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Hofheimer Schwimmer etablieren sich in den Top-Ten bei Deutschen Meisterschaften [11/2003]

Mit dem größten Kontingent der Vereinsgeschichte reiste der Hofheimer Schwimmclub zu den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften im Schwimmen vom 28.-30. November 2003 nach Gelsenkirchen an. Sechs Schwimmer und vier Schwimmerinnen sprangen für den HSC beim bedeutendsten nationalen Schwimmereignis der Wintersaison ins Wasser. Diese Meisterschaften galten gleichzeitig als Qualifikation für die vierzehn Tage später stattfindenden Europameisterschaften in Dublin.

Das Zentralbad in Gelsenkirchen Dem Teilnehmerfeld und den gezeigten Leistungen waren deutlich anzumerken, dass es im Sommer Olympische Spiele geben wird. Die gesamte deutsche A-Nationalmannschaft war anwesend und noch nie mussten bessere Zeiten geschwommen werden, um in ein Finale zu gelangen.
Bei diesem erlesenen Teilnehmerfeld wollte sich das HSC-Team natürlich auch von seiner besten Seite zeigen und die geleistete Trainingsarbeit in Bestzeiten umsetzen.

Und wie gewohnt zeigten sich unsere Athleten beim Wettkampfhöhepunkt in absoluter Topform und schwammen einen Vereinsrekord nach dem anderen. Bei 11 Einzelstarts sprangen sieben Vereinsrekorde heraus und weiterhin gelang es ebenfalls allen drei Staffeln, die Vereinsbestmarken deutlich zu unterbieten. Mit Stolz läßt sich sagen, dass der HSC sich mittlerweile einen guten Namen, besonders im Bereich der Vereinsstaffeln, gemacht hat. Die Wiederholung des Finaleinzugs der Freistilstaffel der Männer, sowie weitere Top-Ten-Platzierungen der Lagenstaffel und von Frederik Zölls und die erstmalige Qualifikation einer Damenstaffel, spiegeln das kontinuierlich erarbeite hohe Niveau der 1. Wettkampfmannschaft des Hofheimer SC wider.
Ein besonderer Dank geht noch an unsere physiotherapeutische Betreuung durch unsere ehemalige Schwimmerin Gianna Lacalli, die im Vorfeld und auch in Gelsenkirchen ihren Teil zu den guten Leistungen beitrug.

Männerstaffel erneut im Endlauf über 4 x 50 m Freistil

Die Teilnehmer des HSC in Gelsenkirchen Das Highlight des gesamten Wochenendes wurden erwartungsgemäß die HSC-Staffeln. Die Freistilstaffel der Männer rechnete sich eine reelle Chance auf das Erreichen des Finales aus, das man bereits im vergangenen Jahr erreicht hatte. Allerdings war allen klar, dass hierfür eine gewaltige Leistungssteigerung notwendig war, denn im Vergleich zum Vorjahr gibt es in Gelsenkirchen anstatt acht lediglich sechs Finalplätze zu vergeben, da das Zentralbad nur sechs Bahnen besitzt.

Alexander Maus eröffnete das Rennen mit der zweitbesten Zeit, die er jemals geschwommen war. In 23,77 Sekunden blieb er nur zwei Hundertstelsekunden über seiner Bestzeit, die er letztes Jahr, ebenfalls als Startschwimmer der Staffel, erzielte.
Als Zweiter im Wasser konnte René Schäfer (86) die Staffel vom dritten auf den zweiten Rang vorschwimmen. Seine 22,89 Sekunden bedeuteten für ihn eine neue Staffelbestzeit.
Als Dritter sollte Bora Kilic (82) versuchen, die Position zu halten, was aber nicht gelang. Er konnte mit 24,29 Sekunden nicht ganz an seine Leistung aus dem Vorjahr anknüpfen und fiel auf den vierten Rang zurück.
Aber der HSC hatte mit Schlussschwimmer Frederik Zölls (78) noch einen Trumpf im Ärmel, der auch stach! Bis zur Wende konnte er den Rückstand fast aufholen und schaffte es dann auf den letzten Metern an der Hamburger und der Wiesbadener Staffel vorbeizuziehen. Er schlug nach schier unglaublichen 22,29 Sekunden als Zweiter an und verwies die beiden anderen Staffeln um drei und elf Hundertstelsekunden auf die Plätze. Außerdem verbesserte das Quartett den letztjährigen Vereinsrekord um über eine Sekunde auf 1:33,23 Minuten und konnte sich, genau wie im Vorjahr, als fünftbestes Team Deutschlands für den Endlauf qualifizieren.

