HSC : Aktuell : Mitteilungen  



René Schäfer zweimal im Finale bei den Deutschen Meisterschaften [05/2003]

Das gutgelaunte Hofheimer Team in Hamburg. Vom 14.-18. Mai stand der Saisonhöhepunkt mit den Deutschen Meisterschaften in Hamburg auf dem Programm. Das Trainingslager über Ostern war sehr gut verlaufen und beim letzten Test bei den Süddeutschen Meisterschaften waren unsere Schwimmer schneller als je zuvor.Mit dementsprechend hohen Erwartungen reisten (von links nach rechts auf dem Bild) René Schäfer, Alexander Maus, Frederik Zölls und (liegend;-) Dominic Rummel nach Hamburg.
Bereits am Meldeergebnis war zu erkennen, dass das Niveau der diesjährigen nationalen Titelkämpfe deutlich höher ist als in den vergangenen Jahren. Da wirft Olympia 2004 bereits seine Schatten voraus. Auch scheint sich langsam aber unaufhaltsam ein Generationswechsel zu vollziehen, da sich einige der etablierten Schwimmer/innen nicht mehr oder aber gerade noch so durchsetzen konnten. Auf jeden Fall war sehr schwer in die Finals zu gelangen ...
Ohne vorweg zu greifen lässt sich sagen, dass auch unsere Schwimmer ihren Beitrag zu dem gestiegenen Niveau geleistet haben. Denn die HSC-Schwimmer kamen mit insgesamt acht neuen Vereinsrekorden, zwei Finalteilnahmen und weiteren persönlichen Bestleistungen nach Hause.

Mittwoch, 14.5.2003

Der erste Start blieb René Schäfer (Jahrgang 86) vorbehalten, der über 50 m Freistil gute Chancen hatte das Jahrgangsfinale zu erreichen. Doch leider war er nicht in der Lage, diese gebotene Möglichkeit auch zu nutzen. Aus Sicht von Trainer Adam Ollé vergab er das Finale eher leichtfertig, weil die notwendige Konzentration nicht vollständig aufgebracht wurde. Und bei der Qualität des Teilnehmerfeldes werden kleine Nachlässigkeiten sofort bestraft und am Ende reichte es "nur" zum zehnten Platz in 25,35 Sekunden. Mit seiner Siegerzeit von den Süddeutschen Meisterschaften (25,18) wäre er als Siebter ins Finale eingzogen...
Aber noch war nichts verloren, denn am selben Vormittag standen die als wichtiger eingestuften 200 m Schmetterling auf dem Programm. Zwar war dort eine Endlaufteilnahme nicht eingeplant, jedoch sollte durch eine gute Zeit Sicherheit für die Hauptstrecken über 100 und 50 m Schmetterling gewonnen werden. René begann das Rennen dann auch wie geplant und wendete bei 100 Meter exakt mit der Vorgabezeit von 1:03 Minuten. Der Rückstand auf das übrige Feld war zu diesem Zeipunkt aber größer als erwartet und die Konkurrenz konnte das hohe Tempo, im Gegensatz zu René, auch weiterschwimmen. Gewöhnlich sind die zweiten 100 Meter auch seine Stärke, jedoch waren die Kontrahenten hier eine Nummer zu groß. Als René dies erkannte, schien er zu verkrampfen und am Ende des Rennens ging gar nichts mehr und er erreichte das Ziel mit enttäuschenden 2:14,89 Minuten. Lag er noch bei Hälfte des Rennens eine Sekunde unter Bestzeit, blieb er am Ende mehr als drei Sekunden über seiner erst zehn Tage alten Bestzeit zurück und wurde damit nur 22.

Als zweiter Hofheimer ging Frederik Zölls am ersten Tag ins Wasser. Auch er startete über die 50 m Freistil und begann sein Rennen äußerst forsch und lag zur Hälfte im Vorderfeld. Aber auch er konnte das gute Tempo nicht durchhalten. Zwar schwamm er in 24,01 Sekunden eine neue Bestzeit und Vereinsrekord, jedoch verfehlte er sein Ziel, erstmals unter 24 Sekunden zu bleiben. Wie eng es über die schnellste Sprintstrecke zugeht, lässt sich dadurch erkennen, dass ihm lediglich 0,53 Sekunden zum achten Platz fehlten, der noch zur Teilnahme am Endlauf berechtigt. Er belegte damit den 24. Platz.

