Von Essen nach Hofheim in 18 Stunden oder Schneechaos in Deutschland        [ Bilder & Berichte ]


Ein Erlebnisbericht von Christina Grölz alias Ede
Heimfahrt von den Deutschen Meisterschaften aus Essen


Das haben wir, Franz Franz, Laura Laura und Ede Ede, uns sicher anders vorgestellt!

Auf der Hinfahrt nach Essen am 25.11.2005 hat man noch über einen "echten" Stau und die dafür dringend benötige Gulasch-Kanone gescherzt, doch als es dann in Richtung Heimat gehen sollte, war spätestens nach 3 Stunden Schluss mit lustig! Aber fangen wir mal ganz von vorne an ...

Überall nur Schnee ... Nachdem die Jungs am Freitag das Finale mit der 4x50m Freistil-Staffel geschwommen waren, machten wir drei uns auf den Heimweg. Auf dem Bild rechts sieht man die Strasse, in dem sich das Bad befindet. Um 16.45 Uhr stiegen wir in unser Auto und nach unserer Rechnung würden wir auch nur die nächsten 2,5 Stunden darin verbringen müssen. Mit möglichen Verzögerungen haben wir gerechnet, da das Schneechaos bereits in einigen Gegenden ausgebrochen war. Wenn man es genau nimmt hatten wir Glück gehabt, da wir NUR EINE Verzögerung hatten, nur dass diese sich über 4,5 Stunden hinzog!
Die ersten 2,5 bis 3 Stunden bei völligem Stillstand auf der A3 waren ja noch ganz lustig, aber ab 22.00 Uhr war Schluss mit lustig! Das Problem war weniger die Langweile, als die eisigen Temperaturen. So wendete man das Zwiebelsystem an indem man alle mitgenommen Kleidungsstücke übereinander anzog. Sogar der Schlafanzug wurde noch mal drunter gezogen, nur um es etwas wärmer zu haben. Handtücher wurden als Decken missbraucht und trotzdem wollte es einfach nicht wärmer werden. Schon zu diesem Zeitpunkt war uns klar, dass wir diesen Stau wohl nicht ohne eine Erkältung überstehen würden. Im Nachhinein lässt sich sagen, dass wir mit unserer Vermutung auch leider Recht behielten.
Um noch einmal zum Thema Langweile zurückzukommen: Diese kam nur selten auf. Durch Handys blieb der Kontakt zur Außenwelt bestehen und so freute man sich über jeden Anruf und SMS. Der Inhalt der Gespräche und SMS war immer derselbe. So wollte jeder wissen, ob wir wieder ein wenig weiter gekommen sind. Meistens mussten wir diese Frage leider mit "Nein" beantworten, da wir uns in den 4 ½ Stunden nur um 500-750m vorwärts bewegt haben. Aber nicht nur unsere Handys haben uns unterhalten, denn wir haben auch ne Menge Leute (z.B. Pornodarsteller, Holländer, Tschechen, Brummifahrer,…) auf der A3 kennen gelernt, schließlich hatten wir ja genug Zeit!

Überall nur Schnee ... Vor allem die unterschiedlichen Lkw-Fahrer halfen uns die Zeit zu vertreiben. So hielten sie uns über ihre Funkgeräte immer auf dem neusten Stand. Die Brummifahrer spielten aber nicht nur den Staupilot für uns, sondern versorgten uns auch mit heißen Kaffee, obwohl es ihr letzter war. Ede setzte sich auch mal in den durch eine Standheizung geheizten Truck um höchstpersönlich über Funk die Lage zu checken. Nachdem aber keiner irgendwelche brauchbaren Infos hatte, wollte Ede sich mit den Brummifahrern unterhalten, aber als Antwort kam nur: "Unterhalte dich doch selbst!" Enttäuscht legte sie das Funkgerät bei Seite, so dachte sie bis jetzt immer, dass die Lkw-Fahrer ein lustiges Volk wären. Die Erklärung der anderen Fahrer war, dass die Nerven bereits bei allen blank liegen würden. Das ist ja auch verständlich!
Außerdem machten wir Bekanntschaft mit einem Wagen voll Niederländer, die bereits in Holland einen 8stündigen Stau hinter sich gebracht haben. Schnell stellte sich heraus, dass eine Holländerin genau das gleiche Bedürfnis hatte wie Laura. Franz und Laura wollten bereits zuvor bei einem Reisebus nach einer Toilette fragen, jedoch sind sie an dem tschechischen Busfahrer gescheitert. Als man später sah, dass die besagte Holländerin es wohl nicht mehr ausgehalten hat und den Weg hinter die Leitplanke auf sich nahm, entschied sich Laura dazu es genauso zu machen. Aber alleine traute sie sich auch nicht. Ede musste als Schutzschild herhalten.

Das Auto als Hotel ... Von Stunde zu Stunde wurde es immer kälter und die Handtücher, die Franz bedeckten, wurden immer mehr und mehr. Trotzdem war kein Ende des Staus in Sicht.
Die zwei Personen im Wagen vor uns hatten ihre ganz eigene Art und Weise sich warm zu halten und zu beschäftigen. Zurückgestellte Sitze und der Mann, der nach einiger Zeit aus dem Auto stieg um seine Hemd wieder in die Hose zu stecken und diese zu richten, bestätigte wohl die Vermutung aller benachbarter Autofahrer, dass die zwei gerade besonders viel Spaß hatten.
Gegen 23.45 Uhr begann der eigentliche Verkehr endlich wieder zu rollen (und nicht nur in dem bereits erwähnten Wagen vor uns;-). Nun hatten wir immer noch 120 Kilometer vor uns. Die während des Staus noch vorgenommene Abendplanung wurde durch dieses Erlebnis völlig über den Haufen geworfen und jeder von uns freute sich einfach nur noch auf sein kuscheliges und warmes Bett zu Hause, welches wir eher am frühen Morgen denn spät in der Nahct doch noch erreichen sollten.
Abschließend werden uns diese Deutschen Kurzbahn Meisterschaften 2005 und das damit verbundene Abenteuer auf der Autobahn ganz besonders in Erinnerung bleiben….