Das Finale fand am Nachmittag vor ausverkaufter Halle in hervorragender Stimmung statt. Trainer Adam Ollé beschloss in Rücksprache mit den Athleten eine Umstellung der Reihenfolge. Frederik Zölls und Bora Kilic tauschten Plätze in der Absicht, die Staffel bis zum letzten Wechsel möglichst weit vorne im Rennen zu halten, da realistischer Weise nicht von einer Platzverbesserung ausgegangen werden konnte. Dieses Vorhaben konnten die Männer auch Umsetzen und lagen vor dem letzten Wechsel auf dem sensationellen vierten Rang. Aber erwartungsgemäß zogen dann noch die beiden Staffeln am HSC vorbei und es reichte am Ende dann in 1:33,41 doch "nur" zum sechsten Rang, womit man die Vorjahresplatzierung aber immer noch um einen Rang verbessern konnte.

4 x 50 m Lagenstaffel der Männer fehlen nur wenige Zehntelsekunden für das Finale

Die Lagenstaffel mit Anna Lena Burger, Christina Grölz, Laura Riedel und Claudia Grölz Ebenfalls sehr knapp ging es über 4 x 50 m Lagen zu. Hier waren die Chancen auf eine Finalteilnahme lediglich theoretischer Natur, was aber Frederik Zölls, Daniel Spahn, René Schäfer und Alexander Maus (im Bild rechts) nicht davon abhielt, die "Mission Impossible" anzugehen.
Die vier Hofheimer wuchsen schon fast sprichwörtlich über sich hinaus und waren ganz knapp an einem Finalplatz dran und verbesserten ihren erst drei Wochen alten Rekord um mehr als 2,5 Sekunden. Am Ende fehlten nach 1:44,31 Minuten nur 0,8 Sekunden für das Erreichen des Finales.
Besonders die penibel eingeübten Wechsel klappten hervorragend und die Einzelzeiten von Frederik Zölls (im Bild zweiter von rechts) über 50 m Rücken in 26,84 Sekunden, Daniel Spahn (ganz links) über 50 m Brust in 29,98 Sekunden und René Schäfer (zweiter von links) über 50 m Schmetterling in 24,51 Sekunden und Schlussschwimmer Alexander Maus (ganz rechts) über Kraul in 22,98 Sekunden trugen maßgeblich zu einem hervorragenden neunten Platz bei.


Großer Kampf der 4 x 50 m Freistilstaffel der Frauen

Bei den Damen waren die Vorzeichen ganz anderer Natur. Für sie galt es, unter der geforderten Pflichtzeit von 1:55,0 Minuten zu bleiben. Auf dieses Ziel haben (von links nach rechts) Anna Lena Burger, Christina Grölz, Laura Riedel und Claudia Grölz seit den Sommerferien gemeinsam als Team hingearbeitet. Sie haben sich in diesem Zeitraum zwar kontinuierlich verbessert, doch lag die geforderte Norm immer noch 1,3 Sekunden unter ihrem selbst gehaltenen Vereinsrekord. Erschwerend hinzu kamen Verletzungen und Krankheiten, die ein planmäßiges Training nahezu unmöglich machten. Zudem war es für drei der vier Damen der erste Auftritt bei Deutschen Meisterschaften.

Die Damenstaffel mit Anna Lena Burger, Christina Grölz, Laura Riedel und Claudia Grölz Die Nervosität und Anspannung, aber auch der Wille der vier waren deutlich zu spüren und das Rennen begann dann auch verheißungsvoll. Christina Grölz konnte als Startschwimmerin gleich den Vereinsrekord über 50 m Freistil auf 28,37 Sekunden verbessern und Laura Riedel hielt die Staffel mit einer weiteren Staffelbestzeit von 27,75 Sekunden auf Kurs. Als dann Anna Lena Burger als Dritte ebenfalls mit 28,89 Sekunden eine Bestzeit hinlegte, lag es nun an Schlussschwimmerin Claudia Grölz, die für unmöglich gehaltene Zeit doch noch zu unterbieten. Und obwohl sich während des Schwimmens ihre alte Rückenverletzung bemerkbar machte, schaffte sie es mit einem hervorragenden Anschlag genau fünf Hundertstelsekunden unter der Pflichtzeit zu bleiben. Sie blieb erstmals in 29,94 Sekunden unter der 30-Sekundenmarke und schlug nach exakt 1:54,95 Minuten an, was sowohl die daumendrückende Herrenmannschaft, wie auch den auf der Tribüne sitzenden Trainer zu spontanen Jubelschreien veranlasste.
Trotz aller Spitzenleistungen der HSC-Männer, war dies eines der schönsten Rennen aus der Sicht des Trainers, da sich die Damen damit einen Traum erfüllt haben. Und aus den Gesichtern war durchaus zu erkennen, dass sie gerne nochmal wiederkommen würden.
Danach durften die Mädels dann auf Autogrammjagd gehen und soweit bekannt, haben sie auch jeden Schwimmer und jede Schwimmerin erwischt ....