Donnerstag, 15.5.2003

Nach dem unglücklich verlaufenen ersten Tag griff heute Alexander Maus (83) erstmals ins Geschehen ein. Er startete am Vormittag über seine Hauptstrecke 200 m Freistil. Nachdem er im letzten Jahr etwas übermotiviert ans Werk ging und die ersten 50 m viel zu schnell absolvierte, sollte er sich diesmal genauer an die ausgegebene Taktik halten, was ihm auch deutlich besser gelang. Auch wenn er sich nach seinen eigenen Angaben sehr schlecht fühlte und kein gutes Wassergefühl hatte, reichte es trotzdessen zu einem neuem Vereinsrekord. Mit 1:57,69 Minuten blieb er fast eine Sekunde unter seiner eigenen Bestmarke.
Nittaku mit schwerem Blutverlust.Beim zweiten Start des Tages waren dann alle vier Hofheimer Buben gefordet. Mit der 4 x 100 m Freistilstaffel ging es darum, den guten siebten Platz aus dem Vorjahr zu verteidigen. Dieses Unterfangen war umso schwerer, zudem mit Michael Krayer und Axel Haine zwei Schwimmer der Rekordstaffel des vergangenen Jahres nicht zur Verfügung standen. Diese beiden Plätze wurden von René Schäfer und Dominic Rummel übernommen. Und besonders um den letzteren mussten wir uns doch mehr Sorgen machen als geplant. Denn es ist üblich, dass die Schwimmer sich bei Meisterschaften einer Ganzkörperrasur unterziehen. Und ohne Übertreibung lässt sich sagen, dass da bei Dominic so ziemlich alles schief ging. Er musste die äußerst schmerzhafte Erfahrung machen, dass man es bei dieser Rasur weder eilig haben darf, noch sollte man währenddessen Dauerwerbesendungen schauen, deren Botschaft eindeutig erotischer Natur ist ;-)
Trotz des nicht zu vernachlässigenden Blutverlustes stand die Staffel dann doch vollzählig am Start. Als Startschwimmer begann Alexander Maus das Rennen. Auf der Nachbarbahn schwamm der ehemalige Europameister Lodziewski aus Berlin, den Alex irtümlicher Weise mit dem Heutejournalmoderator Wolf von Lojewski verwechselte, was natürlich für viel Erheiterung sorgte...

Nittaku, Alex und FreddyFür Erheiterung beim Trainer sorgten danach auch die Zeiten der Staffel. Alex blieb am Berliner Startschwimmer dran und verbesserte seinen eigenen Vereinsrekord um eine halbe Sekunde auf 53,30 Sekunden. Als nächster war dann René Schäfer dran, der einiges vom Vortag gut zu machen hatte. Und die Einzelgespräche mit dem Trainer schienen gefruchtet zu haben, denn jetzt konnte er seine Leistung abrufen und schwamm eine neue hervorragende Staffel-Bestzeit. Mit 53,97 Sekunden war er fast 1,5 Sekunden unter seiner alten Bestzeit geblieben. Auf René wechselte unser "Rasenmähermann" Dominic, der auch loslegte, wie die Feuerwehr. Trotz einer Krankheit im Vorfeld konnte auch er seine alte Staffel-Bestzeit um eine Sekunde unterbieten und wechselte nach 55,52 Sekunden auf Schlussschwimmer Frederik Zölls, der seine Staffel-Bestzeit ebenfalls um eine halbe Sekunde auf 52,47 Sekunden verbesserte. Mit der Gesamtzeit von 3:35,26 Minuten verfehlten sie den Vereinsrekord aus dem vergangenen Jahr lediglich um 21 Hundertstelsekunden und waren damit mehr als sechs Sekunden schneller als zehn Tage zuvor bei den Süddeutschen Meisterschaften. Im Nachhinein waren sich alle einig, dass die für unsere Verhältnisse sehr schlechten Wechsel eine neue Bestmarke verhinderten. Aber dennoch gelang es der neu formierten Staffel, sich auf einem hervorragenden neunten Platz zu behaupten.

