so früh vor dem Startsignal leistete, dass er zum Zeitpunkt des Starts mit allen gleichzeitig ins Wasser sprang.

Er konnte noch für ein weiteres Finale qualifizieren und wurde in für ihn mittelmäßigen 28,42 Sekunden über 50 m Rücken Sechster. Vor zwei Jahren noch wurde er zeitgleich mit Frederik Zölls Dritter über diese Strecke.

In der abschließenden Lagenstaffel offenbarte er, genau wie vor 14 Tagen bei den Hessen Meisterschaften, dass in ihm noch enormes Potential schlummert. Beim allerletzten Wettkampf der Veranstaltung legte er als Startschwimmer über 100 m Rücken sehr gute 1:01,28 Minuten hin und wurde mit der Endzeit von 4:01,36 Minuten zusammen mit Daniel Spahn, René Schäfer und Alexander Maus guter Fünfter.
Besonders zu loben ist dabei die Kraulzeit von Schlussschwimmer Alexander Maus, der nur wegen dieser Staffel nach Sindelfingen gereist war. Obwohl er sogut wie gar nicht trainiert legte er die letzten 100 m in überzeugenden 53,11 Sekunden zurück und ließ sich danach von seinen Mannschaftkameraden dazu überreden, ebenfalls in Berlin an den Start zu gehen.

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