Frederik Zölls schwimmt knapp am am Finale über 50 m Schmetterling vorbei

Alexander Maus Die Starts in den Einzelentscheidungen blieben Alexander Maus, Frederik Zölls, René Schäfer und Bora Kilic vorbehalten.
Alexander Maus (im Bild links) mußte als erster des HSC auf den Startblock. Er hatte sich über seine Paradestrecke, den 200 m Freistil, vorgenommen, erstmals unter 1:53 Minuten zu schwimmen. Er begann sein Rennen beherzt und war in seinem Lauf stets mit an der Spitze. Bei 150 m lag er voll auf Kurs und es war sogar noch eine Zeit von 1:51 Minuten möglich. Doch dann wurde klar, dass das Anfangstempo geringfügig zu hoch gewählt war und er konnte das Tempo auf den letzten Metern nicht durchhalten. Obwohl er nach 1:53,57 Minuten mit neuem Vereinsrekord anschlug, war er aufgrund der letzten 50 m nicht wirklich zufrieden mit seinem Rennen. Es war durchaus mehr drin ...

Als nächster war dann Frederik Zölls über seine Haupstrecke dran. Er hatte im Vorfeld stark an der Verbesserung seines Starts und der Delfinbeinbewegung gearbeitet. Die Vorbereitung verlief hervorragend und er traute sich über 50 m Rücken zu, erstmals unter der 26-Sekundengrenze zu bleiben. Mit Kurzbahnweltmeister Toni Helbig aus Potsdam hatte er zudem extrem starke Konkurrenz auf der Nachbarbahn. Und der Vergleich während des Rennes offenbarte, dass Frederik in der Delfinbeinbewegung im Vergleich zu nationalen (und in diesem Fall auch internationalen) Spitzenathleten immer noch zu weit hinten liegt. Zwar konnte er seine Bestzeit und somit den Vereinsrekord auf 26,40 Sekunden verbessern, doch war das Rennen nicht optimal verlaufen. Er war bei seinem ersten Start nicht locker genug und konnte nicht ausreichend Druck und somit Kraft ins Wasser bringen. Und die Wende war für seine Verhältnisse ebenfalls nicht besonders gut, so dass er die 26-Sekundenmarke relativ deutlich verfehlte.
Frederik Zölls Doch glücklicherweise ging es kurz darauf mit den 50 m Schmetterling weiter. Auf diese Strecke hatte er sich überhaupt nicht vorbereitet und wollte sie "einfach mitnehmen". Aber anscheinend verhalf ihm diese Einstellung zur zuvor vermissten Lockerheit und er schwamm eine fasst schon als Fabelzeit anzusehende Bestzeit. Mit 24,72 Sekunden verbesserte er seinen eigenen Vereinsrekord um acht Zehntelsekunden und erzielte mit dem 10. Rang die erste Top-Ten-Platzierung seiner Karriere bei offenen Deutschen Meisterschaften. Und zu seiner Verblüffung fehlten nur ganze drei Zehntelsekunden, um sogar das Finale der besten Sechs zu erreichen. Diese tolle Leistung beflügelte ihn dann zu den bereits erwähnten Zeiten in der 4 x 50 m Freistilstaffel.
Am zweiten Tag stand für ihn mit den 100 m Freistil die Strecke an, vor der er am meisten Bammel hatte. Trotz des enormen Respekts vor der Strecke ging er sie taktisch sehr diszipliniert an und ließ sich durch das hohe Anfangstempo der übrigen Starter nicht von seiner Marschroute abbringen. Obwohl er zu Beginn ganz hinten lag, konnte er sich im Verlauf des Rennens fast bis nach ganz vorne schwimmen und schaffte es schließlich, erstmals unter 51 Sekunden zu bleiben. Mit 50,92 Sekunden blieb er eine halbe Sekunde unter seiner Vorjahreszeit und verbesserte damit auch seinen eigenen Vereinsrekord.
Am letzten Wettkampftag standen für ihn noch die 50 m Freistil an. Ziel war es nach den überragenden Zeiten in der Staffel, die magische 23-Sekundengrenze zu unterbieten. Dieses Vorhaben scheiterte mit 23,12 Sekunden ganz knapp, doch konnte er auch seinen vierten Einzelstart mit einem Vereinsrekord beenden.

