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Freistilstaffel im Endlauf bei Deutschen Kurzbahnmeisterschaften[12/2002]

Die Hofheimer Teilnehmer bei den Deutschen Meisterschaften in Goslar Vom 29.11. bis 1.12.2002 fanden die Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften im Schwimmen statt. Fünf Aktive vertraten den Hofheimer SC überaus erfolgreich. Es gab bei allen Starts Bestzeiten und insgesamt fünf neue Vereinsrekorde.
Auf dem Bild rechts sieht man von links nach rechts: Trainer Adam Ollé, Alexander Maus, Frederik Zölls, Axel Haine, René Schäfer und Bora Kilic.

Als Höhepunkt aus Hofheimer Sicht erwies sich gleich am ersten Tag die 4x50 m Freistilstaffel. Alexander Maus (Jahrgang 83), Frederik Zölls (78), Axel Haine (83) und Bora Kilic (82) liebäugelten im Vorfeld mit einer Endlaufteilnahme. Das Quartett reiste mit einer Bestzeit von 1:36,67 Minuten an und für Trainer Adam Ollé war klar, daß zum Erreichen dieses Ziels eine Zeit unter 1:35 geschwommen werden mußte. Dafür wurden immer und immer wieder die Staffelwechsel geübt, um jede Kleinigkeit zu optimieren. Die Wechsel waren bei Testwettkämpfen bereits so gut, daß das Team sogar einmal ungerechtfertigter Weise wegen vermeintlichen Fehlstarts disqualifiziert wurde. Glücklicherweise wurden in Goslar die Wechsel elektronisch überwacht, so daß keine Unregelmäßigkeiten zu befürchten waren.

Die Staffel kurz vor dem Start Unsere Staffel wuchs dann im Verlaufe des Rennens über sich hinaus und schaffte den kaum für möglich gehaltenen Einzug in den Endlauf. Mit einer überragenden Bestzeit und Vereinsrekord qualifizierten sie sich fast schon sensationell als fünftbeste Mannschaft für das Finale am Nachmittag. In 1:34,33 Minuten verbesserten sie sich um fast 2,5 Sekunden. Startschwimmer Alexander Maus legte den Grundstein, indem er in 23,75 Sekunden seine eigene Bestzeit um fast eine ganze Sekunde unterbot. Dies ist umso bemerkenswerter, da er wirklich nicht als Sprinter innerhalb der Truppe gilt. Aber bei seinen Staffelstarts ist er immer für eine positive Überraschung gut. Die übrigen drei Jungs zeigten fast perfekte Wechsel und blieben alle deutlich unter der 24 Sekunden Grenze. Beim zweiten Wechsel von Frederik Zölls auf Axel Haine stockte dem Trainer der Atem, da mit bloßem Auge nicht zu erkennen war, ob der Wechsel noch regelgerecht war oder nicht. Die elektronische Auswertung zeigte zum Glück keinen Wechselfehler an und so endeten die bangen Minuten bis zur Bestätigung der Endlaufteilnahme mit großer Erleichterung.

Unter der großen Freude schien doch ein wenig die Spannung und Konzentration gelitten zu haben. Denn das Quartett schien sich nicht völlig im Klaren zu sein, welch große Chance sie hatten. Die drittplatzierte Mannschaft war lediglich 0,9 Sekunden schneller gewesen. Bei nochmaliger Steigerung wäre sogar eine Sensation möglich gewesen. Aber diesmal sollte es (noch) nicht sein, denn beim Endlauf fehlte die erwähnte notwendige Konzentration und so waren die Leistungen und besonders die Wechsel nicht so gut, wie am Vormittag. Lediglich Schlußschwimmer Bora Kilic konnte sich nochmals steigern. Doch leider reichte es in einem sehr knappen Rennen in 1:35,27 "nur" zu Platz sieben in der Endabrechnung. Aber wirklich traurig war niemand, denn alle waren sich einig, daß das Ziel bei weitem erreicht wurde.

Auch in den Einzelrennen zeigten die Hofheimer Schwimmer ambitionierte Leistungen. Frederik Zölls schwamm erstmals nach fünfjähriger Abstinenz wieder bei Deutschen Kurzbahnmeisterschaften und verbesserte bei seinen drei Einzelstarts jeweils seine eigenen Vereinsrekorde, die er ebenfalls vor genau fünf Jahren aufstellte, deutlich. Die beste schwimmerische Leistung war auch gleichzeitig seine beste Platzierung: In seiner Hauptstrecke erreichte er über die 50 m Rücken in 26,47 Sekunden einen hervorragenden 13. Platz in der sehr stark besetzten nationalen Konkurrenz. Über diese Strecke dominierte Thomas Rupprath aus Wuppertal. Die Zuschauer wurden zunächst Zeuge seines Europarekordes von 23,74, den er im Laufe der Veranstaltung nochmals unterbot. Seine geschwommenen 23,23 waren sogar Weltrekord!
Bei seinem Start über 100 m Freistil verbesserte Frederik in 0:51,45 seine Bestzeit um mehr als eine halbe Sekunde und verausgabte sich dabei völlig. Eine befreundete Schwimmerin schilderte seine letzten 5-10 m mit den Worten: "Jedesmal wenn du geatmet hast, hatte ich Angst, du würdest stehen bleiben..." Bei seinem letzten Rennen ging er über die 50 m Freistil an den Start und erzielte mit 23,29 Sekunden einen gelungen Abschluß.

