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HSC - Helden in Strumpfhosen bei den Deutschen Meisterschaften[05/2001]

Vom 16. bis 20. Mai traf sich in Braunschweig die Elite der deutschen Schwimmer zu den 113. Deutschen Meisterschaften, die gleichzeitig als Qualifikation für die Schwimmweltmeisterschaften im japanischen Fukuoka und die Junioren-Eurapameisterschaften auf Malta dienten.
Insgesamt nahmen 746 Schwimmer aus 195 Deutschen Schwimmvereinen an den Meisterschaften teil.

Nach den zehn Tage zuvor in Erfurt sehr erfolgreich verlaufenen Süddeutschen Meisterschaften, galt es, sich auf der höchsten nationalen Ebene mit den besten Schwimmern zu messen.
Mit dabei waren vier Schwimmer des Hofheimer SC, die von Trainer und Chauffeur Adam Ollé begleitet wurden. Für sie reichte es zwar nicht zu Meisterehren und WM, jedoch konnten sie mit beachtlichen Leistungen und guten Platzierungen aufwarten. Gleich am ersten Wettkampftag mussten alle vier Hofheimer über die 50 m Freistil antreten. Und dabei sorgte Michael Krayer (Jahrgang 1982) gleich für einen Paukenschlag. Der drittplatzierte der Süddeutschen Meisterschaften verbesserte seine dort erzielte Bestzeit noch mal um fast eine halbe Sekunde und erreichte in 24,82 Sekunden als Siebter erstmals ein Jahrgangsfinale bei Deutschen Meisterschaften. In diesem traditionsgemäß sehr knapp zugehenden Finale konnte er sich gut behaupten und letztlich stand am Ende mit dem achten Platz das erfolgreichste Ergebnis seiner Laufbahn zu buche. Für Bora Kilic (82) und Axel Haine (83) war es die erste Teilnahme an Deutschen Meisterschaften.
Trotz der verständlichen Nervosität konnten Sie ihre Trainingsarbeit in die entsprechenden Leistungen umsetzen und konnten sich in ihren Altersklassen im Vorderfeld platzieren. Bora Kilic belegte in 25,87 Sekunden einen im Vorfeld nicht zu erwartenden guten zwölften Platz. Und auch der achtzehnte Platz von Axel Haine in 25,54 Sekunden ist aller Ehren wert. Für Kaderschwimmer Alexander Maus (Jahrgang 1983) waren es bereits die dritten Deutschen Meisterschaften in Folge und für ihn waren die 50 m Freistil nur das Einschwimmen für seine Hauptstrecken 200 m und 100 m Freistil an den folgenden Tagen. Mit 25,24 Sekunden erzielte er eine neue persönliche Bestzeit und konnte sich auf dem 15. Platz behaupten.

Am nächsten Tag wurde es dann auch für ihn Ernst, denn es standen mit den 200 m Freistil seine wichtigste Strecke an. Er lieferte in einer stark besetzten Konkurrenz (es wurden vier Staffelplätze für die Junioren-Europameisterschaften vergeben) ein beherztes Rennen und unterbot seinen eigenen Vereinsrekord um fast eine Sekunde und blieb in 1:59,39 Minuten erstmals auf der 50 m Bahn unter der Zwei-Minuten-Grenze.
Nach einem freien Tag standen zum Abschluss die 100 m Freistil auf dem Programm. Nach seiner Endlaufteilnahme über 50 m konnte sich Michael Krayer berechtigte Hoffnungen auf eine weiteres Finale über 100 m Freistil machen. Im Rennen unterstrich er von Beginn an diese Ambitionen und lag bei dreiviertel der Strecke in Führung. Aber dann ereilte ihn leider der berühmte "Mann mit dem Hammer" und auf den letzten Meter wurde er vom Feld noch eingeholt und es reichte am Ende in 55,58 Sekunden nur zum zwölften Platz. Sein unübersehbarer Ärger über diese Zeit war verständlich, denn seine kurz zuvor in Erfurt erzielte Bestzeit (54,19) hätte ihm für den Endlauf gereicht.
Alexander Maus teilte sich sein Rennen über dieselbe Strecke deutlich besser ein und gewann seinen Lauf, obwohl er bei der Hälfte des Rennens noch an drittletzter Stelle lag. Mit 54,13 Sekunden blieb er achthundertstel Sekunden über seiner eigenen Bestzeit, was ihm dennoch mit dem zehnten Platz seine beste Platzierung bescherte.

Für die meisten Schwimmer ist ein anstrengendes Trainingsjahr vorbei, aber die Saison ist noch nicht beendet, denn für die jüngeren Schimmer/innen stehen ebenfalls noch die Süddeutschen und Deutschen Jahrgangsmeisterschaften aus. Beide Wettkämpfe finden im Juni statt und Hofheim wird dabei durch Thomas Specht (90), Thomas Prasler (89), Laura Riedel (88), Claudia Grölz (88) und René Schäfer (86) in Freiburg und Berlin vertreten sein.

V.l.n.r.: Alexander Maus, Bora Kilic, Axel Haine und Michael Krayer