Bora Kilic Für Bora Kilic (im Bild links) war es zunächst der letzte Auftritt bei Deutschen Meisterschaften. Er hatte seit dem Sommer mehr denn je trainiert und wollte sich, bevor er sich auf sein Studium in Mannheim konzentriert, mit Bestleistungen in der Freistilstaffel und im Einzel über 50 m Freistil verabschieden.
Doch dieses Vorhaben konnte er nicht ganz in die Tat umsetzen, da ihn in der wichtigsten und intensivsten Trainingsphase ein hartnäckiger Magen-Darm-Virus für mehrere Wochen außer Gefecht setzte. Aber auch mit diesem enormen Handicap konnte er in Vor- und Endlauf in der 4 x 50 m Freistilstaffel ganz Dicht an seine Bestzeiten aus dem Vorjahr heranschwimmen. Und ebenfalls, wie im Vorjahr, war er der einzige aus der Staffel, der im Endlauf eine Zeitverbesserung erzielen konnte.
Auch im Einzel lief es dann am letzten Wettkampftag ählich ab, wie im Vorjahr. Er war vor dem abschließenden Start sehr zuversichtlich und auch das Einschwimmen verlief gut und der letzte Spurt war der schnellste, den er jemals ablieferte. Doch trotz des guten Gefühls blieb er in 24,49 Sekunden knapp eine Zehntelsekunde über seiner eigenen Bestzeit, die er mit einer besseren Wende mit Sicherheit hätte unterbieten können. Aber als Fazit bleibt für ihn der hervorragende sechste Rang mit der Freistilstaffel stehen.

René Schäfer bei Junioren deutsche Spitze

Nachdem René Schäfer im Sommer bei den letzten Deutschen Meisterschaften in seiner Altersklasse in die nationale Spitze der Schmetterlingsschwimmer eindringen konnte, zeigte er in Gelsenkirchen in den Freistil- und Lagenstaffeln des Hofheimer SC und bei der inoffiziellen Junioren- und Jahrgangswertung erneut, dass er enormes Potential hat.
Für René galt es im Vorfeld genau abzuwägen, auf welchen Strecken er an den Start gehen sollte, da er sich für sehr viele Strecken qualifizieren konnte. Da der Trainingsschwerpunkt auf die 4 x 50 m Freistilstaffel und deren Qualifikation für das Finale lag, verzichtete er schließlich auf Starts bei allen Strecken, die länger als 100 m waren, was ihn aber nicht allzu traurig stimmte ;-)

René Schäfer Über die 50 m Schmetterling konnte er seine Bestzeit auf 25,39 Sekunden verbessern und belegte damit in seinem Jahrgang (1986) den zweiten und bei den Junioren (18 Jahre und jünger) den fünften Rang.
Über seine Hauptstrecke, 100 m Schmetterling, deutete er an, zu was er fähig sein kann. Er schwamm bis 75 m ein gutes Rennen und lag zu diesem Zeitpunkt an der Spitze des Feldes. Es war sogar noch eine Zeit unter 55 Sekunden möglich, doch offenbarte er auf der letzten Bahn konditionelle Schwächen, so dass er das Tempo nicht weiter halten konnte. Aber trotzdem schlug er mit Bestzeit und Vereinsrekord nach 56,02 Sekunden an, womit er sich lediglich einem Schwimmer in seinem Jahrgang und deren drei bei den Junioren geschlagen geben musste.
Mit den Leistungen über die beiden Schmetterlingsstrecken konnte er sich als Juniorenschwimmer sogar unter den besten 20 Schwimmern Deutschlands in der offenen Wertung etablieren.

Um das angedeutete Potential auch umsetzen zu können, muss er seine Trainingsarbeit weiter intensivieren und besonders im Start- und Delfinbeinebereich noch viel konsequenter und härter im Training an sich arbeiten. Dann könnte vielleicht im Sommer bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin der ganz große Wurf gelingen ...

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