HSC : Aktuell : Mitteilungen  



Überragende Leistungen der Staffeln bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften [11/2004]

Die HSC-Teilnehmer in Essen Zwei Wochen nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd reiste der HSC mit der gesamten ersten Männermannschaft und vier HSC-Damen von 26. bis 28. November zu den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften nach Essen. Die zwölf Schwimmer/innen bewiesen dabei wieder einmal, dass sie sich bei wichtigen Wettkämpfen enorm steigern und ihre besten Leistungen auch beim Wettkampfhöhepunkt abrufen können.
Die bemerkenswerte Entwicklung der gesamten Mannschaft zeigt sich in der Menge der Starts der HSC-Teilnehmer. Noch nie zuvor hatte der HSC sieben Athleten, die sich für Einzelstarts bei Deutschen Meisterschaften qualifizieren konnten. Weiterhin stellte der HSC das einzige Team der gesamten Veranstaltung, das zwei Freistilstaffeln an den Start brachte und die geforderte Pflichtzeit auch souverän unterbieten konnte. Für einen Verein dieser Größe ist es sicherlich eine bemerkenswerte Leistung, acht starke Kraulsprinter in seinen Reihen vorweisen zu können.
Die Bilanz aus HSC-Sicht kann sich mehr als nur sehen lassen: Bei den 13 Einzelstarts sprangen fünf Vereinsrekorde, drei Finalteilnahmen und sieben Bestzeiten heraus, wobei die Schwimmer/innen bei den übrigen Starts lediglich Hundertstelsekunden von ihren Bestmarken entfernt waren.


Frederik Zölls überragender HSC-Schwimmer

Der beste HSC-Schwimmer der Veranstaltung war Frederik Zölls, der in drei offenen Finals der sechs Besten stand und an insgesamt acht Vereinsrekorden beteiligt war. Viermal konnte er die Vereinsrekorde in Einzelstrecken verbessern und stand bei allen vier Staffelrekorden in der Mannschaft.

Frederik Zölls Nachdem er es im Sommer erstmals geschafft hatte, bei Deutschen Meisterschaften ins Finale vorzustoßen, wollte er dies auch zum ersten Mal bei Kurzbahnmeisterschaften im Winter erreichen. Dieses Vorhaben war allerdings noch schwerer als im Sommer, da sich in Essen lediglich sechs Athleten für einen Endlauf qualifiziern konnten, wogegen es im Sommer in Berlin acht Finalisten gab.
Als sechstbester der Deutschen Bestenliste über 50 m Schmetterling angereist, konnte er sich berechtigte Hoffnungen machen, das Finale erreichen zu können. Allerdings war ihm und Trainer Adam Ollé klar, dass er seine Bestzeit unterbeiten müsse, um in den Endlauf zu gelangen. Ein sicherlich gutes Omen war, dass genau wie in Berlin, wieder der mehrfache Weltmeister Thomas Rupprath im Vorlauf neben ihm schwimmen würde. Frederik zeigte einen sehr guten Vorlauf und schlug als Zweiter hinter Rupprath in neuer Vereinsrekordzeit von 24,23 Sekunden an und schaffte als Sechster soeben noch den Sprung in das Finale und war auch mit drei Zehntelsekunden nicht weit weg von einem Medaillenrang.
Allerdings zeigten sich leider auch im Finale Parallelen zum Endlauf in Berlin, denn wiederum kam er nach dem Start ganz schlecht vom Block weg und schwamm dem erstklassigen Feld leicht hinterher. Erst mit der Wende fand er in sein Rennen hinein und schwamm eine bessere zweite Bahn als im Vorlauf am Morgen. Er konnte jedoch aufgrund des Startpatzers die Zeit aus dem Vorlauf nicht ganz erreichen und schlug schließlich als Sechster nach 24,42 Sekunden an und ärgerte sich zu Recht darüber, dass er eine bessere Zeit und womöglich auch einen besseren Platz verschenkte.

Eine große Überraschung wäre ihm fast über die 100 m Lagen gelungen, die er als nicht erwarteter neuntplatzierter abschließen konnte. Nach einem hervorragenden Rennen, in dem er sich auch sehr gut fühlte, konnte er seine vier Wochen alte Bestmarke um 1,5 Sekunden unterbieten und schlug nach sensationellen 57,69 Sekunden an und verpasste den Endlauf nur um vier Zenhtelsekunden. Er war mit dieser Leistung hochzufrieden und sagte, dass er mit dieser Zeit nicht gerechnet hätte.
Die Vereinsrekorde drei und vier folgten als Startschwimmer im Finale der 4 x 50 m Freistilstaffel, wo er nach 23,11 Sekunden anschlug und über 100 m Schmetterling, die er in 55,50 Sekunden hinter sich brachte. Allerdings war mit diesen beiden Rennen nicht vollständig zufrieden, da er seine eigenen Ziele, unter 23 Sekunden bzw. 55 Sekunden zu schwimmen, nicht umsetzen konnte.