Auch Bora Kilic konnte seine Bestzeit über 50 m Freistil am Sonntagvormittag um mehr als eine halbe Sekunde auf 24,37 Sekunden verbessern. Trotz dieser guten Leistung war er nicht ganz mit sich zufrieden. Sein Ziel war es, in die Nähe seiner in der Staffel erreichten 23,80 Sekunden zu gelangen.

Die Hofheimer Staffel nach dem Endlauf. Von links: Axel Haine, Alexander Maus, Frederik Zölls, René Schäfer und Bora Kilic Neben den vier Staffelstartern war auch René Schäfer (86) erstmals für Deutsche Kurzbahnmeisterschaften qualifiziert. Er schloß sich reibungslos den guten Leistungen an und unterbot bei allen seinen Starts seine erst kürzlich aufgestellten Bestzeiten ein weiteres Mal. Am Freitag erreichte er gleich bei seinem ersten Start über 50 m Schmetterling in 26,10 Sekunden einen unerwarteten dritten Platz in seiner Altersklasse. Am Samstag zeigte er bei den 200 m Schmetterling seine beste Leistung, indem er seine eigenen Vereinsrekord um 1,3 Sekunden unterbot. Er schlug nach 2:11,87 Minuten an und bot besonders im taktischen Bereich eine sehr gute Leistung, indem er die mit dem Trainer abgesprochene Marschroute konsequent einhielt und sich nicht von den anderen Schwimmern dazu verleiten ließ, deren hohes Angangstempo mitzugehen. Er ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen als er zur Halbzeit des Rennens noch an letzter Position lag. Schließlich konnte er noch an der Hälfte seiner Konkurrenten vorbeiziehen und wurde noch Dritter in seinem Lauf. Diese Leistung ist umso höher zu bewerten, als er die ganze Woche hindurch mit einer Erkältung zu kämpfen hatte, die im Verlauf des Wettkampfwochenendes immer schlimmer wurde. Bei seinem letzten Start am Sonntag über 100 m Schmetterling gewann dann schließlich die Krankheit die Oberhand. Obwohl er noch mit 58,03 Sekunden Bestzeit schwamm, blieb er (aber schuldlos) hinter den Erwartungen zurück. Die Tests im Vorfeld ließen eine Zeit um 57,0 Sekunden erhoffen.
Für ihn steht nun die Regeneration im Vordergrund, da er aufgrund seiner guten Leistungen am 13. und 14.Dezember beim Ländervergleichswettkampf in Salzburg in der Auswahlmannschaft stehen wird. Dort bekommt er nochmals die Gelegenheit, in seinen Paradestrecken gegen internationale Konkurrenz anzutreten und dann, hoffentlich gesund, sein wahres Leistungsvermögen präsentieren zu können.
Zu den Einzelergebnissen der Hofheimer Schwimmer.

Neben den gezeigten Leistungen soll nicht unerwähnt bleiben, daß bei aller Ernsthaftigkeit der Spaß auf keinen Fall zu kurz kam. Alle Sprüche hier wieder zu geben, die am Wochenende gefallen sind, ist absolut unmöglich. Aber es läßt sich mit Sicherheit sagen, daß wir die lustigste Truppe im ganzen Hotel waren. Während die meisten Mannschaften morgens um 6 Uhr ihr Frühstück schweigend einnahmen, gab es bei uns am Tisch jede Menge zu lachen. Dabei nochmal einen herzlichen Dank an Loretta, dessen Spruch "Da kannste mal sehen, was man alles aus einem Stück Kacke machen kann!" sicher in die Analen des Hofheimer Schwimmclubs eingehen wird ;-)
Abschließend gibt es noch ein paar lustige Bilder vom Wochenende...


Und wir haben die Blues Brothers getroffen Loretta rockt ab Gesundheit ist alles!
Erholung im Hotelzimmer Die echten Könige Schaut auf Lorettas Bizeps ;-)
Renés Urkunde über 50 m Schmetterling Einmarsch unserer Staffel zum Endlauf Alex und Freddy vor dem Staffelstart