Freitag, 16.5.2003

Heute stand für René das wichtigste Rennen der gesamten Meisterschaften auf dem Programm, die 100 m Schmetterling. Hier war er als viertschnellster gemeldet und konnte berechtigte Hoffnungen auf das Finale anmelden. Dafür musste er aber seine Bestzeit unterbieten. Bereits bei der Hälfte des Rennens lag er deutlich unter seinem eigenen Vereinsrekord und konnte das Tempo auch durchhalten. Diesmal hatte er alles umgesetzt und nach 57,20 Sekunden war sein Rennen beendet. Er unterbot seine Bestzeit um genau eine Sekunde und erreichte als Drittplatzierter das Jahrgangsfinale.
Die Wahrscheinlichkeit, diese Platzierung halten zu können, waren realistischer Weise als eher gering einzustufen, da nicht alle für das Finale qualifizierten Schwimmer auch wirklich am Limit geschwommen sind. Für René war es das Ziel, die Vorlaufleistung zu bestätigen und zu versuchen, unter die 57-Sekunden-Grenze zu gelangen. Die Konkurrenz in diesem Finale war schier übermächtig, da auch ältere Schwimmer des Jahrgangs 1985 mitschwammen. Diese Sonderregelung gilt lediglich für die JEM-Jahrgänge. Diese beiden Altersklassen (85/86) sind für die Jugend Europa-Meisterschaften (JEM) startberechtigt und deshalb schwimmen die acht Zeitschnellsten dieser beiden Jahrgänge das sogennante JEM-Finale, aus dem die beiden Zeitschnellsten (sofern sie auch die Richtzeiten unterbieten) für Deutschland zu den Jugend Europa-Meisterschaften fahren. Die Wertung erfolgt aber trotzdem in der jeweiligen Altersklasse. Für René war es bereits ein unerwarteter Erfolg, dieses JEM-Finale als Schwimmer des jüngeren Jahrgangs erreicht zu haben. Aber begnügen wollte er sich damit augenscheinlich nicht und schwamm aus Sicht seines Trainers das wohl bisher beste Rennen seines Lebens. Er konnte seine Vorlaufzeit tatsächlich verbessern und schlug nach 56,81 Sekunden als Fünftplatzierter an. Letztendlich fehlten zur Bronzemedaille lediglich 0,52 Sekunden und er hat den Beweis angetreten, dass er zur deutschen Elite der Schmetterlingsschwimmer gehört!

Freddys und Renés Vorfreude auf das leckere Essen.Auch Frederik Zölls war heute über die 100 m Rücken gefordert. Sein persönliches Ziel war es, an seine Bestleistung von 59,40 Sekunden aus dem Jahr 1997 heranzukommen als er letztmaligst eine Medaille bei Deutschen Meisterschaften gewann. Bis zur Halbzeit lag er gut im Rennen und wendete schneller als bei seiner Bestzeit. Bis 80 Meter sah es auch so aus als könne er das Tempo halten, doch am Ende verließen ihn die Kräfte zu sehr und er brauchte 1:00,26 Minuten, womit er überhaupt nicht zufrieden war.
Trotzdem ging es dann als Belohnung hinterher gemeinsam zum Essen. Als ehemaliger Bewohner Hamburgs war Adam bei alten Freunden untergekommen, die ein sehr leckeres Mahl für uns auf den Tisch zauberten. Danke Michi & Thomas. Wir kommen gerne wieder!!

