Ein Name, zwei erfolgreiche Brüder: Frederik und Christian Zölls        [ Bilder & Berichte ]


Artikel vom 6.1.06 aus dem Höchster Kreisblatt
Von Volker Hofbuhr


Langenhain. Es gibt viele Brüderpaare, die im Leistungssport einiges erreicht haben. Zumeist sind sie in einer Sportart aktiv, wie im Handball Fynn und Jan Holpert (Lemgo/Flensburg), Marcel und Dominik Klein (Obernburg/Großwallstadt), Bertrand und Guillaume Gille (HSV Hamburg) oder im Fußball Hamit und Halil Altintop (Schalke/Kaiserslautern).
Anders verhält sich dies in Langenhain bei einem Brüderpaar. Frederik Zölls schaffte als Schwimmer Endlauf-Teilnahmen bei Deutschen Meisterschaften und startete in der I. Bundesliga. Sein Bruder Christian spielt bei den Handballern der SG Wallau/Massenheim und hat gute Chancen auf den Aufstieg in die II. Bundesliga.

Frederik Zölls Frederik Zölls (im Bild rechts) ist zwei Jahre älter als sein Bruder. «Im Alter von acht Jahren habe ich mit dem Wettkampfsport angefangen», erinnert er sich, «danach war ich bis 1992 in Hofheim, ehe ich zur SG Frankfurt gewechselt bin». Dort schwamm er in der I. Liga und startete mehrfach bei Deutschen Jugend-Meisterschaften. Nach drei Jahren zog es ihn wieder zurück nach Hofheim. Dort erreichte er mehrfach die Einzelfinals bei Deutschen Meisterschaften. «In der Staffel kamen wir auf die Plätze vier und fünf, auf der Kurzbahn waren wir die letzten vier Jahre im Finale. Das hat außer uns keine Staffel in Hessen geschafft», ist Zölls zufrieden. Derzeit absolviert er den Masters-Studiengang «Philosophy und Economics» in Bayreuth.
Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Christian nimmt Anteil am sportlichen Werdegang seines Bruders: «Als ich jünger war, bin ich mit meinem Vater zu Wettkämpfen gegangen. Ich verfolge jetzt mehr die Berichte darüber.» Frederik Zölls sieht sich als einen zielstrebigen und ausdauernden Typen, der auch im Training eine Führungsrolle einnehmen kann: «Ich denke, ich kann Leute mitreißen.» Auf der anderen Seite lässt er sich in bestimmten Dingen nicht umstimmen: «Ich verrenne mich beispielsweise bei Trainingsmethoden und bin von Thesen überzeugt, die auch mal falsch sein können.» Sein Bruder beschreibt ihn als einen Kämpfer, der hundertprozentig hinter dem steht, was er tut. «Und er ist ein intelligenter Mensch, der sich viele Gedanken über seinen Sport macht – immer unter der Prämisse, das Optimale aus sich herauszuholen», erklärt Christian. Auch sonst haben die zwei ein gutes Verhältnis: «Ich schätze seine offene Art, er ist ein lustiger, lebensfroher Mensch, so wie ich auch. Wir sind uns ziemlich ähnlich.» Schwächen bei seinem Bruder kennt Christian Zölls nicht: «Mir fallen keine ein.»

Er wurde von seinem besten Freund Dennis Tillmann, mit dem er noch heute in Wallau zusammenspielt und auch Betriebswirtschaftslehre studiert, zum Mini-Handballtraining mitgenommen. Das gefiel ihm gut, er blieb bei der TGS Langenhain. Inzwischen ist er seit zehn Jahren bei der SG Wallau/Massenheim. Dort ist er eine feste Größe in der Regionalliga-Mannschaft. Zölls stellt sich in den Dienst der Mannschaft und fühlt sich dort wohl: «Es reicht mir, wenn andere meine Zuspiele verwerten. Ich muss nicht selbst die Tore machen, ich setze gerne auch andere in Szene.» Der 25-Jährige ist ein einsatzfreudiger Allrounder, der von seiner Schnelligkeit lebt: «Ich habe auf der Linksaußenposition angefangen und kann auch im Rückraum überall spielen.» Zölls fühlt sich wohl in der Mannschaft: «Ich bin für sie da und gebe für sie alles. Ich weiß aber auch, dass sie mich an schlechten Tagen auffängt.» Sein älterer Bruder schätzt ihn und verfolgt seine Spiele: «Wenn ich Zeit habe, bin ich gerne in der Ländcheshalle. Ich finde seinen Weg, den er gegangen ist, sehr gut. Er kann alles, hat auch ein super Auge für seine Mitspieler.» Einen kleinen Fehler findet er aber doch an seinem Bruder: «Er macht vielleicht zu wenig aus seinen Möglichkeiten.» Dem stimmt Christian Zölls zu: «Ich bin schon ein bisschen faul in der trainingsfreien Zeit.» Menschlich allerdings liegt auch Frederik Zölls mit seinem jüngeren Bruder auf einer Wellenlänge: «Er ist ein sehr offener, ehrlicher und gerechter Typ. Er ist halt mein Bruder, wir passen menschlich gut zusammen.»

Freddy bei der Arbeit Und die Zukunft? Frederik Zölls macht seine sportliche Zukunft von seiner weiteren beruflichen Entwicklung nach seinem Studium abhängig: «Wenn es die Umstände erlauben, möchte ich gerne ins Rhein-Main-Gebiet zurückkehren. Für die Mannschaft werde ich aber auf jeden Fall wieder ins Wasser gehen.» Er engagiert sich auch als Zweiter Vorsitzender im Hofheimer SC.
Sein jüngerer Bruder Christian hat ganz andere Perspektiven: «Wenn wir in die II. Bundesliga aufsteigen würden, wäre das ein großes Ziel für mich. Darauf würde ich mich freuen. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg. Wenn wir im Januar alles gewinnen, sieht es sehr gut aus.»