Männerstaffeln gehören zur Elite in Deutschland

Ein unglaublich spannendes Rennen bot die 4 x 50 m Freistilstaffel der Männer in der Besetzung Frederik Zölls, André Hoven, René Schäfer und Alexander Maus. Im Vorlauf unterbot der amtierende Hessenmeister den Vereinrekord um mehr als eine Sekunde und qualifizierte sich als zweitbestes Team in 1:32,04 Minuten für den Endlauf. Diese Leistungssteigerung war auch notwendig, da die Staffelkonkurrenz noch nie so stark besetzt war, wie bei den diesjährigen Titelkämpfen. Dies zeigt sich daran, dass der letzte Endlaufplatz in 1:32,7 Minuten vergeben wurde. Im letzten Jahr reichte noch eine Zeit von 1:33,5 und im vorletzten Jahr sogar 1:34,5 Minuten zum Finaleinzug. Allerdings war allen klar, dass ein Teil der anderen Finalisten noch zulegen konnte, da nicht alle Staffeln in Bestbesetzung angetreten waren.

René Schäfer, Frederik Zölls, André Hoven und Alexander Maus Im Endlauf legten die HSC-Männer noch mal nach und lieferten sich ein spannendes Rennen mit dem Titelverteidiger aus Essen um die Bronzemedaille. Essen konnte sich durch die Hereinnahme von Christian Keller entscheidend verbessern und letztlich unterlag der HSC dem Titelverteidiger nur um knapp sieben Zehntelsekunden. Die ersten beiden Plätze wurden von Hannover und Hamburg belegt, die beide unter dem alten Deutschen Rekord blieben. Alle HSC-Männer konnten ihre Vorlaufzeit unterbieten und steigerten ihren Vereinsrekord auf 1:31,32 Minuten, eine Zeit, mit der man bisher bei allen Titelkämpfen eine Medaille mitnehmen durfte. Obwohl es diesmal "nur" zum vierten Platz reichte, konnten die Männer das Becken erhobenen Hauptes verlassen. Auch Trainer anderer Vereine würdigten die ausgezeichneten Leistungen und der HSC-Staffel wurde sogar bescheinigt, die beste "Surfmannschaft" gestellt zu haben, da sie von Anfang an in den Wellen der beiden Siegerteams schwimmen musste, die jeweils auf der Nachbarbahn schwammen.
Die Einzelzeiten des Finales untermauern die eindruckvolle Leistung des HSC-Quartets. Frederik Zölls verbesserte als Startschwimmer seinen eigenen Vereinsrekord auf 23,11 Sekunden, André Hoven legte 22,62 Sekunden drauf, René Schäfer 22,84 Sekunden und Alexander Maus beendete sein Rennen nach 22,75 Sekunden.

Die Lagenstaffel in der Besetzung Frederik Zölls (Rücken), Daniel Spahn (Brust), René Schäfer (Schmetterling) und Alexander Maus (Kraul) hatte im Vorfeld lediglich theoretische Chancen, das Finale zu erreichen. Doch das hinderte das Quartet nicht daran, im Vorlauf ihren eigenen letzjährigen Vereinsrekord um fast 1,5 Sekunden auf 1:42,93 Minuten zu verbessern. Dabei gelang besonders Daniel Spahn eine enorme Leistungssteigerung im Vergleich zum Vorjahr und er konnte die Bruststrecke in 28,92 Sekunden erstmals unter 29 Sekunden absolvieren und die Staffel konnte sich als fünftbestes Team für die Endläufe am Nachmittag qualifizieren. Allerdings war von vorne herein klar, dass eine Verbesserung des Platzes kaum möglich schien, da die davor platzierten Staffeln wiederum noch stärkere Spezialisten im Endlauf zum Einsatz bringen konnten, die im Vorlauf noch geschont wurden.
Und so empfanden alle dieses Finale als unverhoffte Zugabe, was aber nicht bedeutete, dass die notwendige Konzentration fehlte. In der gleichen Besetzung gelang es der Staffel die Vorlaufzeit exakt zu egalisieren, womit der HSC schließlich die sechstbeste Lagenstaffel Deutschlands stellte.