Samstag, 17.5.2003

Heute war Renés freier Tag und er durfte erstmals ausschlafen und mußte nicht, wie Frederik, bei Sonnenaufgang das Bett verlassen.
Frederik hatte sich heute bei seinem letzten Start über seine Lieblingstrecke 50 m Rücken nochmal besonders viel vorgenommen. Nach dem Einschwimmen war er auch optimistisch, dass "etwas gehen" würde. Dies schien sich auch auf den ersten 30 Metern zu bestätigen, wo er hervorragend mithalten konnte. Doch als es auf das Stehvermögen ankam, konnte er wieder nicht das Tempo so hoch halten, wie erhofft und auch erwartet. Am Ende stand zwar wieder eine Bestzeit und Vereinrekord zu Buche, doch die geschwommenen 27,81 Sekunden machten nicht wirklich glücklich, da eine Zeit knapp über 27 Sekunden angepeilt gewesen war. Irgenwie schien die erhoffte Form nicht einhundertprozentig vorhanden zu sein. Er ist zwar stets im Bereich seiner Bestzeiten und auch knapp darunter geschwommen, doch die große Verbesserung ist leider nicht herausgekommen. Für ihn war es der Abschluss der diesjährigen Meisterschaften. Seine letzte Herausforderung bestand dann lediglich darin, gekonnt in seinen 25sten Geburtstag am Sonntag hineinzufeiern. Und dies muss ihm augenscheinlich gut gelungen sein, denn so richtig fit war er am nächsten Tag sicher nicht ;-))

Sonntag, 18.5.2003

Der letzte Wettkampftag stand an und für René ging es zur Kür über die 50 m Schmetterling. Es galt, sich für das Jahrgangsfinale zu qualifizieren und den sechs Jahre alten Vereinsrekord von Frederik Zölls zu knacken.
Das Finale über diese kürzeste Schmetterlingsstrecke war nicht so leicht zu erreichen, wie es nach den 100 m Schmetterling zu vermuten gewesen wäre. Denn die größten Defizite weist René eindeutig im Startbereich auf. Da dieser hier aber überproprtional wichtig ist, musste er sich noch einmal erheblich steigern, was ihm auch gelang. Er unterbot Frederiks alten Vereinsrekord um 0,12 Sekunden auf 26,21 und erreichte als Vierter sein Jahrgangsfinale. Und auch hier gelang es ihm, gerade noch als acht schnellster der beiden JEM-Jahrgänge, sich für das JEM-Finale zu qualifizieren.
Aber auch hier waren die Voraussetzungen für das Finale ähnlich, wie zwei Tage zuvor über 100 m Schmetterling. René wusste ganz genau, dass die Rivalen teilweise noch enorm zulegen konnten. Die Frage war nur, wieviel er selbst noch zulegen konnte...
Die taktische Marschroute für das Finale sah dann lediglich vor, dass René versuchen sollte, technisch sauberer zu schwimmen und weniger zu atmen. Über diese Maßnahmen erhoffte sich sein Trainer eine weitere Zeitverbesserung. René setzte dann auch die Taktik ordentlich um und konnte sich wiederum verbessern. Doch leider gelang ihm der Anschlag überhaupt nicht und so ließ er genau das Zehntel dort liegen, das ihm für eine Zeit unter 26 Sekunden gefehlt hat. Am Ende reichte es in 26,09 Sekunden für den sechsten Platz mit seinem insgesamt vierten Vereinsrekord von Hamburg.

Als Fazit lässt sich sagen, das der HSC noch nie stärker bei Deutschen Meisterschaften war als dieses Jahr in Hamburg. Die Trainingsgruppe ist hoch motiviert und hat zusammen, auch außerhalb des Schwimmbades, viel Spaß. (Apropos Spaß: Diesen hatten Adam und sein Trainerfreund Carsten aus Uerdingen (links) auch aufgrund eines der Sponsoren der Deutschen Meisterschaften, Erdinger Weissbier, wie sich auf dem Foto erkennen läßt. Bevor es hier zu falschen Vermuten kommt, stimmt's Eddie, muss noch erwähnt werden, dass es AUSSCHLIEßLICH alkoholfreies Bier gab!) Unsere Schwimmer haben sich wieder verbessert und sich in der nationalen Elite, besonders mit den Staffeln, etabliert. Allerdings haben wir auch im direkten Vergleich die Defizite jedes einzelnen sehen können. Nun liegt es an jedem selber, daran zu arbeiten, sich weiter zu entwickeln und nicht bereits mit dem Erreichten zufrieden zu sein. Denn noch hat keiner seine Möglichkeiten so weit ausgeschöppft, dass Verbesserungen nicht mehr möglich wären. Und seien dies nur die Einparkqualitäten unseres Mattse Maus...

Zu den Einzelergebnissen