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Zwölf Medaillen für HSC-Schwimmer/innen bei Hessen Meisterschaften[04/2005]

Zwei Wochen vor den Süddeutschen Meisterschaften in Sindelfingen und vier Wochen vor den Deutschen Meisterschaften in Berlin stand der erste Härtetest für die hessischen Schwimmer auf dem Programm. In Wetzlar fanden am 24. und 25. April die hessischen Meisterschaften und Jahrgangsmeisterschaften auf der 50 m Bahn statt. Insgesamt reichte es für jeweils vier Gold-, Silber- und Bronzemedaillen und einen Vereinsrekord. Erwartungsgemäß gab es Licht und Schatten bei den Leistungen der Hofheimer Topschwimmer, deren Formhöhepunkt sich erst noch in Richtung Sindelfingen und Berlin entwickeln soll.


Vier Juniorentitel für René Schäfer und Katharina Ebrecht

René Schäfer und Katharina Ebrecht sind in diesem Jahr die einzigen Hofheimer Titelträger. Beide setzten sich in der Juniorenwertung der Jahrgänge 86 und 87 durch. René gewann die Titel über 50 m und 100 m Schmetterling sowie über die 50 m Freistil. Katharina setzte sich über 100 m Freistil durch.
René ließ über 100 m Freistil noch eine Silbermedaille folgen, ebenso Katharina über 100 m Schmetterling und 200 m Lagen, wobei ihre Schmetterlingszeit für viel Freude sorgte. Sie erzielte in 1:08,31 den einzigen Vereinsrekord und qualifizierte sich damit erstmals über diese Strecke für die Süddeutschen Meisterschaften. Zu guter letzt vervollständigte sie den Medaillensatz durch eine Bronzemedaille über 200 m Freistil.
Ebenfalls eine Bronzemedaille erschwann sich Laura Riedel (Jahrgang 88) über 50 m Freistil in für sie guten 29,20 Sekunden. Über 50 m Brust verfehlte sie in mäßigen 39,16 Sekunden mit den vierten Rang knapp das Podium.


René Schäfer hessischer Vizemeister über 50 m Schmetterling

Mit René Schäfer, Katharina Ebrecht, Daniel Spahn und André Hoven konnten sich vier Hofheimer für die jahrgangsoffenen Endläufe qualifizieren. Die beste Platzierung und die einzigen Podestplätze in den Einzelrennen gelangen René Schäfer über 50 m Schmetterling, wo er sich in 25,99 Sekunden lediglich dem Staffeleuropameister Fabian Friedrich deutlich geschlagen geben mußte und über 50 m Freistil, wo er in 24,82 den dritten Platz erschwamm. Er konnte sich ebenfalls noch für die Endläufe über 100 m Schmetterling und Freistil qualifizieren, wo er sich mit den Plätzen vier und sechs begnügen mußte.
Daniel Spahn erkämpfte sich jeweils den letzten Finalplatz über die die 50 m und 100 m Brust und konnte in den beiden Finals noch mal deutlich zulegen und verbesserte sich sich über 50 m in 31,69 Sekunden auf den sechsten und über 100 m in 1:08,46 Minuten auf den siebten Platz.
André Hoven qualifizierte sich über 50 m und 100 m Rücken sowie über 50 m Freistil für das Finale der acht besten hessischen Schwimmer. Leider konnte er seine Vorlaufzeiten nicht verbessern und musste sich mit zwei fünften und einem sechsten Platz zufrieden geben.

Obwohl die HSC-Männer als Titelverteidiger über die 4 x 100 m Freistil und Lagen an den Start gingen, war nicht mit einer Wiederholung der Siege aus dem Vorjahr zu rechnen. Die Freistilstaffel zeigte eine nicht zufrieden stellende Leistung und erreichte in eher schlechten 3:42,12 Minuten lediglich den vierten Rang.
Nach dieser ernüchternden Leistung kam der dritte Rang der Lagenstaffel eher überraschend, jedoch mit sehr guten Einzelleistungen, zustande. Besonders positiv überraschte Startschwimmer André Hoven, der in 1:01,7 Minuten die beste Rückenzeit seit seinem Wechsel nach Hofheim vor mehr als einem Jahr hinlegte und den Grundstein für den dritten Platz in guten 4:02,49 Minuten legte. Im Folgenden sicherten Brustschwimmer Daniel Spahn in 1:08,0 Minuten, Schmetterlingsschwimmer René Schäfer in 58,5 Sekunden und Schlußschwimmer Alexander Maus, der ausschließlich für die Staffel nach Wetzlar kam, in 54,1 Sekunden über die Krauldistanz die Bronzemedaille.

Bei den Damen lieferten Franziska Metz, Christina Grölz, Laura Riedel und Katharina Ebrecht ein ordentliches Rennen mit der 4 x 100 m Freistilstfaffel ab und konnten mit dem sechsten Platz in 4:16,09 Minuten sehr zufrieden sein. Allerdings hatten sie sich von der Zeit mehr erhofft, da es ihr großes Ziel ist, die Pflichtzeit von 4:12,00 Minuten für die Deutschen Meisterschaften zu unterbieten. In 14 Tagen werden sie in Sindelfingen den nächsten Versuch unternehmen...


Uneinheitliches Bild bei den Jahrgangsentscheidungen

Altersbedingt waren die Jahrgänge 1990 der Jungs und 1991 der Mädchen erstmals bei dieser Veranstaltung startberechtigt. Für den HSC starteten mit Peter Hohmann, Niklas Frank (beide Jahrgang 90) sowie Franziska Metz und Iris Szimnau (beide Jahrgang 91) die jüngsten Athleten der ersten Mannschaft.