Dominic Rummel, Daniel Spahn, Dennis Riedel und Bora Kilic Als Zugabe startete der HSC erstmals bei Deutschen Meisterschaften mit einer zweiten Staffel bei der 4x50m Freistilentscheidung. Das Team konnte zwar im Vorfeld die geforderte Pflichtzeit noch nicht erreichen, doch war Trainer Adam Ollé felsenfest davon überzeugt, dass die Jungs die Zeit von 1:38,0 Minuten unterbieten würden.
Den Anfang machte Dominic Rummel (im Bild ganz links), der nach guten 23,78 Sekunden an Dennis Riedel (2. von rechts) übergab, der bei seinem ersten Start bei Deutschen Meisterschaften seine Sache ordentlich machte und nach weiteren 24,28 Sekunden Bora Kilic (ganz rechts) ins Rennen schickte. Dennis schwamm im Rahmen der Staffel eine neue Bestzeit, war allerdings nicht ganz zufrieden, da er eine Zeit unter 24 Sekunden im Hinterkopf hatte. Bora hielt die Staffel auf Kurs und schwamm für seinen reduzierten Trainingsumfang immer noch sehr beachtliche 24,53 Sekunden. Den Schlusspunkt bildete unserer Brustschwimmer Daniel Spahn (2. von links), der bei Freistilstaffeln immer zur Hochform aufläuft. Wahrscheinlich hätte er sich auch nicht unbedingt träumen lassen, mal Freistil bei Deutschen Meisterschaften zu schwimmen ;-) Am Ende unterboten die Jungs die Pflichtzeit deutlich und schlugen nach 1:36,99 Minuten an, womit die 2. Mannschaft immer noch vor einigen ersten Mannschaften anderer Vereine lag.

Bei diesen tollen Leistungen der Männer wollten die HSC-Damen nicht zurückstehen und schlossen sich den tollen Darbietungen an. Nachdem die Damen vor drei Wochen bei den Hessen Meisterschaften eine Medaille aufgrund eines verpatzen Wechsels nur knapp verpassten, wurden die Wechsel im Training nochmals intensiv geprobt. Und diesmal funktionierten die Wechsel reibungslos und die Damen pulverisierten ihren eigenen Vereinsrekord um fast zwei Sekunden.
Laura Riedel, Franziska Metz, Katharina Ebrecht und Christina Grölz Den Auftakt machte Christina Grölz (im Bild ganz rechts), die ihre Mannschaftkameradin Laura Riedel nach guten 28,51 Sekunden ins Rennen schickte. Laura (ganz links) konnte mit ihrer zZeit von 27,71 die Staffel an der Spitze des Laufes halten und übergab an Franziska Metz (2. von links). Das "Küken" der Staffel, sie wird im Dezember erst 13 Jahre jung, legte nach gelungenem Wechsel los wie die Feuerwehr und blieb am Ende eine Sekunde unter ihrer Bestzeit. Obwohl sie nur 28,56 Sekunden benötigte, fiel die Staffel leicht zurück. Doch Schlußschwimmerin Katharina Ebrecht (2. von rechts) konnte in überragenden 26,64 Sekunden die Staffel nach ganz vorne Schwimmen. In 1:51,41 Minuten gewann die HSC-Staffel ihren Lauf und schwamm ebenfalls Vereinsrekord und konnte sich mit dem 16. Rang deutlich besser platzieren als im Vorfeld erwartet.


Weitere Vereinsrekorde von Daniel Spahn und Katharina Ebrecht

Bei den weiteren Einzelstarts untermauerten Daniel Spahn, André Hoven, René Schäfer, Alexander Maus, Dominic Rummel und Katharina Ebrecht die erarbeite Leistungsbreite des Hofheimer Schwimmclubs. Bemerkenswert dabei ist, das der HSC über alle Lagen Einzelstarter aufzubieten hatte.
Dominic Rummel qualifizierte sich erstmals für einen Einzelstart und zeigte über 50 m Freistil eine ambitionierte Leistung und erzielte in 23,72 Sekunden eine neue Bestzeit. Er hat trotz seiner, für Schwimmer eher geringen Körpergröße, einen hervorragenden Start und lag bis zur Wende auf in Führung. Sollte er seine leichten Defizite im Wendenbereich und mit der Technik auf den letzten 10 m bis zum nächsten Jahr in den Griff bekommen, ist er ein ernsthafter Kandidat für die erste Hofheimer Freistilstaffel. Auf der zweiten Bahn konnte der neben ihm schwimmende Alexander Maus ihn noch abfangen und verwies ihn in 23,52 Sekunden einen Rang nach hinten. Alexander Maus qualifizierte sich erstmals über 400 m Freistil und zeigte dort ein sehr engagiertes Rennen und lag mit seinen Zwischenzeiten sogar unter seiner Vereinsrekordzeit. DOch ein Missgeschick auf den letzten 100 Metern kostete ihn einen weiteren Rekord. An einer Wende verlor er seine Bademütze, die bereits beim Start verrutschte. Dieses Handicap brachte ihn aus dem Rhythmus und er verfehlte in 4:00,18 Minuten die 4-Minutengrenze und seine Bestmarke hauchdünn, lieferte aber trotzdem, besonders im taktischen Bereich, ein brillantes Rennen ab. Aber auch er hat im Wendenbereich noch deutliches Steigerungspotential, an dem er noch arbeiten muss.

Daniel Spahn war mit seinem 100 m Brustrennen und der Zeit nicht zufrieden, da er nach einem ordentlichen Start den Mittelteil des Rennens leicht verschlief. Er achtete nicht genug auf seine Frequenzen, die auf der zweiten und dritten Bahn für seine Verhältnisse zu niedrig waren, so dass er in 1:04,84 knapp vier Zehntelsekunden über seinem Vereinsrekord blieb. Deutlich besser machte er es bei seinem Start über die doppelt so lange Bruststrecke. Dort passte sowohl körperlich, wie auch taktisch alles zusammen und er düpierte die gesamte, schneller gemeldete Konkurrenz seines Laufes. Er schwamm auf der Außenbahn von Anfang an ein beherztes Rennen und gewann seinen Lauf in 2:21,28 Minuten deutlich. Vor allem konnte er seinen eigenen Vereinsrekord um zwei Sekunden verbessern.

Ebenfalls mit Vereinsrekord beendete Katharina Ebrecht ihren Start über 50 m Schmetterling nach 29,35 Sekunden. Aber auch sie beklagte sich über ein nicht optimales Rennen und einer verpatzten Wende, die sie eine Zeit unter 29 Sekunden kostete.
Bei ihrem zweiten Einzelstart konnte sie über 100 m Lagen in 1:07,74 Sekunden ihre kürzlich erstellte Bestmarke bestätigen.

Solide Leistungen zeigte René Schäfer, der bei allen Starts im Bereich seiner Bestleitungen lag, sie aber jedesmal knapp verfehlte. Die Leistungen lagen alle im Bereich der vom Trainer erwarteten Möglichkeiten, doch konnte René aufgrund eines durchwachsenen Trainingsjahres seine überdurchnittlichen Fähigkeiten nicht in den Rennen zeigen. Bei ihm besteht besonders im konditionellen Bereich enormer Nachholbedarf, wenn er sich auf nationaler Ebene weiter verbessern möchte. Die beste Leistung erbrachte der Deutsche Vizemeister der Junioren über 50 m Schmetterling mit 25,24 Sekunden, die für den fünften Platz in der Juniorenwertung langten.

Schließlich absolvierte André Hoven seinen ersten Einzelstart bei Deutschen Meisterschaften für Hofheim nach seinem Wechsel aus Wiesbaden. Er zeigte über 50 m Rücken mit 27,02 Sekunden eine ausgezeichnete Leistung. Er hat sicherlich das Potential das Erbe von Frederik Zölls als Startschwimmer der Lagenstaffel zu übernehmen. Allerdings muss er dafür besonders im Vorfeld bei den harten Trainingseinheiten noch mehr an sich arbeiten, da seine Leistungen noch zu sehr schwanken.

Zu den Einzelergebnissen


Staffelwechsel von Frederik Zölls auf André Hoven im Vorlauf über  4 x 50 m Freistil Frederik Zölls (Bahn 6) kurz vor dem Finale über 50 m Schmetterling René Schäfer, Alexander Maus, André Hoven und auf dem Block frederik Zölls
Staffelwechsel von Frederik Zölls auf André Hoven Frederik vorm 50 m Schmetterling-Finale Die Freistilstaffel vor dem Finale
Dominic Rummel, Daniel Spahn, Dennis Riedel und Bora Kilic im Vorlauf über  4 x 50 m Freistil Dennis Riedel Staffelwechsel von Dennis Riedel auf Bora Kilic
2. Männermannschaft vor dem Start Dennis Riedel Staffelwechsel von Dennis Riedel auf Bora Kilic
Laura Reidel mit ihrem Trainer Adam Ollé Dominic Rummel als Kamerakind. Tolles Motiv! Echte Männerfreundschaft
Laura mit ihrem Lieblingstrainer;-) Kamerakind Nittaku ;-) Dominic Rummel und René Schäfer