Bei allen vier zeigte sich kein einheitliches Bild in den Leistungen. Zwar gelang jedem/jeder mindestens eine Bestleitung, jedoch mangelte es an Konstanz und nach Meinung von Trainer Adam Ollé teilweise auch an der Einstellung bzw. Herangehensweise an einzelne Rennen bei Meisterschaften. Allen ist gemeinsam, dass der unbedingte Siegeswille, das Durchsetzungsvermögen und das Annehmen des unmittelbaren Zweikampfes mit den Schwimmern um sie herum noch nicht stark genug ausgeprägt ist.

Ganz sicher mangelt es allen nicht an Einsatzwillen und Leistungsbereitschaft, doch folgt nicht selten einer tollen Bestzeit im nächsten Rennen ein in taktischer Hinsicht total verschlafenes Rennen, wie es beispielsweise bei Peter Hohmann der Fall war. Über 50 m Rücken verfehlte er in 32,30 Sekunden mit Bestzeit nur hauchdünn seine erste hessische Medaille und erzielte mit dem vierten Rang seine beste Platzierung bei hessischen Jahrgangsmeisterschaften. Beim nächsten Rennen über die 200 m Rücken brachte er seinen Trainer am Beckenrand schier zur Verzweiflung, denn Peter wollte nach eigenen Angaben das Rennen "etwas ruhiger" angehen, woraus aber eine völlig verunglückte Renneinteilung folgte und er schließlich weit über seiner Bestleistung blieb. Nach der anschließenden sehr deutlichen Kritik des Trainers schwamm er zu einer neuen fabelhaften 100 m Freistilbestzeit, wo er in 1:02,69 Minuten er sogar seine Kurzbahnbestzeit weit unterbot.
Peter hat besonders in der Rückentechnik mit Sicherheit ausreichend Talent, um sich künftig in der ersten Mannschaft als Leistungsträger zu etablieren, doch gilt es für ihn, bereits im Training mehr Biss zu zeigen und sich weiter zu entwickeln, um seine vorhandenen Fähigkeiten zu verbessern.

Ein ähnliches Bild zeigte sich auch bei Niklas Frank, der ab und an mehr vom Schwimmer auf der Nachbarbahn schwärmt als dass er sich auf sein eigenes Rennen vorbereitet. Anstelle den Vergleich mit dem nebenan schwimmenden deutschen Jahrgangsmeister zu suchen, sich zu präsentieren und so lange wie möglich mizuhalten, erfolgt bereits vor dem Rennen eher ein in Ehrfurcht erstarren, was sich dann auch in der eigenen Leistung widerspiegelt.
Auch bei ihm wechselten sich gute und mäßige Leistungen in schöner Regelmäßigkeit ab. Nach Bestzeiten über 200m Lagen in 2:44,49 Minuten und 50 m Schmetterling in 32,37 folgten über die Strecken seiner Hauptlage (Brustschwimmen) Zeiten, die nicht seinem wahren Leistungsvermögen entsprechen. Dieser Eindruck wird auch dadurch untermauert, dass die eine oder andere Bestzeit von Niklas aus dem Training stammt, wo es ihm augenscheinlich besser gelingt, sich bei Wettkampfsimulationen auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Auch für ihn trifft die Einschätzung zu, dass er im Training noch deutlich zulegen muss und vor allem lernen muss, mehr auf die Zähne zu beißen und die Ellenbogen einzusetzen, damit er sich die notwendigen Grundlagen und die Konstanz im Training erarbeitet.

Das neueste Mitglied der ersten Mannschaft ist Iris Szimnau, die in Wetzlar über alle drei Bruststrecken an den Start ging. Sie ist zwar körperlich die kleinste der Mannschaft, hat aber bereits im letzten Jahr bei den Mannschaftsmeisterschaften gezeigt, dass sie ein ganz großes Kämpferherz besitzt. Diese tadellose Einstellung bescherte ihr über 100 m Brust in 1:26,76 Minuten eine neue Bestzeit. Über die 50 m und 200 m lag sie jeweils ganz in der Nähe ihrer Bestleistungen und bestätigte damit, dass sie bei wichtigen Wettkämpfen ihre Leistungen abrufen kann.
Für sie wird künftig entscheidend sein, dass sie konzentriert und hartnäckig an ihren noch vorhandenen technischen Defiziten arbeitet und dass sie ihre Zurückhaltung im Training nach und nach aufgibt und noch gewissenhafter an der Umsetzung der Trainingsvorgaben arbeitet.

Etwas anders sieht es bei Franziska Metz aus, die bereits im letzten Jahr mit der Freistilstaffel bei den Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften am Start war und damit schon andeutete, dass sie höhere Ambitionen hat. Allerdings entsprechen ihre Traingsleistungen in diesem Jahr bei weitem nicht den angedeuteten Ambitionen. Sie hat ein enormes Wassergefühl und versteht es intuitiv hervorragend, das Wasser so anzupacken, dass sie ein gutes Widerlager im Wasser aufbauen kann. Doch mangelt es ihr aktuell eindeutig an den Trainingsumfängen, worauf auch ihre aktuell unzureichenden Ausdauerkapazitäten zurückzuführen sind, was man besonders bei den 100 m Schmetterling und den 200 m Freistil gut erkennen konnte. Aus den gleichen Gründen läßt sich auch ihre neue 50 m Freistil Bestzeit von 29,61 Sekunden erklären, welches auch gleichzeitig ihre beste Leistung des Wochenendes darstellte.

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